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Der verlorene Krieg der Hacker - Report vom 22. Chaos Communication Congress

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von slartibartfast, 11.01.06.

  1. slartibartfast

    slartibartfast Schöner von Nordhausen

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    We have lost the war

    "Wir haben den Krieg verloren", war wohl der in den Zeitungen, Newspages und Blogs meistzitierte Satz vom 22. Chaos Communication Congress in Berlin. Der Satz wurde gerade von den Reportern, die einfach nur das Programmheft gelesen hatten, vielfach als "die Hacker geben auf" interpretiert - ihr aber wisst es nach der Lektüre dieses Artikels hoffentlich besser ;)

    Vom 27. bis 30. Dezember letzten Jahres lud der Chaos Computer Club (CCC) alle interessierten Leute in das Berliner Congress Center am Alexanderplatz zur "europäischen Hackerkonferenz" ein. Dieser martialische Titel wirkt sicher auf einige von euch irritierend. Zumindest im Kontext des Kongresses und dieses Artikels sind mit "Hackern" aber nicht die bösen, allmächtigen Computerfreaks gemeint, die über das Internet Banken ausrauben und Computer-Viren verbreiten, nein, im Kreise des Chaos Computer Clubs ist dies die Bezeichnung für einen interessierten Menschen, der sich verantwortungsbewusst und kritisch mit der Technik auseinandersetzt. Der Kongress war also vor allem eine Zusammenkunft der Datenschützer und Opensourceprogrammierer. Wikipedia und viele andere bekannte Internetprojekte hielten buchstäblich ihre Fahnen hoch.

    Der Kongress lässt sich grob in zwei wichtige Bereiche einteilen:
    Das Hackcenter und die Projekt/Workshop - Stände in den Gängen und im Keller sowie Vorträge in den einzelnen Sälen des bcc.

    Allgemein fiel mir eine hohe Mac-Vereitung unter den Gästen auf. Von überall her leuchteten einen die Äpfel der Power- und iBooks an, weshalb ich mich gleich gut aufgehoben fühlte ;)
    Dieses und eine schöne Art&Beauty-Area trugen einen großen Beitrag zur allgemeinen guten Stimmung bei :-D

    Das Kongressprogramm, im CCC-Jargon "Fahrplan" genannt, war dick gefüllt: In vier Sälen gleichzeitig fanden jeweils Vorträge zu den verschiedensten Themen statt. Darunter eben auch jener vielzitierte Vortrag "We have lost the war" von Rop Gonggrijp und Frank Rieger. Beide brachten hier die allgemeine Stimmung des Kongresses auf den Punkt.

    Trotz aller vorangegangenen Proteste werden derzeit in den meisten westlichen Staaten - auch in Deutschland - sämtliche Überwachungstechniken immer weiter ausgebaut. Ob Internetvorratsdatenspeicherung, Überwachungskameras, Biometrische Pässe, E-Mailüberwachung oder die geplante "Sicherheitstechnische Verwendung der Mautbrücken", man gewinnt an allen Stellen unseres Lebens den Eindruck, der Staat verfällt in eine blinde Überwachungswut, die moralische und technische Probleme einfach ignoriert.

    Zum einen stellen alle diese neuen - oder jetzt verstärkt eingesetzten - Technologien einen gigantischen Eingriff in die Privatsphäre der Bürger dar. Das "Data Mining", also das "Schürfen nach Daten" wird von den Polizeibehörden als eine Art Wunderwaffe im Kampf gegen Terror und alle anderen Verbrechen gesehen. Dass dabei aber die Privatsphäre des einzelnen auf der Strecke bleibt, interessiert die wenigsten. Mit dem Argument "wer nichts zu verbergen hat, braucht sich nicht zu verstecken" wollen die Datensammler alle Gegenstimmen abwimmeln. Dieses Argument greift aber viel zu kurz: Sind es nicht gerade unsere Freiheiten, die unser Leben so angenehm machen? Die Freiheit, nicht bei jeder Geschwindigkeitsübertretung bestraft zu werden? Die Freiheit, sich in der Nase zu popeln, ohne dass ein Polizist auf der anderen Seite der Kamera zuschaut? Die Freiheit, z.B. den Koran lesen zu können, ohne befürchten zu müssen, auf einer Liste der "potentiell Terrorverdächtigen" zu landen? Der niederländische Journalist und Datenschutz-Aktivist Brenno de Winter hat ganz Recht, wenn er die Privatsphäre als "ein Menschenrecht, dass wir verteidigen müssen", bezeichnet.

