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Musikstreaming: Apple fordert einfacheres Verrechnungsmodell, das Gratis-Angeboten teuer kommt

Martin Wendel

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Apple hat sich mit einem Vorschlag für ein neues Verrechnungsmodell bei Musikstreaming-Angeboten an das US Copyright Royalty Board gewendet. Konkret geht es um die Bezahlung der Songwriter und Publisher. Das neue Modell wäre zwar einfacher und nachvollziehbarer, würde aber kostenpflichtige Streamingdienste wie Apple Music bevorzugen. Für Gratis-Angebote wie Spotify Free oder YouTube könnte es zum Problem werden.

Bisher ist es so, dass Unternehmen den Songwritern und Publishern nach ein er komplizierten Formel zwischen 10,5 und 12 Prozent ihrer Umsätze an Tantiemen bezahlen. Da werbefinanzierte Gratis-Angebote wie Spotify Free oder YouTube auch deutlich geringere Umsätze einfahren als kostenpflichtige Dienste, sind also auch die Tantiemen deutlich geringer. Apple fordert nun ein einfacheres Modell.

Das neue Verrechnungsmodell sei "fair, einfach und transparent – anders als die unglaublich komplizierten Strukturen, die derzeit vorherrschen". Apple schlägt einen Fixbetrag von 0,00091 US-Dollar pro Stream oder 9,1 US-Cents pro hundert Spielungen vor. Dies entspräche der derzeitigen Tantiemen-Höhe für Songwriter und Publisher beim digitalen Download eines Songs.

Für Gratis-Angebote, die vom jetzigen Modell profitieren, würde dies – wie oben dargestellt – einen höheren finanziellen Aufwand bedeuten. Das Billboard-Magazin geht jedoch nicht davon aus, dass die Vorschläge von Apple – wenn überhaupt – in nächster Zeit umgesetzt werden.

Via Billboard

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Klingt doch eigentlich sehr fair, damit wäre der größte Kritikpunkt an Streaming-Diensten passe...
 
Versuchen sie jetzt gar nicht mehr, ihre privaten Interessen zu verhehlen, weil sie auf die Finger bekommen hat bei den iBooks-Preisabsprachen? Insgesamt sehr apple-like: Konkrete Einschränkungen, die Hand in Hand gehen mit potentiellen aber nicht voraussagbaren Verbesserungen, wobei Apple definitiv immer profitiert. Das ist sozusagen deren neue „Designsprache“... Bin gespannt, wann Tim Cook die ersten Vorträge über Produktdesign an irgendwelchen Business Schools hält...
 
Und Apple schlägt das natürlich nur vor, weil sie so fair sind, Gelächter...
Zwei Fliegen mit einer Klappe, aus Apples Sicht, zumindest.
Ist doch klar das sie im Hinterkopf behalten das die Konkurrenz damit ein Problem hätte.
Trotzdem ist es so das die Verteilung des Geldes der größte Kritikpunkt ist, das könnte damit verbessert werden.
 
Trotzdem ist es so das die Verteilung des Geldes der größte Kritikpunkt ist, das könnte damit verbessert werden.

fair für wen? Für die Songwriter und Publisher? Meinste nicht die können selbst ihre Interessen beim Copyright Board vortragen?
 
fair für wen? Für die Songwriter und Publisher? Meinste nicht die können selbst ihre Interessen beim Copyright Board vortragen?
Das sag ja nicht ich, das sagen praktisch alle als Hauptargument gegen Streamingdienste. Wenn es die Künstler selber könnten gäbe es ja bereits ein faireres Entlohnungsmodel.
 
Das sag ja nicht ich, das sagen praktisch alle als Hauptargument gegen Streamingdienste. Wenn es die Künstler selber könnten gäbe es ja bereits ein faireres Entlohnungsmodel.

Und du kannst beurteilen, dass die 9,1 Cent pro 100 Spielungen für die Künstler fairer sind als das aktuelle System? Woher weißt du, dass es nicht viel weniger ist als die aktuellen 10-12%?

In erster Linie wird Apples Vorschlag vor allem für eine Partei Vorteile haben: für Apple!
 
