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Tontechnik | Kompression

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von Zettt, 09.05.07.

  1. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    [​IMG]

    Nachdem wir uns die letzten beiden Male mit der Welt der Psychoakustik auseinander gesetzt haben. (Was das habt ihr verpasst? Dann hier entlang!)
    Möchte ich nun vor allem das Thema Lautstärke und Lautheit in den praktischen Kontext bringen und eine weitere Reihe eröffnen. Die der Tontechnik.

    Kompression
    Das ist das Thema diesmal. Ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere das Wort schon hier und da mal vernommen hat. Für all diejenigen ohne Vorkenntnis hier nun eine kleine Einführung.
    Mit Kompression erreicht man (in der Regel) eine Einschränkung, also Reduktion, der Dynamik. Wieder ein Fremdwort...Dynamik.
    Die Dynamik ist der Unterschied des leisesten zum lautesten Ton eines Signals.

    Beispiel:
    Man hört gerade seine Lieblings Klassik-CD und zwar Titel Nummer 1. Das Lied geht so ca. 10 Minuten dahin. Die leiseste Stelle des Stückes kommt bei 2:12, technisch herrscht dort eine Lautstärke von 50 dB FS. Die lauteste Stelle schlägt mit ca. 80 db FS bei 5:55 zu Buche. Das Stück hat also eine maximale Dynamik von 30 DeziBel (FullScale).

    Durch geschickte Kompression kann man nun dieses Summensignal so bearbeiten, dass die lauteste und die ruhigste Stelle Lautstärkenmässig näher zusammen rücken. Also etwa nur noch 10 dB FS voneinander entfernt sind.
    Erreicht wird dies durch das dynamische leiser machen der lautesten Stelle.

    Hä?
    Stellt euch folgende Situation vor. Ihr telefoniert gerade mit einem Freund. Seine Lautstärke ist ganz angenehm. Doch auf einmal fängt dieser an zornig zu werden. UND BRÜLLT MIT EINEM MAL INS TELEFON. Schlau wie ihr seid, macht ihr einfach euren Telefonhörer leiser. Als er sich wieder beruhigt spricht er auch wieder leiser. So leise, dass ihr ihn nicht mehr so gut versteht. Ihr müsst das Telefon wieder lauter machen. Folgende Grafik soll dies verdeutlichen:
    [​IMG]

    Die obere Linie zeigt, wie das Gespräch verläuft, ohne dass man die Hörerlautstärke verändert.
    Die untere zeigt die optimierte (komprimierte) Linie. Es ist deutlich erkennbar, dass die Kurve flacher ausfällt als die obere. Lauteste und leiseste Stelle sind näher zusammen gerückt. (Ihr habt hoffe ich das letzte Mal aufgepasst.) Der Durchschnitt der Lautstärke ist gestiegen. Denn am Ende dieser speziellen Optimierung wird das Signal erneut lauter gemacht um wieder volle Aussteuerung zu haben. Das Signal WirD DurCH EIneN KOMPRImierungVORGANG ALSO LAUTER!

