- Registriert
- 01.11.16
- Beiträge
- 15.097
Jan Gruber
Seit einigen Wochen setzt Apple die Nutzung des Anmeldedienstes „Sign in with Apple“ strikt durch. Wer das Google- oder Facebook-Login nutzt muss, auch diesen Dienst anbieten – ja, er muss sogar an erster Stelle stehen. Entwickler haben damit durchaus ihre Probleme.
Ausnahmsweise kann ich heute ein Thema aus zwei unterschiedlichen Perspektiven angehen – einerseits als Anwender mit etwas journalistischem Hintergrund, auf der anderen Seite aber auch als App-Entwickler. Seit einigen Wochen ist „Sign in with Apple“ Pflicht, der Dienst verspricht den Kunden einen einfachen Login und maximalen Datenschutz – Dinge, die Entwickler aber auch vor Herausforderungen stellen. Anylist hat sich dazu entschieden, den Dienst nicht anzubieten. Die Gründe sind für mich nachvollziehbar.
Was für eine Mailadresse eigentlich?
Ein Problem sitzt grundlegend tief, ich habe es selbst im Support-Fall schon betreuen müssen: Kunden kennen ihre Mailadresse nicht. iCloud-IDs kommen häufig mit einer iCloud-Mailadresse, in der Regel nutzen nur wenige Kunden diese Adresse tatsächlich. Die Kommunikation mit dem Kunden läuft damit über eine Adresse, die er nicht überprüft. Noch schlimmer wird es durch die anonymisierten Mailadressen – denn wenn Kunden nach Support fragen, müssen Entwickler zuerst nach der anonymisierten Adresse fragen.
Und wer setzt mir jetzt welches Passwort wie zurück?
In vielen Standardaktionen wird das zum Problem. Wenn ein Passwort wiederhergestellt werden soll – welcher Service übernimmt das eigentlich? Im Zweifel müssen Entwickler Kunden zu irgendwelchen Drittanbietern senden, was niemandem in diesem Prozess große Freude bereitet.
Am Ende ist „Sign In with Apple“ für Entwickler noch ein wenig schlimmer als die Angebote von Facebook und Google – für Kunden sind sie sicher deutlich besser. Was für eine Lösung bleibt? Die von Anylist. Keinen dieser Dienste anbieten – für Entwickler – oder im Zweifel keinen der Dienste nutzen – für Kunden. So behalten alle auch mehr Kontrolle über ihre Daten.
05:32
[embed]https://atpodcast.de/podcasts/612.mp3[/embed]
-----
Wenn euch dieser Podcast gefallen hat, würden wir uns freuen, wenn ihr Apfeltalk unterstützen würdet. Einerseits könnt ihr uns auf iTunes bewerten – damit erhöht sich die Sichtbarkeit dieses Podcasts – oder uns andererseits auf Steady unterstützen.

Förderer auf Steady erhalten die Apfeltalk SE sowie die Film und Serien Folgen immer bereits am Sonntag, alle anderen Hörer am Freitag. Außerdem sind alle Folgen werbefrei und ihr bekommt Zugriff auf unsere wöchentliche News-Zusammenfassung. Empfehlt uns auch gerne euren Freunden!
Den Artikel im Magazin lesen.
[/embed]
Ich hab noch ne so alte Apple ID, dass ich eine Gmail-Apple ID hab. Ich kenn kaum Leute, die ihre iCloud-Adressen wirklich nutzen
Das deckt sich mit meinem Gefühl, dass mir der Dienst "Sign in with Apple" viel zu intransparent ist. "Wegwerf-Email-Adressen" kann ich auch bei meinem Mailhoster generieren lassen. Da weiß ich welche wo in Benutzung ist und kann sie danach sicher wieder löschen.