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FileVault 2 - nachträglich. Probleme? VM? Performance?

OldCaligula

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Salve!

Auf einem neuem MBPr habe ich gestern ein komplettes System mit rund 150GB installiert - samt Parallels VM. Leider ist mir erst dann die Geschichte mit meinem "Bekannten" eingefallen, dessen SSD sich doch verabschiedet hatte. War ja unverschlüsselt und gab so ein Theater wegen dem einsenden...

Ich würde also gerne FileVault 2 nun aktivieren.
- MBP Retina mit Apple SSD
- Mountain Lion 10.8.3

a) Geht das ungefährlich nachträglich? Oder drohen danach Systemabstürze etc...?
b) Wirkt sich das irgendwie auf meine VM`s unter Parallels aus? Bootcamp ist nicht vorhanden.
c) Starker Performance Verlust nach FileVault auf der System SSD?

Meine externen Festplatten, TM, USB Sticks verschlüssle ich immer. Da spielt die Performance keine Rolle (habe auch noch keine Einbrüche subjektiv bemerkt). Würdet Ihr - neben den Fragen a, b, c - FileVault auf dem Rechner empfehlen? Ich tendiere zu FileVault - sollte das jetzt nachträglich keine Probleme machen - da ich das Notebook oft unterwegs dabei habe und keine Lust, dass bei Diebstahl etc jemand an meine Daten kommt. Wann empfiehlt Ihr FileVault?

Danke!
 
Hallo Imperator,

a) ging bei mir problemlos,
b) mein Ubuntu unter Parallels hatte keine Probleme damit und
c) irgendwelche Performanzverluste waren weder bei einer HD noch bei einem FD nicht warnehmbar.


Insgesamt also eine unkomplizierte Sache.

cu
 
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Ah super... Tipps von jemanden, der es schon mal gemacht hat sind natürlich hilfreich. Danke Dir.

---
Warum hast Du nachträglich doch FileVault aktiviert? Auch wegen Datensicherheit bei Verlust, Diebstahl etc...?
 
a) ja, null Problemo. Während des Verschlüsselns kannst Du weiterarbeiten (wenngleich mit reduzierter Performance). Allerdings würde ich mir für die Dauer des Verschlüsselns Neustarts usw. verkneifen. Vorsichtshalber. Für 10.8.2 hatten hier (und in dcsmm) einige reportet, dass sie Abstürze mit "OS not yet set" bekommen haben, wenn sie gleich nach dem Erscheinen der Anmeldemaske ihr Passwort eingaben. Einer der Betroffenen schrieb aber nach der Veröffentlichung von 10.8.3, dass der Bug jetzt behoben sei.
b) Es ist natürlich ein zusätzlicher Layer, der durchkämmt werden will. Allerdings wird ein AES-basierter Verschlüsselungsalgorithmus verwendet, der in intels Core i7-Modellen, die Apple verwendet, hardwareunterstützt werden, d.h. es ist so schnell, wie es nur sein kann.
c) Ich habe bei mir eine deutliche Verbesserung der VM-Performance festgestellt, nachdem ich die VMs auf eine externe FW800-Festplatte ausgelagert hatte. Das war allerdings noch zu Zeiten, als mein MBP9.1 noch eine Festplatte drin hatte. Mit SSD mag das deutlich unkritischer sein, da Zugriffszeiten und Datentransferrate einer SSD einfach so viel höher als die einer normalen Festplatte sind. Zumal beim Retina MBP, das noch mal deutlich schnellere SSD-Hardware einsetzt als ich mit meiner lausigen M4 512GB.

Machet, Otze!
 
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Danke auch Dir... sehr hilfreiche Informationen. Ich habe den Knopf bereits gedrückt - und er verschlüsselt gerade schon. Ich arbeite nicht nebenher und starte auch nichts :D ... das verkneife ich mir mal...

Habt Ihr den Schlüssel bei Apple abgelegt mit den 3 Fragen?
Oder bei Euch...?!

Habe mal bei Apple abgelegt...
 
den Schlüssel bei Apple abzulegen macht das Recovern im Notfall halt einfacher. Ich persönlich halte davon nichts, weil es der Sicherheitsphilosophie völlig widerspricht. Verschlüsseln tust du ja gerade, damit niemand anderes rankann. Gut, man mag jetzt noch paranoider sein und sich denken, wenn sie denn wollen, knacken sie es auch per Bruteforce, nutzen den DMA-Bug aus oder eine geheime Hintertür - aber soweit mag ich gar nicht gehen. Es ist meine Festplatte und was darauf ist, geht niemanden was an und es ist mein gutes Recht, das so zu halten, ohne dass ich es auch nur begründen müsste oder dass es mich verdächtig machen würde.
 
Hallo,

1. die AES-Verschlüsselung sollte unter den (besseren) iX-Cores von Intel mit Hardware beschleunigt sein. Da Apple diese Beschleunigung nutzt, solltest du keine Performanzprobleme bekommen. [1] Seite 5.

2. den Schlüssel bei Apple zu hinterlegen macht nichts, da der eigentliche Schlüssel mit den 3 Fragen verschlüsselt wird und dann erst zu Apple übertragen wird. D.h. ohne die korrekten 3 Antworten, kann der Master-Key nicht rekonstruiert werden. Und Apple kennt die Antworten auf die Fragen nicht. [1] Seite 31.