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Und du kannst beurteilen, dass die 9,1 Cent pro 100 Spielungen für die Künstler fairer sind als das aktuelle System? Woher weißt du, dass es nicht viel weniger ist als die aktuellen 10-12%?
Ich selber kann das natürlich nicht beurteilen, im Bericht oben stand allerdings das Apples Vorschlag dem entspricht was die Künstler auch für Downloads bekommen, bisher habe ich darüber nichts negatives gehört oder gelesen.
 
Natürlich schlägt Apple das auch aus eigenem Interesse heraus vor und ich wüsste jetzt nix, was daran so verwerflich wäre?!
 
Apple fordert eine Gesetzesänderung die ganz klar den stärksten Konkurrenten beeinträchtigt und die eigene Strategie bevorzugt.
Wie kann man da nur auf die Idee kommen, dass das nicht primär aus Nächstenliebe zu den Musikern (denen man in der Testphase überhaupt kein Geld zahlen wollte..) passiert, sondern vor allem aus monetären Gründe..?
Ja, ich weiß auch nicht, was daran verwerflich sein sollte.. oh wait, lass mich nochmal drüber nachdenken..

Niemand hindert Apple daran den Künstlern mehr Geld zu zahlen, wenn sie wollten, weil es "fair" ist.., aber offensichtlich haben sie sich die Mühe gemacht und möglichst gute Konditionen für sich herausgehandelt.. warum nur..?
 
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Reaktionen: Sauron
Apple kann nicht einfach mehr zahlen ohne auch für den Dienst mehr zu verlangen, denn zu verschenken haben die natürlich nix. Wer würde das schon machen?
Schon lustig, immer wieder wird Streaming wegen der schlechten Bezahlung der Künstler kritisiert, jetzt versucht da einer was zu ändern (was natürlich nicht ganz uneigennützig ist), das ist dann aber auch wieder nicht richtig.
Manchmal bekommt man schon den Eindruck man ist nur dagegen um dagegen zu sein.
 
Apple kann nicht einfach mehr zahlen ohne auch für den Dienst mehr zu verlangen, denn zu verschenken haben die natürlich nix. Wer würde das schon machen?

Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
1. nach der neuen Methode bekommen die Künstler mehr Geld. Das heißt Apple verdient weniger, weil sie sicher nicht die Preise einfach so anheben können, die sich jetzt etabliert haben..
2. nach der neuen Methode verdienen die Künstler weniger... da brauchen wir erst gar nicht drüber reden.

Nehmen wir also zum Wohle der Musikschaffenden an, dass Fall 1 zutrifft:
Natürlich könnte Apple das auch jetzt einfach umsetzen. Ja, sie verdienen dann weniger, aber vielleicht würden mehr Künstler zu Apple Music exklusiv kommen, wenn sie dort mehr verdienen. Und es wäre eben "fair".
Aber was Apple macht ist zu sagen. "Hey, wir nehmen kleine Einbußen in Kauf, wenn dadurch die Konkurrenz ihr Free-Modell nicht mehr aufrechterhalten kann, weil sie durch die Regelung gezwungen wäre nicht prozentual zu zahlen".
Es ist also ein "wir machen lieber die anderen kaputt" - Modell, das vor allem darauf zielt Dienste mit Free-Accounts zu zwingen dieses Modell einzustellen.

Aber sich jetzt die "Fairness" auf die Fahnen zu schreiben, während man gleichzeitig die alten Deals durchzieht, die ja dann offenbar nicht fair sind.. das ist Heuchlerei. "Ich bin fair, wenn das Gesetz alle andern zwingt auch fair zu sein, ansonsten nutze ich alle Lücken im Gesetz aus und suche meinen möglichst großen Vorteil..".. ja..
 
Ich war bei den Verhandlungen nicht dabei, für mich sieht es aber danach auch das die aktuelle Preisstruktur nicht von Apple kommt, das sieht mir nach nem Standardmodel für Streaming aus. Natürlich verzichtet Apple da dann nicht freiwillig auf seinen Anteil, wissend das die Konkurrenz unterm Strich eh weniger zahlt weil deren Kundenportfolio anders strukturiert ist. Welchen Sinn würde das für sie machen? Aus reiner Nächstenliebe handeln die sicher nicht.
Wenn die so etwas machen dann nur so das es für alle gilt, natürlich auch wissend das die Konkurrenz ihr Geschäftsmodell überdenken muss, das ist klar.
Aber das muss Spotify eh, über kurz oder lang, denn bislang kostet sie quasi jeder neue Kunde Geld, denn sie haben nicht ein Euro Gewinn eingefahren. Tragfähig ist dass so eh nicht!
 
