Kein sehr guter Start für neue Apple-Dienste

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Heute gibt Apple die Ergebnisse der letzten 3 Monate bekannt. Voraussichtlich steigt der Umsatz im Bereich Dienstleistungen um etwa 15 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. Jedoch soll das Gros des Einkommes aus dem App Store und aus Lizenzabkommen stammen.

Im Bereich Dienstleistungen wurden TV+, Arcade, News+ und Apple Card erst letztes Jahr vorgestellt. TV+ ist eine hauseigene Alternative zu Netflix und Co, die vor allem eigens produzierte Filme und Serien im Angebot hat. Arcade ist ein Spiele-Abonnement, bei dem man auf über 100 Spiele Zugriff hat. Spielbar sind diese auf Mac, iPhone, iPad und AppleTV. News+ ermöglicht auf Basis einer Flatrate Zugriff auf mehrere Zeitschriften und Zeitungen. Apple Card soll als Kreditkarte vor allem Apple Pay unterstützen. Die beiden letztgenannten Dienste sind bisher nur in den USA verfügbar.
Gaming und Streaming bisher eher mau


Bloomberg zufolge schwächelt TV+ durch bereits etablierte Streamingdienste wie Amazon Prime Video oder Netflix. Vor allem das 1-jährige Gratisabo für Hardware-Neukunden macht diese Situation auch nicht einfacher. Laut dem Bericht folgten nur etwa 15 Prozent dem Angebot von Apple. Arcade bietet 1 kostenlosen Probemonat, unlängst wurde dies auf 2 Monate für Interessierte verlängert, was darauf schließen lasse, dass Arcade viel zu wenige Kunden anlockt.
Sorgenkind News+


Kopfzerbrechen bereitet Apple News+. Wie auch wir berichteten, beendeten in den letzten Monaten einige große Verlage ihre Kooperationen mit dem Tech-Konzern. Mehrere Analysten sehen News+ als gescheitert.
App Store als Erfolgsmodell


Der App Store kann jedoch weiterhin Aals Erfolgsgarant angesehen werden. Im ersten Halbjahr 2020 konnte den Entwicklern bereits eine Summe von fast 33 Milliarden US-Dollar überwiesen werden. Das ist eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da Apple an den App-Store-Umsätzen mit 30 Prozent beteiligt ist, ist dies auch ein Erfolg für Apple.

Bildquelle: Unsplash.com

Via Bloomberg

Den Artikel im Magazin lesen.
 

Leberkasbepi

Prinzenapfel
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Wundert mich wenig. Für mich persönlich ist das Angebot viel zu mager. Von daher werde ich das Einjährige Probeabo nach Ablauf auch beenden.
 

nachdenker

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Spieleabos die keine beliebten Topseller enthalten und News die weder weltweit verfügbar sind noch durchsichtig die großen Verlage enthalten können per se nicht erfolgreich sein.
Der User will ja durch das Abo einen Vorteil ggü. Einzelabos bzw. fallweiser Nutzung. Genau diesen Vorteil sehe ich weder bei Arcade noch News+
TV+ könnte sich dagegen entwickeln, wenn Apple eben dieselbe Bandbreite wie netflix und Amazon bietet, aber das würde heißen gesetzte USPs aufzugeben...
 

doc_holleday

Manks Küchenapfel
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Bei Nachrichten (News) glaube ich, dass der Markt aufgrund der kostenlosen Angebote (mit Werbung) einfach kaputt ist. Zumindest in DE. Keine Ahnung, wie das in den USA laufen, aber alles wichtige kann ich auch einfach so bei Tagesschau.de oder Spiegel.de mitbekommen.

Bei manchen Leuten würden man sich ja sogar wünschen, dass sie nicht den Eindruck vermitteln, dass sie ihre Nachrichten von Facebook beziehen...

Die Verlage werden es weiterhin schwer haben, denke ich. Egal ob in einem gebündelten Abo über einen Service-Provider oder in Eigenverantwortung.
 

MichaNbg

Millets Schlotterapfel
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News+ fehlen die großen Zugpferde. Und die kommen nicht zu Apple, weil Apples Vertragsbedingungen wieder mal eher einer Selbstauslieferung denn einer Partnerschaft gleichen. Kaum Vorteile, massive finanzielle Einbußen und Verlust der Kontrolle. Haben die großen Zeitungen nicht nötig, Und die, die es versucht haben, ziehen ihren Zeh nun wieder aus dem kalten Wasser.
So ist das, wenn Apple seinen Würgegriff noch nicht um den Hals geschlungen hat und jeden Cent aus dem "Partner" pressen kann ;)


Arcade ... hab Smartphone Game nie verstanden. Daher nicht Zielgruppe, also kein Urteil woran es da kranken könnte.

