Investoren fordern mehr Features elterlicher Kontrolle

Jan Gruber

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Investoren fordern mehr Features elterlicher Kontrolle



Die Investmentfirma Jana Partners LLC und der Pensionsfond kalifornischer Lehrer fordern von Apple die Verbesserung der elterlichen Kontrolle in iOS. Damit soll der Smartphone-Sucht von Kindern entgegengewirkt werden. Neben der medialen Aufmerksamkeit wird Apple noch andere Beweggründe haben, sich mit diesem Ansinnen näher zu befassen. Die beiden Verbände halten Apple Aktien im Wert von zwei Milliarden Dollar.

Apple soll aber nicht nur neue Features zur Kontrolle einbauen, vielmehr soll der Konzern auch Studien in Richtung der Kinder und Jugendlichen durchführen bzw. finanzieren. Auch wirtschaftliche Empfehlungen werden abgegeben: Nur mit einer aktiven Beschäftigung mit diesem Thema soll der Börsenwert gehalten werden. Sonst soll die Abwendung der Konsumenten drohen. Die Anliegen wurden als öffentlicher Brief auf der Seite Think Differently about Kids veröffentlicht.
New Tools and Options: Based on the best available research, enhancing mobile device software so that parents (if they wish) can implement changes so that their child or teenager is not being handed the same phone as a 40-year old, just as most products are made safer for younger users. For example, the initial setup menu could be expanded so that, just as users choose a language and time zone, parents can enter the age of the user and be given age-appropriate setup options based on the best available research including limiting screen time, restricting use to certain hours, reducing the available number of social media sites, setting up parental monitoring, and many other options.​

Prominente Berater für mehr elterliche Kontrolle


Beraten wurden die beiden Verbände durch bekannte Stars wie den Sänder Sting oder die Nonne Patricia A. Daly. Beide waren bereits im Kampf gegen die umweltschädliche Vorgangsweise von Exxon Mobil im Einsatz.
 

Fresh_Prince

Kantil Sinap
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Da wäre ich dafür. Man könnte sich ein paar Dinge bei den Fire Geräten von Amazon abschauen. Nutzzeitbegrenzung etc. usw..
 

joschijoschi

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Ich berate Eltern beruflich genau zu diesem Thema und muss eigentlich sagen, so wie die Einstellmöglichkeiten von Apple momentan sind, kann ich nur dazu raten, Kindern bei den Einschränkungen zumindest den Browser und den Appstore zu verbieten. Außerdem rate ich dringend, keinerlei Spiele auf das Kinderiphone zu machen, weil sich die Medienzeiten nicht einstellen lassen. Die Kinder haben die Iphones immer bei sich und "zocken" dann auch dann, wenn die Eltern keine Kontrolle haben. Ich kenne so gut wie keine Familien, die das vernünftig in den Griff bekommen haben. Mein Tipp ist, dafür die Spiele auf ein "Familienipad" zu machen und dann die den Kindern dann ganz gezielt für eine bestimmte Zeit in die Hand zu geben, z.B. eine halbe Stunde nach den Hausaufgaben oder so.
Mir ist nur ein System bekannt (ourpact) bei dem man gezielt Screentime nur für bestimmte Apps der Kinder auf dem Iphone definieren kann, aber das kostet 7 Euro im Monat und ist verdammt kompliziert zu installieren. Ich kenne niemanden (außer mir) der das einsetzt.
Von daher wäre es extrem sinnvoll, vor allen Dingen selektiv Nutzungszeiten direkt in IOS selektiv für bestimmte apps einstellen zu können.
 