    Die neuen Techniken stellen jeden Bürger unter Generalverdacht und stellen damit die bisherige Maxime der Verbrechensbekämpfung, die Unschuldsvermutung, die ein zentrales Element eines Rechtsstaates ist, auf den Kopf.

    Neben dieser gewichtigen moralischen Kritik am "Überwachungsstaat Europa" gibt es noch viele ganz banale, technische Probleme der verwendeten Überwachungstechniken:

    Fast alle genannten Überwachungstechnologien können von kundigen Leuten ohne allzu großen Aufwand umgangen werden. Die Techniken treffen also nur den unbedarften Bürger, denn die Leute, die damit eigentlich verfolgt werden sollen, haben in jedem Fall die Mittel, sich vor der Überwachung zu schützen.

    Auf dem Kongress stellten die Hacker ihre Forschungsergebnisse zu den einzelnen Techniken vor. Das Ergebnis war ernüchternd: Ob Überwachungskameras oder Internetüberwachung, alle Techniken weisen bei näherem Hinsehen Lücken auf, durch die sie ad absurdum geführt werden. Wer die Tricks kennt, wird von den Überwachungssystemen nicht erkannt. Der Geschädigte ist also allein der Bürger, der im Zuge einer oft sinnlosen Überwachungshysterie immer mehr an Privatsphäre verliert.

    Auch ist es ein Trugschluss anzunehmen, durch Überwachungsmaßnahmen Verbrechen verhindern zu können. So berichtete ein Wiener Forschungsteam von den "Erfolgen" der verstärkten Video-Überwachung in ihrer Stadt: Die Drogendealer auf einem bestimmten, neuerdings Videoüberwachten Platz stehen jetzt einfach direkt unter der Kamera, also in deren totem Winkel. Auch die Kamera in einem Schließfachraum (in dem prekärerweise teure Beamer gelagert waren) stellten sich als glatter Fehlgriff heraus. Am Tag nach einem Einbruch konnten die Verantwortlichen auf den Videos einer dunkel gekleideten Gestalt mit schwarzer Baseballmütze zusehen, wie sie gemütlich die Fächer aufbrach und den Inhalt mitnahm. Von der linken Wange des Täters erhielten die Ermittler die wahnsinnige Datenmenge von 20 Pixeln, und noch 5 weitere der Nase des Einbrechers. Bei den Ermittlungen halfen diese Daten rein gar nichts.

    Dass die Überwachung nicht nur ein Hirngespinst der "Verschwörungstheoretiker des CCC" und eine aufgebauschte Pseudo-Sensation geltungssüchtiger Datenschützer ist, zeigen auch die Überlegungen kritischer Personen und Journalisten, die unabhängig vom Chaos Communication Congress zu ähnlichen Schlüssen kommen. Die Süddeutsche Zeitung etwa reservierte in ihrer Wochenendausgabe vom 7. Januar dem Thema Überwachung zwei Seiten des Feuilletons.

    Haben die Hacker aber nun den Krieg verloren?
    Der viel zitierte Satz war von den beiden Hackern bewusst als Provokation gegen die Kongressteilnehmer angelegt, um sie wachzurütteln und aufzufordern, gegen die neuen Überwachungstechniken vorzugehen. Um das erfolgreich tun zu können, müssen wir aber auch erkennen, dass die Proteste bisher den Trend nicht aufhalten konnten. Nun stehen wir an dem Punkt, den die Datenschützer dieser Welt befürchtet haben: Die Überwachung der einzelnen Bürger, wie sie in Ländern wie den Vereinigten Staaten oder auch den Niederlanden schon Realität ist, wird nun auch bei uns ihren Einzug finden.
    Der Tenor des Kongresses war also vor allem: "Wir haben den Krieg verloren, aber jetzt beginnt die zweite Runde".

