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Wie ist der Geschwindigkeitsboost zu erklären?

Tekl

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Hi,

ich habe gerade meinen iMac von 4 GB auf 12 GB RAM hochgerüstet und ich bin überrascht wie extrem das die Bootzeit beschleunigt. Fühlte sich wie 10 mal so schnell an. Selbst Dropbox, welches sonst für die Initialisierung beim Login meist ein paar Minuten benötigt (ist sehr voll) war nach einigen Sekunden fertig.

Ich hatte immer gedacht, dass vor allem die Festplatte die Bremse ist. Wohl gemerkt bei 4 GB ist nach dem Booten ein Großteil des Speichers nicht belegt, es wurde also nicht viel ausgelagert.

Was genau packt OS X bei 12 GB ins RAM, was zuvor immer von der Platte geholt wurde?
 
Ich denke mal alles :D Naja ich vermute mal, dass das Speichermanagement im Auge behält wie viel RAM überhaupt zur Verfügung steht. Wenn es 12 GB sind, dann ist es relativ egal, was geladen wird. Was mich interessieren würde ist, wie groß ist der Verbrauch bei 4GB also RAM und Auslagerung und alles und wie hoch ist der bei 12GB.

Was meine andere Theorie ist, dass Apple ja "virtuelle" Speicherbereiche hat, die auf der Festplatte liegen. Vlt liegen die bei 12GB auf einmal im RAM? Aber das glaube ich ist sehr unrealistisch
 
Jede Ram Aufrüstung bei meinen Rechner führte dazu, das ich immer dachte, an einem anderen Gerät zu sitzen, deshalb heisst es ja auch, pack an Ram in den Mac hinein, was reinpasst und der Geldbeutel zulässt.
 
Ich habe gerade mal alles geschlossen und "purge" im Terminal gestartet. Da wird bei mir ca. 2 GB verwendet, wenn iTunes läuft. Vorher war das unter 1 GB.

Aber schon komisch, dass Snow Leopard mit wenig Speicher so schlecht performt. Unter Leopard kann man mit 2 GB gut arbeiten unter Snow Leopard war's mit 3 GB schnell eng.
 
Ich hab nur 2 GB bei SnowLeopard und kann trotzdem ganz normal arbeiten. Eng war es noch nicht mal dann als ich alles was ich an Programmen installiert hatte geöffnet hab einfach mal um zu testen.
 
Was genau packt OS X bei 12 GB ins RAM, was zuvor immer von der Platte geholt wurde?
Alles was seit dem "Urknall" (Kernel-Init) von/zu Blockdevices gelesen/geschrieben wurde.
Bau noch mehr RAM rein und du wirst weitere Beschleunigung spüren. Naja, nicht mehr unbedingt sofort spüren, aber unter den passenden Umständen wird sich die Wirkung durchaus zeigen. Erst wenn du mehr RAM als insgesamt belegten Speicher auf allen angeschlossenen Speichermedien besitzt ist kein weiterer Bonus mehr drin. Dürfte aber kaum zu schaffen sein. :-)
 
Fühlte sich wie 10 mal so schnell an.

Also eine 10fache Geschwindigkeitsverbesserung kann ich mir fast nicht vorstellen. Aber eine sehr interessante Annahme. Würde es dir etwas ausmachen zu deinen empirischen Erfahrungen auch noch eine Praktische hinzuzufügen?

Sprich nochmals die 4GB einbauen und einige Geschwindigkeitsmessungen durchführen und im Vergleich zu den 12GB. Das würde mich sehr interessieren, insbesondere ob es sich lohnen würde auch mein MacBook Pro auf 8GB aufzurüsten.

Alles was seit dem "Urknall" (Kernel-Init) von/zu Blockdevices gelesen/geschrieben wurde.

Der Kernel ist nun aber keine 12GB groß, oder? Und dennoch hat die Festplatte nur ihre langsame Geschwindigkeit, von der letztendlich auch das System geladen wird. Könntest du eventuell dies noch genauer erklären?
 
