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Soll der Staat Opel retten?

Dieses Thema im Forum "Café" wurde erstellt von Axel!, 09.03.09.

  1. Axel!

    Axel! Osnabrücker Reinette

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    Hallo,

    ich bin der Meinung, dass der Staat Opel nicht retten sollte, weil:
    1. Opel offensichtlich am Markt vorbei produziert hat (bzw. GM)
    2. Wenn Opel so ein tolles Sanierungskonzept hätte, dann würde auch ein privater Investor drauf anspringen
    3. Mit den 3 Mrd, könnte man die 25.000 Opelaner 10 Jahre (geschätzt) versorgen, und bis dahin werden die bestimmt eine neue Stelle gefunden haben
    4. Die Arbeitsplatze, die man bei Opel sichert, gehen bei anderen verloren
    5. GM bzw. jetzt hat die amerikanische Regierung alle Patente von Opel und deshalb wird eine Loslösung sehr schwer werden.
    6. Das Geld zu 100% auch in die USA abfließen würde
    7. Es rein Wirtschaftstheoretisch kompletter Unsinn ist, weil man ein am Markt gescheitertes Unternehmen (welches nicht systemrelevant ist) nicht subventioniert
    8. Es reiner Protektionismus ist
    9. 2 Wochen später ein anderer kommt, der auch Geld will

    Was meint ihr? Sollte der Staat Opel retten?

    Gruß
    Axel!
     
    Anindo gefällt das.
  2. Jamsven

    Jamsven London Pepping

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    Wenn du so denkst, warum werden dann die ganzen Banken "gerettet"?
    Immerhin haben die das meiste verzapft.
    Das es auch anders geht zeigt Santander.
    Die Opel darf auf die bisherigen GM Patente zugreifen.
    Ich sehe eher die fehlende Massenproduktion als Problem.
     
  3. eki

    eki Johannes Böttner

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    btw: Wer oder was ist Santander?
     
  4. Jamsven

    Jamsven London Pepping

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  5. zottel@mac

    zottel@mac Klarapfel

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  6. waschbär123

    waschbär123 Echter Boikenapfel

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    Finde es bullshit. Opel zahlte keine Steuern in Deutschland, warum sollte jetzt Deutschland in die Bresche springen...
     
  7. Axel!

    Axel! Osnabrücker Reinette

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    @eki: Santander ist eine sehr große spanische Bank. So wie Deutsche Bank nur aus Spanien

    @Jamsven: Also HRE kann man nicht pleite gehen lassen, weil die immer noch 70% der deutschen Pfandbriefe haben und das wäre nicht grad gut, wenn die pleite gehen würden. HSH Nordbank ist größter Finanzierer von Schiffen und Flugzeugen. IKB finanziert den deutschen Mittelstand wie keine andere Bank. Postbank hat das größte Privatkundengeschäft. Bei den anderen Banken gibt es eben das Problem, dass sie systemrelevant sind und ohne sie geht einfach nichts mehr. Das ist halt die berühmte Rechnung "Die Kosten der Rettung sind nur ein Bruchteil der möglichen Kosten bei einem Konkurs". Aber ich stimme dir soweit zu, dass ich sage, dass nicht alle Banken hätten gerettet werden müssen. Das Modell der Landesbanken ist ja zum Beispiel fragwürdig.

    Santander kann man am folgendem Zitat des CEO's ganz gut beschreiben "Ich kaufe nur das, wovon ich auch Ahnung habe". Das finde ich sehr gut und das hat ihnen einen Guten Ruf beschert.

    Den Rest meiner Meinung findest du hier:
    http://www.apfeltalk.de/forum/bankenkrise-t212880-p2079135.html#post2079135
     
  8. dobe

    dobe Châtaigne du Léman

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    Gewinne werden privatisiert - Schulden werden solidarisiert!
    Eine Binsenweisheit, die sich aktuell leider auf so manchen Fall überwälzen lässt.

    Opel trifft es natürlich doppelt hart - persönlich finde ich allerdings, dass in einer Leistungsgesellschaft ein rigides UN nichts verloren hat. Wenn privatwirtschaftliche Anreize für einen Erhalt des Standortes Deutschland nicht aussagekräftig genug sind, dann sollen auch staatliche Maßnahmen gut überlegt werden.

    Dass wirtschaftlichen Überlegungen natürlich der Erhalt von Arbeitsplätzen und auch die Existenz eines gesamten Wirtschaftszeiges (Zulieferer,...) entgegen stehen, das ist natürlich ein weiteres Thema.
     
