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Langzeittest: Office 2008

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von Felix Rieseberg, 03.04.08.

  1. Felix Rieseberg

    Felix Rieseberg Seestermüher Zitronenapfel

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    Microsoft Office 2008 für den Mac wurde lange und sehnlichst erwartet, die alte Version aus dem Jahr 2004 entsprach nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik, eine Generalüberholung war also längst überfällig. Im Februar erschien dann endlich die deutsche Version, die bereits im Schnelltest einen guten Eindruck machte. Es ist einige Zeit vergangen und Office 2008 musste sich im Langzeittest bewähren - jeder Anwender kennt die vielen Probleme, die erst nach längerer Nutzung auftreten. Wir von Apfeltalk haben Office 2008 also jetzt eine ganze Weile benutzt, um ein ausreichendes Urteil fällen zu können. Um das Ergebnis direkt vorwegzunehmen: Das Warten hat sich gelohnt, Office 2008 konnte uns überzeugen - gleichzeitig gibt es jedoch auch noch genug Punkte, bei denen Microsoft nachbessern könnte. Im Folgenden ein kleiner Abriss der Gründe, warum wir mit Office zufrieden sind.

    Kern der Officesuite ist nach wie vor Word, der Klassiker der Textverarbeitung. Auch in Office 2008 beschäftigt sich Word hauptsächlich mit dem Schreiben von klassischen Textkörpern, ist jedoch auch in der Lage, Flugblätter oder Grußkarten im Stil von Apple Pages zu erstellen. Besonders positiv fällt die neue Benutzeroberfläche auf, die sich endlich vernünftig in die sonstige Umgebung Mac OS X einpasst und nicht mehr wie ein verirrter Sonderling wirkt. Mithilfe der Symbolleiste über dem Inhalt kann der Anwender aus unzähligen vorgefertigten Bausteinen auswählen, die nach verschiedenen sinnvollen Bereichen aufgeteilt sind. So lassen sich auch in kurzer Zeit aufwändige Textprojekte kreieren, indem Word über vorgefertigte Kalendertabellen, Anfahrtsbeschreibungen, Quartalsberichte, verschiedene Kopfzeilen, Literaturverzeichnisse oder ganze Deckblätter verfügt. Insgesamt fällt in diesem Bereich auch die größte Stärke von Word auf: Das Programm ist insbesondere im Gegensatz zu Apple Pages ein mächtiges Werkzeug, mit dem sich eine Unzahl an komplexen Situationen gut bewältigen lassen, wobei der gleiche Anwender sowohl einen Finanzbericht als auch eine Sporturkunde erstellen kann.

    [float=left][​IMG][/float]Die vielen grafischeren Freizeitvorlagen reißen zwar grafisch keine Bäume aus dem Boden, haben jedoch auch nichts mehr mit den fast hässlichen Vorlagen aus älteren Officeversionen gemeinsam. Ebenfalls hervorragend ist auch die Notizfunktion, die mit einer Mischung aus verspielten Elementen und praktischen Möglichkeiten Word zum guten Begleiter in Meetings, bei Telefonaten oder in Vorlesungen macht. So zeigt ein kleiner Punkt, in welcher Zeile man sich befindet, während der virtuelle Block selber mit individuellen Registern in mehrere Kapitel aufgeteilt ist. Die Möglichkeit, beim Hintergrund zwischen Mahagoni und diversen Ledertypen zu wählen, ist zwar lustig, aber natürlich nicht wirklich sinnvoll. Gut ist hingegen wieder, das im Notizblock an beliebigen Stellen Audionotizen hinzugefügt werden können. Im gesamten Programm sind durchdachte Details verstreut, die das Leben erleichtern. Ein gutes Beispiel sind diverse Sonderzeichen: Mac OS X verfügt mit der Zeichentabelle zwar schon über einen tastaturfreien Zugang zu allen möglichen Schriftzeichen, die in Word eingebaute Zeichentoolbox ist jedoch deutlich handlicher. Auch die unzähligen vordefinierten Formen helfen dabei, in kurzer Zeit grafisch aufgepeppte Texte zu verfassen.

