Die Nachfrage regelt das Angebot
Nur dass bei Musik die Nachfrage eben auch mühelos illegal getätigt werden kann was bei anderen Konsumartikel eher nicht der Fall ist.
Ich habe auch Spotify Premium. Eher zum entdecken von Musik als wegen dem "haben wollen". Und so einige Perlen wären mir anders nie vor die Ohren gekommen. Bin trotzdem noch etwas zwiegespalten was Streamingdienste angeht. Die Künstler, also die letzten in der Verwertungskette bekommen bei Streaming quasi nichts mehr ab. Anderseits kann ich auch nicht den Fortschritt aufhalten und welche Alternative bliebe? Jeden Song gleich kaufen will ich auch nicht, manchmal wirklich nur einmal hören und das war's dann auch.
Und so ist Streaming wohl immer noch besser als illegales besorgen von Musik denk ich mir dann halt. Früher habe ich sehr viel Geld für Vinyl und später CDs ausgegeben. Sehr viel Geld. Ich habe meinen Obolus an die Musikindustrie mit Sicherheit erfüllt. Keiner der später Geborenen wird dieser Industrie noch so viel Geld zahlen wie die Generationen davor. So ändern sich die Zeiten.
Wie früher mit Kassetten:
Und genau wie es eben einer schrieb mach ich es seit einigen Monaten: Wie früher mit den Kassetten. Ich zeichne mir einige Songs aus Streamingdiensten einfach auf. Dafür gibt es schöne Tools, die Soundqualität ist nicht merklich schlechter.
Und ja, ich weiss, dass die meisten Streamingdienste dies in ihren Nutzungsbedingungen verbieten. Aber m.M. können auch diese kein geltendes Recht beugen und das Recht sagt: Darf man. Strafbar macht man sich also auf keinen Fall. Sie könnten einen höchstens rauswerfen. Dazu müssten sie es aber nachweisen was aber wohl eher unmöglich ist wenn ich ein (analoges) Aufzeichnungsgerät hinter meinen Soundausgang klemme. Zudem glaube ich auch, dass es den Diensten selber auch Wurscht ist und dieser Passus nur wegen der panischen Musikindustrie aufgenommen wurde
Aber zurück zu den Aufnahmen:
Dieses hat bei mir zu einem bewussteren Umgang mit der Musik geführt. Nicht mehr tonnenweise anklicken und Tonnen an Musikmaterial willkürlich auf die Platte laden. Das war in den Anfangsjahren von MP3 und Co. sicherlich spannend und toll. Aber letztlich hat man die Musik gar nicht mehr genossen noch wirklich wahrgenommen. Es war nur sammeln und horten.
Wenn ich Songs dagegen aufzeichne, muss ich A viel sorgfältiger auswählen, B den ganzen Song während der Aufnahme hören und C führt genau dieses dazu, dass ich viel genauer weiss was ich auf meiner Festplatte habe. Und man muss die Musse dafür haben bzw. sich nehmen
Das Selbe haben wir früher mit Musik Kassetten letztlich auch getan. Und auch damals kannte ich den Inhalt meiner Sammlung in- und auswändig.
Viele Songs speichere ich aber auch z.B. bei Spotify in den Playlisten einfach ab. Trotzdem fehlen immer noch viele namhafte Künstler in diesen Diensten. Songs von Grönemeyer z.B. finden sich dort nicht bzw. nur einige Uraltaufnahmen. Das selbe bei ACDC, Beatles usw. Von einem Weltrepertoire kann man so also auch nicht sprechen.
Im Grossen und Ganzen finde ich Dienste wie Spotify in Ordnung. Sie sind wohl die Zukunft von Medienverbreitung.