Ja. Von vorne her betrachtet, stimmt Deine Denke.
Von hinten her betrachtet, stellt Apple wegen der neuen Geräte,
für mehr als 5 Jahre alte Geräte keine Ersatzteile / Service mehr bereit.
Wir bräuchten also "extended support" Geräte für alle Kunden (Consumer + pro),
die nicht alle 3 Jahre ein neues Gerät wollen ...
Es gibt definitiv keine klare gesetzliche Regelung zur Ersatzteilvorhaltung. Die meisten Gerichte gehen eher den Weg, zwischen geschäftlicher Abschreibungsdauer und effektiver Nutzungsdauer zu entscheiden.
Ein Monitor z.B. wird meist über 2,3 Rechnergenerationen (um 8 Jahre) betrieben, aber ein Computer ist ebenso wie ein Monitor nach 3 Jahren abgeschrieben.
Somit halten die meisten Computerhersteller 3-5 Jahre Ersatzteile bereit, auch auf Grundlage von 3-jährigen Garantien - Denn hier gehen die Gerichte davon aus, dass Ersatzteile auch eine gewisse Zeit nach einer Herstellergarantie verfügbar sein müssen, in jedem Fall jedoch innerhalb einer möglichen Garantiezeit.
Selbst bei Kfz gibt es keine klare Regel, manch Hersteller hat für manche Fahrzeuge manch Teil bereits nach 6,7,8 Jahren nicht mehr im Programm. Die meisten haben aber als sogenannte Selbstverpflichtung 10 Jahre angesetzt, für Oberklassefahrzeuge oder ggf. auch Fahrzeuge die einem speziellen "Kult" unterliegen haben manche Hersteller eine Art "Classic Parts" etabliert.
Bei Computern muss man ganz ehrlich sagen, dass die Entwicklung so schnell voranschreitet, dass 5 Jahre schon als lange Zeitspanne zu beurteilen ist. Apple-Rechner werden geschäftlich wohl meist um 3 bis 5 Jahre betrieben (um dann eben mit aktueller, schnellerer Hardware zu arbeiten, kenne ich von mir selber schon so). Nach dieser Zeit (oder eben sogar auch länger, wie wir oben mit einem Rechner von 2001 gesehen haben) gehen viele Geräte in den Gebrauchtmarkt, bei sehr langer Nutzungsdauer dann sogar noch in den Ersatzteilemarkt. Bei billigen/günstigen Notebooks kann es ohne weiteres passieren, dass bereits nach 2,3 Jahren keine Teile mehr vorliegen, zumal diese Geräte nach 3 Jahren auf dem Gebrauchtmarkt meist eh nichts mehr bringen.
Apple mit der Selbstverpflichtung auf mind. 5 Jahre liegt damit, so denke ich mal, sogar eher an der Spitze der Computerhersteller.
Wobei ich natürlich in Bezug auf den Artikel auch sagen muss, dass man allgemein mit der Bezeichnung "geplante Obsoleszenz" eher versteht, dass bestimmte Teile/Bauteile eines Gerätes nach einer vorherbestimmten Zeit nicht mehr funktionieren.
Ein neues und - wenn manchmal auch nur marginal - besseres Gerät herauszubringen macht für mich ein altes noch lange nicht obsolet. Im Gegenteil, mein iMac mid 2010 wurde erst letzte Woche noch mit SSD aufgerüstet. Seitdem gibt es 2 neue iMacs, das macht meinen nun wirklich nicht altmodisch und überholt.
Warum sollte das also mit einem iPad anders sein?
In einer bereits sowieso "überregulierten" Welt sollte man die Kirche schon mal im Dorf lassen. Auf der anderen Seite sollte man Produzenten auch nicht einfach gewähren lassen, wie man gerade wieder mal in den Medien so schön an den "Pferdiggerichten" sieht.