    [float=right][​IMG][/float]Was Entourage angeht, sind wir nicht ganz so begeistert wie von Word. Denn auch wenn das Programm aus diversen Gründen erneut den Thron des wohl besten und umfangreichsten eMail-Programm für Mac OS X erklommen hat, so hätten viele Punkte besser umgesetzt werden können. Ein einfaches Beispiel ist die bei Word hochgelobte Benutzeroberfläche: Das Erscheinungsbild von Entourage wirkt überladen, unpraktisch und lenkt ein bisschen vom eigentlichen Inhalt ab: Der eMail. Gut ist natürlich, dass Microsoft sich im Gegensatz zu Apple zu einem Programmlayout entschieden hat, welches dem neuen Seitenverhältnis moderner Widescreen-Bildschirme gerecht wird. Während die Mail in Apple Mail im unteren Bildschirmteil angezeigt wird, erscheint sie bei Entourage im rechten Bildschirmteil, was optisch stark an einen "echten" Brief erinnert. Immerhin beweist der Langzeittest, das Microsoft in der Tat die Datenbank ordentlich aufgebügelt hat. Während sämtliche Entourageversionen bis Entourge 2004 sätmliche eMails in einer einzelnen Datenbankdatei speicherten, die auch noch sehr anfällig für Korruption war, konnten wir in den letzten Wochen keinen einzigen Datenbankfehler feststellen. Auch öffnet sich das Programm mehr nach außen: eMails in Entourage werden jetzt von Spotlight gefunden, sowohl in Entourage als auch nur in Spotlight. Im Gegensatz zur eMail-Komponente ist der Kalender nach wie vor sehr gelungen. Er geht über die Funktionen von iCal hinaus und ist darüber hinaus wirklich gut durchgestaltet: Aus iCal hat sich Entourage die Farbkodierung und die Terminerstellung durch blankes Ziehen geborgt. Auch das Adressverzeichnis lässt sich automatisch mit dem systemweiten Adressbuch abgleichen, ist jedoch ein wenig mächtiger als Apples Lösung: Das beginnt bei der besseren Übersicht und hört bei Kleinigkeiten auf, etwa dass sich die Kontakte nach Firma ordnen lassen. Die Aufgabenliste entspricht in etwa dem, was man von einer simplen To-Do-Liste erwartet und geht nicht sonderlich über Apples To-Do-Liste hinaus, bleibt jedoch auch nicht dahinter zurück. Ein wirkliches Zuckerstück ist die Miniapplikation ‚My Day‘, welche dem Anwender eine kurze Übersicht über aktuelle Termine und Aufgaben gibt. Insgesamt ist Entourage ein Programm der Kleinigkeiten: So freut man sich über clevere Ideen, etwa eine ausdruckbare Tagesübersicht mit Terminen und Aufgaben, ärgert sich aber auch über ein ungünstiges Ordnerlayout bei eMail-Konten.

    [float=left][​IMG][/float]Was PowerPoint angeht, so ist ein Vergleich mit Apples Keynote nahezu überflüssig: Beide Programme sind in Leistung und Umfang nahezu identisch, im Langzeittest ließen sich gegenüber Keynote keine größeren Vor- oder Nachteile feststellen. Ähnlich wie in Word gefällt die sehr schicke und durchdachte Benutzeroberfläche, auch die vielfältigen Präsentationsdesigns müssen sich bei weitem nicht mehr hinter Keynote verstecken. Insgesamt freut man sich an praktischen Details, die PowerPoint vielleicht einen winzigen Vorsprung gegenüber Keynote einräumen: So bietet PowerPoint nach Erstellung einer neuen Folie eine kleine Auswahl an Inhalten und öffnet je nach Wahl direkt die passenden Menüs oder Assistenten. Gleichzeitig ärgert man sich, dass für ein simples Diagramm direkt Excel geöffnet wird. So bleibt auch PowerPoint an einem Punkt zurück, der als mittelmäßig bezeichnet werden kann: Es gibt in der Tat ausreichend Baustellen, an denen Microsoft bis zur nächsten Version arbeiten kann, das Programm ist aber mit seinen cleveren Ideen und vielfältigen Funktionen nicht schlecht.