  9. Jamsven

    Jamsven London Pepping

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    Der hat noch mehr gesagt, was ich gut finde:
    Wenn Sie ein Finanzinstrument nicht verstehen, kaufen Sie es nicht. Wenn Sie das Produkt nicht selbst kaufen würden, versuchen Sie auch nicht, es jemand anderem zu verkaufen. Und wenn Sie Ihren Kunden nicht sehr genau kennen, leihen Sie ihm kein Geld.
     
  10. MacAlzenau

    MacAlzenau Golden Noble

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    Den Erhalt von Arbeitsplätzen halte ich für kein überzeugendes Argument, wenn die Leute dann am Markt vorbeiproduzieren und wir dann nochmal Geld brauchen fürs Lagern oder Verschrotten. Mit dem Geld, um das es hier geht, könnte man die Opel-Leute auch außerhalb von Opel bezahlen und irgendwas Sinnvolles machen lassen.
    Gleiches gilt für die Zulieferer. Wenn weiterhin Autos gekauft werden, können die Zulieferer auch für andere Firmen liefern. Und wenn nicht, müssen sie so oder so umstellen.
    Wohin diese Politik führt, haben wir doch jahrzehntelang an der sinnlosen Dauersubvention des Kohlebergbaus gesehen. Oder an den Unsummen für Butterberge und Milchseen.
    Bei Opel scheint es ja nicht darum zu gehen, daß die Firm keine Kredite kriegt wie sonst üblich, sondern daß GM die Firma ruiniert hat.
     
  11. martin81

    martin81 Gelbe Schleswiger Reinette

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    Da wird man sicherlich nicht so einfach mit Ja oder Nein antworten können.

    Sollte GM die Marke Opel verkaufen, müsste man erstmal genau klären, was Opel genau ist. Bei dem komplexen Netz zwischen Opel und GM (Opel gehört ja nicht erst seit 5 Jahren zu GM) dürfte es schon schwierig werden. Teilweise wurde das ja mit den Patenten schon sichtbar.

    Fraglich ist auch, woher die finanzielle Lage bei Opel kommt. Liegt es an den Verlusten der Marke Opel oder an den großen Verlusten von GM, die den Gewinn von Opel einfach aufzährt.

    Diese unsichere Lage, dass man nicht weiß was nun genau ist, wirkt sich auch auf den Autokauf aus, trotz Abwrackprämie. Wer kauft schon ein Fahrzeug mit 6 Jahren Garantie, wenn unklar ist, an wen er sich in 5 Jahren mit seinen Garantieansprüchen wenden kann?

    Die Proukte müssen ja nicht schlecht sein. Telefunken Fernseher waren auch gut, trotzdem konnten sie sich nicht am Markt halten. Und manchmal sind es ganz klassische Fehler der Manager, die eine Marke auslöschen bzw. in Probleme bringen (Beispiel Schiesser).

    Sollte Opel wirklich "Pleite" gehen muss das nicht zwangsläufig schlecht für alle Mitarbeiter sein.
    Verkauft man z.B. ein Werk, wie man es in Eisenach wohl plant, braucht der neue Eigentümer auch qualifizierte Arbeiter. Da ist es vermutlich günstiger, einen Opelmitarbeiter auf Mercedes umzulernen als ganz neue Leute auszubilden.
    Zudem heißt es auch nicht, dass dann alle Arbeiter arbeitslos wären. Fallen die Opelfahrzeuge bei den Neuzulassungen weg, wird der gesamte Markt nicht einbrechen. Die anderen werden mehr verkaufen. Je nach dem in welchem Umfang werden dort sicherlich eine ganze Reihe Opelmitarbeiter unterkommen (auch da gilt wieder : Umlernen ist günstiger wie ganz neu anlernen).

    Die Frage ist, was den Staat und damit die Steuerzahler mehr kostet : Eine Unterstützung Opels oder das Arbeitslosengeld der arbeitslosen Opelmitarbeiter.
    Viele merken ja zu Recht an, dass Subventionen den Markt verzerren.
     
  12. Kralle205

    Kralle205 Weißer Winterglockenapfel

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    Naja was heißt retten?

    Opel würde vermutlich ähnlich wie Saab Insolvenz anmelden.
    Eine Insolvenz ist grundsätzlich nichts schlechtes und so ziemlich das beste was einem maroden Unternehmen passieren kann. Man kann ohne große Mühe Arbeiter entlassen (was für den einzelnen nicht schön für eine Firma hin und wieder aber mal Notwenndig ist) und die Firma wieder neu aufbauen.
    Ich bin grundsätzlich eh dagegen, dass irgend einem Unternehmen geholfen wird. Wieso soll Opel geholfen werde und klein Unternehmen Schmidt geht pleite und denen wird nicht geholfen?
    Da kommt dann das glänzende Argument Arbeitsplätze, ja herrlich.
    Da pump ich 1 Milliarde € in das eine Unternehmen um da 10.000 Arbeitsplätze zu retten und zu sichern, während bei Kleinunternehmen Schmidt 500 entlassen werden, weil da ne Million fehlt.

