- Registriert
- 11.01.11
- Beiträge
- 654
Wenn es auf der Welt noch eine Art Evangelist mit Apple-DNA gibt, dann ist es Steve Wozniak. Der Apple-Mitbegründer ist angesichts der auf strengste Diskretion ausgerichteten Unternehmensphilosophie noch einer der wenigen Mitarbeiter, der für viele Fans des Multi-Milliardenkonzerns in gewisser Weise nahbar erscheint. Wozniak gibt sich offen, führt regelmäßig Interviews und äußert sich darin zumeist auch kritisch zu den aktuellen Entwicklungen des Unternehmens. Auch wir durften mit Steve Wozniak bereits ein Gespräch führen. Dass er jährlich gemeinsam mit anderen Kunden für ein neues Produkt vor dem Apple Store ausharrt - längst kult. Allerdings nicht mehr um jeden Preis. Die Konkurrenz macht Druck und "großartige" Produkte, wie er im Interview mit der WirtschaftsWoche verrät. Vor diesem Hintergrund werde es für Apple erst jetzt so langsam ernst.[PRBREAK][/PRBREAK]
Oft stellt sich die Frage, was Steve Wozniak heute eigentlich beruflich macht. Dies aus dem Stegreif heraus zu beantworten, dürfte schwer fallen. Zwar ist Wozniak nach wie vor offizieller Apple-Mitarbeiter und bezieht sogar ein festes Einkommen. Das sei jedoch allenfalls ein Akt "symbolischer Verbundenheit", tatsächlich reise er um die Welt, halte Vorträge über seine Erfahrungen als Apple-Gründer, Unternehmer und Ingenieur, wie er sagt. Das mache ihm Spaß, er finde Gefallen daran, viele Leute zu treffen mit denen er sich über so viele spannende Themen austauschen könne. Seit 2009 ist Wozniak außerdem Chef-Wissenschaftler bei "Fusion-io", ein Unternehmen, dass eine Technologie zur Optimierung von Datencentern entwickelt. "Sie wird das Internet verändern", sagt er.
Obwohl Wozniak auch zahlreiche Aussagen zu den Anfängen des Unternehmens tätigt, sind vor allem einzelne Passagen zur aktuellen Strategie des Apfelkonzerns interessant. Auf die Frage, wie lange Apples Erfolgssträhne angesichts wachsender Zweifel noch anhalte, findet er zwei Antworten: Einerseits sei Apple von Beginn an auf Profit ausgerichtet gewesen, die Marktanteile allein (die Apple wegen wachsender Konkurrenz zunehmend einbüßt) seien nicht entscheidend. "Mike Markkula (Apples ehem. Business Angel, Anm. d. Red.) predigte immer, dass man eine gute Profitmarge haben muss, damit man kein Geld von außen fürs Überleben einsammeln und dabei überdurchschnittlich viel von seinem Unternehmen abgeben muss". Dennoch sieht sich Wozniak angesichts der starken Konkurrenz um Samsung & Co. auch gewarnt: "Das Apple so hohe Profitmargen hat, ist auch in seiner Marke begründet. Ich bin stolz darauf, dass wir so treue Fans haben. Aber diese Loyalität ist nicht gegeben, die muss mit den besten Produkten immer wieder wach gehalten und bestätigt werden. Momentan sind wir meiner Meinung nach im Smartphone-Geschäft mit den Features etwas hinterher. Andere haben aufgeschlossen. Samsung ist ein großer Wettbewerber. Aber gerade deswegen, weil sie momentan großartige Produkte machen", so Wozniak im Wortlaut.
Ohnehin steht Apple an einem Scheideweg, wie sich das Unternehmen nach dem Tod von Apple-Leitfigur Steve Jobs im Oktober 2011 künftig weiterentwickelt, ist gerade jetzt ungewiss. Erste Stimmen, die einen schnellen Untergang des kalifornischen Tech-Riesen prophezeiten, wurden bereits kurze Zeit nach dem Tode Jobs' laut. Für Steve Wozniak sei der frühe Tod von Jobs schlimm gewesen, auf vielen Ebenen. Jobs habe die Marke Apple verkörpert und für hervorragende Produkte in Perfektion gestanden. Den frühen Zweiflern erteilt er dennoch eine deutliche Absage: "Es ist noch zu früh, einzuschätzen wie sich Apple nach ihm entwickeln wird. Die Sachen, die momentan von Apple kommen, waren alle schon in der Pipeline als Steve noch gelebt hat. Das dauert in der Regel mindestens zwei Jahre, bis dort frische Sachen kommen." Gleichzeitig hoffe er jedoch, dass Apple großartige Manager habe, die sich bei ihren Entscheidungen von der einstigen Apple-Kultur leiten lassen. "Ich hoffe, dass das Streben nach den stets besten Produkten für seine Kunden erhalten bleibt."
Am Ende muss man aber trotz aller Sachlichkeit offenbar doch noch mal auf das Thema Apple Store zurückkommen. Stundenlang habe Wozniak im Silicon Valley zusammen mit anderen Fans vor dem Store ausgeharrt. Warum er das mache, wird er gefragt. Das sei für ihn ein großes, bedeutendes Konzert. Eines, das man persönlich erlebt haben muss. Online bestellen? Sich das iPhone durch die Hintertür ausgeben lassen? Nein, das wäre freilich nichts für ihn. Er wolle die Erfahrung wie jeder normale Kunde auch. Doch eines stellt er auch klar: "Wenn Apple lausige Produkte machen würde, stünde ich nicht in der Schlange."