Und du kannst beurteilen, dass die 9,1 Cent pro 100 Spielungen für die Künstler fairer sind als das aktuelle System? Woher weißt du, dass es nicht viel weniger ist als die aktuellen 10-12%?

In erster Linie wird Apples Vorschlag vor allem für eine Partei Vorteile haben: für Apple!
Woher wollen wir überhaupt beurteilen können, ob die Künstler durch Streaming weniger oder mehr verdienen? 10,5 und 12 Prozent von was? Das sagt nichts aus. Es wird wie immer im wirklichen Leben sein. Jammern tun sie alle. Nur auf unterschiedlichen Niveau. Manche Künstler bekommen "wenig" und sind wohlmöglich zufrieden. Andere bekommen "viel" aber dafür den Hals nicht voll genug.
 
Aber sich jetzt die "Fairness" auf die Fahnen zu schreiben, während man gleichzeitig die alten Deals durchzieht, die ja dann offenbar nicht fair sind.. das ist Heuchlerei.
Der alte Deal ist ja nur dann unfair dem Künstler gegenüber wenn es um Gratis-Streaming geht. Und das macht Apple ja nicht.
 
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Der alte Deal ist ja nur dann unfair dem Künstler gegenüber wenn es um Gratis-Streaming geht

Woher willst du das wissen?
Eingangs wird u.a. Youtube als Gratis-Streaming-Dienst genannt. Die machen 4 Milliarden Umsatz. 12% davon gehen offenbar an die Künstler. Das ist nicht so wenig Geld. Wäre Youtube plötzlich kostenpflichtig, weil sie 9ct/100streams zahlen müssten, würden vmtl die Klickzahlen deutlich einbrechen, folglich auch weniger Streams für die einzelnen Künstler bei rumkommen und möglicherweise machen sie hinterher sogar weniger Geld. Bei Spotify ähnlich.
Es ist ja nicht so, dass die Künstler irgendwie mehr Aufwand hätten, wenn ihre Videos öfter geklickt werden. Die sind einmal produziert, digital verfügbar und dann sollen sie eben so oft geklickt werden wie möglich.
Wenn bei Spotify 70 Mio Free-User Klicks generieren die durch 12% der Werbeeinnahmen finanziert werden, dann sind das zwar vllt 12% von wenig Geld, aber es ist immer noch mehr Geld, als wenn diese Einnahmen wegfallen, weil das Free-Modell wegfällt.
Dem Künstler ist es doch egal, ob er nun prozentual was bekommt, oder nach einer festen Formel. Er will einfach möglichst viel Geld. Dass automatisch bei einem Fixbetrag mehr rumkommen muss, seh ich nicht umbedingt...
 
Wenn bei Spotify 70 Mio Free-User Klicks generieren die durch 12% der Werbeeinnahmen finanziert werden, dann sind das zwar vllt 12% von wenig Geld, aber es ist immer noch mehr Geld, als wenn diese Einnahmen wegfallen, weil das Free-Modell wegfällt.
Das ist ja die Frage: Sollte das Free-Modell wegfallen, wie viele von den bisherigen Gratis-Nutzern kann man in ein kostenpflichtiges Angebot überführen und ist der Anteil derer groß genug, dass man im Endeffekt mehr verdient?
 
Wenn ich sehe, wie viele in meinem Freundeskreis, sich mit YT, Spotify free etc. "herumschlagen" würde ich vermuten, dass wenn diese Alternativen wechfallen, wieder mehr Musik getauscht wird. Werden auf den Feten wieder wie früher die Festplatten getauscht.

Die wenigsten werden die Werbeunterbuchengen gut finden, arrangieren sich aber damit, weil ihnen die Musik halt nicht 10€/Monat ihr Leben lang, wehrt ist. Muss man weder gut finden, noch verstehen, ist einfach so. Viele jüngere sind froh sich ihre Aldi SIM-Karte für 7,99 im Monat erlauben zu können von ihrem Taschengeld. Nun könnte man sagen, müssen sie halt auf Musik verzichten... hätten wir das in dem Alter?