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Stabilität und Performance des AirPort Extreme N

Dieses Thema im Forum "WLAN, Airport & TimeCapsule" wurde erstellt von Linux4U, 09.03.09.

  1. Linux4U

    Linux4U Erdapfel

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    Einen wunderschönen Abend auch,

    ich habe mir heute einen AirPort Extreme N zugelegt, da mein bisheriger AE Snow sporadisch einen Reboot verlangt hat um wieder zu funktionieren. Den ersten Euphorie-Dämpfer habe ich erhalten, als ich das Gerät nicht vom MacBook meiner Frau konfigurieren konnte (Auslesen der Konfig schlug immer wieder fehl). Also habe ich einen Kumpel auf ein Bierchen eingeladen und zusammen haben wir von seinem Win*ows XP Notebook den AE konfiguriert :(.

    Ok, soweit so gut. Der AE funkt nun zusammen mit dem bestehenden Netzwerk - alles roger, dachte ich. Leider Pustekuchen. Der Frickel-Freak der ich bin habe ich mich mit meinem Notebook erstmal an verschiedenen Punkten der Wohnung hingesetzt und Netzwerk-Messungen durchgeführt weil der AP ja dank WLAN-N Draft vermeintlich besser funken soll als die "alten" 54G Geräte.

    Dabei ist mir aufgefallen, dass die Leistung des AE extrem schwankt: Obwohl ich still an einem Ort sitze (auch 3m vom AE entfernt), geht die Verbindungsbandbreite lustig zwischen 1 und 54MBit (max. für mein Notebook) hin und her und auch das Signal-To-Noise (SNR) Ratio fährt Achterbahn. Darüber hinaus habe ich nun Probleme, Dateien vom Server auf mein Notebook zu kopieren, Ping-Verluste zwischen Notebook und AE und mitunter üble Lags beim Surfen.

    Dieser Effekt ist definitiv nicht auf mein Notebook zurück zu schieben, da er unter Verwendung des AE Snow nicht auftrat. Dort waren die 54MBit konstant.

    Die Firmware des AE ist aktuell (7.4.1) und ich habe auch schon vergeblich mit den Einstell-Möglichkeiten des AE experimentiert (AutoChannel, ....)

    Wenn das meine Frau morgen sieht bin ich dran, weil ich den 160€ Ferrari gekauft habe und nun die Leistung eines 20€ Fiat abliefere. Soviel extra kann ich mit dem Design leider nicht erklären. :mad:

    Hat jemand noch nen schlauen Gedanken zur Rettung meines Allerwertesten???

    Beste Grüße
    Linux4U
     
  2. Goglo

    Goglo Querina

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    Hihi ;)

    willkommen im Club. Auch ich dachte mal, dass an den vollmundigen 6x so schnell geglaubt habe. Bis mich dann meine Erfahrungen eines besseren belehrt haben. Schon eine einfache Trockenbauwand ist in der Lage die Übertragungsrate signifikant zu beeinflussen. Ich habe mich mit meinen Messungen übrigens nicht mit Signal/Noise-ratio aufgehalten sondern bin per netio direkt zum praktischen Einsatz vorgeprescht.

    Und da habe ich wahrlich erschütterliches feststellen müssen: Aus den "6x" der werbenden Theorie werden in der Realität ganz schnell "ein bisschen schneller als 11g". Darüber hinaus musste ich feststellen, dass die Übertragungsrate irgendwann (wann weiss keiner) abkackt und nur noch lahme 2MBIt/s oder weniger rauskommen. Nach drei Nachbesserungen, sprich Austauschen gegen ein Neugerät habe ich dann die Gutschrift genommen und bin seither wieder mit 11g unterwegs. Surft auch, nur eine WLAN-Kopplung an einen Fileserver verbietet sich weitgehend. Das war mit 11n besser, aber nur solange 11n auch kooperativ war.

    Mein Fazit: 11n-draft probiere ich vielleicht noch einmal mit richtigen Antennen aus. Aber die ursprüngliche Faszination der Geschwindigkeit hat sich doch schon arg gelegt.
     
  3. Linux4U

    Linux4U Erdapfel

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    Guten Morgen Goglo und danke für Deine Antwort.

    Mein Problem besteht ausschließlich im 11g-Bereich, da ich keine 11n-Endgeräte hab.
    Gestern auf der Arbeit habe ich das Ding mal "durchs Labor" gejagt (bin in der IT tätig und kenne mich mit der Materie und Testreihen recht gut aus). Dabei wurden meine Befunde von zuhause bestätigt, so dass ich gestern mit dem Prüfprotokoll in der Hand zum Laden gelaufen bin und jetzt ein neues Gerät habe.