Der Kernel ist nun aber keine 12GB groß, oder?
Natürlich nicht.
(Naja, in der Vorab-Beta-PeekSneak-MidnightBuild Version von Windows 11 vielleicht...).
Ich schrobte ja auch was von "Kernel-Init", das ist der Vorgang wenn der bereits fertig geladene (!) Kernel angeworfen wird.
Alles was *danach* an Dateien kommt oder geht, füllt diesen Puffer.

Und dennoch hat die Festplatte nur ihre langsame Geschwindigkeit, von der letztendlich auch das System geladen wird.
Hast du eine vage Vorstellung davon, wie viele relativ unwichtig erscheinende Dateien im System gar nicht unwichtig sind, weil sie eben für ein funktionsbereites "GUI" genauso unentbehrlich sind wie der Salztopf in der Küche? Auch die wollen alle geladen sein - und eine erhebliche Menge dieses "Kokolores" wird immer wieder und wieder und wieder und wieder eingelesen. (Und nochmal... und schon wieder...) Wohl dem Benutzer, der all das Zeug schon im Cache hat.

Obwohl (bleib mal auf dem Teppich): So gigantisch ist der Benefiz nun auch wieder nicht, auch "nur" 4 GB sind schon ein Haufen Holz. Um nur zügig das System auf die Beine zu bringen (ohne dabei deine Benutzerprogramme auch noch aufzustarten), dafür ist das allemal schon mehr als genug. Bis ein installationsfrisches, also noch gänzlich "nacktes" SL-System am einsatzbereiten Desktop angekommen ist und die im Hintergrund noch weiterlaufenden Plattenzugriffe "sich gesetzt" haben, liest es so etwa 500-600 MB, schreibt so um die 20-50 MB wieder zurück, bei insgesamt ca. 35000 (bereits effizient zusammengeführten) Blockoperationen. (Die Zahl der logischen Einzelzugriffe auf Dateiebene ist nochmals um etwa den Faktor 20-30 höher). Für den flotten Start einer solchen "Nacktschnecke" würde also ein halbes GB voll und ganz genügen.

Jetzt kommst aber du daher und installierst noch dazu eine verhältnismässig vielfache Menge an Anwendungsprogrammen, zusätzlichen Systemmoduln, Schriften, Screensavern, Frameworks für Hinz und Kunz, den ganzen Mumpitz den ein gewisser Mensch irgendwann mal für nützlich gehalten hat. Und schwupps, haben all die oben genannten Zahlen sich mal eben über Nacht verzehnfacht (oder schlimmer)...
Nur mal zur Verdeutlichung: Allein das Aufstarten des (noch "jungfräulich" konfigurierten) Programms Xcode.app belastet das zu absolvierende Pensum mit etwa 100 MB zu lesenden Dateien bei etwa 8000 Zugriffen. Der Start des QuickTime Players schlägt (ohne dabei auch nur ein Dokument zu öffnen) mit rund 10 MB und 1000 Leseoperationen ein. Für TextEdit nochmal das gleiche. Dann noch fünf ganz unscheinbare Dashboard-Widgets, die dummerweise das nahezu komplette Laden der Trachtengruppe "WebKit und die Java Family" erfordern. 200-250 MB, 25000 Zugriffe. (Wummsda! So "klein" und doch in Wahrheit so ein fetter Brocken.)
Dann noch das Software-Monstrum Safari.app ...halt Moment mal, den hatten wir doch gerade eben erst schon mal geladen...
Wie bitte? Du verwendest gleichzeitig 32- und 64-bittige Software? Dann lädst du vieles davon auch noch doppelt. PPC-Programme sogar auch noch? Vierfach. Irgendwas unter X11 noch dazu? Ach du dicke Olga...
"Cache-Hits, seid fruchtbar und vermehret euch!" :-)

Und so geht die Litanei bei dir weiter, dein Cache wird wertvoller und wertvoller mit jedem Stück Software das zum Einsatz kommt.
Da du zu den Leuten gehörst die selbst bei 4 GB noch "spürbare" Vorteile erleben, ist (zumindest mir) eines klar: Du gehörst zum Volk der "Power User". Oder auch zur Community der Checkbox-Sammler. Vermutlich bist du Ehrenmitglied bei den Rittern der virtualisierenden Tafelrunde. Oder alles das zusammen. Leugnen ist da zwecklos, dein Benutzerprofil ist einfach ... viel zu normal. :-)
 
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Also eine 10fache Geschwindigkeitsverbesserung kann ich mir fast nicht vorstellen.

