ATEP612 Sign in with niemanden

Jan Gruber

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Jan Gruber
Seit einigen Wochen setzt Apple die Nutzung des Anmeldedienstes „Sign in with Apple“ strikt durch. Wer das Google- oder Facebook-Login nutzt muss, auch diesen Dienst anbieten – ja, er muss sogar an erster Stelle stehen. Entwickler haben damit durchaus ihre Probleme.

Ausnahmsweise kann ich heute ein Thema aus zwei unterschiedlichen Perspektiven angehen – einerseits als Anwender mit etwas journalistischem Hintergrund, auf der anderen Seite aber auch als App-Entwickler. Seit einigen Wochen ist „Sign in with Apple“ Pflicht, der Dienst verspricht den Kunden einen einfachen Login und maximalen Datenschutz – Dinge, die Entwickler aber auch vor Herausforderungen stellen. Anylist hat sich dazu entschieden, den Dienst nicht anzubieten. Die Gründe sind für mich nachvollziehbar.
Was für eine Mailadresse eigentlich?


Ein Problem sitzt grundlegend tief, ich habe es selbst im Support-Fall schon betreuen müssen: Kunden kennen ihre Mailadresse nicht. iCloud-IDs kommen häufig mit einer iCloud-Mailadresse, in der Regel nutzen nur wenige Kunden diese Adresse tatsächlich. Die Kommunikation mit dem Kunden läuft damit über eine Adresse, die er nicht überprüft. Noch schlimmer wird es durch die anonymisierten Mailadressen – denn wenn Kunden nach Support fragen, müssen Entwickler zuerst nach der anonymisierten Adresse fragen.
Und wer setzt mir jetzt welches Passwort wie zurück?


In vielen Standardaktionen wird das zum Problem. Wenn ein Passwort wiederhergestellt werden soll – welcher Service übernimmt das eigentlich? Im Zweifel müssen Entwickler Kunden zu irgendwelchen Drittanbietern senden, was niemandem in diesem Prozess große Freude bereitet.

Am Ende ist „Sign In with Apple“ für Entwickler noch ein wenig schlimmer als die Angebote von Facebook und Google – für Kunden sind sie sicher deutlich besser. Was für eine Lösung bleibt? Die von Anylist. Keinen dieser Dienste anbieten – für Entwickler – oder im Zweifel keinen der Dienste nutzen – für Kunden. So behalten alle auch mehr Kontrolle über ihre Daten.

05:32

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Andreas Vogel

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für regelmäßig genutzte Seiten, vielmehr noch wenn es um bezahlte Inhalte geht, nutz ich den Appleannonymisierungsdienst nicht... bei irgendwelchen 1x Seiten find ich den Dienst recht praktisch
 

Bitnacht

Süssreinette (Aargauer Herrenapfel)
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Dass Anylist keinen 3rd-Party login haben will, ist nachvollziehbar.
Aber es gibt IMO kein Szenario wo der Facebook-Sign in besser ist als der von Apple, bzw. wo es von Nachteil ist, Sign in with Apple zusätzlich zu Facebook und Google anzubieten.

Wenn ich meine iCloud-Adresse nicht kennen würde, warum sollte ich bei mehreren Optionen ausgerechnet die nehmen, die ich in Wirklichkeit nicht benutzen will?

Und wenn ich Sign in with Apple nutze, dann gibt es doch gar kein Passwort für die App, die der App Entwickler zurücksetzen kann, oder? Ich meine, die Idee hinter Single-Sign-On ist doch eben, dass ich mich dann bei der App nicht mehr anmelden muss. Offenbar ist mir da ein Detail nicht bekannt?
 
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saw

Graue Herbstrenette
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Letzte Woche noch das Problem gehabt,
Freund meldet sich am iPhone "mit Apple" bei spotify an, will sich bei der app auf dem Mac anmelden und da gibt es kein "mit Apple anmelden".
Tja, jetzt finde mal deine anonymisierte Mailadresse und Kennwort raus ^^

Zum Schluss alles gelöscht und herkömmlich den neuen account erstellt.
 
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MichaNbg

Maunzenapfel
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UX from hell, wenn man Support braucht oder sich in Desktopapps oder Webseiten auch anmelden möchte.

Aber auch hier kriegt nicht Apple den Ärger ab sondern die Appentwickler.

Mal sehen, ob das Thema auch Bestandteil der anti trust Untersuchungen in den USA werden wird.
 