    [float=right][​IMG][/float]Excel ist ein kleiner Sonderling: Nach mehr als 20 Jahren Entwicklung gibt es eigentlich nichts spannendes über die neue Version von Excel zu sagen: Es ist die gleiche langweilige Tabellenkalkulation die vermutlich jeder Computeranwender in seinem Leben mindestens einmal genutzt hat. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, dass Excel 2008 ohne Visual Basic Applications (VBA) auskommen muss, Anwender mit komplexen Kalkulationen und vielen Aktionen sollten also vielleicht lieber zu Windowsexcel und einer Emulation wie Parallels greifen. In Anlehnung an Apple Numbers hat Microsoft einige Templates migeliefert, die die Erstellung von Haushaltsbüchern oder anderen kleineren Tabellen vereinfachen sollen. Nach einigen Wochen stellt man jedoch fest, dass einfache Tabellen mit Apple Numbers deutlich schneller erstellt sind, während man bei komplexeren Projekten lieber zu Excel greifen sollte.

    Microsoft Office 2008 ist in drei verschiedenen Versionen verfügbar: Die teuerste Version enthält Entourage, Word, Excel, PowerPoint sowie die Medienverwaltung Expression Media und kostet 611,99€, die normale Version vermisst für einen Preis von 499,95€ lediglich Expression Media und die leicht abgespeckte ‚Home and Student Edtition‛ vermisst Exchange-Unterstützung, den Expression-Mediaserver und Automatoraktionen, kostet jedoch auch nur 129,95€.
     

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  2. heldlenny

    heldlenny Klarapfel

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    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht! Kann die Erfahrungen nur bestätigen. Nur dass office 2008 bei mir (trotz neuem Mac) extrem langsam läuft, ist ein Wehrmutstropfen.
     
  3. linga

    linga Gast

    sei noch erwähnt, dass es das programm bei unimall.de für €100 gibt, exchange support und automator erweiterungen inklusive für jeden, der an einer hochschule eingeschrieben ist.
     
  4. Hallo

    Hallo Gast

    Dieser Bericht gefällt mir so ganz und gar nicht. Er klingt so, als ob man Office2008 einfach benutzen kann. Kein Wort von den extrem vielen Fehlern in diesem neuen Paket.
    Was zunächst wichtig wäre, auf welchen Rechnern läuft denn das neue Office überhaupt noch. Auf meinem PBG4 geht es nicht mehr! Das heißt, dass diese Software nur noch auf den neueren Intel-Macs ordentlich läuft!
    Auch kein Wort von den ewig langen Startzeiten - auch auf den neusten Rechnern (war unlängst bei Gravis und habe das dort mal ausprobiert).
    Auch kein Wort, dass Excel im neuen Format noch kein Euro kann. Hat man eine Tabelle in Euro dann wird diese nach dem Speichern in Dollar angezeigt.
    Auch kein Wort von dem netten Popup Fenster bei Word, welches einem so nett beim schreiben begleitet...... und und und.

    Letztendlich hätte das Fazit lauten müssen:

    1. Jeder der Office 2004 besitzt, sollte dabei bleiben.
    2. Jeder der auf Office nicht unbedingt angewiesen ist, sollte einen großen Bogen um diese fehlerhafte Software machen und eine andere Software benutzen.
    3. Jeder der auf Office 2008 unbedingt angewiesen ist, der kann nur auf die Updates hoffen!
     
  5. ma.buso

    ma.buso Châtaigne du Léman

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    So gut Office auch sein mag: Es ist schon erstaunlich, dass die Standardversion mehr als sechs mal so viel kostet, wie iWork. Und selbst die Studentenversion ist noch anderthalb mal so teuer.
    Und das, obwohl an den Programmen seit Jahren nichts nennenswertes verändert wird.
     
  6. Thaddäus

    Thaddäus Golden Noble

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    Das ist tatsächlich so... Hätte eigentlich mit der UB 2008 gehofft, dass das wirklich in nativer Geschwindigkeit läuft, aber dem ist leider nicht so...