    _________________________________________________


    Warum macht man das überhaupt?
    Hierfür gibt es einige Gründe.
    • Zunächst erreicht man durch so eine Bearbeitung eine bessere Aussteuerung während der Aufnahme. Also wenn beispielsweise gerade der Gitarrist im Studio steht und etwas einklampft.
    • Desweiteren kann man durch einen extrem stark eingestellten Kompressor sein Equipment schützen! Denkt mal an eine Live-Veranstaltung. Stellt man den Kompressor so ein, dass er auf einen gewissen Wert festgesetzt ist, kann es einem nicht "zufällig" passieren, die Anlage zu überlasten.
    • Die nächsten Gründe, die für eine derartige Bearbeitung sprechen, sind die eher künstlerische Bearbeitung, welche wahrend des Mixdowns vonstatten geht. Ein sogenannter Mixdown-Engineer, bekommt den Auftrag eines Produzenten, er solle doch seinen Song klanglich so aufbereiten, dass jedes Signal gut verstanden werden kann (na habt ihrs gemerkt? "Gut verstanden" heisst in diesem Falle "LAUT") und auch noch auf möglichst vielen Geräten "gut rüberkommt". Etwa dem Küchenradio einer Hausfrau, welche nebenbei bügelt oder Wäsche wascht. Und Kompression haucht einigen Instrumenten überhaupt erst einen gewissen Charakter ein. Druck und Stärke sind die Folge.
    • Und noch etwas kommt hinzu. Lautheit...und diese erzeugt der Kompressor ja...erzeugt Euphorie bei uns Menschen. Wir fühlen uns wohl wenn es laut ist. Wissenschaftlich erwiesener Massen. Eigentlich ist es also gar nichts verwerfliches warum soviele Menschen ZU LAUT Musik hören, dass die ganze S-Bahn mithören kann. (Ja ich kenn' euch *grrr*)
    • Noch ein Beispiel in welchen Bereichen stark komprimiert wird. Ich denke ihr hattet alle schon einmal das Vergnügen in einen Fernsehapparat zu gucken. Folgende Situation. Ihr schaut gerade eure Lieblingssendung oder einen Film. Plötzlich kommt eine dieser grässlichen Werbepausen.
    • Eine andere Situation, in der einem das Ergebnis zu weniger Kompression bewusst wird:
      Viele haben denke ich schon mal einen Podcast gehört oder haben einem Hörbuch gelauscht. Falls nicht, vielleicht habt ihr da ja mal Lust drauf: (Hier einige Ressourcen, von denen man kostenloses Material runterladen kann):
      1. AudioBookForFree.com
      2. Project Gutenberg : The Audio Books Project
      3. LibriVox
      Einen guten Beitrag über Audiobücher findet ihr im Tutorial (Software) Bereich auf Apfeltalk. Zum Beispiel:
      1. Herr Sin's - Hörbücher mit Audiobook Builder
      2. turncoats' - [HOWTO] Von der CD zum fertigen Hörbuch
      3. palmetshofer's - [iTunes] Hörbücher erstellen für den iPod
      SO, GENUG ABGESCHWEIFT. Worauf ich eigentlich hinaus wollte war, dass diese Sprache für Audiobücher meist so unkomprimiert, beziehungsweise billig produziert ist, da nicht genug Geld übrig war, damit hier noch eine tontechnische Bearbeitung hätte erfolgen können. Die Auswirkungen sind folgende: Steht man an der Bahnhaltestelle oder einer verkehrsbelasteten Straße, hört man nichts mehr vom MP3-Player, egal wie laut man aufdreht.
    Da wird einem einiges klar oder?

    Achja...schonmal dran gedacht?
    Laut Musik hören zerstört die Ohren! Das wisst ihr ja schon. Nur denke ich, ihr seid bis jetzt davon ausgegangen, dass dieses Musiksignal nicht auf eine solche Weise bearbeitet wird - oder? "Ouch" sagen meine Ohren da nur, wenn ich an sowas denke.
    In der Praxis sieht es so aus, dass die heutige Musik so stark komprimiert wird, dass nur wenige VU Dynamik übrig bleiben. Das könnt ihr übrigens selbst mal ganz leicht nachvollziehen. Nehmt euch einen alten Beatles Song, ladet euch diesen in etwa Audacity oder ein ähnliches Programm, und als zweite Spur öffnet ihr nochmal etwas von Britney Spears daneben. Grüß Gott sag ich da nur. Übrigens, ich find's lustig, die Beatles nennt man im Fachjargon auch gerne mal "Fischgräten" und Britney Spears wird gerne mal als "Wurscht" bezeichnet ;)
    Hier nochmal ein optischer Vergleich:
    [​IMG]

    Deutlich sieht man, dass im oberen Beispiel weniger Dynamik vorhanden ist als unten - und das obwohl beide maximal, also bis 0 dB FS, ausgesteuert sind.
    Der obere Track klingt deutlich lauter als der untere.

    _________________________________________________


    Für Podcaster
    [​IMG]
    Fuer Podcaster empfiehlt es sich auch einmal einen Blick bzw. Gedanken auf diese Art der tontechnischen Bearbeitung zu nehmen. Man kann sein Signal dadurch mitunter recht gut aufbereiten und dem Zuhörer verständlicher machen. GigaVox Media hat ein Tool kreiert, das Levelator heißt. Mit diesem kostenlosen Tool ist es möglich seine Stimme etwas im Durchschnittspegel zu heben. Habe es selbst ausprobiert. Der Unterschied ist nicht überwältigend und kommt der totkomprimierten Radiosprecher Stimme gleich, aber es wird eben doch lauter. Und eignet sich durch diese moderate Lautstärkeanhebung insbesondere für Podcaster, da diese ja meist mit relativ schlechtem Equipment aufnehmen. Eine zu drastische Änderung der Durchschnittslautstärke würde hier den unangenehmen Effekt haben, dass auch Umgebungsgeräusche unmäßig laut werden und beim Hörer störend ankommen.

