Ein Reddit-Nutzer hat einen ungewöhnlichen Einsatzzweck für Apples AirPods gefunden: Sie dienen ihm als Sensor für einen fliegenden Frisbee. Die Konstruktion funktioniert erstaunlich zuverlässig und liefert viele Messwerte.
Der Entwickler Paul Tracer, auf Reddit unter dem Namen Disastrous-Body-297 unterwegs, nutzt einen AirPod, um einen herkömmlichen Frisbee mit Live-Daten aufzurüsten. Die Idee dürfte bei Apple so nicht auf dem Zettel gestanden haben, orientiert sich aber am Geist der bekannten „Think Different“-Kampagne. Tracer steckt einen einzelnen AirPod durch ein zuvor gestanztes Loch in der Mitte der Scheibe und koppelt ihn mit seinem iPhone.
Der AirPod überträgt dann Bewegungsdaten in Echtzeit an das Smartphone und analysiert die Würfe direkt während des Flugs. Laut Tracer misst das System Geschwindigkeit, Umdrehungen, Flugzeit und Wurfanzahl. Zusätzlich kann die Herzfrequenz erfasst werden – entweder mit aktuellen AirPods oder über einen externen Pulssensor.
Für Nutzer:innen, die das selbst ausprobieren wollen, gibt es eine App: Tracer setzt auf die Sportanalyse-App Kinapod, die sich nach seinen Angaben derzeit im Prüfprozess von Apple befindet. Die AirPod-Halterung im Frisbee ist denkbar einfach gelöst. Tracer beschreibt den Umbau so: Loch in die Mitte stanzen, AirPod durchstecken, fertig. Durch die Form des AirPod-Stiels rutscht dieser nicht heraus, obwohl er nicht vollständig zylindrisch ist.
Die Bastellösung liefert überraschend viele Kennzahlen. Neben der durchschnittlichen Wurfgeschwindigkeit werden unter anderem maximale Rotationswerte und die gesamte Flugzeit erfasst. In Tests erreichte Tracer Wurfgeschwindigkeiten von bis zu 45 Meilen pro Stunde, ohne dass der AirPod Schaden genommen hätte.
Ein weiterer Vorteil für sportlich ambitionierte Frisbee-Werfer:innen: Die aufgezeichneten Sessions lassen sich in die Fitness-App Strava exportieren. So können die Daten in bestehende Trainingsprotokolle eingebunden und mit anderen Aktivitäten verglichen werden. Damit wird aus einem Spaßprojekt ein durchaus nützliches Werkzeug für alle, die ihre Wurftechnik genauer verfolgen möchten.
In der Reddit-Diskussion wird schnell klar, dass es für solch detaillierte Wurfdaten bereits einen Markt gibt. Nutzer:in lenfantsuave spielt in einem Kommentar auf den Anbieter Tech Disc an, der spezielle Launch-Monitore für Discgolf verkauft. Diese Geräte analysieren mehrere Metriken und Flugbahnen, um Spieler:innen beim Training zu unterstützen, und kosten 299,99 US-Dollar (rund 276 Euro). Eine Person von Tech Disc meldete sich im Thread zu Wort und lobte Tracers Einfall.
Trotz des positiven Feedbacks bleibt Tracers Projekt vorerst ein „Spaßding“. AirPods sind als Sensorlösung vergleichsweise teuer, und das Risiko eines Defekts beim Aufprall ist nicht zu unterschätzen. Bisher haben seine Ohrhörer die Tests zwar überstanden, doch als dauerhaft wirtschaftliche Lösung taugt der Ansatz kaum.
Tracer diskutiert deshalb in Foren wie r/discgolf mit anderen Nutzer:innen über alternative, günstigere Wege zur Datenerfassung. Die Community reagiert überwiegend begeistert. Kommentare wie „Das ist richtig cool“ oder „Das ist der Wahnsinn“ zeigen, wie gut die Kombination aus AirPod und Frisbee ankommt. Eine Reddit-Nutzerin fasst es so zusammen: Apple habe „aus Versehen den am aufwendigsten konstruierten Frisbee-Statistik-Tracker gebaut“ – und viele sind genau deswegen dabei.
Via: https://www.techradar.com
Bilder: Reddit
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