[1] Apple (2012). Best Practices for Deploying FileVault 2. http://training.apple.com/pdf/WP_FileVault2.pdf
 
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Hast du denn keine Bedenken, dass jemand diese drei Fragen mit etwas Hintergrundwissen dennoch beantworten könnte? Typische Fragen, man kann die ja aus einer Liste auswählen, wären: «Wie hiess Ihr erstes Haustier?» oder «Welche Telefonnummer hatten Sie als Kind?» Das war mir nicht koscher. Aus dem Grund habe ich auch meinen Schlüssel nicht bei Apple hinterlegt und bei allzu komplizierten Fragen könnte man dann plötzlich die Antwort nicht mehr wissen. Vielleicht mache ich mir aber auch einfach nur zu viele Sorgen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer sagt denn, dass man die Fragen wahrheitsgemäß beantworten muss?

Der Mädchenname meiner Mutter ist immer "J3$..IAxi30._8fR24mA=" :-)
 
Hm, guter Einwand. Aber macht dann diese ganze Fragerei überhaupt noch einen Sinn? Immerhin muss man ja die Antwort später auch noch wissen. Somit müsste man doch fast die Antwort zur Antwort aufschreiben, da kann ich den Schlüssel auch direkt auf ein Blatt schreiben.
 
Ich hab 7 komplexe Passwörter im Kopf, die "Generalschlüssel" zu allen anderen Passwörtern und Keys bilden. Bislang haben die immer gereicht und ein wenig Gehirntraining kann ja nicht schaden.
 
Das ist natürlich super. Ich habe normalerweise einen «Passwort-Wort-Pool», aus dem ich dann ein Passwort generiere. Das sind um die 15 bis 20 Wörter/Bezeichnungen/Abkürzungen. In diesem Fall war ich aber konservativ. :-)
 
Ein kleiner, normaler Satz ist oft schon ein gutes Passwort. Da muss man sich nichtmal etwas kryptisches ausdenken. :)
 
Das ist natürlich super. Ich habe normalerweise einen «Passwort-Wort-Pool», aus dem ich dann ein Passwort generiere.
Da gehe ich auf Nummer sicher und verwende 1Password, so dass ich überall ein anderes Passwort habe.

Ein kleiner, normaler Satz ist oft schon ein gutes Passwort. Da muss man sich nichtmal etwas kryptisches ausdenken. :)
Die kryptischen Passwörter lassen sich ja auch leicht merken, wenn man in Satzform denkt. Bspw.
"7Kz/ae2.T" => Sieben Kinder zeichnen Schrägstriche an eine zweite Tafel.

Noch sicherer sind "Sätze", die keine sind, wie
"7.DBv" => Sieben Punkt Denkmale Bonn verwurzelt

Ein kleiner, normaler Satz ist oft schon ein gutes Passwort. Da muss man sich nichtmal etwas kryptisches ausdenken. :)
Die etwas besseren Wörterbuchattacken knacken diese Sätze recht einfach.
 
In Anbetracht dessen, dass aus den 3 Antworten jeweils Hashes gebildet werden, erübrigt sich eine Wortbuchattacke. Zudem sind "Sätze" durchaus gegen Wortbuchattacken gewappnet.
 
Das macht ja nichts. Jedoch sind sinnstiftende Wörter dann wieder eine Einschränkung. Ein Satz mit 6 Wörtern hat (wenn man mal 500.000 Wörter als Wortschatz nimmt). Nehme ich mal an, dass 6 Wörter je durchschnittlich 4 Buchstaben staben, dann sind das eine Äquivalenzlänge von 24 Wortzeichen plus 4 Leerzeichen, also 28 Zeichen. Der Einfachheit halber unterstelle ich hier mal 80 für das Passwort nutzbare Groß-/Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen.

Mögliche Passwortkombinationen wären dann...
...bei Verwendung des Satzes mit 6 Wörtern:
15.625.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000

...bei Verwendung von 28 zufälligen Zeichen:
[TABLE="width: 992"]
[TR]
[TD="align: right"] 59.243.745.466.425.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000[/TD]
[/TR]
[/TABLE]

Je länger die durchschnittliche Wortlänge, desto höher übrigens der Sicherheitsvorteil der zufälligen Zeichen.
 
Ich nehme wegen der Einfachheit mal nur Groß+Kleinbuchstaben mit 2*26 an, laut deinem Beispiel müssten das ja 52^28 sein. Nehmen wir weiterhin an Groß+Kleinschreibung+26 Sonderzeichen, also ca. 78^28. (Klar kann man jetzt den ganzen UTF-32-Raum anschauen, aber wer benutzt denn da alle Sonderzeichen? :D)

Zwar mag es etwas "sicherer" sein, aber schenkt sich nicht viel. Am besten ist natürlich eine echte Zufallszahl die so groß ist wie die Schlüssellänge selbst.
 
Es ging um Sätze versus beliebige Zeichenfolge.

Da Du maximal rund 500.000 Wörter (inkl. Wortvarianten) nutzen kannst, bist Du da bei einem Satz mit 6 Wörtern bei ca. 500.000^6. Darauf noch Pi mal Daumen 10 mögliche Zeichen der für die Worttrennung: 500.000^6*10^4.

Nehmen wir Deine beispielhaften 78 möglichen Zeichen, dann bist Du bei 78^28. Das ist 609.296.732-fach sicherer als die Satzvariante. "Etwas sicherer" ist hier hundertmillionenfach(!!!) sicherer. Das hört sich zunächst praktisch irrelevant an, aber mittlerweile haben die Computer so viel Dampf unter der Haube, dass man Milliarden von Kombinationen ganz fix durchtesten kann.