Das vollständige Interview lest Ihr hier.
Bild via CNet.com
Bild via timesunion.com
Oft stellt sich die Frage, was Steve Wozniak heute eigentlich beruflich macht. Dies aus dem Stegreif heraus zu beantworten, dürfte schwer fallen. Zwar ist Wozniak nach wie vor offizieller Apple-Mitarbeiter und bezieht sogar ein festes Einkommen. Das sei jedoch allenfalls ein Akt "symbolischer Verbundenheit", tatsächlich reise er um die Welt, halte Vorträge über seine Erfahrungen als Apple-Gründer, Unternehmer und Ingenieur, wie er sagt. Das mache ihm Spaß, er finde Gefallen daran, viele Leute zu treffen mit denen er sich über so viele spannende Themen austauschen könne. Seit 2009 ist Wozniak außerdem Chef-Wissenschaftler bei "Fusion-io", ein Unternehmen, dass eine Technologie zur Optimierung von Datencentern entwickelt. "Sie wird das Internet verändern", sagt er.Obwohl Wozniak auch zahlreiche Aussagen zu den Anfängen des Unternehmens tätigt, sind vor allem einzelne Passagen zur aktuellen Strategie des Apfelkonzerns interessant. Auf die Frage, wie lange Apples Erfolgssträhne angesichts wachsender Zweifel noch anhalte, findet er zwei Antworten: Einerseits sei Apple von Beginn an auf Profit ausgerichtet gewesen, die Marktanteile allein (die Apple wegen wachsender Konkurrenz zunehmend einbüßt) seien nicht entscheidend. "Mike Markkula (Apples ehem. Business Angel, Anm. d. Red.) predigte immer, dass man eine gute Profitmarge haben muss, damit man kein Geld von außen fürs Überleben einsammeln und dabei überdurchschnittlich viel von seinem Unternehmen abgeben muss". Dennoch sieht sich Wozniak angesichts der starken Konkurrenz um Samsung & Co. auch gewarnt: "Das Apple so hohe Profitmargen hat, ist auch in seiner Marke begründet. Ich bin stolz darauf, dass wir so treue Fans haben. Aber diese Loyalität ist nicht gegeben, die muss mit den besten Produkten immer wieder wach gehalten und bestätigt werden. Momentan sind wir meiner Meinung nach im Smartphone-Geschäft mit den Features etwas hinterher. Andere haben aufgeschlossen. Samsung ist ein großer Wettbewerber. Aber gerade deswegen, weil sie momentan großartige Produkte machen", so Wozniak im Wortlaut.
Ohnehin steht Apple an einem Scheideweg, wie sich das Unternehmen nach dem Tod von Apple-Leitfigur Steve Jobs im Oktober 2011 künftig weiterentwickelt, ist gerade jetzt ungewiss. Erste Stimmen, die einen schnellen Untergang des kalifornischen Tech-Riesen prophezeiten, wurden bereits kurze Zeit nach dem Tode Jobs' laut. Für Steve Wozniak sei der frühe Tod von Jobs schlimm gewesen, auf vielen Ebenen. Jobs habe die Marke Apple verkörpert und für hervorragende Produkte in Perfektion gestanden. Den frühen Zweiflern erteilt er dennoch eine deutliche Absage: "Es ist noch zu früh, einzuschätzen wie sich Apple nach ihm entwickeln wird. Die Sachen, die momentan von Apple kommen, waren alle schon in der Pipeline als Steve noch gelebt hat. Das dauert in der Regel mindestens zwei Jahre, bis dort frische Sachen kommen." Gleichzeitig hoffe er jedoch, dass Apple großartige Manager habe, die sich bei ihren Entscheidungen von der einstigen Apple-Kultur leiten lassen. "Ich hoffe, dass das Streben nach den stets besten Produkten für seine Kunden erhalten bleibt."Am Ende muss man aber trotz aller Sachlichkeit offenbar doch noch mal auf das Thema Apple Store zurückkommen. Stundenlang habe Wozniak im Silicon Valley zusammen mit anderen Fans vor dem Store ausgeharrt. Warum er das mache, wird er gefragt. Das sei für ihn ein großes, bedeutendes Konzert. Eines, das man persönlich erlebt haben muss. Online bestellen? Sich das iPhone durch die Hintertür ausgeben lassen? Nein, das wäre freilich nichts für ihn. Er wolle die Erfahrung wie jeder normale Kunde auch. Doch eines stellt er auch klar: "Wenn Apple lausige Produkte machen würde, stünde ich nicht in der Schlange."
Das vollständige Interview lest Ihr hier.
Bild via CNet.com
Bild via timesunion.com
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

So ein iPhone, iPad und Mac, sind für mich nur Mittel zum Zweck und haben gefälligst nur ihren Job gut zu machen - so wie ich und mehr nicht! Mir ist daher egal ob da nun ein Apfel, eine Birne oder eine Pflaume als Logo drauf ist...:-D