[10.13 High Sierra] Mal wieder ein Erlebnis... Erfahrungen nach zwei Wochen Betrieb und eine Warnung vor Server.app v5.4

Wuchtbrumme

Charlamowsky
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Gestern stellte mein Server den Dienst ein. Lief mehr oder weniger seit dem 30.09.2017 (dem Upgrade auf 10.13 und 5.4) durch. Gut, dachte ich, einmal neustarten bitte. Aber es passierte: nichts.

Nach 30min nur der Ordner mit dem Fragezeichen. PRAM-Reset. Keine Änderung. Alt drücken beim Systemstart: leere Liste. Mac 8h stromlos gemacht: keine Änderung. Recovery-System von USB-Stick gestartet, Systembericht, SATA: keine SSD. Ah, SSD kaputt. Schade, dachte ich, aber die ist 4 Jahre alt, darf dann schon passieren. Also neue SSD gekauft. Neue SSD eingebaut. Alte SSD ins USB-Dock: läuft. Ah, toll, geht wieder. Aber das Geld für die neue hätte es nicht wirklich gebraucht, das hätte ich jetzt auch anders nutzen können...

Wieso sind da nur 0B frei? DaisyDisk angeschmissen: 20 Dateien mit 3-30GB im .spamassassin-Verzeichnis. Häh?
DaisyDisk_spamassassin_Zombies_macOS10.13_Server.app 5.4.png
Gelöscht. Gut.

Geklont auf die neue SSD mittels CCC. Profilmanager geht nicht mehr. Webserver geht nicht mehr. Das ist jetzt aber wenig. Auf CCC und APFS geschoben, nochmal die ganze SSD sektorbasiert klonen wollen - und dabei festgestellt, dass das FPDP keine _sektorbasierte_ Kopie machen will, wenn auf dem Ziel ein APFS-Container ist (!). Schade eigentlich. Wahrscheinlich war die Lösung ganz einfach, aber ich hatte die Schnauze voll und habe dann dd angeschmissen (das ging sehr flott). Aber dasselbe Resultat: kaputt.

Bei genauerem Hinsehen fand ich dann, dass schon das Ausgangs-APFS von der alten SSD einen Fehler meldet, wirft aber als Exit-Code beim First Aid 0 aus ("successfull"). Das ist hinsichtlich "Fehler gefunden, ich stelle den alten Zustand wieder her!" zwar richtig, aber auch nicht wirklich zielführend.

Um die Krux zu umschiffen, habe ich jetzt das Sierra-Backup zurückgeklont, von dem ich wusste, dass es noch geht. Ärgerlich, was an Mails usw. sowie Konfigurationsaufwand in der Zwischenzeit wieder verlorengegangen ist. Wenigstens läuft die Kiste wieder. Ich habe darauf geachtet, ein neues HFS+-Dateisystem anzulegen, nicht, dass ich noch einen Fehler migriere.

Davon abgesehen, dass es wieder läuft: Was mache ich nur aus der Situation: Am meisten beunruhigt mich das Verhalten der SSD. Ich habe sie vollgeschrieben bis zum Geht-nicht-mehr vorgefunden, als sie wieder lief. Aber bis dahin hat sie sich richtig verschluckt (war eine Crucial 512GB m4), sodass selbst Strom weg nichts half. Erst der Einschub in ein USB-Dock hauchte ihr wieder Leben ein. Wie gesagt, sie ist schon nicht mehr ganz neu, vielleicht hat sie auch einen Schaden (deutet gerade aber nichts mehr darauf hin, sie läuft und läuft...) bzw. das Vollschreiben hat irgendwas bei ihr ordentlich zerrissen.

Aber auch die Tatsache allein, dass der Server mit Spamassassin ordentlich schreibt (ich bekomme vielleicht 20 Spam-Mails pro Tag und 2-3 sinnvolle) stimmt mich unglücklich.

Und dass sich der Profilmanager so irreversibel zerlegt, das ist mir zuletzt mit Server.app 3.irgendwas passiert (und in der Zwischenzeit habe ich vorsichtshalber ganz neu angefangen und frühe Versionen gemieden...).

Keine große Leistung.

Wen es interessiert: Grundlage vor dem Upgrade war ein JHFS+encrypted+FileVault2, das während des Upgrades auf APFSencrypted+FileVault2 geändert wurde.

P.S.: Auf dem Client hatte ich Mails in eine Datei gesichert. Weiß jemand, wie ich die vom Client wieder in mein Postfach auf dem Server bekommen könnte (Mail.app)?

BTW: Dass Mail.app die Mails in der Zwischenzeit (also wenn der Datenstand plötzlich letzte Mail von vor zwei Wochen sagt) "wegwirft" ist auch kreativ. Aus Thunderbird usw. kenne ich eigentlich die Idee eines lokalen Storage, da darf wegbrechen, was will - was schon da ist, bleibt. :(

BTW: So richtig praktikabel ist der Profilemanager ohnehin nicht. Es lassen sich nicht alle Einstellungen vornehmen (z.B. die persönliche Visitenkarte für Siri, der Default-Kalender, ...). Mit jeder Einstellungsänderung wird nicht das Delta übernommen, sondern das gesamte Profil und alle diese Einstellungen müssen wieder von vorne eingegeben werden (wenn man hoffentlich daran denkt). Warum der Teufel seine Großmutter erschlagen hat? Weil's Entwickler sind, die ihren Scheiss offenbar nicht selber nutzen, sonst wären sie schon drauf gekommen.

BTW: Ich rede jetzt immer von "Klon" (und meine das mitunter auch wirklich so). Beim Profilmanager kommt diese Erkenntnis nicht an - mit jedem Versionssprung (und zwar nach oben wie unten) klappt das Provisionieren nicht; es müssen die Profile gelöscht werden, der Platzhalter neu angelegt und die Geräte neu registriert werden, erst danach klappt es wieder zuverlässig. Daraus kann ich nur schließen, dass die Server.app bei jedem Versionssprung _irgendwas*_ (*Schlüssel tauschen?) macht. Von wegen "Klon".
 
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Charlamowsky
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ich überlege mir gerade: nach dem ganzen Theater - und das immer wieder - ob ich nicht den Mini mit einem ganz normalen OS X ausstatten sollte, darauf ein VMWare Fusion und der Server dann in eine VM. So bekommt man den leicht gesichert und noch leichter wiederhergestellt.
 

Wuchtbrumme

Charlamowsky
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Die gespeicherten Mails habe ich mittlerweile importiert bekommen. So weit geht Apple jetzt ins Detail, dass die Sicherung perDefault keine Dateiendung bekommt. Hätte da mbox gestanden, hätte ich gleich gewusst, was zu tun ist.
 

nomos

Borowinka
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Sind die Dateiendungen evtl. nur ausgeblendet?

Ganz generell: Respekt für deine Geduld. Gut, dass es „nur“ privat passiert ist. Stelle mir das Szenario gerade beim Kunden vor.
 
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Charlamowsky
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nein, leider nicht. Er hat tatsächlich aus dem Dialog nur den Dateinamen beim Erstellen der Datei angewendet. Nachdem ich die Datei umbenannt und "mbox" angefügt habe, wurde es mir auch beim Importieren angeboten. Deswegen wusste ich ja gar nicht, dass das mbox-Dateien sind. Irgendwie habe ich nicht jedes einzelne Dateiformat "parsebar" im Kopf ;)