    _________________________________________________


    Zuletzt noch ein paar Beispiele
    Ich habe wieder das Delicate Piano, welches ich anfänglich bei den Soundformaten bereits benutzt habe, als Beispiel verwendet.
    Original.
    Die zweite Version habe ich limitiert. Ein Limiter ist nichts anderes als ein extrem stark eingestellter Kompressor. Es ist deutlich zu hören, dass das Piano lauter geworden ist. Der Klang hat aber auch deutlich gelitten. So kann man die einzelnen Anschläge schwerer ausmachen, als bei der originalen Version.

    Ihr seid gefragt!
    Wie seht ihr das? Findet ihr das gut, dass der Otto-Normal-Verbraucher so in Anführungszeichen "verarscht" wird? Es hat ja doch auch seine durchaus praktische Relevanz etwa die der Aussteuerung und besseren Verständlichkeit.
     
    #1 Zettt, 09.05.07
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.07
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  2. tjp

    tjp Baldwins roter Pepping

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    Kompression ist das Synonym für schlechte Musik

    Es gibt fast nichts Positives an Kompression, wenn man den mittlerweilen massiven Einsatz von Kompressoren als Maßstab nimmt. Kompression verringert den Dynamikumfang, damit die Stücke auch auf billigster Technik noch zu verstehen sind. Vor 20 Jahren hätte sich niemand so einen Mist andrehen lassen.

    Quantität statt Qualität scheint mittlerweile bei Musik der wichtigste Faktor zu sein. Anders läßt sich der Erfolg von MP3s nicht erklären. Wenn es einem nicht mehr interessiert ob der Pianist mitsummt oder nicht, dann kann man MP3s hören. Andernfalls sollte man lieber auf verlustbehaftete Techniken verzichten.
     
  3. tjp

    tjp Baldwins roter Pepping

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    Ein weiterer Grund für Kompression. Durch Kompression knallt der Sendersuchlauf der UKW Tuner richtig gut rein, es gibt es extrem scharfes Signal, was sich stark vom Rauschen abhebt.
     
  4. joey23

    joey23 Mecklenburger Königsapfel

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    alles richtig, alles richtig. aber das ist nunmal in (fast) allen bereichen so: der dumme User hat keine Ahung, und deswegen reicht der Ramsch für den Otto-Normal-Verbraucher nun mal aus. Deswegen kaufen ja auch so viele Medion-Computer und Kick-Klamotten.

    Der Artikel gibt eine klasse übersicht über etwas was denke ich vielen die "mal so reich schnuppern" in audiotechnik ein großes mysterium ist. vielen dank dafür!

    Ich könnte noch ein par Praxisbeispiele gebrauchen, sowie eine übersicht wie man das ding nun in der praxis bedient, und worauf zu achten ist. welche einstellungsmöglichkeiten hat man, was sollte man lassen, welche einstellungen sind als "faustregel" zu verstehen...

    Joey

    PS: Was ist nun ein Limitter? und warum gibt es das getrennt in Logic, wenn es doch das selbe ist..?!?!
     
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  5. Das O

    Das O Stina Lohmann

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    Warum ist es eigentlich immer so viel? Man totaler Reizüberfluß für mich.
    Danke der gute Artikel habe ich wieder etwas gelernt von dem ich bis dato keinen Schimmer hatte.
     
  6. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Danke das du das erkannt hast. Deswegen ist der Artikel diesmal auch etwas laenger ausgefallen, weil mir diese Konsumentenaufklaerung sehr am Herzen lag/liegt.
    Hmm...tja Einstellungen und so. Das kann man ja in der Schule lernen oder im Internet recherchieren. Fuer die Interessierten waere SoundOnSound.com ein ziemlich guter Anlaufpunkt.
    Ein Limiter ist ein extrem eingestellter Kompressor. Nachzulesen zum Beispiel im Wikipedia Artikel dazu
     
  7. lazertis

    lazertis Schöner von Nordhausen

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    Die "Totkomprimierung" der Formatradiosprecher ist nur ein weiteres Symptom der Art und Weise, wie Hörgewohnheiten zugrunde gerichtet werden. (Format-)Radio muss heute durchhörbar sein und präsent. Am besten immer der gleiche Pegel, damit es auch ja keinen Moment in den auch andererorts zunehmenden Lärmemissionen untergeht.

    Die Folge: Viele Menschen haben sich an diese Dauerbeschallung so gewohnt, daß ohne sie plötzlich ein Mangel, eine Lücke auftritt. Also steht das Radio auf FFH-Dauerbeschallung, etwas, das ich an meinem jetzigen (Großbüro-)Arbeitsplatz in unserer Schicht höflich, aber schnell unterbunden habe.

