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Insight: Der Musik-Workflow Düsseldorfer Residents

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von Felix Rieseberg, 05.03.08.

  1. Felix Rieseberg

    Felix Rieseberg Seestermüher Zitronenapfel

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    Der Club 3001 in Düsseldorf ist momentan eine der angesagtesten Diskotheken Deutschlands: Erst Mitte Februar legte dort Moby auf, die Discoboys sind Stammgäste hinter dem Pult und immer wieder wird die Location von Firmen gemietet, um dort mit der Managementetage zu feiern. Mitten im Düsseldorfer Medienhafen herrschen höchste Ansprüche an die DJs: Micha und Crack T, beide Residents im 3001, ließen sich von uns über die Schulter schauen.

    Während Crack schon sehr früh als DJ vor allem auf HipHop-Events arbeitete, stieg Micha erst relativ spät in den Beruf ein und übertrat erst vor kurzer Zeit die Schwelle vom Gelegenheits-DJ zum gefragten Profi. Beide haben mit klassischen Platten angefangen, wechselten jedoch dann immer mehr zu einer digitalen Technik: Insbesondere die Tatsache, dass die Größe der Schallplatten die Musikauswahl am Set stark eingrenzt, birgt große Nachteile gegenüber digitaler Musik. "Mittlerweile hab ich all meine Musik digitalisiert - mit sauberen ID3-Tags organisiert und immer vor Ort", sagt Micha und auch Crack sieht dadrin den großen Vorteil: "Ich hab immer davon geträumt, so viel Musik mitnehmen zu können."

    [float=left][​IMG][/float]Bei Micha und Crack übernimmt das MacBook Pro einen wichtigen Teil der Arbeit: Anstelle großer Plattentaschen tritt die Festplatte. Dazu klassische Elemente: Zwei Techniks MK2 Plattenspieler, einen Pioneer DJM-600 Mixer und zwei CDJ 1000MK2 Digitaldecks. Für Micha gewöhnlich: "Clubstandard halt, das gleiche Deck habe ich auch zu Hause rumstehen." Den Weg vom Mac zum Deck übernimmt Serato Live Scratch: "Das ganze ermöglicht viel mehr Kreativität, Serato macht auf Knopfdruck perfekte Loops und man kann sich voll auf die Tracks konzentrieren.", sagt Micha. Crack, der im Gegensatz zu Micha noch stärker aus der HipHop-Ecke kommt, genießt vor allem die Möglichkeit, digitale Musik mithilfe von so genannten Timecode-Platten zu steuern. Auf der Vinylscheibe befindet sich keine Musik, sondern ein Signal, welches vom Mac ausgelesen werden kann und somit als Eingabegerät fungiert. Wenn man die Plattennadel an einer anderen Stelle ansetzt, springen auch die MP3s auf dem Computer an die richtige Stelle. "Als HipHop-DJ scratche ich relativ viel. Ich hab das vorher bei einem Kollegen mit Final Scratch mal ausprobiert, was mich zwar schon überzeugt hat, aber erst mit Scratch Live hatte ich das Gefühl, dass das Handling wirklich 'eins zu eins' ist.". Im eigentlichen Business rund um das eigentliche Auflegen gibt es Unterschiede: Wenn ein Club Crack T als DJ haben möchte, muss zunächst ein kurzer Fragebogen ausgefüllt werden: Was kommen da für Leute, wie groß ist der Laden, welche Musikrichtung? Der ausgefüllte Bogen wird dann vom Booker begutachtet, der - falls der Club in Frage kommt - sämtlichen Zahlen festmacht, darunter natürlich auch die Gage. "Das läuft nicht immer so, wenn ich die Leute direkt kenne, mache ich das auch selber. Aber meistens übernimmt Fabian [der Booker, Anm. d. Red] das." Micha ist zwar auch in einer Agentur, wird darüber aber hauptsächlich für Veranstaltungen gebucht. "Das ist dann mehr so Taschengeld". Wenn er für einen Club gebucht wird, so läuft das in der Regel über direkte Kontakte: "Die hören deine Musik, und wissen dann schon was sie bekommen - dann verhandelst du noch über den Preis und gut ist." Auf die Frage, wie sich sich für einen Abend vorbereiten, winken beide ab: "Das kann man nicht vorbereiten. Du musst dich als DJ ja auf den Abend und auf die Leute vor Ort einstellen."

