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Eure Meinung: Kindergeld kürzen bei vergessenen Hausaufgaben?

Dieses Thema im Forum "Café" wurde erstellt von ando-x88, 11.03.10.

  1. ando-x88

    ando-x88 Celler Dickstiel

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    Quelle: Yahoo

    Was haltet ihr davon?

    Ich finde, dass es eine gute Idee ist, die Eltern dafür zu "bestrafen", wenn die Kinder unvorbereitet zur Schule kommen, da dies meiner Meinung nach eine Erziehungssache ist. Wenn man einem Kind nicht sagt, dass es Hausaufgaben machen soll, macht es diese auch nicht. Warum auch? In der Schule bekommt man dafür nur mal kurz ärger und das war's. TV und PC sind viel interessanter.
    Natürlich sollte man nicht nach 2x vergessen sofort das Kindergeld kürzen, das war sicherlich nur ein drastisches Beispiel von Sarrazin.
    Meiner Meinung nach sind Geldstrafen das einzige, was den Leuten heute wehtut. Wenn der Lehrer zu Hause anruft und sich beschwert, sagt man zwar "Entschuldigung, wir kümmern uns darum, dass das nie wieder vorkommt" aber so wirklich was ändern wird sich nur bei den wenigsten was.
    Vielleicht kümmern sich dann auch manche Eltern mehr um ihre Kindern und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Kinder, die die Hausaufgaben nicht verstehen, können sie nämlich nicht machen.


    Da man hier im Forum sehr gut und sachlich diskutieren kann, würde ich gerne mal eure Meinung dazu hören.
     
  2. purzel

    purzel Hibernal

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    Das Kindergeld ist keine Belohnung für geleistet Erziehungsarbeit.
    Immerhin hat er eine Problematik erkannt und benennt sie, auch wenn ihm die Gründe dafür völlig schnuppe sind.

    Aber was sollte die Eltern daran hindern diesen Druck 1:1 weiterzugeben?
    Wer unterstützt die Eltern, die ihren Kindern nicht bei den Hausaufgaben helfen können?
    Bis zu welchem Alter soll das gehen (ich konnte meinem Sohn in der 10. Klasse nicht mehr besonders helfen)?
    Druck allein reicht nicht aus, es braucht auch passende Hilfen.

    Mal weiterarbeiten, sonst wird mir noch mein Gehalt gekürzt ... ;)
     
  3. martin81

    martin81 Gelbe Schleswiger Reinette

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    Na ja, ob das der richtige Ansatz ist.
    Was ist mit den Familien, wo es 2-3 Kinder gibt und beide Elternteile arbeiten gehen? Es sollte nicht nur darum gehen, dass Kinder die Hausaufgaben gemacht haben, sondern auch das sie richtig gemacht werden.
    Oder ein anderes Beispiel : Was ist mit Eltern aus den sog. "bildungsfernen Schichten"? Wie sollen sie den Kindern bei den Hausuafgaben helfen, wenn sie den Stoff teilweise selbst nicht können?

    Sinnvoller wäre es meiner Meinung nach verstärkt auf Ganztagsschulen zu setzen, wo die Kinder, die es brauchen, professionelle Hilfe bei den Hausaufgaben bekommen.
     
  4. ando-x88

    ando-x88 Celler Dickstiel

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    Das Problem bei den Ganztagsschulen ist die Umsetzung:
    Bei meiner Schule haben sie einfach die Pause nach der 6. Stunde von 60 auf 75 Minuten erhöht, wodurch sie sich Ganztagsschule nennen durfte. Hausaufgabenbetreuung gab es das erste halbe Jahr nach der "Umbenennung" und das auch nur von freiwilligen Schülern aus der 9 Klasse, die sich dazu bereiterklärt hatten


    Das die Eltern den Kindern evt. nicht helfen können (aus Bildungsgründen) habe ich nicht bedacht. Jetzt wo ihr es sagt, fällt mir auch ein, dass meine Eltern mir z.B. in Englisch nicht viel helfen konnten...

    Aber das Argument "wenn beide Eltern arbeiten" finde ich nicht gut, da es für mich nichts anderes bedeutet als: "Ich habe keine Zeit für meine Kinder, weshalb ich mich nicht um sie kümmern muss" (übertrieben gesagt, ich weiß dass manche es einfach nicht können, da beide Elternteile arbeiten müssen, um überhaupt leben zu können).
    Ich finde es einfach falsch, seine Kinder in der Schule zu "parken" und sie abends nach der Arbeit dort wieder abzuholen.
     