    Der Protest gegen den Überwachungsstaat darf aber nicht Sache der Hacker und Datenschützer alleine bleiben. Wir dürfen uns nicht ausruhen und denken, "die machen das schon", sondern jeder einzelne ist dazu aufgefordert, seine Stimme gegen die neue Kontrollwut der Behörden zu erheben.
     
    #1 slartibartfast, 11.01.06
    Zuletzt bearbeitet: 12.01.06
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  2. mullzk

    mullzk Linsenhofener Sämling

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    schade...

    danke für den bericht.
     
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  3. commander

    commander Baldwins roter Pepping

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    Ich durfte!

    Danke für den Artikel, spricht mir aus der Seele: viele der momentanen Entwicklungen nehmen den Bürgern scheibchenweise die Rechte wieder ab, für die noch vor 20, 30 Jahren erbittert gekämpft wurde. Ich möchte noch Küdigungsschutz, Sozialsysteme etc. annmerken.

    Gruß,

    .commander
     
  4. mullzk

    mullzk Linsenhofener Sämling

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    ausser dass man bei diesen themen auch noch kontroverse diskussionen führen kann (bitte nicht hier, dieses thema ist zu wichtig für thread-jacking), da ist es letztlich eine frage von einschätzungen und persönlichen gewichtungen.
    beim thema persönlichkeits- und datenschutz hingegen habe ich noch keinerlei plausible argumentationen gehört, weshalb das zurückordern der errungenschaften aus einer gesellschaftlichen perspektive sinnvoll sein sollte - da kann man nicht einmal sinnvolle diskussionen führen...
     
  5. marcozingel

    marcozingel Brettacher

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    wir werden entmündigt und bevormundet und enden dann als Hamburger äh wie die Amerikaner in Angst und Selbstzweifeln.
    Was sagt Ihr dazu.
     
  6. Gunnar

    Gunnar Baldwins roter Pepping

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    Ich kann euch nur die wirklich gute gemacht Chaosradio Sendung empfehlen. Es gibt die Sendungen auch als Podcast.

    http://chaosradio.ccc.de/

    Höre die Sendungen gerne. Viele "Hacker" Themen, aber auch gesellschaftspolitische Themen.

    Gruss
    Gunnar
     
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  7. kbwmac

    kbwmac Gast

    Besten Dank für diesen inhaltlich sehr tollen Artikel! Man sollte sich mehr Gedanken darüber machen, was mit all den Daten gemacht wird, die überall gesammelt werden: Die Einkaufliste, bei Punktesammelsystemen, z.B. Migros Cumulus Punkte oder Coops Supercard, …
    Leider ist einem gar nicht bewusst, wo überall Daten über eine Person gesammelt werden. Auch finde ich bedenklich, was für Spuren man im Internet hinterlässt, ohne es zu merken.
     
  8. flowbike

    flowbike Halberstädter Jungfernapfel

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    Auch von mir ein dickes Danke für diesen Artikel. Zum Thema Spuren im Internet:
    bei fscklog zu lesen. das neue iTunes schickt bei jeder Auswahl eines Titels in der eigenen Library Infos darüber zu Apple, das ist ja wohl mal unverschämt, oder?

    /edit
    aber scheinbar nur wenn der minishop sichtbar ist, gut zu wissen, weg damit.
     
    #8 flowbike, 11.01.06
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.06
  9. flokk

    flokk Gast

    Man sollte zwar das Thema im Auge behalten und die Problematik nicht unterschätzen, aber manche Aussagen grenzen meines Erachtens ja schon an Paranoia.

