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"Steuerspar-Tricks": Offizielles Statement aus Cupertino

Till Eckert

Kaiser Wilhelm
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Apple steht wegen seiner Steuerpraxis in der Kritik. Das Unternehmen lieh sich am Kapitalmarkt vor kurzem umgerechnet rund 13,2 Milliarden Euro, um für die Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe nicht auf die eigenen Reserven zurückgreifen zu müssen. Diese liegen – wie bei vielen anderen Unternehmen der Internetbranche – großteils im Ausland. Hätte der iPhone-Hersteller das nötige Geld in die Heimat zurückgeholt, wären große Steuerzahlungen angefallen. Analysten rechneten aus, dass sich Apple dadurch rund 7 Milliarden Euro an Steuern gespart habe. Morgen wird Tim Cook vor einem Untersuchungsausschuss des US-Senats zu diesem Thema befragt. Bereits heute veröffentlichte Apple ein erstes Statement.[PRBREAK][/PRBREAK]

Hintergrund ist die Möglichkeit von Großkonzernen mit komplizierten Firmenkonstrukten, ihre Gewinne so zwischen Ländern zu verteilen, um möglichst wenige Steuern zu zahlen. Das ist zwar legal, stößt aber auf breite Kritik. Die New York Times sprach dieses Thema kürzlich in aller Deutlichkeit an und ließ dabei kein gutes Haar an Apple.

Gewissermaßen als Antwort darauf wies Cupertino die Vorwürfe zurück und und spricht davon, keine "Steuerspar-Tricks" zu verwenden. In den siebzehn Seiten des Statements merkt Apple außerdem an, mehrere hunderttausend Arbeitsplätze in den USA geschaffen zu haben – sowohl direkt, als auch durch Zulieferer und Auftragnehmer. Weiter stellt das Unternehmen fest, im Jahre 2012 knapp 5 Milliarden Euro an Steuern bezahlt zu haben und geht davon aus, dass es 2013 insgesamt an die 6 Milliarden Euro abtreten werden.

Apple wiederholt im Bericht mehrmals, dass "alle finanziellen Aktivitäten völlig legal und im besten Interesse der Aktionäre" wären – so auch die Anfangs angesprochenen Auszahlungen von Dividenden und Rückkäufe von Aktien.

Tim Cook wird zusammen mit dem Chief Financial Officer (CFO) Peter Oppenheimer am morgigen Dienstag, dem 21. Mai, um 9.30 Uhr vor dem U.S. Senat Permanent Subcommittee on Investigation erscheinen. Dies ist der zweite Teil der Anhörungen zum Thema Steuern. Bereits im vergangenen September hatten sich Vertreter von Microsoft und Hewlett-Packard den Fragen der US-Senatoren gestellt.

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Via MacRumors, t-online
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wer die Verantwortung seines Geschäfts in der Form umgeht sollte eigentlich dicht machen müssen. Es ist einfach nur frech, aber die Aktionäre wollen halt immer lecker ihre Kohle haben, solange es legitim ist, ist es legitim, aber diese legitimen Wege sind auch nur legitim damit die reichen ihre Kohle machen können.
Aber solange es uns gut geht soll es mir recht sein, mir tun die Leute auf der Welt leid denen es nicht so gut geht.
Habe letztens gehört dass wir Lebensmittel für 12 Mrd Menschen produzieren........
 
Apple kommt außerhalb der USA auf eine Steuerquote von 1,9%!
Das geht nur mit Tricksereien.

Da dieser Steuerbetrug praktisch bei allen Großkonzernen praktiziert wird, entgehen der Gesellschaft enorme Einnahmen.

Gerechtfertigte und dringend benötigte Einnahmen!

Durch diese Machenschaften entgehen Europa und den USA jeweils ca. 1 Billion Euro an Steuereinnahmen. Jedes Jahr!!!