  5. purzel

    purzel Hibernal

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    Nach der Sarrazinschen Logik müssten an dieser Schule Steuermittel gestrichen werden.
     
  6. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    was is das denn für eine ausgeburt?
    das kindergeld ist für die grundversorgung des kindes gedacht und draf keine pädagogische maßnahme sein. von diesem standpunkt aus eine uneingeschränkt hirnverbrannte idee.

    aber dabei fällt mir ein:
    warum nicht positiv ausbauen diese idee?

    für die regelmäßige kontrolle der hausaufgaben und lernmaterialien udgl. gibt es belohnungen für eltern und kind. aus jugendhilfesicht ein immer wichtigerer aspekt.
     
  7. Silli xD

    Silli xD Akerö

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    Ich finde das sind zwei absolut verschiedene paar Schuhe: Auf der einen Seite die Eltern, die das Geld bekommen, auf der anderen Seite die Kinder, die ihre Hausaufgaben machen müssen/sollen. Natürlich sollten die Eltern darauf achten, dass ihr Kind die Hausaufgaben macht, aber wenn diese nicht wollen, werden sie keine Hausaufgaben machen. Punctum.
    Und wer sagt denn, dass die Kinder davon irgendwas mitbekommen, außer vielleicht, dass die Mutter/der Vater eine Süßigkeit weniger kauft? Mal ehrlich, versucht mal einem 10 jährigen zu erklären: "Du hast deine Hausaufgaben nicht gemacht, jetzt haben wir weniger Geld!" Wenn man dem Kind diesen psychischen Schaden zukommen lässt, ist das mMn schlimmer, als einen Monat mit 200€ weniger auszukommen!
     
  8. iConste

    iConste Châtaigne du Léman

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    Ich finde es reichlich überzogen, wegen 2x HA vergessen das Kindergeld um 50% zu kürzen. Vom Ansatz her ist es richtig, Sanktionen zu erteilen wenn gewisse elterliche Pflichten vernachlässigt werden. Wie hier schon erwähnt hätte eine solche Aktion bestimmt auch viele Nachteile, meistens zu Missgunsten der Kinder und nicht der Eltern, die es wahrscheinlich auch einen Monat ohne die restlichen 50% auskommen würden. Vergisst das Kind zum Beispiel dann einmal die Hausaufgaben, traut es sich doch gar nicht das zu Hause zu erzählen und irgendwann wundern sich die Eltern wo das Geld bleibt...

    Wie gesagt, ein sehr kritisch zu betrachtendes Thema....
     
  9. martin81

    martin81 Gelbe Schleswiger Reinette

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    Ich denke mal, bei vielen geht es einfach nicht, selbst wenn sie es wollen würden. Stell dir vor, beide Eltern arbeiten bis 17:30-18:00 (gerade im Büro nicht ungewöhnlich) und dann muss man ggf. noch ne halbe oder dreiviertel Stunde nach Hause fahren. Dann muss man auch mal einkaufen fahren oder sonstige Besorgungen machen und schließlich auch zu Hause essen. Wenn man Glück hat, ist es dann 20:00. Und dann stell dir vor, du hast drei Kinder, wovon vielleicht eins wirkliche Verständnisprobleme hat. Sowas lässt sich dann nicht in 20 Minuten klären.

    Natürlich muss die Schule, wenn sie eine Ganztagsschule ist, auch Nachmittags entsprechendes Personal stellen. Es bringt nichts, lediglich die Räume offen zu lassen, so dass die Schüler dort arbeiten können.
     
  10. derStyler

    derStyler Ingol

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    dann sollten aber auch die Lieben Politiker mindestens auf 50% ihres Gehaltes verzichten wenn sie ihre Hausaufgaben nicht richtig machen bzw. wenn sie wie so oft falsche versprechen abgeben o_O

    ich finde es totalen Blödsinn das Geld zu kürzen sollen sie die Kinder und die Eltern lieber mehr unterstützen
    heute wird an den Schulen ganz anders gelernt als früher und der Stoff ist auch ein ganz anderer

    die meisten Eltern kommen da selbst nicht mehr mit
     
  11. rc4370

    rc4370 Wöbers Rambur

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    Lächerlich. Das Kindergeld ist für den Lebensunterhalt der Kinder gedacht. Ebenso könnte man jedem Arbeitnehmer, der einen Fehler macht, ein paar Prozent vom Lohn abziehen.
    Bin gespannt ob das dann motivierend wirkt. Am besten ein Strafenkatalog, in dem festgelegt ist, welches "Vergehen" wieviel kostet. Bei Politikern würde ich sagen, für jede Lüge einen Euro. Normalerweise müssen die dann am Ersten noch Geld mitbringen.
     
