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Höchster Rückgang in sechs Jahren: Schweizer Uhrenexporte brechen ein

Martin Wendel

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Wie aus den monatlichen Statistiken des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie zu entnehmen ist, sind die Uhrenexporte des Landes im Oktober drastisch zurückgegangen. Im Vergleich zum Vormonat sind die Exporte um mehr als zwölf Prozent auf zwei Milliarden Schweizer Franken (ca. 1,85 Milliarden Euro) gesunken – der höchste Rückgang in den vergangenen sechs Jahren. Bereits in den Monaten Mai, Juli und September verzeichnete die Schweizer Uhrenindustrie Rückgänge von acht bis zehn Prozent.

Verantwortlich für das schlechte Ergebnis sollen vor allem die Uhrenexporte nach Asien und in die USA sein. Besonders Hong Kong sticht negativ hervor, wo die Exporte um 39 Prozent einsackten. "2015 ist für die Uhrmacher ein Jahr zum Vergessen", fasst Jon Cox, Analyst bei Kepler Cheuvreux in Zürich, das schlechte Export-Jahr zusammen. Unklar ist derzeit, welche Auswirkungen der Verkaufsstart der Apple Watch im April auf den Schweizer Uhrenmarkt hat. Ein Zusammenhang, wie er von vielen Blogs und Medien hergestellt wird, ist zwar durchaus denkbar, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt aber Spekulation.



Apple-Designer Jony Ive soll bereits vor fast einem Jahr behauptet haben, dass die Schweiz nun in Problemen sei. Dem pflichtete Swatch-Erfinder Elmar Mock bei. "Apple wird schnell Erfolg haben", so Mock in einem Interview im März. "Alles in der Preisklasse von 500 bis 1.000 Franken [ca. 465 bis 930 Euro] ist wirklich in Gefahr. Ich sehe eine Eiszeit auf uns zukommen." Mock verglich die Situation mit der Quarz-Krise der 70er- und 80er-Jahre, in der die Marktanteile von Schweizer Uhren stark zurückgingen, viele Manufakturen schließen mussten und 60.000 Leute ihren Job verloren.

Der Verkaufserfolg der Apple Watch ist inzwischen noch immer eine Art Mysterium. Apple hat sich bisher nicht konkret zur Anzahl der verkauften Uhren oder zum Umsatz geäußert. Andeutungen von Apple lassen lediglich den Schluss zu, dass es sich bei der Apple Watch bereits um ein Multi-Milliarden-Dollar-Geschäft für das Unternehmen handelt. Aktuellen Meldungen aus der Zulieferkette ist zu entnehmen, dass Apple bis Ende 2015 vermutlich mehr als zehn Millionen Apple Watches ausgeliefert haben wird.

Via 9to5Mac, BloombergBusiness & Handelszeitung

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Ha, der Apple-Wecker zerstört die eidgenössische Uhrmacher-Zunft. :)
 
Ach was.

Der Markt nach Meisterstücken aus Schweizer Hand wird nie gesättigt sein.
Es gibt ausreichend Uhrenliebhaber, Sammler und Neureiche die hier zugreifen werden.
Wer eine Uhr im oberen Preissegment haben möchte wird dann sicher nicht auf ein Produkt aus Asien oder den Apple-Wecker zurückgreifen.

Das Thema Uhr ist bei sehr vielen Menschen unglaublich emotional besetzt, mehr noch als ein Auto denke ich. Nächstes Jahr wird sich das alles wieder normalisieren.

Schuld an dieses Zahlen ist ausschließlich der permanente Reporting- und Analysewahn von Kaufleuten. Ich glaube die Edelschmieden von hochwertigen Uhren lassen solche Zahlen völlig kalt.
 
Verantwortlich für das schlechte Ergebnis sollen vor allem die Uhrenexporte nach Asien und in die USA sein. Besonders Hong Kong sticht negativ hervor, wo die Exporte um 39 Prozent einsackten.

Hat wohl eher etwas mit der Wirtschaft in den Regionen als mit der AW zu tun. Die ist alles, aber sicher keine Konkurrenz für hochwertige Uhren.
 
Russische Markt bricht halt auch weg....

Hat wohl eher etwas mit der Wirtschaft in den Regionen als mit der AW zu tun. Die ist alles, aber sicher keine Konkurrenz für hochwertige Uhren.
Eben... Uhren der 10.000 Euro und mehr Klasse haben nicht mit der AW zu tun...

Wie gesagt... der Schweizer Franken wird etwas dazu beitragen, dann der immense Einbruch der fehlenden russischen Kunden und so weiter...
 
