Wenn über AKW in Deutschland diskutiert wird,
müssen aber nun mal die Kosten in Deutschland heran gezogen werden.
Das war aber nicht der Diskussionspunkt.
Die Aussage die ich extra zitiert habe war:
Für das Land, in dem die Meiler stehen, ist es dagegen unter dem Strich ein teures Vergnügen.
"Das Land in dem die Meiler stehen" ist eben ganz genau NICHT Deutschland. Es ergibt Null Sinn zu behaupten, dass es ein teures Vergnügen für andere Länder ist, nur weil die Kosten in Deutschland hoch sind. Genauer gesagt sind die Kosten in Deutschland die einzigen die für die Aussage eben überhaupt keinerlei Relevanz haben.
Und deswegen ist es für andere Länder unter Umständen eben auch KEIN teures Vergnügen, weil beispielsweise Lohnkosten, Baukosten, Kosten für Sicherheitsauflagen und Kosten für Rohstoffe deutlich geringer sind, als in Deutschland.
Du kannst dir relativ sicher sein, dass China nicht über 40 Atomkraftwerke bauen will, damit sie besonders teuren Strom erzeugen.
Können......tun sie das denn auch....hast du dazu Informationen?
Kannst dir gerne diesen Bericht reinpfeifen. Insbesondere S.46 und S.47. Da siehst du z.B. dass für Japan Atomstrom die günstigste aller Alternativen ist, was Sinn ergibt, wenn man bedenkt, dass fossile Brennstoffe in großem Stil halt da hingeschifft werden müssen (im Vergleich zu Uranerz sind wir hier im Faktor Tausende Male mehr) und die Topographie eben auch nicht umbedingt große Windparks oder Solarparks begünstigt, weil die Insel eben recht klein ist..
Ansonsten gibt es bei Atomstrom auch einen sehr großen Unterschied ob man die Gestehungskosten von bestehenden Meilern betrachtet oder von Neubauten. Was logisch ist, weil das eine eben nur Betriebs- und Reparaturkosten sind, im Vergleich zu komplettem Neubau.
Insofern sind die Gestehungskosten für Atomstrom in Deutschland eben auch im europäischen Vergleich extrem hoch, weil wir eben alles neubauen müssten. Im europäischen Mittel sind die Kosten für Atomstrom aber mit Gas vergleichbar.
Man kann das aber auch durch einfaches Nachdenken logisch erschließen, dass in Ländern wie Russland oder China, wo Arbeitskräfte billig verfügbar sind, Sicherheits- und Umweltauflagen bei weitem nicht so streng wie in Deutschland und Rohstoffe in breiter Masse verfügbar sind und nicht importiert werden müssen, die Kosten für den Bau und Betrieb eines Atomkraftwerks eben deutlich geringer sind, als in Deutschland. Das ist jetzt keine sonderlich große Hirnleistung, die dazu erforderlich ist.
Es ist eben sehr länderspezifisch. Relativ simpel: Wenn in einem Land schon Anreicherungsanlagen vorhanden sind, dann ist es dort billiger das Uran anreichern zu lassen, als in einem Land, wo diese Anlagen erst konzipiert und neugebaut werden müssen.
Alles was ich dazu finden kann ist, dass die Kosten für Atommeiler immer so explodieren, dass sie bei den anvisierten Stromabgabepreise nicht rentabel wären.
Was in vielen Ländern der Fall ist. Vor allem, weil viele Ländern jedes Atomkraftwerk individuell planen.
China hingegen baut einen Atomreaktor nach dem nächsten, in einem standardisierten Verfahren mit mittlerweile viel Erfahrung und Expertise.
In vielen Ländern ist es nicht unüblich 15 Jahre an einem Atomkraftwerk zu bauen. China braucht 5. Das senkt Kosten und Risiken immens. Entsprechend ist der Strom deutlich günstiger zu haben.
Aber abgesehen von rein finanziellen Geschichten: In Zeiten wo Kriege und Auseinandersetzung auf der Welt immer mehr in den Fokus rücken und auf der anderen Seite aber auch Klimaziele erreicht werden wollen, überrascht es nicht, dass Länder wie China auf Atomstrom setzen, um die eigene Unabhängigkeit zu bewahren, Anreicherungsanlagen und vor allem das entsprechende Know-How zu haben, um im Bedarfsfall eben auch waffenfähiges Uran anreichern können etc pp..
Da steckt ja auch noch eine politische Dimension hinter.