Und ATV+ fehlt einfach der Backkatalog. Wollte letztes Jahr niemand glauben, ist aber nun mal so. Keine must see Titel, nur eine Mischung aus "ja, ist schon ganz nett" und "schon gut, kann man schon ansehen" Eigenproduktionen.
Aber daran arbeiten sie ja angeblich. Wobei sie mit ATV+ weltweit weiter auf die Nase fallen werden, wenn sie keine Apps für Android, Chromecast, Xbox und PS rausbringen.

Services musst du dort anbieten, wo die Kunden sind.
 
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Jan Gruber

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Must See Titel ... Made my Day ;)

Am Ende war keines der Services ein großer Erfolg. Es sind Randerscheinungen, in der breiten Masse sind sie einfach nicht angenommen. Apple Music ist das Einzige was ich immer wieder in der freien Wildbahn sehe.

Ich denke das Problem ist der Zeitpunkt. Es heißt immer Apple mache Dinge spät - dann aber richtig. Bei all den Services letztes Jahr macht Apple aber defakto nichts wesentlich anders - oder zumindest nicht besser ;)
 
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MichaNbg

Millets Schlotterapfel
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Und Apple Music ist, letztendlich, nur deshalb vergleichsweise erfolgreich, weil die App beim iPhone am Startbildschirm mitgeliefert wird, bei Abo am iPhone günstiger ist als die Konkurrenz (Da schließt sich wieder ein Kreis) und das iPhone in den USA diesen hohen Marktanteil hat. Dort kommen die nennenswerten AM Userzahlen her.

Apple kann keine Services. Ich weiß nicht warum, aber sie können es nicht. Und es ist ja auch nicht immer das gleiche Schema. Manchmal ist das UI ein Graus (ATV+), mal hinken sie in Features der Konkurrenz Jahre hinterher (iCloud), mal bieten sie Services außerhalb des Ökosystems an, mal aber wieder auch nicht.

Stringent und nachvollziehbar ist die Strategie nicht.
 
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Jan Gruber

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Und Apple Music ist, letztendlich, nur deshalb vergleichsweise erfolgreich, weil die App beim iPhone am Startbildschirm mitgeliefert wird, bei Abo am iPhone günstiger ist als die Konkurrenz (Da schließt sich wieder ein Kreis) und das iPhone in den USA diesen hohen Marktanteil hat. Dort kommen die nennenswerten AM Userzahlen her.
Naja gut, am Startscreen sind einige der anderen Services jetzt doch auch, oder? Wobei klar, Arcade ist vergleichsweise schlecht sichtbar, da sicher nicht alle den Store aufmachen. Noch dazu haben sie die Musik-App schon genutzt. Apple Music war halt "spät" aber nicht zu spät. Beim Rest sind sie hoffnungslos hinten dran.
 

NorbertM

Korbinians Apfel
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Ja, die Services laufen insgesamt wirklich schlecht, das sieht man an den aktuellen Quartalszahlen.
 

Jan Gruber

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Na die Vorhersage in dem Artikel mit 13,1 war ja richtig. Das heißt noch lang nicht dass die angesprochenen neuen Services von Apple ziehen. Was da genau Apple News+, Apple Arcade und Apple TV+ einspielt wissen wir ja (leider) alle nicht ;🤷‍♂️
 

MichaNbg

Millets Schlotterapfel
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Apple Services laufen immer dann gut, wenn Anbieter oder Kunden keine Alternative haben und "Zwang" besteht. Siehe bsp AppStore, siehe ApplePay. Davon lässt sich schwer ein Erfolg für die genannten Dienste ableiten.

Wäre mal interessant, was übrig bliebe, wenn dieser Nutzungszwang rechtlich aufgehoben würde.

Naja gut, am Startscreen sind einige der anderen Services jetzt doch auch, oder?
Schon. Aber AM ist auch der Dienst, der dir zumindest keine "Nachteile" bringt. Ob du Spotify, Deezer oder AM nutzt ist am Ende vom Tag egal. Können alle drei das gleiche und bieten alle drei das gleiche. Da kann man dann auch gleich das nutzen, was mitgeliefert wird, was ich aus der App heraus abonnieren kann und was aus der App heraus am günstigsten ist.
(AppStore Wegelagerei)
 

Misto

Prinzenapfel
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Erfolg ist immer relativ. Hat Spotify überhaupt schon mal Gewinn abgeworfen? Aktuell steigen die Verluste prozentual gesehen wieder schneller als der Umsatz. Wenn ich das richtig im Kopf habe, hat Spotify in seiner 13jährigen Geschichte mal gerade in 2 Quartalen (!) Gewinn gemacht.

Letztendlich zählt bei Apple, was unter dem Strich übrig bleibt, dazu sagt die Bilanz für das Segment Services nichts aus.

Apple wird es wissen und Verlustbringer ziemlich schnell wieder einstampfen. Aber derzeit ist der Services-Bereich eher der Umsatztreiber bei Apple.

