Also so dieses: Einerseits hab ich alles was ich will, bin voll ausgestattet und es reicht mir auch auf "Jahre hinaus"...und andererseits dieses: Ich will dass Apple die Mördermaschine raushaut und am besten noch mit martialischer Werbung dazu, damit "man" (Mann?!) wieder weiß wer im IT-Bereich der Innovationsmotor ist.
Das ist ja auch wieder eine Interpretation meiner Aussage, die ich gar nicht im Sinn hatte... Ich halte den Werbespot auch nicht für den besten von Apple, aber damals war gefühlt halt der G5 eine wirklich große Nummer. Er fiel zusammen mit der Phase, als Apple wieder Land gewinnen konnte, als Jobs Rückkehr langsam die ersten Früchte trug.
Die Apple-Aktie, die Ende 2003 bei mageren 10$ lag, konnte in 2004 ihren Wert verdreifachen und damit begann langsam der Wiederaufstieg Apples. Die Zeit, in der der G5 begann, reihenweise die betagten G4 oder G3 in den Agenturen abzulösen, in der OS X mit Panther und Tiger langsam seine Kinderkrankheiten loswurde, das war schon eine spannende Zeit.
Ich bin selbst keiner dieser "verbitterten Pro-User" - aber ich kann viele von denen ansatzweise verstehen. Ende der 90er wollten viele dem Mac abschwören; Als dann die neuen Powermacs 2003 herauskamen, sah es für den Agentur-, Foto- oder Videobereich erstmal so aus, als würde Apple den Pro-Bereich wieder richtig rocken. Displays in 30 Zoll, neue Auflagen der Pro-Softwarepakete, all das kam rund um den neuen G5.
Rückblickend muss es für diese Klientel wirklich so aussehen, als hätte Apple sie seit 2007 sträflich vernachlässigt. "Consumerization of IT" ist eine tolle Sache - für Lieschen Müller und Co. Das ist keine Kritik an Apples Politik - Alle Lieschen Müllers dieser Welt spülen so viel Geld in Apples Kassen, das können "die paar" Freelancer, Videoeditoren, Fotografen und 3D-Artists garnicht aufbringen...
Aber verstehen kann man "deren" Kritik, dass sie nicht vor fünf Jahren klar gesagt bekamen: "Kauft Euch Windows-Maschinen, wir wollen Euch nichts konkurrenzfähiges mehr liefern" - sondern dass man sie einfach langsam ausbluten ließ.
Keine Ankündigung, keine Dementi, statt dessen ein Computer, der mit Nehalem-CPUs, USB 2.0 und ohne Thunderbolt immer noch dem Stand von 2009 entspricht. Und seit Jahren das Gefühl, dass gerade nach dem Switch auf Windows dann doch ein toller neuer Mac Pro herauskommt...
Das betrifft nicht die Gesamtheit der "Pro-User" - wir hatten das in einem anderen Thread bereits. All die Rechtsanwälte, Autoren, Consultants, Counterkräfte, etc. sind mit ihren Macs bestens bedient! Aber wenn im Kontext von Apple der Begriff "Pro-User" fällt, dann ist der meist enger gefasst, auf die o.g. Kunden bezogen, die aufgrund ihrer Arbeit im kreativ-schöpferischen bereich auch sehr hohe Leitung von ihrem Computer abfordern.
Mit dieser Erklärung hast Du dann auch den Grund, warum ich selbst mit meiner IT-Infrastruktur auskomme, mir aber dennoch wünschen würde, dass Apple einen neuen Mac Pro herausbringt, der es leistungstechnisch wieder mit den HP-, Lenovo- oder Dell-Workstations aufnehmen kann (Aktuell bringen die bei Geekbench so in etwa die doppelte Punktzahl wie der Mac Pro, d.h. doppelt so schnell, d.h. halb so viel Zeit für komplexe Arbeiten, d.h. doppelt so viele Aufträge am Tag, d.h. doppelt so viel Geld --> und ja, das ist
absichtlich so einfach und platt formuliert...).
Mir gefällt einfach der Gedanke, dass Apple auch in ein paar Jahren noch eine Alternative für Kreativwirtschaft und Wissenschaft ist, nicht nur für den Dienstleistungs- und Privatsektor. Weil ich diese Firma mag. Mehr nicht.