    Mal schauen, wie es sich in den Labortests so schlägt. ;)

    Gruß
    Linux4U
     
  4. siaccarino

    siaccarino Kleiner Weinapfel

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    Klingt für mich nach einem Defekt (Antenne ?). Ich kenne nur zuverlässige und schnelle AEs.
     
  5. cr4v3n

    cr4v3n Zwiebelapfel

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    @Linux4U: Also hast du das neue mit dem Dual-Sende-Modus?
    Ich hab mir nämlich gestern eins im Apple-Store geholt. Ich hoffe das ich nicht solche Probleme haben werde. Ich probiers dann daheim gleich mal am WE aus. Einmal mit meinen neuen N-Geräten und einmal mit meinen alten G-Geräten. Dann kann ich dir gerne eine Rückmeldung geben.
     
  6. Linux4U

    Linux4U Erdapfel

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    Richtig. AirPort-Software meldet "Simultanes Dual-Band".


    Zum Hintergrund:

    Der zu testende Access Point steht separat. In einem Umkreis von 3 Metern darf sich kein weiteres elektrisches Gerät befinden, um Einflüsse durch Strahlung zu vermeiden. Ein über WLAN an den Access-Point angeschlossenes 54g-Endgerät (Linux-Laptop) steht ca. 8 Meter entfernt.

    Das Testgerät prüft mittels iwconfig einmal pro Test Bandbreite, Kanalfrequenz, Signal-Stärke und Link-Qualität. Mittels Ping wird dann die Reaktionszeit des Access Point getestet. Die Ergebnisse werden in einer Protokoll-Datei festgehalten. Anschließend ist eine Sekunde Pause um eine Überlastung des Access Point auszuschließen. Dieser Test wird 2000 mal durchgeführt, um "Ausreißer" zu relativieren.

    Die Protokolldatei wird dann in MS Excel eingelesen und ausgewertet sowie grafisch aufbereitet.


    Ergebnisse für den ersten Testauf heute:


    • Die Ping-Werte sind vollkommen ok. 99,1% liegen unter 10ms (Von uns definierter Soll = 98%). Timeouts (verlorene Pings) waren heute nicht zu verzeichnen.
    • Die Link-Qualität ist mit einem Durchschnitt von 88% ok, lediglich Einbrüche bis runter auf 50% lassen etwas zu wünschen übrig.
    • Die Signalstärke rangiert zwischen -50 und -66dB mit einem Mittel von -58 (ok)
    • Die Bandbreite - ein Desaster! Seht selbst:
    [​IMG][​IMG]
    Sehr gut zu erkennen sind extrem häufige Einbrüche bis runter auf 6MBps (Soll=54MBps). Die fette Linie kennzeichnet den Durchschnitt gemessen über die jeweils letzten 100 Tests und sollte gemäß unserer Definition konstant bei 54MBps liegen.


    Ergebnisse für den zweiten Testauf heute:

    Die Werte decken sich mit denen des ersten und bekräftigen dessen Ergebnis:
    [​IMG]


    Ergebnisse für den dritten Testauf heute:

    Diesmal wurde die Einstellung "Störunempfindlichkeit aktivieren" aktiviert, leider decken sich Werte immer noch mit denen den ersten beiden Tests:
    [​IMG]


    Fazit:

    Beim Surfen würden die Schwächen wahrscheinlich nicht auffallen, da die Ping-Zeiten ja ok sind und die Bandbreite nie dauerhaft einbricht. Sobald aber eine Datei transferiert werden soll würde diese Aktion vollends in die Knie gehen.

    Was hat sich Apple nur dabei gedacht??? Wer jetzt sagt - naja, dass kann ja mal passieren, das ist halt nur Technik, der lügt sich in die eigene Tasche. Mit einem Ladenpreis von 160 Euro ist der neue AE das teuerste erhältlich Gerät mit vergleichbaren Features. Da sollte der Kunde ein vernünftiges Qualitäts-Management erwarten können.