  12. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    anders geht das auch gar nicht und anders darf sich sowas schlicht auch gar nicht ganztagsschule nennen.
     
  13. loop

    loop Apfel der Erkenntnis

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    Ich würde meinen Kindern einfach das Taschengeld kürzen wenn sie nicht alle HA machen.
     
  14. Silli xD

    Silli xD Akerö

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    Das ist ja auch völlig in Ordnung, steht aber 1. nicht in Verbindung mit dem Thema und ist 2. auch nicht mit dem Kindergeld vergleichbar.
     
  15. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    oder sie verhau'n. nee kommt, das war unsachlich und blöhdte von mir.
    ich komme gerade aus der schule, arbeite dort u.a. in einem nachmittagsprojekt. ist eine einrichtung mit "besonderen" kindern (jugendhilfe). ich bin dort seit gut 4 jahren tätig und kenne durch unser klientelprofil die umstände "zu hause" und "die möglichkeiten, die einem bleiben" ganz gut und kann nur nochmal sagen, daß die eingangs erwähnte idee sicherlich überhaupt keine lösung sein kann.

    die folge könnten dann tatsächlich überforderte eltern und verzweifelte häusliche gewalt sein.
     
  16. Silli xD

    Silli xD Akerö

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    Nein, das war blöde ;)

    Die Art Familie, die du ansprichst, wäre zwar sicherlich häufig von "2x mal nicht die HAs gemacht" betroffen, allerdings gibt es auch "Durchschnittsfamilien", die auch betroffen wären und sicherlich auch sehr darunter leiden würden. Durchschnittskinder machen schließlich auch mal ihre HAs nicht :-D
     
  17. groove-i.d

    groove-i.d Grünapfel

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    das wir uns da nicht falsch verstehen: es wäre für sämtliche familien ein unhaltbarer zustand mit dieser art von finanzieller sanktionierung funktionieren zu müssen.
     
  18. Silli xD

    Silli xD Akerö

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    Natürlich, ich habe dich auch nicht wirklich missverstanden, vielmehr wollte ich einen Gedanken aufführen, den man zumindest schnell übersehen kann. Wenn man den Bericht liest denkt man halt zunächst: Ach ja, die armen, ausländischen Familien, denkt aber nicht unbedingt sofort auch an die ganzen deutschen Familien, die betroffen sein würden.
     
  19. muffin_man

    muffin_man Reinette Coulon

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    Naja Herr Sarrazin ist ja nicht gerade für seine geistreichen Idee bekannt.

    Wer vergisst nicht ab und zu die Hausaufgabe, vergessen was aufzuschreiben … Ich nehme auch an das Lehrer bei zweimal vergessene Hausaufgabe nicht irgendwie anfangen würden solche schwerwiegenden Sanktionen auszuführen.

    Was sagt es mir wenn man das Kindergeld für mein Kind halbiert? Das Geld sichert die Grundversorgung, soll ich etwa jetzt mein Kind hungern lassen? Sicher nicht, Entschuldigung aber das sagt es für mich aus, und sowas finde ich gelinde gesagt, daneben.
     
  20. ando-x88

    ando-x88 Celler Dickstiel

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    Zum Thema Ganztagsschulen habe ich gerade noch was Interessantes im Netz gefunden:
    Steuer stellt Schulessen schlechter als Fastfood

    Was bringt mir Essen in der Ganztagsschule, wenn ich es nicht bezahlen kann?

    Ich finde, von der 1. bis zur 6. Klasse sollten die Kinder kostenlos Essen und Trinken bekommen, weil in dem Alter nur wenige sich selber Brote schmieren bzw. daran denken, sich Essen für den Tag zu machen. So ist sichergestellt, dass die Kinder in der Schule nicht hungrig sind (es gibt eine Studie darüber, dass das bei vielen Kindern in dem Alter der Fall ist).


    Nochmal zur der Geldstrafe bei vergessenen Hausaufgaben: Ich finde die Idee von groove-i.d ganz gut:
    Damit könnte man sicherlich was erreichen.
     

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