Hast du dazu eine Quelle? Meines Erachtens ist das falsch. Das Mooresche Gesetz beschreibt die Entwicklung weiterhin ganz gut.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/00/Transistor_Count_and_Moore's_Law_-_2011.svg
Ich verpacke es mal anders: Die Komplexität nimmt wie bisher zu, aber nicht mehr die Geschwindigkeit. Dir fällt ja wohl auf, dass am oberen Rand der Geraden nur noch Spitzenmodelle aufgeführt werden, während in der Pentium-Ära überhaupt keine Einzelmodelle aufgeführt werden. Guck dir mal an, was für Modelle sich dort um 2011 herum tummeln – alles sauteure Spitzenhardware, die fast nur in professionellen Systemen zum Einsatz kommt. Die Geschwindigkeit von Supercomputern ist ja offensichtlich ziemlich uninteressant für Anwender – im Consumermarkt geht das Geschwindigkeitswachstum nur noch schleppend (außer bei den Spitzenmodellen). Während CPUs, die Moore's Law entsprachen 1995 noch für jeden Anwender zur Verfügung standen, können heute nur noch Spitzenmodelle das Gesetz halten – das ist, worauf ich hinaus will.
http://michaelgalloy.com/wp-content/uploads/2013/06/cpu-vs-gpu.png
Im Mobilsektor tut sich noch was, sagte ich ja – wobei ein „Bis zu“-Graph von Apple wohl keine brauchbare Angabe ist.

Bei Grafikkarten ebenfalls, nur benötigt nur eine überschaubare Nutzergruppe solche Rechenleistungen bei GPUs, die dann mit immensem Stromverbrauch und aufwändiger Kühltechnik verbunden sind. Für 70 % der User ist der Punkt erreicht, an dem keine bessere Hardware mehr benötigt wird. Gamer bekommt man noch dazu, sich alle 2 Jahre einen neuen PC zu kaufen oder große Teile der Hardware auszutauschen, ansonsten klappt das nicht mehr so wirklich. Umso wichtiger ist es für die Hardwareindustrie, neue Standards wie 4k zu pushen, damit neuer Leistungshunger geschaffen wird. Da einfache Anwendersoftware (alles außer Gaming und Content Creation) seit einem Jahrzehnt kaum mehr komplexer wird, ist dort kein nennenswerter Bedarfszuwachs bis Ende des Jahrzehnts zu erwarten.
Es steigen nur nicht mehr die GHz-Zahlen. Statt dessen verbessern sich aber die Cores in Qualität und natürlich in der Anzahl.
Die Taktraten steigen wieder, die Anzahl der Cores nimmt im Consumermarkt aber auch schon seit Jahren nicht mehr zu, der Quad ist zum guten Standard geworden, alles darüber ist Luxus – das war auch schon 2011 so, selbst die Nehalem-CPUs hatten schon größtenteils vier Kerne. Den meisten Leistungszuwachs hat man sich in den letzten Jahren bei Intel durch Multigate und die zweijährlichen Shrinks geholt. Mit den Shrinks kommt man bald an eine physikalische Grenze und dann kann man nur noch mit Verbesserungen an der Architektur was reißen. Spätestens dann kann Moore's Law auch im Spitzensektor nicht mehr gehalten werden, dafür müsste dann eine komplett neue Prozessortechnologie her. Auch im GPU-Sektor dürften die Leistungsverbesserungen vor allem aus den Shrinks resultieren – mit gleicher Bedeutung für die Zukunft. Bisher konnte man das Tempo beibehalten, die Größe halbierte sich ca. alle vier Jahre, ab Ende des Jahrzehnts wird das aber möglicherweise nicht mehr gehen. Broadwell hat ja schon gezeigt, dass man durch die Shrinks langsam Schwierigkeiten bei der Herstellung bekommt. Ich bin gespannt, wie es mit Cannonlake läuft, danach ist dann vermutlich erstmal Ende, Intel ist wohl schon dabei sich nach neuen Materialien umzuschauen um den darauf geplanten Shrink von 10 auf 7 nm überhaupt noch zu packen. Um die bereits vorhandenen Probleme bei den Shrinks zu veranschaulichen: Ivy Bridge 22 nm: Ende 2011, Broadwell 14 nm: Ende 2014, Cannonlake 10 nm: Vielleicht zweite Jahreshälfte 2017, vielleicht auch noch später – der Zweijahrestakt kann bei den Shrinks schon jetzt nicht mehr gehalten werden. Wohlgemerkt, VOR Ivy sah es noch ganz anders aus, Nehalem war nicht einmal zwei Jahre vor Ivy erschienen und 32 nm-CPUs hatte Intel bereits 2007 (!) vorgestellt. Heute weiß Intel noch nicht einmal, welche Materialien man überhaupt für den 7 nm-Shrink, der in zwei bis drei Jahren geplant ist, verwenden soll, auch von Cannonlake hat man noch NICHTS gesehen und gehört. Ich wette, dass Intel seinen Tick-Tock ab Skylake endgültig nicht mehr halten kann. Es bleibt abzuwarten, wie große Leistungsverbesserungen noch ohne Shrinks möglich sind.
Aber darin, dass Moore's Law, zumindest im Premiumsegment, bei Desktop-CPUs immer noch gehalten kann, muss ich dir Recht geben, da habe ich mich zu in meinen Ursprungsposting zu unpräzise ausgedrückt. Aber damit wird noch dieses Jahrzehnt Schluss sein, da bin ich überzeugt von.