    Gruß
    Linux4U


    /* Update 10:50: Ergebnisse Test 2 hinugefügt */
    /* Update 12:00: Ergebnisse Test 3 hinzugefügt */
     
    #6 Linux4U, 11.03.09
    Zuletzt bearbeitet: 11.03.09
  7. Linux4U

    Linux4U Erdapfel

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    Ich noch mal ;)

    Bevor ich morgen zum Apple-Store hinrenne, nur weil die Standardwerte des AirPort Mist sind, wäre es nett, wenn sich mal jemand die von Apple und mir eingestellten "Drahtlos"-Werte überprüfen könnte (habe schon Pferde vor der Apotheke k... sehen):


    • "Drahtloser Modus" = Drahtloses Netzwerk anlegen
    • "Name des drahtlosen Netzwerks" = "AirPort Extreme"
    • "Erweiterung des drahtlosen Netzwerks erlauben" = aktiviert
    • "Sendemodus" = Automatisch (802.11a/n - 802.11b/g/n)
    • "Radiokanalauswahl" = Automatisch
    • "Schutz" = Persönlicher WPA/WPA2
    • "Kennwort des drahtlosen Netzwerks" ist gesetzt und bestätigt
    • "Funkeinstellungen"
      • "5 GHz Netzwerkname" = nicht aktiviert ("AirPort Extreme")
      • "Land" = Deutschland
      • "Multicast-Rate" = gering
      • Sendeleistung = "100%"
      • Zeitlimit WPA-Gruppenschlüssel = 60 Minuten
      • "Kanalbreite ausnutzen" = aktiviert
      • "geschlossenes Netzwerk anlegen" = nicht aktiviert
      • "Störunempfindlichkeit aktivieren" = nicht aktiviert (Tests mit aktivierter Option wird gerade durchgeführt)
    Die Zugriffskontrolle über MAC-Adressen ist nicht aktiviert.
    Die Firmware ist und war out of the box 7.4.1 etwas neueres gibt es meines Wissens nicht.

    Danke
    Linux4U


    P.S. Sorry wegen des Doppel-Postings, aber ich wollte Testergebnisse und Einstellungen nicht vermischen ;)
     
    #7 Linux4U, 11.03.09
    Zuletzt bearbeitet: 11.03.09
  8. Goglo

    Goglo Querina

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    Uiuiui, da ist aber mal ein Techniker am Werk! Damit könntest Du ja sogar die c't beeindrucken :) Aber kannst Du das auch mal mit einem anderen WLAN-Router probieren? Ich selber weiss nämlich nicht, ob diese Einbrüche nicht normal sind, weil ich selber nur mit netio den reinen (Gesamt)-Durchsatz gemessen habe. Ich befürchte, dass Dir hier niemand die Messergebnisse bestätigen kann, da hier wohl niemand über Dein Equipment verfügt.

    Nun noch eins: Ist das mit den "im Umkreis von drei Metern kein elektrisches Gerät" nicht ein wenig praxisfremd? Bei mir ist der WLAN-Router umgeben von Funktelefonbasisstationen, Splittern, Modems und anderem Telekommunikationsgeraffel samt dem Haufen zugehöriger Steckernetzteile. Und ich kenne niemanden, der ohne die geschätzten 6 Liter Kabel-und-Technik-Gewirr in einer Ecke seiner Wohnung auskommen würde.
     
  9. Linux4U

    Linux4U Erdapfel

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    @Goglo,

    Danke für Dein Lob, ich tue was ich kann. Die c't auf den Plan zu rufen finde ich verfrüht, das behalte ich mir für später vor ;).

    NetIO ist zwar gut und schön, aber leider kann ich einen Access Point damit nicht direkt testen (weder Client noch Server möglich) und füge somit damit eine zusätzliche Fehlerquelle auf seiten des Clients oder des Servers (je nach Testrichtung) hinzu.

    Nichts desto trotz hier mal die Ergebnisse. Der Server lief auf meinem über LAN angeschlossenen Windows XP Prof. SP3 PC (der nach 6 Jahren dringend mal renoviert werden sollte ;)), der Client (KUbuntu Linux Notebook aus dem Testaufbau) einmal über WLAN (erster Test) und einmal über LAN (Test 2). Die maximale Bandbreite im LAN-Betrieb ist auf den miesen Chipsatz meines PCs zurück zu führen aber ich hatte keine Lust auf große Umbaumaßnahmen hier ;)