Jan Gruber

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Wenn ich meine iCloud-Adresse nicht kennen würde, warum sollte ich bei mehreren Optionen ausgerechnet die nehmen, die ich in Wirklichkeit nicht benutzen will?
Geht nicht darum, dass die Kunden sie nicht kennen. Geht darum, dass die Kunden die Mails da nicht checken ;) Ich hab noch ne so alte Apple ID, dass ich eine Gmail-Apple ID hab. Ich kenn kaum Leute, die ihre iCloud-Adressen wirklich nutzen 🤷‍♂️

Aber es gibt IMO kein Szenario wo der Facebook-Sign in besser ist als der von Apple, bzw. wo es von Nachteil ist, Sign in with Apple zusätzlich zu Facebook und Google anzubieten.
Doch - das was @saw sagte - wenn man ne anonyme Mailadresse nutzt merkt man sich die simpel nicht und die Leute können sich nicht an ihren Login erinnern. Geschweigedessen kann ich sie Leuten, als Entwickler, nicht zuordnen.

Ansonsten mach ichs so wie @nachdenker es sagt
Aber auch hier kriegt nicht Apple den Ärger ab sondern die Appentwickler.
Genau das wollte ich sagen =) Ich hab mir mal die letzte Woche unsere Supportzahlen angesehen. Mittel zweistellige Probleme mit Login. 20 konnten wir sofort lösen. 16 Pending - alle 16 Login mit Apple 🤷‍♂️
 

mArKuZZZ

Johannes Böttner
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Ich hab noch ne so alte Apple ID, dass ich eine Gmail-Apple ID hab.
Meine Apple-ID ist zwar noch relativ jung (Ende 2018), aber endet auch auf einen anderen Mailhoster. Habe ich jetzt eine iCloud-Email-Adresse oder nicht? Ich wüsste nichtmal wo ich mich da einloggen sollte. 🤷‍♂️

Edit: Wenn ich mich auf icloud.com einlogge und auf Mail klicke kommt eine Meldung, dass eine iCloud-Adresse benötigt wird. Hierzu möge ich in den iOS Einstellungen Mail aktivieren. Mache ich aber nicht, da ich in der Mail-App Exchange-Konten eingerichtet habe, deren Mails nicht in die iCloud synchronisiert werden sollen. Heisst das jetzt dann dass ich garkeine iCloud-Mailadresse habe und ich demnach Sign in with Apple nicht nutzen sollte (mache ich ohnehin nicht), da man mir im Supportfall nicht helfen kann?
 
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Jan Gruber

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Ganz ehrlich? Ich hab keeeeeine Ahnung. Da wurde immer wieder mal, hinter den Kulissen und schlecht bis gar nicht dokumentiert, so viel geändert 🤷‍♂️
 

mArKuZZZ

Johannes Böttner
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Alles klar. :D Das deckt sich mit meinem Gefühl, dass mir der Dienst "Sign in with Apple" viel zu intransparent ist. "Wegwerf-Email-Adressen" kann ich auch bei meinem Mailhoster generieren lassen. Da weiß ich welche wo in Benutzung ist und kann sie danach sicher wieder löschen.
 

MichaNbg

Maunzenapfel
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Hab leider vor drei Jahren den Fehler gemacht, meine Apple ID, die auf Outlook.com endete, in eine echte iCloud.com Adresse zu ändern, weil ich iCloud als email Provider ausprobieren wollte. (BTW einer der schlechtesten am Markt)

Leider sieht Apple nicht vor, eine andere Rechnungsadresse anzugeben und schickt alles stur an die Apple ID 🙄
 

Jan Gruber

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Klassiker an der Stelle auch gerne wieder erwähnt: Bei Google kann man beliebig Punkte setzen in seiner Mailadresse oder ein +und irgend was anderes dahinter schreiben ;)
 

MichaNbg

Maunzenapfel
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Nur meine ganz alte @mac.com hätte ich gerne behalten. Die haben sie mir aber irgendwann bei der Umstellung von MobileMe auf iCloud.com weggenommen. 😓

Hat sich iCloud eigentlich seit Markteinführung signifikant weiterentwickelt? Nö oder?
 

MichaNbg

Maunzenapfel
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„Kaum“ schließt „ein paar wenige“ bestimmt mit ein 😜

Kann mich da aber anschließen. Hab von niemandem eine private email Adresse die auf @icloud.com lautet. Outlook.com, Live.com, Gmail, gmx, private Domains, t-online, ... alles mögliche dabei. Aber keine iCloud am Start. 🤷🏼‍♂️
 

Martin Wendel

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GMX... da schauderts mich immer. Erinnert mich so an die Anfänge meiner Internetnutzung vor... zu vielen Jahren. :)
 

Bitnacht

Süssreinette (Aargauer Herrenapfel)
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Sorry, ich muss zugeben, dass ich von diesem Prozess keinen Plan habe. Ich versuche noch das Problem logisch zu verstehen.

Geht darum, dass die Kunden die Mails da nicht checken ;)
Das leuchtet mir nicht ein, weil man die doch praktisch automatisch in Mail eingerichtet bekommt. Insbesondere, wenn man eine Supportanfrage damit stellt, sollte man sie doch checken.

