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Unlauterer Wettbewerb? EU-Kommission prüft Verträge zwischen Apple und Mobilfunkern

Martin Wendel

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Wie The New York Times berichtet, haben mehrere Mobilfunkanbieter aus Frankreich und womöglich auch aus anderen europäischen Ländern, die das iPhone vertreiben, eine inoffizielle Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Der Grund sind die Verträge von Apple mit den Mobilfunkern, die – so der Vorwurf – den Wettbewerb einschränken würden. Die österreichische Tageszeitung Die Presse hat sich daraufhin bei Mitarbeitern von Mobilfunkanbietern, die nicht namentlich genannt werden möchten, umgehört und einige interessante Details veröffentlicht.[PRBREAK][/PRBREAK]

iphone5_black2.jpgDie EU-Kommssion hat bestätigt, dass die Verträge von Apple mit den Mobilfunkanbietern untersucht werden, eine Wettbewerbsprüfung wurde jedoch noch nicht eingeleitet. Dazu ist die EU-Kommission erst dann verpflichtet, wenn eine offizielle Beschwerde eingereicht wird. The New York Times sieht die Untersuchung jedoch als Zeichen dafür, dass die EU-Kommission die Vorwürfe der Mobilfunkanbieter ernst nehme. Eine Unternehmenssprecherin von Apple hat sich zu der Situation geäußert und sagt, dass alle Verträge den örtlichen Gesetzen entsprechen würden.

Was es mit den Verträgen zwischen Apple und den Mobilfunkanbietern auf sich hat, konnte zu einem gewissen Teil Die Presse herausfinden. Die Informationen stammen von Mitarbeitern österreichischer Mobilfunkanbieter, die aufgrund der Verschwiegenheitsklausel in den Verträgen anonym bleiben möchten. Sobald ihnen diese Anonymität zugesichert wurde, hörte man Aussagen wie: "Was Apple bei den Verträgen mit uns betreibt, grenzt schon an Erpressung."

"Apple schreibt vor, wie viele Handys man in einem bestimmten Zeitraum verkaufen muss. Erreicht man diese Zahl nicht, muss man pro nicht verkauftem Handy zwischen 200 und 300 Euro an Apple als Werbekostenzuschuss bezahlen", erzählt ein Mitarbeiter eines Mobilfunkbetreibers. Auch bezüglich der Werbung hat Apple strikte Vorgaben ausgehandelt. Die TV-Werbung für das iPhone müsse von den Mobilfunkbetreibern bezahlt werden, man habe aber so gut wie kein Mitspracherecht: "Wir dürfen am Ende unser Logo einblenden, aber das war's." Ähnlich sieht es bei Pressemeldungen und Werbetexten aus. Diese würden von Apple stammen, der Mobilfunker dürfe keinen einzigen Satz hinzufügen – gerade mal der Briefkopf des Unternehmens sei erlaubt. Selbst die kleinsten Details, etwa wie und in welchem Umfeld die Geräte in den Filialen präsentiert werden, seien vorgeschrieben.

Zum Teil habe man sich jedoch selbst in diese Situation hineingeritten, erzählt einer der Mitarbeiter. Nachdem das iPhone nicht mehr exklusiv bei einem Anbieter erhältlich war, habe man nur geringfügige Änderungen an den Verträgen vorgenommen. "Jeder war froh, dass er das iPhone im Programm hat. Die Bedingungen waren fast egal." Stéphane Richard, CEO von Orange, hat sich vor etwa einem Monat zu diesem Thema geäußert. Apple sei unter der Führung von Tim Cook ein wenig flexibler und ein bisschen weniger arrogant, als noch zu Zeiten von Steve Jobs (wir berichteten).

Via The New York Times, Die Presse (1|2)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Auch wenn ich mir jetzt Feinde mache: Vor der Vorstellung des iPhones war es doch genau andersherum, die Hersteller durften sich schön tief bücken um ihre Geräte zu den Bedingungen der Betreiber an den Mann zu bringen. Das Resultat war ein miserables und nie wirklich einheitliches Angebot für den Kunden (bei Android ist das teilweise noch heute so). Mit der Einführung des iPhones hat sich das um 180 Grad gedreht, die Betreiber verlieren zusehends ihre Macht (bzw ihr "mitspracherecht"). Ich denke, da sieht jemand seine Felle davonschwimmen und versucht verzweifelt dem Kunden wieder diktieren zu dürfen was er wie mit seinem Telefon machen darf und was nicht.
 
Ja, die Betreiber wollen einfach wieder das können, was Apple darf - Bestimmen was auf den Geräten los ist. Von beiden Seiten nicht so ganz die feine englische Art, aber ehe mein iPhone beim Einschalten das Vodafone Logo zeigt, lasse ich mir lieber mein Skrotum mit rostigem Stacheldraht auspeitschen.
 