OECD-Generalsekretär Ángel Gurría gegenüber ZDFzoom: „Heutzutage will jeder Staat sein Haushaltsdefizit reduzieren, jeder will Schulden abbauen, alle bemühen sich. Aber wenn die Basis der Steuereinkommen sehr klein ist, weil die großen Konzerne nicht zahlen, dann hast Du ein Problem, dann musst du den Rest der Bevölkerung besteuern.“
http://www.zdf.de/ZDFzoom/Flucht-in-die-Karibik-26322778.html
 
Lieber US-Senat, ich kann nur sagen: Selbst Schuld!
Der Staat macht die Gesetze und die Firmen nutzen sie nur aus. Egal ob USA, Europa oder Asien. Und wer einen so liberalen Markt schafft, brauch sich nicht beschweren, wenn dieser auch genutzt wird.
Ich will Apple damit nicht in Schutz nehmen, deren Verhalten ist moralisch nicht ok, aber das Herumgeheule des Senats ist Heuchelei. Möchte nicht wissen, in welchen Firmen die Senatoren irgendeinen Pseudoposten haben und dafür gut kassieren...
 
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Apple handelt vollkommen richtig. Fremdkapital und Kredite muss man aufnehmen wenn es gut läuft. Laufen die Geschäfte schlechter dann sind die Konditionen nicht mehr so gut oder man bekommt keinen Kredit. Jeder Unternehmer handelt so. Wenn der Staat damit ein Problem hat kann er andere Gesetze machen. Aber wir sehen ja welche Leuchten sich in der Politik tummeln. Statt Steuervereinfachung wird alles nur unverständlicher und komplexer. Zudem stehen die Staaten im Steuerwettbewerb und jede Steuersatzerhöhung führt zwangsläufig zur Verringerung der Basis. Deswegen wäre eine weltweite Flat-Steuer mit einem Satz von 15 % bis 20 % viel gerechter und jeder Staat hätte mehr als heute. Man muss aber auch die indirekten Steuern eines Unternehmens sehen. Denn die Steuern und Sozialabgaben werden ebenfalls vom Unternehmen gezahlt. Zudem gibt es bei uns noch die Gewerbesteuer; da muss jedes Unternehmen zahlen selbst auf die Schuldzinsen was ein absoluter Witz ist. Also die unfähigen Politiker tragen die Verantwortung dafür und sonst niemand.
 
@Houseknecht:
Sehe ich auch so und wollte grad etwas ähnliches schreiben...
 
Irgendwie gehören da immer zwei dazu.
Einer schafft die Voraussetzungen, der andere nutzt sie (aus).

Das ist auch etwas, was ich bei diesen deutschen Steuerhinterziehungs- und Schwarzgeld'skandalen' nicht verstehe.

Man hat sich also eine Steuergesetzgebung geklöppelt.
Dann kommen findige Steuervermeider/-verbrecher daher und nutzen die sich bietenden Lücken.
Jede dieser Lücken könnte, ja müsste, doch sofort nach Bekanntwerden ihrer (Aus)Nutzung geschlossen werden.

Das passiert aber...nicht. Offensichtlich.
Was passiert, ist großes Gejammer seitens des Gesetzgebers.

Am Ende kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man hier gar nicht den Willen hat, etwas zu ändern.
Entweder weil der Lobbyist für morgen zum (natürlich kostenlosen) Mittagessen im Sternerestaurant eingeladen hat, oder direkt schon mit einem Posten für die Zeit nach der Legislaturperiode winkt.
 
Die USA sind ja selbst eine Steueroase, siehe North Orange Street #1209, Wilmington, Delaware. Da haben mal eben 200.000 Unternehmen ihren (Briefkasten)-Sitz. Die Politik sollte sich zunächst mal darum kümmern. Solange es diese Schlupflöcher gibt, kann man den Unternehmen nicht den Vorwurf machen, diese auszunutzen. Denn wie immer wäre der Ehrliche gleichzeitig der Dumme, würde Apple oder irgend ein anderes Unternehmen keine Tricks - die ja legal sind - anwenden, hätten sie ein massives Problem im Vergleich zur Konkurrenz.

