Naja die können auch 200 Mrd bieten, bringt halt nur nichts. Der Deal ist grundsätzlich durch. Die beiden Parteien haben sich verbindlich geeinigt. Jetzt müssen die Medien natürlich aus jeder kleinen Sache nen Elefanten machen. Wenn ich dir ein Auto für 10‘000 Euro abkaufe und am nächsten Tag kommt @voyager mit 12‘000 Euro um die Ecke, ist er halt zu spät. Paramount hofft nun halt mittels politischem Druck (mit unter anderem Trump) die Kartellbehörden beeinflussen zu können. Ansonsten müssten sie halt beweise finden, dass Netflix bspw. dem Warner Management irgendwelche Gefälligkeiten geleistet hat und die Manager dadurch nicht das beste Angebot aus Unternehmens Sicht angenommen haben, sondern im Grunde bestochen wurde. Aber dies halte ich für fast ausgeschlossen, dass der Deal daran scheitern wird.
Stimmt leider nicht. – Schade wird hier mit so viel "Selbstvertrauen" einfach unwahrheiten rausgehauen bis sich die Balken biegen.
So, wie du es darstellst, funktioniert ein 70–100-Mrd-M&A-Prozess schlicht nicht. Der Netflix-Deal ist
keineswegs „grundsätzlich durch“, und wer das behauptet, ignoriert die elementaren Grundlagen von Übernahmen im Börsenumfeld. Paramount könnte gar kein feindliches Barangebot in dieser Grössenordnung platzieren,
wenn die Einigung zwischen Netflix und Warner wirklich verbindlich und unantastbar wäre. Das ist sie nicht. Es war eine unverbindliche Einigung auf Vorstandsebene – nicht mehr. Kein Closing, keine finale Zustimmung, keine regulatorische Freigabe.
Sobald ein Board nur eine „preliminary agreement“ hat, ist der Deal angreifbar. Genau das passiert hier.
Dein Autovergleich ist deshalb komplett unpassend. Bei börsennotierten Unternehmen gilt nicht „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, sondern die
fiduciary duty. Ein Verwaltungsrat ist gesetzlich dazu verpflichtet, das
beste Angebot für die Aktionäre anzunehmen – nicht dasjenige, das zuerst auf dem Tisch lag. Wenn jemand 12 000 bietet,
muss das Board das prüfen. „Zu spät“ gibt es in diesem Kontext nicht, ausser ein Deal ist bereits rechtskräftig abgeschlossen. Das ist hier faktisch nicht der Fall.
Auch die These, Paramount versuche nun „via politischen Druck“ oder gar über Bestechungsverdacht die Behörden zu beeinflussen, greift ins Leere. Für solche Unterstellungen fehlt jede Grundlage. Das reale Problem ist viel banaler und gleichzeitig viel explosiver:
Paramount hat ein
höheres, reines Barangebot vorgelegt, das für viele Aktionäre schlicht attraktiver ist. Genau deshalb gerät der Netflix-Deal ins Wanken – nicht wegen irgendwelcher Verschwörungstheorien.
Und was die Medien betrifft: Die machen hier nicht „aus jeder Kleinigkeit einen Elefanten“. Ein 108-Mrd-Hostile-Bid, das einen der grössten Tech-Deals der letzten Jahre aufsprengt,
ist ein Elefant. Das ist ein globaler Wirtschaftskrimi, kein albernes Kleinthema, das künstlich aufgeblasen wird.
Kurz: Der Deal ist offen. Sehr offen.
Der Netflix-Deal ist NICHT fest, NICHT abgeschlossen und NICHT garantiert.
Er war nur ein provisorischer Deal zwischen den Vorständen.
Paramounts feindliches 108-Mrd-Angebot hat den Prozess komplett neu geöffnet.
Der Übernahmekampf läuft jetzt erst richtig.
Wenn Paramount am Ende gewinnt, wird man rückblickend sagen: Das Gegenteil von „schon durch“ war der Fall.
Ich möchte Euch bitte zum eigentlichen Thema „Übernahme von Warner“ zurück zukommen. Das durchaus interessante Thema wie digitale Lizenzen gehandhabt werden, bitte in einem separaten Thread diskutieren.
Beim ganzen Übernahmekrieg geht es letztlich um
rund 100 Mio zahlende Warner-Streamingabos (Max / Discovery+). Diese Abos sind der eigentliche strategische Jackpot:
- Sie bringen Milliarden an wiederkehrenden Einnahmen.
- Sie geben dem Käufer sofort weltweite Marktanteile, die man organisch kaum erreichen kann.
- Für Paramount wäre es ein Sprung von ~70 Mio auf ~170 Mio Abos.
- Für Netflix wäre es eine massive Stärkung gegen Disney+.
Genau deshalb ist der Deal
nicht einfach „durch“:
Eine Plattform mit 100 Mio Abos ist zu wertvoll, um irgendein Angebot blind abzunicken. Jede Alternative muss geprüft werden – und ein höheres Barangebot wie das von Paramount kann den gesamten Prozess kippen.