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Ich sehe auch durchaus einen Zusammenhang zwischen Verkaufsstart der Apple Watch und dem Rückgang der Uhrenverkäufe ganz allgemein. (Was mir damals bei Ives Aussage etwas größenwahnsinnig vorgekommen ist). Ein Uhrenmacher meinte zu mir das Uhren, welche Männer zwischen 20 und 30 Jahren ansprechen sollen und zwischen 300€ und 500€ kosten wie Blei in den Regalen liegt. Richtig traurig wird es bei den "Smart Watches" von den Schweizern, welche herkömmliche Chronographen mit neuen Funktionen "aufwerten" wollen... das ist nichts halbes und nichts ganzes.

Edit um auf meine Vorredner einzugehen: natürlich ist die Apple Watch kein Konkurenzprodukt für Uhren, welche einige tausend Euro kosten und von Sammlern oder Liebhaber gekauft werden. Das meiste Geld wird jedoch mit Uhren unter 500€ gemacht und da gibt es definitiv einen negativen Effekt auf die Verkaufszahlen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sehe eher die Abkapslung des Schweizer Franken vom Euro als Ursache für den Rückgang der Uhrenverkäufe. Die Smart-Watches werden wohl auch ein Faktor sein, aber nicht der Haupthebel gewesen sein.
 
Die Smart-Watches werden sicherlich ein Faktor sein, jedoch kein besonders großer. Die Konjunktur in China ist derzeit leicht rückgängig, was direkten Einfluss auf das Einkaufsparadies Hong Kong hat.
 
Interessant, wie viele unterschiedliche Thesen es doch jetzt schon gibt.

Da haben wir die:

"der Markt für teure Uhren ist gesättigt" These, die
"reporting und Analysewahn von Kaufleuten" These, die
"schlechte Wirtschaft in den Regionen" These, die
"russische Kunden fehlen" These, die
"Apple Watch trägt Teil dazu bei" These, die
"Generation nach uns steht nicht mehr auf Luxusgüter" These, die
"Abkapselung des Schweizer Franken" These und die
"Konjunktur in China ist rückläufig" These.

Bin gespannt, was noch so kommt :)
 
Süß wie manche sich nun einbilden, Apple hätte dies (mit)zu verantworten [emoji8]

Manager einer Schallplatten-Press-Firma, 1985:
"Süß, wie manche hier denken, die Cassette hätte dies mitzuverantworten"

Manager einer Cassetten-Firma, 1990:
"Süß, wie manche hier denken, die CD hätte dies mitzuverantworten"

Manager eines CD-Press-Werks 2005:
"Süß, wie manche hier denken, digitale Downloads hätten dies mitzuverantworten"

iTunes1.jpg


Exkurs:
Eine
disruptive Technologie (engl. disrupt – unterbrechen, zerreißen) ist eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt. (...) Die neuen Märkte entstehen für die etablierten Anbieter in der Regel unerwartet und sind für diese, besonders auf Grund ihres zunächst kleinen Volumens oder Kundensegmentes, uninteressant...
(Wikipedia)
 
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Das Problem ist die hohe Frankenstärke, viele Hersteller ziehen ins Ausland und das ist nicht das erste Mal.
Das eigentliche Problem sind Menschen, die alles monokausal erklären wollen (leider wohl eine Mehrheit). Es ist IMMER eine Kombination aus verschiedenen Faktoren.
 
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Nun die Aussage ist ja recht allgemein gehalten. Schweizeruhr, bedeutet ja vom Billigwecker bis zu Blancepain so ziemlich alles. Daher wäre die Verteilung des Rückgangs nach Preissegment interessant. Ich z.B. trage eine Schütteluhr aus deutschschweizer Produktion und die Apfeluhr interessiert mich einen feuchten Kehricht. Die Seadweller von Rolex schon ehr. Was ich damit sagen will, der Markt für billig Wecker ist möglicherweise im Eimer weil kaum einer noch einen trägt, der ein Handy hat. Der Luxusmarkt ist ungebrochen.....
 
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Ist ein bischen wie bei den Leute die beim Trödeltrupp glauben ihre Briefmarken währen unfassbar wertvoll. Die brauchen auch ne Weile bis sie feststellen das es leider keinen Markt mehr gibt. Und wenn es keinen Markt mehr gibt dann bricht halt auch der Wert und vor allem der Absatz zusammen.
 
Auch der Luxusmarkt ist voll und ganz betroffen. Das sagt einer, der Uhren mehr als 50 Jahre als Hobby hat/hatte,
 
Das ist alles total Quatsch! Habt Ihr euch mal die Metallpreise angeschaut? Alleine für Metallschrott bekommt man nur noch ein Bruchteil dessen was man noch vor 4 Monaten bekommen hatte. "Damals" bekam man für die Tonne 140 Euro. Aktuell sind es 20. :-P