Jan Gruber

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Er hat Amazon Fire ,... äh ne ,... Jehova gesagt ;p
Spaß bei Seite: Multi-User wäre ja mal wirklich was ,... auch wenn das nur bedingt mit dem Thema zu tun hat. Die Fire Kids Geschichte ist generell wirklich sehr vorbildlich!
 

joschijoschi

Süsser Pfaffenapfel
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... die Kinder zocken auf ihren iphones, da bringt multiuser gar nix, das Problem sind Mediennutzungzeiten, nicht generelle Recht.
 

staettler

Seestermüher Zitronenapfel
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Das ist kein modernes Problem. Auch früher haben die Eltern die Kinder in den Kindergarten gebracht mit der Hoffnung, dass die Erzieher diese Aufgabe für Sie erledigen. Früher war es der Fernseher, heute das Smartphone. Und auch diese Kinder werden wieder etwas in dieser Art bekommen.
 

elcerrito

Empire
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Das Problem ist, dass Eltern heutzutage nicht mehr erziehen können...
Das ist natürlich eine ziemliche Pauschalierung, aber im Grunde kann ich das als Vater zweier Kinder so stehen lassen. Dabei liegt es nicht unbedingt (nur) an den Eltern, sondern an den sehr gestiegenen Anforderungen durch die Technik. Die schulische und private Nutzung von Computern/Smartphones zu trennen, ist kaum mehr möglich. Wir haben zumindest den Kindern ein 'Kinder-WLAN' eingerichtet, das in der Summe nur für ein bestimmtes Zeitkontingent zur Verfügung steht. Aber natürlich funktionieren die Geräte auch ohne WLAN. Die Kinder verwalten aber außerdem ihre 'mobilen Daten' (per Taschengeld) selbst, so dass strenges eigenes Haushalten gefordert ist. Wenn leer, dann leer (oder sehr gedrosselt). Auch, wenn die Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich der Einschränkungen in iOS schon sehr begrenzt sind, sind hier natürlich auch einfach mal die Eltern gefragt, ihre Kinder zum Brettspiel, Fahrradfahren oder Malen zu animieren. Die Erzieher sind grundsätzlich erst einmal die Eltern, nicht der Kindergarten. Viele Eltern resignieren bei diesem Thema frühzeitig und sehen die Schuld zu schnell bei der ach so bösen Hardware. Übrigens sehe ich mich bei diesem Thema durchaus selbst noch mit in der Pflicht. Unterm Strich bin ich aber schon der Auffassung, Apple sollte hier Funktionen nachlegen.
 

MichaNbg

Biesterfelder Renette
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Multiuser wäre zumindest am iPad längst überfällig. Papa Zugang, Mama Zugang und dann noch einen personalisierten für das Kind oder einen allgemeinen „Kids Mode“.

Der dann zeitlich begrenzt und auf bestimmte Funktionen eingedampft.

Smartphones sind ein schwieriges thema. Die kann man nicht so leicht kontrollieren wie Spielzeug früher. Und hat man bestimmte Dinge einfach weggenommen, wenn genug war. Wenn du einem Kind/Jugendlichen heute das Smartphone weg nimmst, kappst du ihm quasi den Freundeskreis ab. Dort hat vermutlich jeder eines, ständig verfügbar und man bespricht sich in WhatsApp Gruppen oder was auch immer heute angesagt ist. Holst du das Kind da für längere Zeit tagsüber raus, hast du ihm vermutlich nen Stempel auf die Stirn gedrückt.

Das ist etwas, das müsste gesamtheitlich gelöst werden.
 
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@elcerrito:
Das ist eine der objektivsten und differenziertesten Meinungen/Darstellungen, die ich bis heute dazu gelesen/gehört habe - Hut ab und 100% Zustimmung.
Da kommt noch was auf uns und die zukünftigen Generationen zu. Und es ist eben NICHT wie früher das Fernsehen - Fernsehen ist vor allem nicht bidirektional und kein Kommunikationstool! Und es wurde kein Kind damals wirklich ausgeschlossen, wenn es nicht "mitreden" konnte, weil es kein Raumschiff Enterprise, Bonanza, MTV what ever schauen konnte. DAS ist heute leider mit "entkoppelten" Kindern ohne eigenes Smartphone anders....Ist es das wirklich? Warum muß ein 9 jähriger ein eigenes IPhone haben? Als gäbe es nichts wichtigeres in der Welt.
Aber die Kids müssen eben lernen. damit umzugehen und da sind Eltern, die einen differenzierten Umgang mit den Dingern vorleben und nicht ständig selber das Ding vor der Nase haben, das Beste Vorbild.
Und ja, es wird Zeit, dass die Hersteller hier dringend Nachbessern.
 
