Ein logischer Schritt den Apple scheinbar aber nicht gehen wollte weil sie Lightning doch ganz gut fanden
Die Debatte haben wir bereits geführt, als USB-C in das iPhone integriert wurde. Damals wurde darauf hingewiesen, dass Apple bei der Einführung von Lightning versicherte, dass Lightning für 10 Jahre der Standard für das iPhone bleiben würde (um Planungssicherheit in Bezug auf Zubehör zu gewährleisten). Genau das hat Apple eingehalten und sogar vor der EU-Richtlinie USB-C in die iPhones integriert.
Angenommen, USB-C wäre von der EU nie vorgeschlagen worden und Apple hätte 2018 USB-C in die iPhones integriert (ähnlich wie bei den iPad Pro), dann wäre der Aufruhr groß gewesen, mit dem Argument: „Apple hat aber versprochen…“
und notwendig, weil es eine EU Vorgabe gibt.
EDIT:
Logisch zur vereinheitlichung wäre es 2016 gewesen.
Als man die MacBooks mit USB-C only rausbrachte.
DAS wäre logisch gewesen.
Aber, nicht fördlicher für den Adapterverkauf...
Ohne das, wären immernoch iPads und iPhones auf Lightning - födert den Adapterverkauf.
Wer hat recht? Mangels Glaskugel können wir das beide nicht wissen.
Aber, wir kennen Apple, ne ?
Das Thema hatten wir ja schon mal ausführlich hier im Forum – da ging’s auch um den Sinn und Unsinn von Lightning vs. USB-C.
Was oft vergessen wird: Apple hatte bei der Einführung von Lightning 2012 ganz offiziell kommuniziert, dass dieser Anschluss mindestens 10 Jahre bleiben soll. Und genau das haben sie auch eingehalten – 2022 kam dann der Wechsel zu USB-C beim iPad, 2023 schließlich auch beim iPhone.
Natürlich kann man darüber spekulieren, ob das früher „logischer“ gewesen wäre, z. B. 2016 mit den ersten USB-C-MacBooks. Aber Apple hat sich bewusst an das eigene Versprechen gehalten. Und ja, klar kennen wir Apple – dass sie mit Zubehör Geld verdienen, ist nichts Neues. Aber in diesem Fall war der Grund für die lange Nutzung von Lightning nicht nur Profit, sondern auch Planbarkeit für Nutzer und Hersteller.
Die EU-Vorgabe war sicher ein zusätzlicher Anstoß, aber nicht der alleinige Grund für den Wechsel.
Ganz ehrlich – ich finde das, was die EU da versucht, komplett überzogen. Apple hat über Jahre hinweg ein eigenes, funktionierendes System aufgebaut, in das richtig viel investiert wurde. Funktionen wie AirDrop oder das automatische Verbinden der AirPods funktionieren genau deswegen so gut, weil bei Apple alles aus einer Hand kommt – Hardware, Software, Benutzeroberfläche, Sicherheit. Und jetzt soll Apple gezwungen werden, solche Features auch Drittanbietern zu öffnen? Für mich ist das komplett daneben.
Klar, technisch basiert AirDrop auf Wi-Fi Direct – aber das allein ist nicht der Punkt. Apple hat da eine Lösung geschaffen, die stabil, sicher, benutzerfreundlich und tief ins System integriert ist. Es reicht eben nicht, nur den gleichen technischen Standard zu verwenden. Das zeigt sich doch überall: Nur weil zwei Autos einen Motor haben, fahren sie noch lange nicht gleich gut. Es geht um die Feinabstimmung – und genau darin liegt die Innovationsleistung.
Was mich stört, ist diese Vorstellung, dass alles immer für alle offen sein muss – egal, wer es entwickelt hat. Für mich ist das ein typisches Beispiel dafür, wie man durch gut gemeinte Regulierung am Ende Innovation ausbremst. Apple könnte in Zukunft einfach sagen: „Okay, wenn wir’s nicht mehr exklusiv anbieten dürfen, dann halt gar nicht.“ Und genau das sehen wir ja schon – z. B. beim iPhone Mirroring, das in Europa eben
nicht kommt. Nicht, weil es technisch nicht ginge, sondern weil Apple keine halbgare, aufgezwungene Kompromisslösung will, bei der sie gleichzeitig auch Android unterstützen müssten.
Das meine ich mit „kaputt regulieren“: Statt echten Wettbewerb zu fördern, sorgt man dafür, dass bestimmte Funktionen einfach verschwinden – und am Ende haben wir alle weniger davon.
Ich bin absolut für fairen Wettbewerb – aber das hier geht am Ziel vorbei. Es trifft am Ende nicht Apple, sondern die Nutzer.