Ich schrieb ja auch, dass es sich so anfühlte. Natürlich ist das nicht 10fach und bei jedem Neustart auch unterschiedlich. Ich wollte jetzt nicht wieder rumschrauben und habe das RAM mal mit einem Bootparameter auf 4 GB beschränkt, keine Ahnung ob sich das System dann identisch verhält wie mit dem echten Ausbau der Module.

Gemessen bootet er ungefähr doppelt so schnell. Mit 12 GB ist das System samt Dropbox nach ca. 45 Sekunden fertig. Manchmal lässt sich Dropbox aber mehr Zeit und es sind dann ca. 60 Sekunden. Mit 4 GB sind es 90 bis 120 Sekunden bis die Festplatte keinen Mucks mehr von sich gibt und kleine Programme schon mit einmal Hüpfen geladen werden können. Ab da ist für mich ein System startklar. Mit 12 GB hört die Platte viel schneller auf zu arbeiten und Programme lassen sich schon direkt wenn Dropbox fertig ist mit einem Hüpfer starten.

Allerdings fühlt es sich echt nach dem Einbau des Speichers viel schneller als 40 Sekunden an. Ich hätte so auf 20 Sekunden geschätzt. Vermutlich hat die Verwunderung und Freude meine Zeitwahrnehmung gestört. Aber wie war das noch mit der Zeit?

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@Rastafari: Dass mit jedem Programm die Zugriffe steigen, dürfte schon fast ein Naturgesetz sein. Aber nehmen wir mal an, dass ein System bis zum vollständigen Gebootetsein 1,5 GB Arbeitsspeicher konsumiert — also schon ein ziemlich individualisiertes System. Sollte dieses System nicht mit 2 GB, 4 GB, 12 GB gleich schnell aufstarten und startklar sein? Es sind gleich viele IOs etc …

Wenn man dann natürlich weitere Programme lädt, sollte es erst langsamer werden, weil der Speicher knapp wird. Oder werden während des Aufstartens des System bzw. der Programme mehr Speicher geladen und nachher wieder entfernt — was ich wohl eher weniger glaube? Oder wieso genau hat dann die Mehrkapazität des Arbeitsspeicher angeblich diese Zauberkräfte?

@Tekl: Danke für deine Einschätzung!
 
Sollte dieses System nicht mit 2 GB, 4 GB, 12 GB gleich schnell aufstarten und startklar sein? Es sind gleich viele IOs
Es gibt nicht nur den Diskcache. Auch andere Softwarekomponenten die etwas mehr Ellenbogenfreiheit zum "nachdenken" gerne mögen, werden profitieren. Auch wenn ein höherer Speicherkonsum nur sehr kurzzeitig stattfindet, und/oder zu Zeitpunkten zu denen du noch gar keinen Zugang zu entsprechenden Analyseprogrammen hast. Dazu gehören zB der für dich sowieso nicht sichtbar stattfindende MountCheck, der jedes HFS-Volume vor dem Einhängen einem rudimentären Kontrollzyklus unterzieht (und dabei von viel Speicher auch viel Nutzen ziehen kann). Oder der Carbon Framework, der vor seiner Einsatzbereitschaft erst mal ein ganzes Root-Filesystem von der Cocoa-typischen Notation in die des "klassischen" Mac OS überführen und als zweites, "virtuelles Filesystem" bereitstellen muss (volfs). Eine eigentlich eher primitive Aufgabe, aber monströse Datenberge zum umschaufeln. Breite Schaufeln schaufeln schneller.
Ein Type-Server, der zur Aktivierung sämtlicher installierten Systemschriften erst mal (grob geschätzt) so etwa 10 bis 50 Millionen (!) in einer Forth-Interpretersprache geschriebene und komprimiert, sowie zumeist dazu auch noch verschlüsselt abgespeicherte Miniaturprogramme "auseinanderfalten" und indizieren muss (ein Paradebeispiel wie man Speicher sinnvoll verwerten kann, um sich zeitraubende Wiederholungen von ewig gleichen Schleifendurchläufen vom Hals zu schaffen).
Da läuft ziemlich viel "im Dunkel" ab, was man als Benutzer gar nie richtig wahrnimmt - sofern man überhaupt von dessen Existenz und Komplexität weiss. Sparst du nur bei jedem dritten Vorgang die Hälfte der Zeit, bringt das unterm Strich ... wieviel ein?