    Im früheren Job war ich Tag für Tag mit diversen Kollegen auf der Strasse unterwegs, oft genug dudelte dabei das Radio. Bis ich das "quid pro quo" eingeführt habe. 1 Stunde Dudelfunk, 1 Stunde Radio aus oder HR2 (Sender mit viel klassischer und anderer "alternativer" Musik sowie einer ganzen Reihe Wortbeiträgen). Das war für die Leute erstmal ein Kulturschock, aber manche haben das sogar angenommen und ihre Gewohnheiten umgestellt. Und oft genug blieb das Radio auch einfach nur aus.

    In Maßen und der passenden Situation angewendet kann Kompression durchaus sinnvoll sein, z.B. bei den erwähnten Podcasts. Es ist eben wie bei Geschmacksverstärkern. Manchmal hilft der "kleine Trick", eine fade Speise geschmacklich präsenter zu machen (man beachte die Formulierung ;)), aber man sollte weder eine Gewohnheit daraus machen noch das Kochen ohne Glutamat verlernen.

    @Zettt: Klasse Beitrag übrigens. Vielen Dank!
     
  8. space

    space Neuer Berner Rosenapfel

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    Eine Unart, der ich immer wieder begegne… vor allem, wenn die TonIngs es nicht mal schaffen, es heimlich zu machen - so dass man es sofort merkt.
    [​IMG]


    Ansonsten:
    Kompression kann alles verhunzen, kann aber auch megastark sein.
    Kommt auf die Musikrichtung an bzw auch auf die jeweilige Situation.

    Leider sind gute Compressoren teuer, die klingen aber auch.
    Apropos Beatles. Aus dieser Zeit stammen einige der besten Compressoren überhaupt…heute sündhaft teuer als Nachbau zu erwerben (Joe Meek)

    Ich war mal in London in einem Studio mit altem AbbeyRoad Equipment, darunter ein Compressor mit einem Regler… man hat der geklungen.
     
  9. bauer

    bauer Gloster

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    Vielen Dank für diesen konstruktiven Beitrag!

    Eine Sache muss ich aber doch noch loswerden: Man kann einen Kompressor nicht dazu nützen, seine Anlage für Überbelastung zu schützen, da er immer nur in einer bestimmen Ratio komprimiert. Wird das Signal extrem laut, so hilft auch ein Kompressor nicht mehr, außer er steht im Komprimierungsverhältnis unendlich:1 (was ein Limiter wäre).

    Anwendungen sind übrigens neben dem Mixdown vor dem Mastering vor allem die Erhöhung der Sprachverständlichkeit durch permanente Komprimierung und die Transparenz im Mix. Im Live-Einsatz bei Konzerten sind Kompressoren nicht mehr wegzudenken. In wieweit das "Verarsche" ist, lassen wir einmal dahingestellt sein, da auch bei alten Methoden wie der Analogaufnahme auf Tapes immer eine (Band-)kompression auftritt.
     
  10. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Soviel dazu...
     
  11. tjp

    tjp Baldwins roter Pepping

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    Meiner Meinung nach das letzte wirklich hörenswerte Radioprogramm des HR. Bei den anderen Rundfunkanbietern hört es sich ähnlich an. Es stört mich enorm, daß Nachrichten mittlerweile immer mit "Musik" unterlegt werden, das erschwert nur das Verstehen.

    @Zettt schöner Artikel, wenn ich auch etwas Zweifel habe, daß ein Kompressor die Technik vor Überlastung schützen kann. Wenn man die Verstärkerstufen in den nichtlinearen Bereich treibt, passieren ziemlich häßliche Dinge, und einem Dirac-Impuls dürfte die Technik nicht gewachsen sein.
     
  12. commander

    commander Baldwins roter Pepping

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    Ein Einsatzgebiet fehlt noch: Man kann einen Kompressor auch als Effektgerät verwenden - die Beasty Boys und andere machen das ja schon seit 100 Jahren quasi standardmässig. Und ein richtig fett hochkomprimiertes Schlagzeugloop macht einfach Freude :-D

    Gruß,

    .commander
     
  13. Zettt

    Zettt Doppelter Melonenapfel

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    Ja das stimmt natuerlich. Der Missbrauch der tontechnischen Mittel wird in manchen Musikerkreisen hoch gewertet. ;)

    Ich persoenlich muss sagen hier und da das richtige Stueck Kompression macht schon was aus. Over-Compressing wie beim Radio dagegen nicht so. Obwohl es beim Radio natuerlich eher den Grund hat, damit ein Signal auch moeglichst weit gesendet werden kann.o_O
     
