Ich hänge ein wenig hinterher, aber der Beitrag hier fiel mir dann beim drüberschauen doch auf.
… Wenn du es bis hier nicht verstanden hast und den gleichen Blödsinn wiederholst, erübrigt sich da doch jede Diskussion.
Und ich trenne ganz klar zwischen:
"Ich will das nicht, weil ich es anstrengend oder für nicht notwendig erachte" und der formellen Frage, ob sachlich damit alle Personen angesprochen werden.
Wer tatsächlich behaupten will, dass eine Anrede mit "DER Bauarbeiter" alle Geschlechter anspricht (generisches Maskulinum, soll sich die Frau mal nicht so anstellen!), hat ein grundlegendes Problem, da er die Sachebene offensichtlich nicht begreift.
Umgekehrt ist es mir vollkommen egal, ob du es einfach nicht gut findest. Letzeres ist Geschmackssache und über die kann man diskutieren und sich ggf. auch überzeugen. Aber zu behaupten, dass mit der Ansprache "das Fahrrad" auch "Autos" gemeint sind, ist Unsinn.
Also zum ersten Absatz sei gesagt: Sowohl Genderbefürworter als auch die Vertreter korrekter deutscher Rechtschreibung und Sprache wiederholen sich in diesem thread - meist weil selbst die logischste Definition immer wieder durch teils halbgare Kommentare oder aber überwiegend Interpretationen zu entkräften versucht wird. Ich will das nicht, weil es anstrengend ist, es nicht notwendig ist und wegen der grammatikalischen Sachlichkeit. Ich kann das nicht trennen, es gehört im Gegenteil sogar zusammen
Ja, sachlich (und sprachlich) gesehen sind mit dem Generischen, also den Oberbegriffen, immer alle angesprochen.
Zitat:
„Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der Sprachwissenschaft "Synonymie" nennt. Synonyme sind gleichlautende Wörter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein "Flügel" kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer Fußballmannschaft oder ein Klavier. Manchmal sind diese Synonyme nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu Missverständnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft. "Kunden" kann nämlich ebenfalls zweierlei bedeuten: "Menschen, die einkaufen" ebenso wie "Männer, die einkaufen". Indem Sprachkritiker behaupten, mit "Kunden" seien nur Männer gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen würden sprachlich unterdrückt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen, wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen unterstellen, was sie meinen.“
Es war und ist mir immer absolut zuwider, wenn Menschen mir in das, was ich sage oder nicht sage, mir in das was ich mache oder nicht mache, eine Motivation unterstellen. Denn entweder habe ich gerade gar keine besondere Motivation oder es wird mir eine falsche Motivation unterstellt.
DAS ist doch das wahre Problem mancher Menschen, das ist die Ursache, dass wir uns mit so einem, ich muss es schon aus sprachlicher Sicht so äußern, Unfug auseinandersetzen müssen. Fehlerhafte Interpretation! Unnütz und nervtötend, mißverständlich, ungenau und weder konsequent eingesetzt noch überhaupt konsequent in unserer Sprache umsetzbar.
Generische Begriffe sind nun mal Oberbegriffe, da gibt es doch gar nichts zu interpretieren.
Absatz 2: „Der Bauarbeiter“ ist Einzahl und damit definiert männlich, soweit sollte Sprache klar sein. „Die Bauarbeiter“ sind mehrere Bauarbeiter, die eben „m/w/d“ sein können. In Einzahl weiblich muss es natürlich „die Bauarbeiterin“ sein. Aber das muss ich ja wohl jetzt nicht echt so erklären, oder? In dem Satz in Klammern unterstellst Du etwas, was nicht unbedingt zutreffen muss (da ist sie wieder, die Interpretation) und die Sachebene ist klar, zumindest bei mir.
Da ich aber nicht verfolgt habe, auf was Dein Vorredner sich bezog (einen mir unbekannten Artikel von Martin) kann es auch jetzt sein, dass ich was nicht mit einbezog.
Absatz 3: Von etwas wie „Geschmackssache“ sind wir hier wohl fast alle weit entfernt, nur mal nebenbei bemerkt. Und den letzten Satz meinst Du jetzt nicht im Ernst, oder? Welch ein abstruser Vergleich, nicht mal der härteste Gendergegner würde solch einen seltsamen Vergleich ins Feld führen, denn er ist blanker Unsinn.
Und nochmal so allgemein nachgeworfen (also jetzt nicht auf das Zitat von SomeUser bezogen) muss man den Befürwortern auch nicht immer wieder unterstellen, sie würden sich angeblich einem „Wandel versperren“, wenn es anscheinend den meisten doch eher nur um die korrekte (und klar verständliche) Sprache geht. Da muss man dann auch nicht immer gleich Beispiele auspacken, wie Gendern grammatikalisch korrekt geht, denn das wissen wir hier wohl einigermaßen alle. Doch auch in ausgeschriebener, korrekter Form ist das Gendern grundsätzlich nutzlos.
Das Gendern wird (nicht nur) meiner Meinung nach dabei dauerhaft zu sprachlichen Problemen führen können:
- in Bezug zu Unterstellungen von Motivationen, wenn man es mal nicht anwendet
- dass irgendwann, aufgrund einer Gewöhnung, eine vormals klare Verwendung von Oberbegriffen für die korrekte Wahrnehmung vergessen wird
- dass die inflationäre Verwendung des „Binnen-i“ (Binnenmajuskel) schon jetzt laufend zu häufigeren Mißverständnissen führt
- es sich grammatikalisch nicht konsequent umsetzen lässt
- es zu weiteren Wünschen von Minderheiten kommen wird, weitere und tiefgreifende Sprachveränderung vorzunehmen (wie z. B. bereits jetzt mit der Erfindung neuer Personalpronomen und mehr)
- nicht berücksichtigt wird, dass „Mitarbeitende“ zwar Menschen sind, die mitarbeiten, aber Mitarbeiter nicht unbedingt mitarbeiten und damit keine Mitarbeitende sind - oder Studierende nur Studierende sind, wenn sie studieren, wenn sie aber schlafen studieren sie gerade nicht, sind aber deswegen immer noch Studenten.
Habt n schönen Abend