    -Mir persönlich ist es egal ob Apple jetzt meinen Musikgeschmack kennt, mir fällt nichts ein, wo man das gegen mich verwenden, es hat für mich nur den Vorteil, das meine itms-seite für mich jetzt besser personalisiert ist. Und wer Apple die Daten nicht geben will, kann das Fenster zumachen und es werden nachweislich keine Daten versendet.

    - Genauso ist es in anderen Bereichen, siehe MS, Wegen meiner sollen die wissen, das in meinen Rechner für Hard- und Software steckt, ich mach da kein Geheimnis draus, warum auch?? Die meisten, die lauthals gegen das Registrierungsgebaren wettern sind meines Erachtens Leute, die ihre Software nicht rechtmäßig erworben haben und erst diese Leute, haben doch Firmen wir MS dazu getrieben, den User so stark zu kontrollieren.

    - Es gibt mehrere Studien, die belegen das Kameras an öffentlichen Plätzen abschreckend für böse Buben wirken. Die Beispiele die CCC geliefert hat, sind wohl eher polemisch und sollen Überwachungskameras ins lächerliche ziehen. Kameras haben schon zu oft Straftäter überführt oder bei der Überführung geholfen (Beispiel welches mir gerade in den Sinn kommt: der U-Bahnschupser von Hamburg)

    - Was eindeutig zu weit ging, war die Sony-Root-Kit-in-CDs-Aktion, die potentiell Schaden auf jeden Rechner anrichten kann.:mad:

    So Leuts, das war meine Meinung dazu; also seit auf der Hut, aber lasst euch nicht verrückt machen.:)

    FLOKK
     
  10. daveinitiv

    daveinitiv Wilstedter Apfel

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    Es geht in erster Linie nicht darum, dass es gemacht wird und ich es unterbinden kann, sondern, dass Apple es nicht transparent gemacht hat. Keinerlei Dokumentation, kein Hinweis. Einfach standardmäßig eingeschaltet.
    Wenn so etwas passiert will ich es im Vorfeld wissen, um dann für mich angemessen entscheiden zu können.
     
  11. flokk

    flokk Gast

    @ daveinitiv

    Das hast du natürlich recht, aber wenn einen das stört, warum hat sich dann noch keiner über die "Software-Aktualisierung" aufgeregt, die ja zwangsweise auch Daten über das entsprechende System sammelt??

    FLOKK
     
  12. Interessante Athmosphäre muss das sein, wenn man in einer Art&Beauty-Area für Menschenrechte kämpft...

    Aber ein lesenswerter Bericht, vielen Dank. :)
     
  13. ra1ner

    ra1ner Reinette de Champagne

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    Danke für diesen Beitrag! Es tut gut, dass sich noch andere Menschen der Konsequenzen unseres jetzigen Weges bewusst sind! Leider finde ich eine fatalistische Einstellung auch im Kreise meiner Arbeitskollegen wieder: "Wieso, also ich fühle mich in einer videoüberwachten Stadt sicherer. Und wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu fürchten. Finde das eigentlich gut..."

    Ich zitiere mich noch einmal (teilweise) selbst:
    Zurückblickend haben wir, besonders nach 9/11, bereits einige Grundrechte einbüßen müssen. Nach vorne geblickt sieht es dummerweise auch nicht besser aus. Oder meint ihr, da nähme einer die Entscheidung für Biometriepässe zurück? Oder bei Veranstaltungen wie der WM werden zukünftig weniger persönliche Daten eingezogen, wenn man ein Ticket erwerben möchte? Oder die von der EU geforderte Speicherung aller Verbindungsdaten? Nee, das wird eher noch mehr werden.
    Diese Überwachungswut macht nur leider unser aller Leben nicht sicherer oder kalkulierbarer, es gibt dem Staat nur mehr Kontrolle und Macht über die Bürger. Solche (Überwachtungs-)Systeme machen mir eigentlich weniger Angst, mehr die Menschen, die über diese Systeme verfügen können. Und geht der Staatsgewalt erst einmal die Muffe (vor was oder wem auch immer), werden sie die Überwachungsinstrumente auch (gegen Bürger oder einzelne Interessengruppen) einsetzen.