Doch - das was @saw sagte - wenn man ne anonyme Mailadresse nutzt merkt man sich die simpel nicht und die Leute können sich nicht an ihren Login erinnern.
Das ist logisch. Aber müssen sie sich denn erinnern? Können sie nicht einfach noch einmal auf Sign in with Apple ID-Klicken und ganz normal weitermachen?

Geschweigedessen kann ich sie Leuten, als Entwickler, nicht zuordnen.
Ja, das ist klar. Bekommt der User beim zweiten Sign-In nicht den selben Identifier? Wie funktioniert das dann überhaupt? Ist das nur so wie ein Cookie, der anschließend wieder gelöscht ist? Das wäre ja praktisch gar kein Sign-In und halbwegs nutzlos.

Und ich sehe insbesondere nicht, warum das bei Sign-In mit Google oder Facebook besser laufen sollte. Auch da wüsste ich meine Mailadresse nicht aus dem Kopf.

Ich glaube ich habe meine Google-Mail automatisch an iCloud weiterleiten lassen. Das ist allerdings schon sehr lange her.
Ich merke gerade, dass ich mich bei Quora.com nicht mehr anmelden kann, weil ich da zwar noch das Passwort im Schlüsselbund habe, aber entweder mit Facebook oder Google gestartet war und ich keinen Tipp bekomme, was ich jetzt bei der E-Mail einragen soll. Ich probier mal ein bisschen herum 🙄.
 
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MichaNbg

Maunzenapfel
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GMX... da schauderts mich immer. Erinnert mich so an die Anfänge meiner Internetnutzung vor... zu vielen Jahren. :)
Allen Grund zum schaudern 😄

GMX, Web.de und was sonst noch in Deutschland, Österreich, Schweiz, ... Ende der 90er/Anfang der 2000er gerade am Markt war ging relativ an mir vorbei. Zu der Zeit hatte ich schon die ersten Webpakete mit eigenen Domänen bei Schlund+Partner.

Die sind nur dann irgendwann unpraktisch geworden als man darüber kaum oder nur hakelig oder aufwendig push services realisieren konnte. EAS konnten viele lange Zeit gar nicht stattdessen musste man so komische Krücken wie OpenXchange nutzen, was am Desktop buggy plugins benötigte und auf Smartphones lange, lange gar nicht funktionierte. Da schlug dann die Stunde von Microsoft, Google und später auch Apple mit eigenen Push Services.

Gut, Apple hat wie immer bei services eine Extrarunde gedreht 😁
 
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Wertungen: Martin Wendel

Bitnacht

Süssreinette (Aargauer Herrenapfel)
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Oh cool, jetzt habe ich zwei Quora-Accounts.
Oder ich habe meinen alten damals Account gelöscht. Jedenfalls gebe ich jetzt den Kritikern recht: Allgemein scheint Single-Sign-On nicht richtig zu funktionieren. Ich weiß aber nicht, warum das so schwer ist.
Freund meldet sich am iPhone "mit Apple" bei spotify an, will sich bei der app auf dem Mac anmelden und da gibt es kein "mit Apple anmelden".
Autsch, das ist natürlich dann ein ziemlich großer Bug im System!
 
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Jan Gruber

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@Bitnacht

Du gehst von dem Fall aus, dass der Nutzer alles weiß und keine Probleme hat. Solange ist das überhaupt kein Problem ✌Ab dem Zeitpunkt wo dann aber Support notwendig wird - weil Nutzer irgendwas "vergessen" oder sich halt ... wie die meisten Nutzer verhalten ... wirds problematisch.

Die iCloud-Adressen kennen die Leute zwar, rufen sie aber oft gar nicht ab. Das die automatisch mit eingerichtet werden stimmt halt solange man die Mailapp von Apple nutzt. Mit Sign In With Apple kriegen die Kunden die Daten - oder Passwortresetmails - im Zweifel auf eine von ihnen nicht kontrollierte Mailadresse. iCloud kam zu spät - viele Kunden hatten da schon eine Hauptmailadresse und haben sie einfach nie geändert. Die Mailadresse gabs ja per Zwang und nicht per Wunsch 🤷‍♂️

Wenn Kunden dann das Passwort vergessen - und diese demaskierte Apple ID nutzen - wirds wirklich problematisch. Die schreiben einem dann von einer Mailadresse auf die der Account keinesfalls lautet - und man muss irgendwie versuchen die Adresse, auf die der Account lautet, raus zu finden. Das ist meist eher unmöglich + ein Ding das Google oder Facebook nicht macht. Keine Sorge, ich bin kein Fan von Login with Google oder Facebook - aber für Entwickler bzw. den Support ist es halt leichter, weil einem die Kunden nach etwas Kopf schief halten zumindest die Mailadresse sagen können ;)
Ich wusste ja das jemand kommt und das sagen wird ... Ich hätte nur an dich als letztes gedacht - Brutus ;p
 
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