Der letzte Satz (von aniSation) ist wohl ETWAS übertrieben :-p
 
Der Markt bestimmt die Ware, mit. Wenn die Kunden das iPhone wollen und man so einen Vertrag mit Apple unterschreibt dann hat man halt zum Zeitpunkt des Vertrages unterschrieben.
Jetzt wo sich der Markt langsam reguliert und die Zahlen des iPhones runter gehen weil die anderen einfach auf bzw. sogar überholen wie das S3 zum Beispiel kommen die Anbieter um die Ecke und die Verträge sind nicht in Ordnung?

Warum? Weil sie pro Handy was sie nicht verkaufen halt draufzahlen. Aber das war der Deal. Sich in schlechten Zeiten zu beschweren ist schon ein wenig bitter.
 
Besser fände ich ja wenn Geräte nicht mehr zusammen mit Verträgen verkauft werden dürfen. Der Schornsteinfeger darf ja auch nicht seinen durch ihn verkaufen Ofen abnehmen. Für den Kunden wäre das sicher so besser - günstigere Verträge, durchsichtigere Kostenverteilung und keine Werbekostenzuschläge für kleinere Anbieter die bestimmte Zahlen nicht erreichen (können). Werde mir hier auch sicherlich den Unmut vieler Forenmitglieder zuziehen die nur den rosa Riesen als Option sehen - aber es gibt eben doch auch viele die nicht zur Telekom möchten sondern eher zu Alditalk ;-) Ich war damals so froh als man die ersten iPhones direkt ohne Netlock bei Apple kaufen konnte - ich Kauf meinen VW ja auch direkt beim VW-Händler und nicht über 8 Ecken irgendwo anders... Ich tippe mal: in ein oder zwei Jahren wird sich die EU sicherlich der Fragestellung annehmen...
 
Der Bereich des unlauteren Wettbewerbs ist viel zu komplex und kompliziert, als das man sich nach den paar Zeilen hier eine Meinung bilden könnte.
Nach wie vor ist es so, das ein Hersteller sich aussuchen kann, welcher Händler seine Produkte vertreiben darf, genauso darf sich der Händler aussuchen, welche Produkte welchen Herstellers er in seine Regale stellt.
Ein Hersteller kann genauso wie ein Händler Bedingungen stellen, die der jeweilige Vertragspartner erfüllen muss.
Eine Strafzahlung für nicht verkaufte Artikel und Vorraussetzungen für die Platzierung sind in der Realwirtschaft völlig normal. Es gibt auch genug Händler die vorraussetzen, das nicht verkaufte Ware vom Hersteller zurückgenommen werden müssen und das Hersteller für die Platzierung die sie haben wollen bezahlen müssen.
Einer sitzt immer am längeren Hebel und wem ist es zu verübeln, wenn er diese Situation ausnutzt?
 
Und wenn Apple das macht ist es in Ordnung?

Dürfte dir doch eh egal sein können; iOS ist ja sowieso Schrott ;-)


Nee, das Genörgel der Mobilfunkbetreiber lässt sich auf ein klassisches Mimimimi reduzieren: Erst stirbt ihnen ihre Einnahmequelle SMS langsam weg (war eine tolle Idee: wo hat man denn sonst quasi Umsatz gleich Gewinn?) und jetzt müssen sie auch noch mit Prepaidanbietern konkurrieren - diese freie Marktwirtschaft ist schon ein echter Mist aber auch...

Diese Konzerne sind wie die Stromanbieter: Die sind es nicht gewohnt, mal nicht alles zu bekommen, was sie wollen...
 
Ich muss ganz ehrlich sagen das mir diese regulierte freie Marktwirtschaft auf den Zeiger geht. Muss ich ganz ehrlich sagen. Die bei Aldi zum Beispiel. Da kann man, gut die Qualität ist nicht der Hit, für 7,99 300 MB, 300 SMS oder Freiminuten ballern. Warum?
Andere Anbieter müssen Miete zahlen, Mitarbeiter extra schulen, die Läden ausstatten, Handys anbieten etc..... Für Aldi ist es ein Mitnahmegeschäft, PrePaid gehört für mich verboten oder mit solch großen Nachteilen verbunden dass es sich kaum noch einer kauft.
Sicher werden die Leute die da ihre Aufladungen ziehen sagen wie toll das alles ist. FAKT ist aber folgendes:

Wenn wir alles dahingehend bringen wollen dass die freie Marktwirtschaft so was zulässt und die Leute da freudig hinrennen dann werden irgendwo wieder Arbeitsplätze verloren gehen, Arbeistplätze die vielleicht unseren Arbeitgebern das Geld bringen weil die MA die dort dann auf der Strasse sitzen auch nicht mehr bei unseren Chefs einkaufen gehen können. Ich zahle gerne für Leistung, ich möchte auch für meine Leistung bezahlt werden.
Ich kaufe mir lieber weniger Sachen aber dafür hochwertiger. Wofür gehe ich denn auch arbeiten? Dass ich bei Lidl das billige Futter kaufe? Bei Netto die Oettingerplörre? Bei Real die Hausmarke? Beim Reiseanbieter die Bulgarien 200 Euro Reise oder um letztlich bei Aldi die Karte lecker aufzuladen?
Ein wenig Anspruch ans Leben habe ich dann doch noch. Man soll das Geld nicht verschwenden aber drauf rumsitzen ist auch beschmiert.
 
