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iPad: Sammelklage wegen geplanter Obsoleszenz in Brasilien

Verstehe ich nicht. Andere Hersteller bringen Notebooks, Tablets und Smartphones mit viel kürzeren Abständen und teilweise sehr kleinen Änderungen heraus, und alle diese Produkte werden in den großen Elektronikhäusern abverkauft ohne auf den Nachfolger hinzuweisen, aber beim iPad wird nun geklagt?
 
[...]Ja, Apple macht(e) tolle Produkte, aber es ist offensichtlich, dass man die Hardware auch im iPad 3 hätte verbauen können.[...]
Du musst ja über ein schier unglaubliches Insiderwissen verfügen. Oder ist diese Behauptung nur wieder das übliche Produkt aus selbstgefälliger Besserwisserei und vorurteilsbehafteter Ahnungslosigkeit? Mhm... :-/

Das ganzer ist rechtlich eine geniale Konstruktion, mal gespannt, ob die damit durchkommen. :-D
Quatsch mit Soße, in Wirklichkeit ist das Ganze kompletter Bullshit.
Stützt sich doch die gesamte Anklage auf die abstruse Behauptung, Apple hätte schon beim Launch des Gen. 3 iPads Anfang 2012 vorsätzlich und geplant "Schwachstellen" eingebaut. In Form von "veralteten" SoCs und Steckern. Jep.
Weil die neuen Sachen waren ja da schon längst fertig, stimmts Olli? Aber fies, wie Apple nunmal ist, haben sie erstmal noch schnell das "alte" Zeug verkloppen wollen. Mistkerle!
Jetzt mal im Ernst, wie blöd ist das denn? LOL :D
 
Ja. Von vorne her betrachtet, stimmt Deine Denke.
Von hinten her betrachtet, stellt Apple wegen der neuen Geräte,
für mehr als 5 Jahre alte Geräte keine Ersatzteile / Service mehr bereit.

Wir bräuchten also "extended support" Geräte für alle Kunden (Consumer + pro),
die nicht alle 3 Jahre ein neues Gerät wollen ...

Es gibt definitiv keine klare gesetzliche Regelung zur Ersatzteilvorhaltung. Die meisten Gerichte gehen eher den Weg, zwischen geschäftlicher Abschreibungsdauer und effektiver Nutzungsdauer zu entscheiden.
Ein Monitor z.B. wird meist über 2,3 Rechnergenerationen (um 8 Jahre) betrieben, aber ein Computer ist ebenso wie ein Monitor nach 3 Jahren abgeschrieben.
Somit halten die meisten Computerhersteller 3-5 Jahre Ersatzteile bereit, auch auf Grundlage von 3-jährigen Garantien - Denn hier gehen die Gerichte davon aus, dass Ersatzteile auch eine gewisse Zeit nach einer Herstellergarantie verfügbar sein müssen, in jedem Fall jedoch innerhalb einer möglichen Garantiezeit.
Selbst bei Kfz gibt es keine klare Regel, manch Hersteller hat für manche Fahrzeuge manch Teil bereits nach 6,7,8 Jahren nicht mehr im Programm. Die meisten haben aber als sogenannte Selbstverpflichtung 10 Jahre angesetzt, für Oberklassefahrzeuge oder ggf. auch Fahrzeuge die einem speziellen "Kult" unterliegen haben manche Hersteller eine Art "Classic Parts" etabliert.
Bei Computern muss man ganz ehrlich sagen, dass die Entwicklung so schnell voranschreitet, dass 5 Jahre schon als lange Zeitspanne zu beurteilen ist. Apple-Rechner werden geschäftlich wohl meist um 3 bis 5 Jahre betrieben (um dann eben mit aktueller, schnellerer Hardware zu arbeiten, kenne ich von mir selber schon so). Nach dieser Zeit (oder eben sogar auch länger, wie wir oben mit einem Rechner von 2001 gesehen haben) gehen viele Geräte in den Gebrauchtmarkt, bei sehr langer Nutzungsdauer dann sogar noch in den Ersatzteilemarkt. Bei billigen/günstigen Notebooks kann es ohne weiteres passieren, dass bereits nach 2,3 Jahren keine Teile mehr vorliegen, zumal diese Geräte nach 3 Jahren auf dem Gebrauchtmarkt meist eh nichts mehr bringen.
Apple mit der Selbstverpflichtung auf mind. 5 Jahre liegt damit, so denke ich mal, sogar eher an der Spitze der Computerhersteller.