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Bananenbieger

Golden Noble
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Also wenn ich an meine Kindheit zurückdenke: Da hatten wir Schüler den Informatikraum trotz Nanny-Software vollends unter Kontrolle. ;)

Heute sieht die Welt durch das mobile Internet natürlich anders aus, aber dennoch sehe ich dort nicht technische Maßnahmen an erster Stelle. Hier sind besonders die Eltern gefragt, die aber leider selber oft nicht über entsprechende Kompetenzen verfügen.

Zumal man Kindern eben viele Dinge auch einfach mal vorleben muss. Nicht umsonst haben (und das meine ich völlig wertungsfrei) übergewichtige Kinder meist auch übergewichtige Eltern.

Bei uns im Freundeskreis sind praktisch überall Smartphones oder Tablets während der Mahlzeiten beiseite gelegt. Unsere Tochter ist noch etwas zu klein für ein Smartphone, aber dennoch leben wir ihr das auch schon so vor.
 

Sauron

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Wie viele Kindergartenkinder haben denn inzwischen schon ein Smartphone? Ist das nicht etwas sehr früh? Kindergarten geht für mich bis zur Schule also bis 6 max. 7 Jahre und da hätten zumindest Kinder, die ich hätte, kein Smartphone.
 
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Bananenbieger

Golden Noble
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Wir wohnen direkt neben einer Grundschule und ich bin echt positiv überrascht, wie wenig Smartphones man auf dem Pausenhof und vor der Schule sieht.
 

_macminimal

Eierleder-Apfel
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Ich fordere noch deutlich MEHR rein automatische Überwachungs- und Steuerungselemente in Apple-Geräten! Wir alle müssen es endlich - im Sinne der Gesellschaft - hinbekommen, so ein iPhone sollte definitiv vollständig selbstständig in der Lage sein, unsere Kinder zu erziehen!

Hier sind mE einzig die App-Anbieter in der Pflicht.

Wenn es um ein einstellbares Zeitlimit (wow Android kennt sowas? Mega!) geht, braucht man doch nicht ein derartiges Zappzarrapp machen.
 

MichaNbg

Biesterfelder Renette
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Der Beissreflex der Apple Community ist immer wieder erstaunlich.

Aus einer sinnvollen Forderung (mehr Kontroll- bzw. Einstellmöglichkeiten für Eltern) wird sofort wieder abgeleitet, dass die Geräte die Kinder erziehen sollen, dass Eltern heutzutage ja gar nichts mehr tun, weshalb Kinder überhaupt Smartphones haben (ab wann sollte ein Kind denn ein Smartphone haben oder ab welchem Altern sollten sie auf dem elterlichen iPad spielen dürfen?) und außerdem wird alles immer sofort ins übertrieben lächerliche gezogen.

Und alle so yeah...
 

ullistein

Echter Boikenapfel
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Das Problem von exzessiver Mediennutzung durch Kinder ist sicher kein neues Phänomen und auch nicht ausschließlich eine Frage der elterlichen Erziehung. Meine Eltern mussten nachts die Sicherung rausdrehen, damit ich nicht die halbe Nacht durchlese. Allerdings wussten die von meiner Taschenlampe nichts ... :D

Es ist tatsächlich ein iOS-spezifisches Problem. Die üblichen Kindersicherungsapps, z.B. Salfeld, nützen auf dem iPhone wenig, da sie nicht so tief ins System eingreifen dürfen, dass ein mögliches Deinstallieren verhindert wird. Bei Android geht das wesentlich einfacher.
 
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