    • WLAN (22MBit/s = 2816KByte/s max.):
      • Packet size 1k bytes: 740 KByte/s Tx, 554 KByte/s Rx.
      • Packet size 2k bytes: 1643 KByte/s Tx, 984 KByte/s Rx.
      • Packet size 4k bytes: 1084 KByte/s Tx, 1794 KByte/s Rx.
      • Packet size 8k bytes: 1921 KByte/s Tx, 1394 KByte/s Rx.
      • Packet size 16k bytes: 639 KByte/s Tx, 1352 KByte/s Rx.
      • Packet size 32k bytes: 1711 KByte/s Tx, 1538 KByte/s Rx.
    • LAN (100MBit/s = 12500KByte/s max.):
      • Packet size 1k bytes: 3222 KByte/s Tx, 1782 KByte/s Rx.
      • Packet size 2k bytes: 3278 KByte/s Tx, 1487 KByte/s Rx.
      • Packet size 4k bytes: 3195 KByte/s Tx, 1581 KByte/s Rx.
      • Packet size 8k bytes: 3390 KByte/s Tx, 1713 KByte/s Rx.
      • Packet size 16k bytes: 3477 KByte/s Tx, 1768 KByte/s Rx.
      • Packet size 32k bytes: 3482 KByte/s Tx, 2085 KByte/s Rx.
    Wie gesagt, die Aussagekraft sei dahingestellt aber berauschend ist das alles nicht :(.

    Zu Deiner Anmerkung "im Umkreis von drei Metern kein elektrisches Gerät":
    So ist es halt im Labor, Du schließt alle möglichen Fehlerquellen aus, um ein sauberes und reproduzierbares Testergebnis zu erzeugen. Bei mir zuhause steht der jetzige AirPort Extreme Snow auf direkt neben/unter dem LCD-TV und 10cm neben der Basis-Station meines DECT Telefons. Aber das ist halt zuhause. Da gibt es keine Probleme (hatte die Testreihe gestern abend durchgeführt, aber blöderweise die Logdatei heute beim "Aufräumen" gelöscht ("rm" kennt keinen Papierkorb :-D). Hole es heute Abend nach und werde morgen wieder zum Apple-Store laufen.

    Gruß
    Linux4U
     
  10. Goglo

    Goglo Querina

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    Damit Du mal ein paar Zahlen hast, hier mal meine Messungen mit dem letzten MBP mit mattem Display :) und dem "Premium" 11g-WLAN-Router von netcologne. Testaufbau ist genauso wie in diesem Beitrag beschrieben. Da findest Du auch Messwerte mit einem 11b-Router.

    TCP connection established.
    Packet size 1k bytes: 3000 KByte/s Tx, 1439 KByte/s Rx.
    Packet size 2k bytes: 2972 KByte/s Tx, 2324 KByte/s Rx.
    Packet size 4k bytes: 2988 KByte/s Tx, 2368 KByte/s Rx.
    Packet size 8k bytes: 2971 KByte/s Tx, 2587 KByte/s Rx.
    Packet size 16k bytes: 3005 KByte/s Tx, 2546 KByte/s Rx.
    Packet size 32k bytes: 3006 KByte/s Tx, 2565 KByte/s Rx.

    Und dann nochmal, MBP direkt vor dem Router platziert:

    TCP connection established.
    Packet size 1k bytes: 3227 KByte/s Tx, 1597 KByte/s Rx.
    Packet size 2k bytes: 3230 KByte/s Tx, 2474 KByte/s Rx.
    Packet size 4k bytes: 3203 KByte/s Tx, 2529 KByte/s Rx.
    Packet size 8k bytes: 3234 KByte/s Tx, 2436 KByte/s Rx.
    Packet size 16k bytes: 3224 KByte/s Tx, 2600 KByte/s Rx.
    Packet size 32k bytes: 3264 KByte/s Tx, 2627 KByte/s Rx.

    Dieselbe Messung hätte ich auch gerne mal mit einer TimeCapsule gemacht, die war aber zum damaligen Zeitpunkt gerade das dritte mal im Austausch und ich habe dann das Geld statt einer vierten TC genommen. Als dann mein a/b-Wandler abrauchte und ein neuer 60€ kosten sollte, habe ich mir für schlappe zwanzig mehr das netcologne-Teil beschafft, woran ich mein Telefon direkt anschliessen kann.

    Mit Blick auf deine Messwerte muss ich Dir aber bestätigen, dass da was im Argen liegt. Aber vielleicht liegt's ja an den internen Antennen der apple-Router? Meine beiden Router haben externe, der sechs Jahre alte 11b-Vigor hat sogar zwei davon. Falls ich mir nochmal einen 11n-Router kaufen sollte, dann hat der auch externe zu haben. Aufgrund meiner guten Erfahrungen würde ich wieder einen Vigor nehmen. Der 2820n wäre ja schon mein Favorit. Ist allerdings teuerer als die extreme und ob die Firmware mittlerweile so weit ist, dass man auch USB-Platten anschliessen kann, weiss ich noch nicht.
     

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