Neben Apple soll Samsung der einzige Konzern sein, der wirklich Geld mit Smartphones verdient. Gut, Huawei wohl auch noch. Der Rest macht Verluste. Absatzzahlen alleine sind nicht alles.
 
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saw

Cox Pomona
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Ja, die Services laufen insgesamt wirklich schlecht, das sieht man an den aktuellen Quartalszahlen.
Wie viel davon entfällt auf Apple TV+, Apple Card, Apple News+, Apple Arcade?
Wenn man von den grob 1,7 Milliarden Wachstum, mal die neuen Apple Musik Abonenten abzieht, bleibt nicht viel Umatzwachstum übrig. Davon ausgehend das die Cloud und Appstoreumsätze nicht eingebrochen sind, dürften die neuen Dienste zum Umsatz nicht viel beitragen.
 

Verlon

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Ich denke das Problem ist der Zeitpunkt. Es heißt immer Apple mache Dinge spät - dann aber richtig. Bei all den Services letztes Jahr macht Apple aber defakto nichts wesentlich anders - oder zumindest nicht besser ;)
jo, so sehe ich das auch. Bei den Services macht Apple eben nichts wirklich besser, sondern startet nur mit Verspätung. Der Rückstand wird auch nicht innerhalb von wenigen Monaten aufholbar sein, das dauert Jahre. Kann aber langfristig trotzdem der richtige Weg sein.
 

MichaNbg

Millets Schlotterapfel
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Also ich würde bezweifeln, dass Apple Music in einer transparenten Kalkulation Gewinn abwirft. Auch oder weil sie nach eigener Aussage sogar höhere Kosten tragen. Aber sie können es eben aus anderer Quelle finanzieren. Im Zweifel durch die eigene Konkurrenz.

Und da sind wir dann wieder bei der Problematik, dass der Plattformbetreiber iOS gleichzeitig auch Herrscher über den einzigen AppStore mit derzeit unregulierten Zugangsbedinungen und Preisen ist und zusätzlich in Konkurrenz steht, was es ihm ermöglicht, Konkurrenz von zwei Seiten anzugreifen und sich auf die ein oder andere Art schadlos zu halten. Hatten wir zwar schon ein paar mal diskutiert, aber in Kürze:
- Quersubventionierung der konkurrierenden Services durch das Hauptgeschäft (was man bsp. Microsoft ständig anlastet und kritisiert)
- an den Einnahmen der Konkurrenz verdient man automatisch einen (viel zu?) großen Teil mit
- durch die Zwangsabgabe in der Höhe von 10-30%(!!) müssen Konkurrenten automatisch viel teurer werden, wenn sie ihre Kosten im Blick haben, denn diesen massiven(!) Kostenblock hat Apple ja bsp. nicht in der Kalkulation
- versucht die Konkurrenz diese Kosten zu umschiffen, müssen sie ihren Kunden drastische Komforteinbußen zumuten. Abonnement nicht aus der App heraus. Kein Hinweis aus der App heraus, wo man das Abo abschließen kann. Keine Kontaktaufnahme, wo man das Abo günstiger abschließen kann
 

Verlon

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Und da sind wir dann wieder bei der Problematik, dass der Plattformbetreiber iOS gleichzeitig auch Herrscher über den einzigen AppStore mit derzeit unregulierten Zugangsbedinungen und Preisen ist und zusätzlich in Konkurrenz steht, was es ihm ermöglicht, Konkurrenz von zwei Seiten anzugreifen und sich auf die ein oder andere Art schadlos zu halten.
eine immer wieder aufkommende Problematik... und Apples oft vorgetragenes Argument, dass alle gleich behandelt werden (und es somit fair ist), stimmt so auch nicht. Amazon musste nur 15% statt 30% zahlen:


btw. die ganzen internen Mails, die jetzt im Rahmen des Prozesses veröffentlicht werden, geben schon einen sehr interessanten Einblick in die Internas der Unternehmen.
 
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MichaNbg

Millets Schlotterapfel
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Und fair wäre es nur dann, wenn Apple gleichzeitig nickt auf diesen Märkten selbst mitspielen würde. Heißt bsp keinen Music Streaming Dienst anbietet. Dann haben Amazon, Deezer, TIDAL, pandora usw (in der Theorie) wirlich alle die gleichen Bedingungen.

So ist es aber eben nicht. Weder in Theorie noch in der Praxis.
 

Martin Wendel

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und Apples oft vorgetragenes Argument, dass alle gleich behandelt werden (und es somit fair ist), stimmt so auch nicht. Amazon musste nur 15% statt 30% zahlen:
Wie kann man denn einerseits diese Meldungen haben, und andererseits weiterhin behaupten, alle gleich zu behandeln? Entweder Apple lügt oder hinter der 15 Prozent Sache steckt noch mehr dahinter.