    [float=right][​IMG][/float]Doch es gibt auch Nachteile: Micha wartet dringend auf ein neues MacBook Pro und erwartet auch ansonsten von Apple etwas mehr Gespür für Professionalität. Dazu gehört die Tatsache, dass es nach wie vor USB Dropouts gibt, bei denen USB-Ports nicht oder mit verminderter Leistung reagieren. "Und dann auch noch so wenige Ports. Das wäre ja kein Problem, wenn alles mit Firewire arbeiten würde - aber USB ist der Standard." Unabhängig davon ist der iTunes Store nach wie vor für DJs nur mittelmäßig geeignet: Da Apples DRM an iTunes und den iPod gebunden ist, muss man gekaufte Songs erst brennen, um sie anschließend wieder einzulesen. "Das ist richtig ätzend. Wenn ein Song als iTunes Plus verfügbar ist, ist das alles kein Problem: Man kann direkt damit arbeiten und erhält immerhin mit 256 kb/s kodiertes Material." Ein Punkt, in dem Apple schon oft kritisiert wurde. Denn ein Großteil des Materials ist mit 128 kb/s kodiert, eine Bitrate, mit der der Unterschied zwischen Datei und CD auch für Laien hörbar ist.

    [float=left][​IMG][/float]Auf die Frage, wie wichtig das technische Handwerk ist, haben die beiden eine klare Antwort: Nur das technische Können reicht nicht. Micha ist genervt: "Ich kauf mir auch keine große Kamera und behaupte anschließend, Fotograf zu sein. Jetzt gibt es aber viele Leute, die sich einen 600€-Laptop kaufen, irgendein Programm illegal aus dem Internet ziehen, sich die aktuellen Charts klauen und meinen, sie wären DJs. Das ist es aber nicht. Man muss einen Abend aufbauen und auf die Leute eingehen können." Crack bringt es auf den Punkt: "Und, ganz wichtig: Man sollte auch mit normalen Platten umgehen können. Beim Computer kannst du ja dank Visualizer schon fast ohne Lautsprecher mixen, du siehst ja wo die Beats sind. Bei einer Platte siehst du halt eine schwarze Scheibe - man sollte auch nach Gehör mixen können."
     

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  2. Catholic

    Catholic Lambertine

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    Der Bericht gefällt mir. Es wäre allerdings toll gewesen wenn noch etwas mehr Augenmerk auf die Technik gefallen wäre. Aber im Großen und Ganzen gut :)
     
  3. Gartenzwerg

    Gartenzwerg Leipziger Reinette

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    Richtig! :D
    Der Bericht gefällt mir auch, und es ist gut, dass sie auf DRM eingegangen sind, hoffentlich wird das bald geändert. Auch das sie auf illegale Programme eingegangen sind finde ich gut.
    Naja, USB Ports.. der soll sich ein MBA zulegen :p ;)
     
  4. ibook_g4

    ibook_g4 Gast

    da war ich schon öfters Vip
     
  5. AgentSmith

    AgentSmith Hochzeitsapfel

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    Klasse Bericht, wenn sich diese Insights zu einer Reihe entwickeln, dann wäre das großartig. Wirklich interessant zu lesen!

    (Und trotzdem hört ein Laie keine 128kbps AAC.. :p)
     
  6. Ionas_Elate

    Ionas_Elate Beauty of Kent

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    genau wie bei mir daheim :D saugut :)
     
  7. Head

    Head Freiherr von Berlepsch

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    netter bericht, zeigt eigentlich dass die jungs nix besonderes sind. wäre es mir nicht vor ein paar jahren zu langweilig geworden mit traktor meine beats zu syncen würd ich vielleicht da stehen? just kidding, aber irgendwie muss ich die herren doch erst hören um ihnen qualität anmuten zu können....
     
  8. 5381

    5381 Starking

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    Einzigste was du da mit 14 gekriegt hast warn "Stinkefinger" und n "Fuck You" hinter her... Sorry aber wenn ich sowas lese kann ich nicht anders...
     
  9. AGGy

    AGGy Ingrid Marie

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    @ 5381: Jep das ist genau auch mein Gedanke gewesen

    @ Head: Nunja es gehört wie gesagt mehr dazu als nur da rumzusitzen und die Lieder zu Syncen. Da ich halt hauptberuflich unter anderem DJ bin kommen einem immer mehr diese Pseudo Dorf Deppen DJs unter die Augen die wie schon geschrieben meinen sie haben n Laptop und können DJ sein. Die große Kunst ist es eine menge Empathie und Gespür für das Publikum mitzubringen und ein DJ der nur abwesend auf sein Notebook schaut will keiner sehen.

    Von daher wenn du soetwas kannst und meinst du schaffst das mit deinen Programmen eine Crowd zu begeistern leg doch einfach mal vor Publikum auf.
     