@ Mure77:

Tatsächlich? Ich bin bei Congstar, das gehört dem rosa Riesen und ist somit ein Mitnahmegeschäft für - wen gleich nochmal?

Wäre ich bei der Telekom selbst, würde ich für die gleiche Leistung (500 MB im Monat, Freiminuten brauch ich nicht, Streaming ebenfalls nicht) mehr zahlen UND dürfte nicht alles, was ich bei einem Prepaidanbieter darf. Die Subventionen sind ein Witz, wenn man ein iPhone will - also was sollte mich zu einem Wechsel bewegen?

PS: In meiner Stadt, die weithin als Funkloch bekannt ist, habe ich durchgehend überall vollen Empfang - mit dem angeblich so problematischen iPhone 4.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die Frage mit dem billig ist halt immer die wie weit wir das alles noch treiben wollen mit dem billig, denn Fakt ist halt dass uns das billig irgendwann einholen wird. Jeden einzelnen von uns, früher oder später.

Beim Fleisch, den Eiern und der Milch haben wir doch kürzlich erst erlebt was da so Sache ist und wo der Preis herkommt. Sicher kann man das nicht 100 % miteinander vergleichen aber diese ewige "ich habe das billigste und freu mich voll" Gelaber regt halt auf. Eine Aldi Cola ist keine Coca-Cola, ein Oettinger kein KöPi, Lidl Toast kein Golden Toast, Ikea Pressspan kein Kröger Vollholz, Medion kein Apple und Lada kein VW.
Jeder entscheidet selbst was er kauft aber anscheinend fällt vielen nicht auf wie es läuft. Je billiger die Waren werden desto teurer werden andere Dinge. Wer hat den mehr in der Tasche als vor 15 Jahren? Wer hat mehr Lebensqualität? Ich kenne hier weniger. Sicher werden viele behaupten dass sie sich vieeeel mehr leisten können, das ist richtig weil ja alles verramscht wird auf Teufel komm raus aber ich halte es weiterhin so:
Ein exquisites Einzelstück löst bei mir eine Entzückung aus, die größte Sammlung von Alltäglichkeiten jedoch nicht.
Mehr Geld in der Tasche haben wir dennoch nicht. Weil die Basics einfach immer teurer werden, Strom und Benzin zum Beispiel, Medikamente, Mieten, Subventionen wie Bahnkarten für Schulkinder sind gekürzt worden etc.
Das was wir auf der einen Seite sparen holen die sich alle fein auf der anderen Seite wieder.
 
@jasmine:
...Gerade viele Unternehmen setzten intern auf Blackberry und Android. So ein rotz wie iOS wird nicht mal in Erwägung gezogen, weil es zu starr ist...
Zufrieden?
 
Ja, vielen Dank.
Dieser Beitrag wird nicht unter meinen Beiträgen im Profil gelistet.
Nun weiß ich bescheid.

Bitte lüg hier nicht rum; ich bin über deine Beiträge auf diesen Post gekommen. War wohl einer deiner ersten Posts...

Du kannst dich gerne mit mir über Vor- und Nachteile von Apple-Produkten unterhalten; ich bin keinesfalls der Meinung, dass alles mit dem Apfel drauf super ist. Und ich reagiere nicht nur auf blinde Apple-Kritik allergisch, sondern auch auf blinde Windows- oder Android-Kritik. Ich diskutiere gerne und habe keinesfalls etwas gegen dich persönlich, aber bitte verzichte dabei auf Unterstellungen oder unnötige Derbheit.

Leider habe ich bisher nicht den Eindruck bekommen, als wärst du tatsächlich wegen Supportfragen in diesem Forum. Ich erinnere mich an einen Bekannten, dessen Hobby es ist, in einem anderen großen Apple-Forum herumzutrollen; der ist ausschließlich deshalb da angemeldet und schmarotzt von der immer noch recht netten Atmosphäre innerhalb der Apple-Community. Ich will dir hier nicht zwangsläufig das Gleiche unterstellen, aber du scheinst zumindest kein großes Interesse daran zu haben, diesen Verdacht zu entkräften...