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Es war einmal… Der verlorene iPhone-Prototyp in einer Bar

Martin Wendel

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Im Jahr 2010, Monate vor der Veröffentlichung des Gerätes, vergisst ein Mitarbeiter von Apple einen Prototyp des iPhone 4 in einer Bar. Die Geschichte nahm immer verrücktere Maßstäbe an und wurde wohl zu einem der größten Leaks eines Consumer-Produktes in den letzen Jahren und schlug auch medial hohe Wellen. Über drei Jahre nach den Ereignissen hat sich Brian Hogan, der Finder des damals revolutionären Smartphones (man denke etwa nur an das Retina-Display), an die Öffentlichkeit gewandt und stand den Usern von Reddit Rede und Antwort. Alles in allem bereue Hogan was damals passierte, im Nachhinein betrachtet wäre er mit der Situation anders umgegangen.[PRBREAK][/PRBREAK]

Die für Apple-Fans wohl interessanteste Bar-Geschichte

iphone4_wikimediacommons.jpgSpät Nachts war der damals 21-jährige Hogan mit zwei Freunden noch in einer Bar und wurde von einem betrunkenen Gast auf ein Telefon aufmerksam gemacht, dass auf dem Sessel neben ihm lag. Hogan beteuerte zwar, dass es sich nicht um sein Telefon handle, trotzdem ließ der Mann nicht locker und Hogan entschloss sich dazu, den wahren Besitzer ausfindig zu machen. Im Nachhinein betrachtet, so Hogan, hätte er das Telefon einfach an der Bar abgeben sollen. Stattdessen hat er es, ohne zu wissen was er da eigentlich genau in Händen hält, mit nach Hause genommen, um sich am nächsten Tag darum zu kümmern.

Von da an wurde die Geschichte immer verrückter und niemand hätte wohl ahnen können, welche Ausmaße sie annahm. Hogan erkennt, dass es sich zwar um ein iPhone handelt, es aufgrund des Designs und des neuartigen Displays jedoch eine Art Prototyp eines noch nicht veröffentlichten Gerätes sein muss. Einer seiner Freunde, der mit ihm in der Bar war, versucht daraufhin, Apple zu kontaktieren und die Geschichte aufzukären. Dort wüsste man aber nichts von einem fehlenden Prototypen und man wimmelte die Finder ab. Hogan und sein Freund haben dann mehrere Tech-Blogs kontaktiert, u.a. auch Engadget, von Gizmodo wurden sie jedoch ernst genommen.

Von Gizmodo im Stich gelassen

7hZTHED.jpgEtwa ein Monat nach einem Treffen hat Gizmodo dann einen Artikel zum iPhone 4 veröffentlicht. Hogan wurden für die Story 5.000 US-Dollar angeboten, sollte es sich als echtes iPhone herausstellen, hätte er im Nachhinein weitere 3.000 US-Dollar erhalten. Zu der zweiten Zahlung ist es nie gekommen und im Endeffekt habe er überhaupt keinen finanziellen Vorteil aus der Sache gezogen. Die Anwaltskosten hätten die 5.000 US-Dollar bei weitem überstiegen, so Hogan. Sobald die Polizei in die Sache involviert wurde, habe Gizmodo den Schwanz eingezogen und sich nicht mehr bei Hogan gemeldet. "Aus meiner Perspektive hat Gizmodo mich ausgenutzt", so Hogan. Als die Sache ernst wurde, habe Hogan Gizmodo um Unterstützung gebeten, aber "sie haben im Prinzip 'FU' gesagt und ich habe nie wieder etwas von ihnen gehört".

Hogan wurde wegen Entwendung verlorener Gegenstände angeklagt und zu 125 US-Dollar Schadenersatz (die Hälfte des Wertes des iPhones), 40 Stunden Sozialarbeit und einer einjährigen informellen Bewährung verurteilt. Jason Chen, der Redakteur von Gizmodo, sei vergleichsweise glimpflich davongekommen. Die Polizei habe bei einer Hausdurchsuchung zwar seine Tür eingetreten, jedoch sei er nicht angeklagt worden.

Keine iTunes-Beta? Keine Synchronisation!

Auf dem iPhone selbst sei das ganz normale Betriebssystem gelaufen, so Hogan. Beim Anschluss an iTunes habe es jedoch nach einer iTunes-Version verlangt, die es noch nicht gab, und etwas später habe das Telefon dann gar nicht mehr funktioniert. Er hat das Smartphone im Anschluss an Gizmodo übergeben, die es weiter untersucht haben. "Sie haben es dann Apple zugesandt, nachdem sie es auseinandergenommen und zerstört haben", erzählt Hogan.

Seiner Familie und ihm war die Geschichte mehr als peinlich. Das Haus der Familie wurde mehrere Wochen von Medien belagert, weshalb sie zwischenzeitlich in ein Hotel gezogen sind. Ansonsten hatte die Geschichte jedoch keine negativen Auswirkungen auf das Leben von Hogan, selbst einen Job hat er ohne Probleme finden können. Der Meinung im Internet, dass es sich bei der ganzen Sache um eine von Apple inszenierte PR-Aktion handelt, kann Hogan nichts abgewinnen. "Ich denke, dass es einfach eine verrückte Geschichte ist".

Via Reddit
Bild: Iphone4G [CC-BY-SA-3.0], by DanielZanetti; imgur
 
Wer's glaubt
Allein die Tatsache das Apple nicht auf seinen Anruf reagiert hat,sagt mir die wollten es garnicht wiederhaben.
 
Also für den Fall, dass ich jemals einen iPhone-Prototypen finde, wieviel bietet ihr mir? :-D:-$
 
das waren noch Zeiten, damals wird man in 50 Jahren sagen. Das war das beste iphone was ich hatte und jetzt wird es versteigert für xxxxx Euro oder wieder DM.
 
Was wohl aus dem Loser wurde ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Was war das doch damals für ein riesiger Medienaufruf und riesiges geschrei... :D
 
Und genau das wollten sie doch, ihr glaub doch wohl nicht das das nicht mit absicht war.....

Bessere Werbung für das Iphone4 konnte sie doch gar nicht machen.......
 
Allein die Tatsache das Apple nicht auf seinen Anruf reagiert hat,sagt mir die wollten es garnicht wiederhaben.
Irgendein Support-Mitarbeiter wird kaum etwas von einem verlorenen Prototypen (geschweige denn von einem Prototypen überhaupt) wissen. Die werden sich gedacht haben, dass da irgendein Spinner anruft und sich einen Scherz erlaubt.
 
Und statt "den" heißt es "dem". ;)

Aber ja... der Neid ist eindeutig zu spüren. ;D
 
Kann mir nicht vorstellen, dass Apple seine Prototypen alle in Vitrinen stehen hat und sammelt. Warum sollten sie es dann wieder haben wollen? War doch Ehr kaum ein Unterschied zum fertigen Produkt gewesen wenn ich mich recht erinnere. Das Thema war doch auch Tagelang in der Presse unterwegs.
 
Warum sie es zurück haben hätten wollen? Weil das Gerät erst Monate später auf den Markt kam?
 
Als ob das eine Marketingaktion von Apple war, niemals ^^
 
Was wohl aus dem wahren "Loser" Robert Gray Powell geworden ist ?!
 
Angeblich wurde er von Apple gekündigt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder angestellt.