Die Tricks mit den Steueroasen kann man aber nur gemeinsam lösen, wenn alle Staaten zusammenarbeiten. Dafür braucht es ein einheitliches, weltweites Steuersystem - und dazu wird es nie kommen.
 
Warum sollte Apple nicht die Schlupflöcher nutzen? Macht ja jeder der die Möglichkeiten dazu hat.

Dass dieser Praxis ein Riegel vorgeschoben gehört steht auf einem anderen Blatt. Dazu müsste man aber wohl das Steuerrecht weltweit harmonisieren und das wird man nicht hinbekommen..
 
Wenn die Senatoren jetzt schon die Unternehmer befragen, warum die Schlupflöcher ausgenutzt werden, sollte man dann nicht auch die Senatoren sowie alle an der Legislative beteiligten Personen befragen, warum sie diese Schlupflöcher geschaffen bzw. nicht beseitigt haben? Nur so ein Gedanke...
 
Ich finde es drollig wie ein MRD Konzern derart alles umschifft damit man ja nicht zu viel an Steuern zahlen muss. Ich bin ganz klar dafür dass die Ware die in einem Land im Laden liegt auch zu den dortigen Konditionen versteuert werden muss. Es kann nicht sein dass Apple, oder andere, Läden auf der ganzen Welt haben und das alles lecker da "abführen" wo es am günstigsten ist.
Vor allem Apple, lässt da hinten irgendwo produzieren, machen andere auch klar, bringt hochwertige Produkte raus, mach pompöse Läden auf aber unterm Strich hauen sie mit der Kohle ab und wollen so einen Campus da hinsetzen, völlig überdimensional und unnötig.
Aber solange es solche Möglichkeiten gibt braucht man nicht darüber reden. Das müssen die Volksvertreter machen.
 
Das Ziel jedes Unternehmen ist den Gewinn zu optimieren bzw. zu steigen und das durch legale Tricks, warum nicht...Jedes andere Unternehmen wird zu 90 % genau so handeln. Apple hat halt die Unternehmensberater und Anwälte dazu.
 
Wer die Verantwortung seines Geschäfts in der Form umgeht sollte eigentlich dicht machen müssen. Es ist einfach nur frech, aber die Aktionäre wollen halt immer lecker ihre Kohle haben, solange es legitim ist, ist es legitim, aber diese legitimen Wege sind auch nur legitim damit die reichen ihre Kohle machen können.
100% d'accord. Wer heute versucht, richtig ehrlich und nachhaltig ein Geschäft zu betreiben, hat fast keine Chance - Von ein paar kleinen Nischen mal abgesehen.
 
Die zwischenstaatlichen Seurregeln lassen eben diese Schlupflöcher. Schlussfolgerungen:
- Wer kann, nutzt die Schlupflöcher
- die Staaten sind die Dumpfbacken, da ihnen Steuern entgehen
- was legal ist, ist noch nicht legitim und manchmal eben asozial, wie hier.

Und wenn jetzt jemand meckert, wegen asozial:
Asozialität ist eine zumeist als abwertend empfundene und gemeinte Zuschreibung für Verhaltensweisen von Individuen oder Gruppen, die von den gesellschaftlichen Normen abweichen und die Gesellschaft schädigen.