    Ich bin dagegen, dass ein Staat sich in die Markwirtschaft auf die Art und weise einmischt, da wo ein Unternehmen Pleite geht Expandiert ein anderes, so ist dass in der Marktwirtschaft.
     
  13. Beatlord_R

    Beatlord_R Niederhelfenschwiler Beeriapfel

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    Entweder verschuldet sich der Staat, und rettet Opel, und wenn ers nicht tut kriegt die Wirtschaft nen Hieb ab...

    Wieso soll der Staat eingreifen wenn nicht einmal die Swissair gerettet wurde?
     
  14. Bachatero

    Bachatero Ingrid Marie

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    Würden eure Meinungen auch noch Bestand haben wenn es euren Arbeitgeber betrifft.

    ;)
     
  15. Kralle205

    Kralle205 Weißer Winterglockenapfel

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    Das ist nicht die Frage, auf persönlicher, subjektiver, Ebene kann kein Unternehmen geführt werden, dann würde jedes Unternehmen zwangsläufig irgendwann pleite gehen, weil es gibt immer mal einen Engpass wo entlassen werden muss.

    Es ist traurig für den Einzelnen aber gesund für den Markt
     
  16. Anindo

    Anindo Wagnerapfel

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    Schön, dass du diese Rechnung hier bringst. Da ich in den Medien nichts gefunden habe, hab ich mir auch mal ausgerechnet, was diese "Rettung" pro Arbeitnehmer kostet, und da kann man eigentlich nur dagegen sein. Auch viele Banken hätte ich ohne mit der Wimper zu zucken eingehen oder verstaatlichen lassen. Da gibt es auch zu viele von.

    Außerdem habe ich mal auf die parkenden Autos geschaut und drauf geachtet, wie viele Opels denn so noch rumstehen und es sind erstaunlich wenige und oft auch sehr alte.

    Opel ist sicherlich keine schlechte Marke im Vergleich zu anderen, aber bei den Überkapazitäten in Deutschland und weltweit muss es zwangsläufig zu Pleiten kommen. Ob selbstverschuldet oder nicht, jeder nicht-verkaufte Opel ist ein verkaufter VW oder Audi oder was weiß ich (als Radfahrer) und außerdem gibt es auch mit Krise genug Öl–Verbrenner, vor allem in Deutschland. Ich finde, Autofahren ist ein Verbrechen, wenn einem der öffentliche Nahverkehr genau so schnell ans Ziel bringen kann oder nur unwesentlich langsamer.

    Man muss es sich mal vorstellen: Die deutsche Automobilindustrie hat 3 von 4 Autos exportiert und sehr oft in die USA. Wenn der Export wegbricht, hilft auch keine Abwrackprämie über diesen Verlust hinwegzutäuschen.
     
  17. darkCarpet

    darkCarpet Halberstädter Jungfernapfel

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    Die Systemrelevanz des Opelkonzerns ist für einen "Nichteingeweihten" relativ schwer zu beurteilen.

    Von daher überlasse ich das lieber Leuten, die sich Tage, Wochen und Monate mit dieser Materie beschäftigen, weswegen ich auch letztendlich nicht beurteilen kann, ob das nun rechtens und sinnvoll ist, oder nicht.

    Übrigens: Die ARD zeigt gerade einen interessanten Bericht über die aktuelle Lage Opels.
     
  18. gugucom

    gugucom Spätblühender Taffetapfe

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    [​IMG]

    Das Bild war zu schön um nicht online zu gehen.

    M. E. kann keine Geld der Steuerzahler fliessen bis sicher gestellt ist, dass dafür auch ein Eigentumswechsel erfolgt. Opel muss die eigenen Patente zurück erhalten. Opel muss angemessenen Zugriff auf Bauteile und Baugruppen zu angemessenen Preisen haben, die aus der GM Vernetzung kommen. Und letztlich kann nur ein neuer Eigentümer/Investor ein Hilfspaket mit Transfer der Anteile auf den Bund erwerben. Gm scheidet dafür definitiv aus. So würde ich es machen.
     
  19. RedCloud

    RedCloud deaktivierter Benutzer

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    ... sagt ein VW-Fahrer - gell? ;)

    Die Diskussion über eine staatliche Hilfe für Opel halte ich für überflüssig.
    So lange Opel an GM gekoppelt ist werden unsere Steuergelder direkt oder indirekt in die Vereinigten Staaten fliessen! :(
     
  20. DesignerGay

    DesignerGay Danziger Kant

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    Leider gibt es auch Gegenden in Deutschland die sehr schlecht mit öffentlichem Nahverkehr versorg sind.

    signed. :)
     

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