Wobei ich natürlich in Bezug auf den Artikel auch sagen muss, dass man allgemein mit der Bezeichnung "geplante Obsoleszenz" eher versteht, dass bestimmte Teile/Bauteile eines Gerätes nach einer vorherbestimmten Zeit nicht mehr funktionieren.
Ein neues und - wenn manchmal auch nur marginal - besseres Gerät herauszubringen macht für mich ein altes noch lange nicht obsolet. Im Gegenteil, mein iMac mid 2010 wurde erst letzte Woche noch mit SSD aufgerüstet. Seitdem gibt es 2 neue iMacs, das macht meinen nun wirklich nicht altmodisch und überholt.
Warum sollte das also mit einem iPad anders sein?
In einer bereits sowieso "überregulierten" Welt sollte man die Kirche schon mal im Dorf lassen. Auf der anderen Seite sollte man Produzenten auch nicht einfach gewähren lassen, wie man gerade wieder mal in den Medien so schön an den "Pferdiggerichten" sieht.
 
Also geplante Obsoleszenz bedeutet ja eher das etwas bewusst so fabriziert wurde das es nach "berechenbarer" Zeit defekt geht. Das ist hier wohl eher nicht der Fall. Der Vorwurf lautet vereinfacht: Apple verkaufte Produkte obwohl neuere Technnologie bereits entwickelt war. Aber das ist in der Tat mehr als an den Haaren herbeigezogen. Denn wenn man das vehement zu Ende denken würde bedeutet das, dass ich kein Produkt mehr verkaufen darf sobald ich eine verbesserte Version im Petto hätte. Das ist total weltfremd. Auch wüsste ich kein Gesetz den Kunden darüber in Kenntnis zu setzen da etwas neues kommt. Und machen wir uns nicht vor: Die Gerüchteküche brodelt bereits eine Woche nach einem neuen Apple Release um das neue Produkt. Das macht die Lager mit den bereits produzierten Produkten auch nicht leerer. Und auch Apple verschibt ganz gerne mal einen Release. Die nächste Folge wären dan Klagen weil das versprochene Produkt nicht rechtzeitig zu meinem Job verfügbar war? Ach nee. das ist bekloppt.

Was man viel eher unter dieser Klage hätte laufen lassen können sind Sachen wie Siri (als ob ein 4er iPhone das nicht auch könnte) oder iBooks Author welches gezielt durch Programmierung nur für das aktuellste Betriebssystem bereitgestellt wurde und somit "unwissende" aber "habenwollende" Kunden zum Kauf des neuen OS X bewegt hatten.

Das ist geplante Obsoleszenz, weil hiermit vile auch wiederum zu einem Hardware Upgrade gezwungen werden. Apple ist also garantiert nicht der Good-Guy in der Geschichte, aber diese Anklage verfehlt den angreifbaren Punkt. Nun bin ich nicht über die Gesetzeslage in Brasilien aufgeklärt, kann mir aber schwer vorstellen das man damit durchkommt, weil die komplette kapitalistische Ausrichtung einer jeden Firma damit in Frage gestellt wird. Und nein ich wähle nicht FDP sondern versuche realistisch zu bleiben.
 
Ich kaufe mir ein Produkt immer erst dann, wenn das alles hat was ich erwarte und brauche! Daher habe ich auch gewartet bis das iPad3 kam und mir die Vorgänger nicht geholt.
Also habt Geduld und überlegt auch selber was IHR wirklich braucht und lasst es euch nicht bei jedem neuen Produkt vom Hersteller immer wieder einreden, was ihr angeblich unbedingt braucht! ;-) Der will natürlich Geld verdienen, aber das soll sein Problem sein und nicht das unsere!!
Meist wird dann nur die ersten Tage aus Neugierde mit den neuen Funktionen herumgespielt und dann nie mehr benutzt.
Deshalb ärgert man sich dann auch nicht, wenn der Nachfolger schon am nächsten Tag kommen würde, weil er ja dann nix hat, was man am Vorgänger vermisst hätte.
Der einzige Grund, mir jetzt vielleicht das 5er iPad zu holen, ist der neue 128 GB Speicher, weil ich bei meinen 64 GB schon arg an der Grenze bin.
 
Ich verklage Apple auch. Als ich mir das iPad2 holte war das dreier schon auf dem Markt ... und niemand hat's mir gesagt!
 
Das ist so ungefähr das dümmste, dass ich in letzter Zeit gelesen habe.
 
Was man viel eher unter dieser Klage hätte laufen lassen können sind Sachen wie Siri (als ob ein 4er iPhone das nicht auch könnte) oder iBooks Author welches gezielt durch Programmierung nur für das aktuellste Betriebssystem bereitgestellt wurde und somit "unwissende" aber "habenwollende" Kunden zum Kauf des neuen OS X bewegt hatten.