  14. risiko90

    risiko90 Niederhelfenschwiler Beeriapfel

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    Hallo Zettt

    Sehr guter Beitrag, gratuliere! Jetzt kann ich endlich den Laien ein bisschen besser erkären, wozu ein Kompressor dient. Naja, ich oute mich und geb zu, dass ich an praktisch jedem Live Konzert Kompressoren dabei hab. Meistens werden die Vocals über den Kompressor gezogen, manchmal noch Piano. Aber weitere Instrumente würde ich nie anfassen ;) (also zumindest nicht mit Kompressoren, mit einem Digitalen FOH ist natürlich immer der Reiz da, mal ein Gate auf die Drums zu legen etc ;) )

    Mach weiter so mit deinen Beiträgen, ich lese sie immer sehr intressiert und geb sie gerne auch mal weiter.

    Liebe Grüsse, risiko90
     
  15. Anindo

    Anindo Wagnerapfel

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    Klar wird heute zu viel komprimiert, vor allem im Radio (das ist oft nochmals komprimiert), auch wenn ich bei den meisten DVDs leider nicht den Eindruck habe. Da wird die Dynamik sehr oft stark übertrieben, gerade wenn nicht syncronisiert wurde. Aber man kann Musik natürlich auch per Hand, sprich mit Volume-Kurven, ausgleichen. Gerade bei älteren Aufnahmen kann es doch ganz schön nerven, wenn man immer zwischendurch zur Fernbedienung greifen muss. Ein Vorbild ist das nicht gerade.

    Das AAC-Format scheint ja auch sehr auf Kompressoren zu basieren. Zwar klingt die Musik auf 128 KBit noch relativ druckvoll und macht noch was her, aber diese typischen Kompressor-Verzerrer hört man schon recht deutlich, auch wenn die Mucke sauber produziert wurde. Im MP3-Format klingt es dann eher durchgehend dünn.
     
    #15 Anindo, 10.05.07
    Zuletzt bearbeitet: 10.05.07
  16. johnny_b

    johnny_b Querina

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    warum die britney so ne wurscht is, liegt daran, dass die engineers natürlich fürs radio produzieren und da allen eventualitäten vorbeugen wollen, d.h. gleich von haus aus möglichst start komprimieren, damit möglichst wenig unterschied zwischen verschiedenen medien wahrzunehmen ist und natürlich, damit selbst bei irrsten radio kompressor einstellungen möglichst nichts anders (falsch?) klingt...
    der kompressor trend hat sich übrigens auch aufs songwriting an sich ausgewirkt...
     
  17. tainer

    tainer Gast

    vom radiostandpunkt aus will ich nur nochmal sagen dass radio ein nebenbei medium ist und natürlich alles senderspezifische und auch die werbung nochmal extra rausstechen muss.wär doch blöd wenn ich beim autofahren nich verstehn kann welchen sender ich höre oder die teuer verkaufte werbung dadurch nich beim kunden ankommt.
    das wäre warscheinlich das aus für einen privaten sender... bei den öffis wie dem hr isses ja egal, die bekommen das geld ja eh...da kann man auch 5 minuten wortblöcke mit hoher dynamik senden die im auto auf der autobahn kein schwein versteht.

    ich mag brettartige sprache ;)
     
  18. missile à moyenne portée

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    70
    Lustig, dass das Thema jetzt gerade auftaucht.
    In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Audio“, ist ein Artikel
    über das Thema Dynamik und Kompression.
    Außerdem liegt der Zeitschrift eine CD bei, auf der ein klassischer
    Konzertmitschnitt in vollem Dynamikumfang enthalten ist.

    Es tut einfach gut soetwas zu hören. Bei dem Konzert wird die Voll-
    aussteuerung auch nur für wenige Sekunden erreicht. Ich glaube
    das würde sich kein Toningenieur der Welt wagen, auch nur daran
    zu denken so etwas zu veröffentlichen.

    TOM
     
  19. tjp

    tjp Baldwins roter Pepping

    Dabei seit:
    07.07.04
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    3.245
    Also Autoradios mit automatischer geschwindigkeitsabhängiger Lautstärkeanpassung sollen existieren.
     
  20. tainer

    tainer Gast

    ja mag sein dass sie die lautstärke anpassen aber wie der artikel ja beschreibt ist lautstärke nicht lautheit oder das lautstärkempfinden.
    ich finde die kompression beim funk und in der werbung macht sinn...

    man hat halt keine krassen farben oder abgefahrenen bilder wie beim fernsehen.da muss das Achtung-Schild halt über die lautheit gemacht werden.
     

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