    Grüsse, Steven
     
  7. Sunto

    Sunto Allington Pepping

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    Also bei mir starten die Applikationen innerhalb von 3 sekunden....oder meinst Du etwas anderes ?
     
  8. michast

    michast Adersleber Calvill

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    Wieviel Arbeitsspeicher steckt in Deinem Mac?
     
  9. strocatam

    strocatam deaktivierter Benutzer

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    Bei mir braucht PowerPoint am längsten: gut 1,5 Minuten bis man die erste Eingabe machen kann, sowohl auf nem MacPro mit 3 GB RAM und nem MBP mit 2 GB RAM. Beides unter Leopard. Ich bin froh, das ich das nicht so oft brauche ;)
     
  10. joey23

    joey23 Mecklenburger Königsapfel

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    Jap, volle Zustimmung. Soetwas nennt man Bananenprodukt. Reift beim Kunden. Ich hasse Bananen.

    Joey
     
  11. Thaddäus

    Thaddäus Golden Noble

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    1 GB Ram... Der Startvorgang ist eine Sache, aber während des Schreibens in Word z.B. habe ich eine leichte Verzögerung zwischen Eingabe und Darstellung. Aber nicht allzu dramatisch, dass man nicht damit arbeiten könnte.

    Grüsse, Steven
     
  12. Hallo

    Hallo Gast

    Ich war extra bei Gravis und habe auf allen dort ausgestellten Rechnern das mal getestet. Vielleicht hast Du ja einen Rechner, den es noch gar nicht gibt - aber dort hat ging es auf allen Rechnern nicht unter 20 sec. nach einem Neustart! Wenn die Applikation schon im Arbeitsspeicher ist (bei einem Wiederholten Start) dann geht es selbstverständlich schneller. Aber auch bei diesem Prozess dauert es auf vielen Rechnern noch wesentlich länger als alle anderen Programme.
     
  13. Hallo

    Hallo Gast

    Dann schreibe mal in Word sehr schnell - da wist Du sehen, dass es bei deinem Rechner abstürzt!
     
  14. Hallo

    Hallo Gast

    Alleine wenn Entourage 2008 schon geöffnet ist, dann braucht es genau 10 sec. um von der Emaildarstellung zur Kalenderansicht zu wechseln! Und das auf einem MB 2 GHz mit 2 MB RAM!
     
  15. Sunto

    Sunto Allington Pepping

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    Also..bei mir sinds und bleiben es 3-4 sekunden...mit 4 GB Ram....ich kann daran nichts ändern.

    Ich bin gerne bereit dies via iChat o.a. zu dokumentieren.
     
  16. Thaddäus

    Thaddäus Golden Noble

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    Naja, bei 2 MEGABYTE Ram wundert mich das ja auch nicht... :p:p

    Grüsse, Steven
     
  17. DesignerGay

    DesignerGay Danziger Kant

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    Bei mir dauert es nur ca. 5 Sekunden bis eines der Officeprogramme gestartet ist.
     
  18. michast

    michast Adersleber Calvill

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    Also mit meinem 486er DX ging Word eigentlich ganz schnell, aber der hatte 4 MB RAM :p . Vielleicht liegt es daran o_O
     
  19. hbex

    hbex Martini

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    653
    Ein Excel im Jahr 2008 ohne VBA ist eigentlich nicht mehr als eine Krücke, für mich für das Geld absolut unbrauchbar. So toll wie anfangs angekündigt wird das Office 2008 für den Mac in der Zukunft nicht in die Softwaregeschichte eingehen.

    Da fährt man, wie in dem Artikel bereits erwähnt, mit Parallels und Office 2007 deutlich besser - leider.
     
  20. mds

    mds Süssreinette (Aargauer Herrenapfel)

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    406
    Auch viel Arbeitsspeicher beschleunigt den Start von Microsoft Office 2008-Programmen leider nicht … man sollte nicht alles glauben, was hier geschrieben wird.

    Martin
     

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