Das ist geplante Obsoleszenz, weil hiermit vile auch wiederum zu einem Hardware Upgrade gezwungen werden.

Das ist eben einfach absoluter Blödsinn.

Mein iPhone 3GS tut immer noch hervorragend seinen Dienst. Nur weil ein paar neue Funktionen darauf nicht laufen soll es also obsolet sein? Was soll das? Wenn eine Glühbirne wissentlich so gebaut wird das sie nach 2000h den Geist aufgibt obwohl sie auch 10000 halten könnte, trifft das zu. Aber doch nicht weil man von ein paar Funktionen ausgeschlossen wird!
Diese Geisteshaltung ist für mich Ausdruck unserer Konsumkultur die mMn absolut perverse Ausmasse angenommen hat.
 
Alles lächerlich! Wer sich etwas kauft, egal was, kauft es, weil es ihm so gefällt, wie es ist. Es wird ja keiner gezwungen!
 
Ich finde es auch reichlich lächerlich da jetzt ausgerechnet Apple zu verklagen, wo doch die Lebenszyklen derartiger Geräte bei Apple im Vergleich zur Konkurrenz noch ganz gut sind. Ich denke da wollte nur jemand ein bisschen Medienwirbel erzeugen. Offenbar erfolgreich.
 
Ich denke da wollte nur jemand ein bisschen Medienwirbel erzeugen.
Da bin ich mir nicht sicher. Ich habe eher den Eindruck, dass mehr und mehr Menschen mittlerweile wirklich so drauf sind, dass sie der Staat vor allem schützen soll und man sich um Gottes willen bloß nicht selber informieren und auch nicht nachdenken muss (warum ist das Nahrungsmittel bloß so billig?) und auch niemals nicht auch nur ein minimales Risiko eingeht. Vollkaskomentalität eben.

Das macht mir etwas Angst, denn so steuern wir auf eine Diktatur zu.
 
Die Figur der "geplanten Obsoleszenz" ist sicherlich eine geniale Sache. Das ist aber die Atombombe oder eine raffinierte Foltermethode auch. Die Folgen sind allerdings verheerend.

Es wird interessant, zu sehen, ob die brasilianischen Gerichte die Klage abweisen oder ob der dortige Gesetzgeber tätig wird.

Im Falle einer Verurteilung wird Apple sich wahrscheinlich überlegen müssen, sich aus dem brasilianischen Markt zurückzuziehen. Ich habe aber keine Ahnung, wie "wichtig" Brasilien ist.

Mir jedenfalls stand ein Bild vom überfressenen und verwöhnten Verbraucher, dem es zu gut geht, vor Augen, als ich den Artikel las.
 
Es wird interessant, zu sehen, ob die brasilianischen Gerichte die Klage abweisen oder ob der dortige Gesetzgeber tätig wird.
Wenn da was rauskommen sollte, dann gibt es für Firmen, die dort Consumer-Produkte verkaufen, vernünftigerweise nur 2 Möglichkeiten.

1) Nix wie weg da, oder
2) Niemals wieder eine Produktverbesserung anbieten

Ob es das ist, was die Menschen wollen?
 
Mich würde ja mal interessieren, wo dem Kunden ein Schaden entstehen soll, wenn ein neues Modell auf den Markt kommt? Als er sich für das Gerät entschieden hatte, bot es doch anscheinend alles, was für ihn wichtig war. Da ist es vollkommen egal, ob schon was Neues "in der Pipeline war" (@MacBookPro@Olli). Zudem ist mir nicht klar, wie man dabei dann auf "geplante Obsoleszenz" kommt, die laut Definition besagt, daß minderwertige Bauteile verbaut werden, so daß Geräte früher als nötig einen Defekt aufweisen.

Tolle Sache, wenn das wirklich durch käme. Genau solche Gesetze brauchen wir, aber das ist natürlich nichts für die ganzen FDPler hier im Forum, die sind ja für einen freien Markt ohne Eingriff des bösen Staates.
Genau genommen ist das für niemanden etwas, der auch nur ein Wenig logisch denken kann und nicht immer die Schuld bei den anderen sucht. :)
 
Das iPad3 war/ist doch angesichts des Preisunterschiedes gegenüber dem iPad4 eine attraktive Alternative. Was gibt's da zu klagen?
 
Die geplante Obsolenszenz läuft bei Apple eh über die Software, nicht über die Hardware.

Mir kann man nicht erzählen, dass das man es nicht verhindern kann, dass z.B. das iPad 1 mit iOS 5 so extrem träge ist. Falls nicht, hätte man das Update nicht freigeben dürfen.

Oder der faktische Ausschluß vom iPhone 3G aus dem Appstore.