Kannst du hier ein paar Beispiele nennen, was sich deiner Meinung nach bei diesen Tools bewährt hat? (gerne auch kurz, warum)
Klar gerne. Den Anfang machten Mattermost und Jitsi, schlichtweg weil sie schnell selbst gehostet werden konnten und verknüpfbar sind. Gleichzeitig wurde dann Teams geprüft und letztlich auch eingeführt (hat aus Datenschutzgründen und aufgrund der Vertragsprüfung länger gedauert).
Die Arbeitsweise ist aber immer identisch. Jeder Mitarbeiter hat einen Teams Zugang und ist ganz allgemein dem Unternehmen zugeordnet. Es gibt dann Teams für die einzelnen Abteilungen und fachbereichübergreifenden Projekte. Mit Jitsi/Mattermost bzw. jetzt auch mit Teams wurden Verhaltensregeln eingeführt. So ist das von vielen hier angesprochene "spontane vorbeischauen" in Teams gar kein Problem. Wenn jemand abwesend ist, ist er nicht am Arbeitsplatz, auf dnd ist jemand im Gespräch und bei anwesend problemlos erreichbar. Ich kann also spontan einen Kollegen anrufen und kurz mit ihm sprechen oder einen weiteren dazu holen.
Diese Spontanität geht weit über das hinaus, was im Büro möglich ist. Auch Notizenversand durch OneNote, geteilte Projektordner usw... sind super in Teams integrierbar. Es gibt bei uns mittlerweile Mitarbeiter welche mal alle 2 Wochen ins Büro kommen. Insgesamt hat die Einführung dieser Collaborative Tools die Zusammenarbeit massiv verbessert. Es ist ein viel schnellerer und intensiverer Austausch möglich, Projektübergaben sind kein Problem usw... Die Arbeit funktioniert nun völlig Standortunabhängig.
Auch berichten viele Mitarbeiter dass sie ihre Arbeit deutlich effizienter erledigen können, da es bei weitem nicht mehr so viele Ablenkungen gibt (der Kaffeeklatsch im Pausenraum oder Flurfunk). Its done when its done, so hat man auch gerne mal nach 6h Feierabend.
Klar, hat sowohl bei der Belegschaft als auch bei den Führungskräften eine Zeit lang gedauert sich an diese Gedanken zu gewöhnen, mittlerweile will aber nichtmal mehr der Vorstand die Leute zurück ins Office holen. Die Arbeitsabläufe funktionieren schneller und besser, die Arbeit wird mind. auf dem gleichen Niveau wie vorher erledigt und die Mitarbeiter sind entspannter und haben mehr Zeit für sich und ihre Kinder. Nachteile sehen da nur einzelne Charakter, die kommen dann wie gehabt 4 von 5 Tagen ins Büro.
Wichtig ist es, nicht einfach Teams in den Raum zu schmeißen und zu sagen wie es funktioniert. Es muss zusammen mit dem Programm, mit den Schulungen eine Arbeitskultur vermittelt werden. Wenn dies funktioniert -> unglaublich viele Vorteile.
Wie gesagt, der Kunde spart Millionen. (wenn ich von "uns" und "wir" spreche, meine ich den Kunden, wenn man seit fast 3 Jahren vor Ort arbeitet, fühlt man sich als Teil des Unternehmens

)
Kann ich absolut verstehen. Die menschliche Natur beinhaltet Bequemlichkeit, v.a. ohne Kontrolle. Als Arbeitgeber hätte ich definitiv großes Interesse, dass die Mitarbeiter regelmäßig in der Firma sind. Natürlich es es schon branchenabhängig.
Bei Apple kommt dazu, dass die sich vor einigen Jahren eine recht exklusive Hütte (Spaceship) hingestellt haben. Und nun wollen die Mitarbeiter nicht mehr hingehen...
Das sind dann diejenigen, die sich wundern dass ihre geschätzten Mitarbeiter auf einmal für die Konkurrenz arbeiten oder sie eben nicht mehr die Qualität an Mitarbeitern am Markt erreiche, die sie gewohnt sind.