    Es gilt, meine ich, jede noch so kleine Entwicklung zu verhindern, die in einen Polizei- und Überwachungsstaat führt. Das Posting von slartibartfast ist IMHO ein weiterer (kleiner) Beitrag, um darauf aufmerksam zu machen!

    "Small things are big, huge things are Small, tiny acts have huge effects,
    everything counts, nothing's lost" -- project pitchfork

    In diesem Sinne... :)
    Rainer.
     
  14. howdy flokk. deine argumentation passt sich nahtlos an das an, was die freunde der überwachung uns einreden möchten: es dient nur zur überwachung übler gesellen, wer nichts unrechtes im sinn hat, hat auch nichts zu verbergen.
    das hinkt.

    erstens, selbst wenn ich nichts zu verbergen habe, geht das, was ich mache oder habe oder denke niemanden was an, es sei denn, ich möchte, das es jemand erfährt. zum beispiel apple istore. wenn sie mich fragen würden, was ich für musik höre, denke ich nicht, das ich denen das sagen würde. oder vielleicht würde ich es tun. aber das sollte meine entscheidung sein.
    ich habe keine ahnung, ob man anhand des musikgeschmackes ein persönlichkeitsprofil erstellen kann, wahrscheinlich schon. auf jedenfall geht das neimanden was an. punkt.

    und was die anderen sachen angeht. was recht und unrecht ist, bestimmen immer noch die, die die macht hat. und gerade die sammeln jetzt fleissig informationen, wo sie nur können und weichen den datenschutz auf. und wer weiss, was heute noch rechtens ist, ist morgen vielleicht schon verboten und schwupps, hätte man schon was zu verbergen gehabt.

    ich denke, wir sind schon gläserner, als wir denken. und es wird nicht besser.

    »they take away our freedom in the name of liberty.« stiff little fingers
     
  15. commander

    commander Baldwins roter Pepping

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    Solche Leute sollten sich mal den Film Brasil anschauen....

    Gruß,

    .commander
     
  16. flokk

    flokk Gast

    @nickcaveman

    Schade das du meine Posts nur halbherzig gelesen hast, denn ich schreibe ja mindestens drei mal, dass das alles auch seine Risiken hat. Nur irgendwie sollte man sich beide Seiten anschauen und nicht nur weil es modern ist auf eine Gruppe einprügeln.

    Um es nochmals zu verdeutlichen; Datenschutz ist verdammt wichtig aber er hat definitiv auch seine Grenzen.

    MFG FLOKK
     
  17. wie gesagt, mir ist es nicht egal. und das man es deaktivieren muss, damit das nicht mehr passiert, halte ich für ein unding. wenn ich nicht zufällig den artikel hier gelesen hätte, hätte ich davon nichts mitbekommen.


    also, leute, die sich gegen überwachung und ausspionieren wehren, haben was zu verbergen? ist jetzt überspitzt dagestellt, aber letztendlich ist das deine aussage und wie schon erwähnt, lieblingsargument der überwachungsfreunde. und zu behaupten, das die ganze überwachung nur deshalb kommt, weil die firmen und der staat durch den bösen user/menschen dazu getrieben wurde finde ich ziemlich niedlich.
    schuldumkehrung.
    und was das thema hardware- und softwarescan angeht: ich fände es merkwürdig, wenn ich mir ein buch kaufen würde und irgendwann ein mann/frau vom verlag ankommen würde, in meine wohnung stapfen würde und eine liste sämtlicher bücher machen würde. und wenn er schon mal dabei ist, guckt er dann auch noch was ich für musik höre und was ich so esse und eventuell checkt er im vorbeigehen auch mal meine buchhaltung...