  10. Head

    Head Freiherr von Berlepsch

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    Ich bin seit 6 Jahren DJ. Aber ich mochte es nie - immer nur die Tracks von anderen zu spielen, blosses "Mixing", das is mir zuwenig. Deshalb bin ich auch seit ähnlich langer Zeit Liveact im elektronischen Bereich. Und das ist, verglichen mit dem DJ-Business wirklich hart (z.B. sitze ich jetzt seit eineinhalb Monaten an nem einstündigen Set für Mitte April).
    Da es mich nach Kärnten verschlagen hat kommt hier eh kaum einer mit meinem Sound klar - und ich muss wieder die DJ-Allüren rauskramen um überhaupt Musik machen zu dürfen (im Alternative-Bereich) - das is der schmale Grad zwischen "Musik machen wollen" und Prostitution.
     
  11. AGGy

    AGGy Ingrid Marie

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    Jop ums auf den Punkt zu bringen entweder ist man "Künster" oder man will Geld verdienen.
     
  12. AgentSmith

    AgentSmith Hochzeitsapfel

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    Ja, das Leben ist kein Wunschkonzert - schon klar!
    n diesem Fall nur leider grundverkehrt.
    Als Beweis wird der Scheiß hier zur Kunst erklärt
    Ey, Prost auf die Musik, die uns Jungs ernährt!
    (Fettes Brot - Hier drinne)

    Damit will ich nur leise widersprechen - nur weil jemand Geld verdient, heißt das doch noch lange nicht, dass er/sie kein Künstler mehr ist/sein kann.
     
  13. ibook_g4

    ibook_g4 Gast

    Wenn der Bruder eines Freundes Türsteher ist , ist das kein Problem ;)
     
  14. 5381

    5381 Starking

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    Ja und meine Mutter ist Gott, alles klar.

    Nur leider hilft dir da der Freund deines Bruders sowas in der Art wie gar nix vor allem nich mit 14 :eek::eek: :lol: Wenn du drin bist kriegste dann Bananensaft und RedBull wohhaaaaa :lol: ich schmeiß mich weg ^^

    Du bist echt n komischer Kautz und die beste Lachnummer nach Yoshi und dem anderem Vogel hier praxe oder so :lol:

    Noch nie nen Club von innen gesehn aber einen auf dicken macker machen... sorry das hilft dir hier auch nix außer du bist schwul xD :lol:
     
    #14 5381, 06.03.08
    Zuletzt bearbeitet: 06.03.08
    1 Person gefällt das.
  15. Mbblack

    Mbblack Reinette de Champagne

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    lass ihn doch einfach.. wenn er meint hier rum zu posen.. naja ich war mit 15 auch schon in clubs. also so unmöglich ist das nicht. aber 14 ist vielleicht doch ein bisschen jung.
     
  16. ibook_g4

    ibook_g4 Gast

    :D
    Neider!
     
  17. johnny_b

    johnny_b Querina

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    An den Verfasser: die Teller (zumindest die auf dem Foto) heißen Technics 1210 MK2.

    Zudem ist der DJ irgendwie unglaubwürdig, entweder er scratcht ODER er benutzt Serato, mit Serato geht das auf jeden Fall mal nicht, außer ein paar Wigga-Wigs auf der Kick...

    Und es stimmt leider, sorry, aber wer nicht Musik mixed sondern am Bildschirm, der wirds nie raffen...
     
  18. Head

    Head Freiherr von Berlepsch

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    das meine ich mit dem "untergang von apfeltalk".....
    können wir nicht nen "seniorenbereich" einrichten?
    oder nen kinderbereich in den alle unter 21 kommen, bis sie sich bewährt haben.

    das fänd ich echt klasse. mein schmunzeln auch.
     
  19. Head

    Head Freiherr von Berlepsch

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    ich sag ja, das is kein großes dinge - stinomucke für stinoleute, von denen die meisten eh keinen geschmack haben... aber ich würds nich machen, stichwort prostitution... es kotzt mich schon an wenn popmuschis (das ist sowohl männlich als auch weiblich gemeint) die auf der uniparty meine sammlung durchschauen und sagen "du hast ja garnichts was ich kenne!" - da freu ich mich immer und sag "doch, the rolling stones!".....

    und achja, dj´s die im itunes-store einkaufen? is klar dass die kaum innovative musik spielen...
     
  20. AgentSmith

    AgentSmith Hochzeitsapfel

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    Und für diese zwei enorm tiefsinnigen Mitteilungen hätte ein Beitrag nicht gereicht?
     

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