 
"...Doch dem High-Tech-Konzern reichte es offenbar nicht aus, die Steuerlast für manche Teile seines Gewinns durch Verschiebemanöver ins Ausland zu senken. Damit sei Apple nicht zufrieden gewesen, sagte Senator Levin. Der Konzern habe das Steuersparen noch perfektioniert, indem er Staaten geschickt gegeneinander ausspielte:

Dem Senatsbericht zufolge ließ der Konzern seine Filiale Apple Operations International in Irland registrierten, wo er ohnehin aufgrund eines Abkommens mit der Regierung nur rund zwei Prozent Steuern zahlen muss. Doch weil das Unternehmen von Managern aus der Firmenzentrale im kalifornischen Cupertino geleitet wird, gilt es den Iren nicht als irische Firma. Die US-Rechtsprechung wiederum nimmt an, dass der Hauptsitz eines Unternehmens sich in dem Land befindet, wo es registriert ist – also in Irland.
Apple Operations International ist damit quasi staatenlos – und damit befreit von der Pflicht, Bücher zu führen, eine Steuererklärung abzugeben oder Steuern zu zahlen, wie es in dem Senatsbericht heißt. Trotz Einnahmen von rund 30 Milliarden Dollar in den vergangenen vier Jahren habe das Unternehmen seit 2008 keine Steuererklärung abgegeben...
http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-...ng-senatsbericht?user_suggested=true#comments

Schön, das Irland mit Apple 2% Steuern vereinbart, die dann von Apple auch nicht gezahlt werden und dann Irland unter den Rettungsschirm muss, weil der Staat pleite ist. Bravo.
 
Moin!

Apple Operations International ist damit quasi staatenlos – und damit befreit von der Pflicht, Bücher zu führen, eine Steuererklärung abzugeben oder Steuern zu zahlen, wie es in dem Senatsbericht heißt. Trotz Einnahmen von rund 30 Milliarden Dollar in den vergangenen vier Jahren habe das Unternehmen seit 2008 keine Steuererklärung abgegeben...

Das ist in so vielen Hinsichten falsch. Zunächst einmal hat die Buchführungspflicht überhaupt nichts mit der Steuerveranlagung zu tun. In Deutschland ergibt sich das Erste z.B. zunächst vorrangig aus dem HGB, flankiert von einigen Spezialgesetzen wie dem AktG, während sich das Zweite aus dem EStG und der AO ergibt; in Irland sieht das übrigens ähnlich aus.
Darüber hinaus gibt es für bestimmte Unternehmen ohnehin verschärfte Buchführungspflichten, selbst dann wenn sie nur verbundene Unternehmen einer kapitalmarktorientierten Gesellschaft sind, ohne selbst eigentlich diesen Regelungen zu unterliegen (insb. SEC-Regelungen sind diesbezüglich sehr strikt).

Was die Situation der AOI betrifft: Es ist schlicht und ergreifend eine Sache der Iren, ob sie bestimmte Unternehmen als steuerpflichtig ansehen oder nicht. Es ist ja nicht gerade so, als wäre Apple da eines Nachts aufgetaucht und hätte heimlich im Wald eine Niederlassung gebaut. Apple ist seit Jahren dort geschäftlich aktiv - und dennoch hat es der Gesetzgeber, soweit die Situationsbeschreibung richtig ist, nicht für erforderlich gehalten, seine Gesetzgebung zu ändern. Wenn man also überhaupt jemanden kritisieren möchte, dann bitte den irischen Gesetzgeber.
 
Wer die Verantwortung seines Geschäfts in der Form umgeht sollte eigentlich dicht machen müssen.........

Ich sehe es völlig anders. Staaten sind in der Verantwortung ein Steuerrecht zu schnüren, dass zumindest transparent genug ist, als das die eigenen Regierungs-Fach-Berater den Überblick behalten und ungewünschte Schlupflöcher erst garnicht zulassen.

Da sitzen Fachleute und man muss davon ausgehen, dass Vieles anstatt angeblich ungewünschter Schlupflöcher ehereine gewünschte versteckte Wirtschaftsförderung ist.

Ich denke: Entweder ist vieles Absicht oder aber die Politik hat sich beim Steuerrecht übernommen und ist fachlich nicht sicher genug. Einfache Wege Schlupflöcher zu schließen gäbe es...