    hmmm, der ubahnschubser ist wirklich übel gewesen. aber der hat sich zum beispiel ja nicht abschrecken lassen. aber immerhin wurde er überführt. aber leute, die wirklich irgendwas böses im sinn haben, denken oft nicht an die folgen und falls doch, sind sie so schlau, das nicht gerade in einem kameraüberwachten bereich zu machen.
    die logik aus dem letztgesagten wäre, alles komplett zu überwachen.
    und da man ja nichts zu verbergen hat, kann man dann auch nicht sagen, das man zuhause keine kamera haben möchte. das wäre ja sonst verdächtig. jeder mensch ist ein potentieller straftäter.

    also, wenn es um einen wirtschaftlichen schaden geht, geht das dann doch zu weit?
    nunja...

    so, ich hoffe, ich habe mich jetzt ein wenig deutlicher mit deinem beitrag auseinandergesetzt. manches ist natürlich etwas überspitzt dargestellt und wenn ich ins persönliche abgerutscht bin, bzw. es den eindruck macht, bitte ich das zu entschuldigen. dies ist jetzt nicht als anfeindung oder ähnliches gedacht, sondern soll nur meine einstellung etwas verdeutlichen.
     
  18. flokk

    flokk Gast

    Jow, jetzt warst du sehr konkret,:-D obschon du manchmal meine Worte ein "wenig" an deine Argumentationskette angepasst hast:p .

    Aber keine Angst, ich bin seelisch soweit gefestigt, dass ich mich jetzt nicht von einer Brücke stürzen werde.

    PS: Stell dir nur mal vor dieses Forum würde dem Datenschutz unterliegen, dann könnten wir uns gar nicht unterhalten, weils keiner sieht.;)

    Good Night FLOKK
     
  19. daveinitiv

    daveinitiv Wilstedter Apfel

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    26.12.03
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    1.911
    Öhm, nun ja …
    WIZO, Slime, Die Kassierer, Skeptiker, HASS, Abstürzende Brieftauben …
    :D

    No escape from the mass mind rape
    Play it again jack and then rewind the tape
    And then play it again and again and again
    Until ya mind is locked in
    Believin’ all the lies that they’re tellin’ ya
    Buyin’ all the products that they’re sellin’ ya
    They say jump and ya say how high
    Ya brain-dead
    Ya gotta fuckin’ bullet in ya head

    - Bullet in your head
    Rage against the machine
     
  20. altowka

    altowka Gast

    Vielen Dank für diesen wirklich sehr gut verfassten Artikel! Ich hoffe, daß er dazu beiträgt, daß sich noch viel mehr Menschen ernsthafte Gedanken darüber machen, denn im Moment sind es ja leider noch viel zu wenige.

    Diese Entwicklung gehört zu den größten Sorgen, die ich mir um unsere Zukunft mache, denn wenn die technischen Möglichkeiten einmal installiert und in Betrieb sind, dann werden sie benutzt werden und der Weg zurück wird sehr hart und steinig, wenn überhaupt noch möglich.

    Der Unterschied zwischen Privatsphäre und einem gläsernen Bürger wird jemandem, der sich so äußert wie flokk wahrscheinlich erst dann klar werden, wenn er selbst unmittelbar zum Betroffenen wird. Zum Beispiel wenn ihn ein Gesetz an der freien Ausübung von etwas hindern würde, auf was er aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur einfach nicht verzichten kann. Dieses kafkaeske Paradox war bis vor nicht allzu langer Zeit für Menschen mit homosexuellen Neigungen bittere Realität. Oder noch viel einfacher: Wenn er auf keine Bewerbung mehr eine Antwort bekommt, weil er einmal psychologische Hilfe in Anspruch genommen hatte, was jetzt dummerweise in einer Datenbank steht, auf die alle Personalchefs zugreifen, bevor sie einen Bewerber einladen.

    Das alles klingt für viele Menschen solange paradox und übertrieben bis sie einmal selbst betroffen sind, nur dann ist es eben viel zu spät, denn sind die Daten erst einmal gespeichert, dann sind sie unserem Zugriff entzogen.

    Und das ist es eben genau, was Datenschutz bedeutet: Deine eigene Freiheit, zu entscheiden, wem Du welche Daten überläßt, und wem nicht.
     
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