Wenn man dann natürlich weitere Programme lädt, sollte es erst langsamer werden, weil der Speicher knapp wird.
Daten haben ziemlich häufig Querbeziehungen zueinander, die verwaltet werden wollen. Manchmal (eigentlich sogar eher häufig als selten) hat die Zunahme einer beliebigen Datenmenge X auf den doppelten Wert nicht auch analog eine Verdoppelung des dahinter stehenden Aufwands zur Folge, sondern eine mehrfache Multiplikation, eine Quadratur oder eine noch explosivere Auswirkung.
Den zur Verfügung stehenden Speicher knapp zu machen ist eine der einfachsten Übungen beim programmieren. Das nicht zu tun ist die eigentliche Kunst dabei. :-)
 
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Alles klar, vielen Dank für deine Ausführungen. Dann werde ich mir stark überlegen statt einer SSD auf 8 GB Arbeitsspeicher aufzustocken und eventuell irgendwann auf eine Hybrid-Festplatte wie die Seagate Momentus XT umsteigen.
 
...werde ich mir stark überlegen statt einer SSD auf 8 GB Arbeitsspeicher aufzustocken...
Drei goldene Regeln zum Computerkauf (gültig seit der Erfindung des Rades):

1) Nimm lieber nicht den "dicksten" Prozessor. Bringt grundsätzlich wenig, oder sogar nur sehr wenig Mehrleistung für viel, eher sogar sehr viel mehr Geld. (Da bekommt man gerne schon mal zwei kleinere fürs gleiche Geld...)

2) Nimm auch lieber nicht das Supersparmodell mit dem kleinsten erhältlichen Prozzi.
Der spart nämlich meist nicht nur an der relativ unwichtigen Taktrate, sondern auch an den verfügbaren Features, u.a. weil er gerne aus längst ausgelaufenen Produktionslinien stammt. Genaues hinsehen ist da gefragt, auch bei Apple.

3) Mach dich schlau, wieviel RAM sich ins gewählte Gerät maximal einbauen lässt. Und kauf es. Punkt.
Wenn die dafür nötigen, möglicherweise sehr speziellen Module noch sehr neue Typen und daher noch unverhältnismässig teuer sind, kannst du durchaus berechtigt drüber nachgrübeln. Wenns aber auch mit den üblich bepreisten, "normalen" Riegeln geht, dann knall rein was nur geht. Unbedingt.

Schau auf die pendelnde Uhr und entspann dich.
"Du willst das, du brauchst das, du machst das."
"Du willst das, du brauchst das, du machst das."
"Du willst das, du brauchst das, du machst das."
"Du willst das, du brauchst das, du machst das."
"Du willst das, du brauchst das, du machst das."
...

[SIZE="-2"]"...und du bist ein Krapfen..."[/SIZE]

Wenn ich gleich "Gurke" sage, wachst du völlig erfrischt auf, erinnerst dich an gar nichts, gehst los in den Laden und kaufst RAM.

"Zucchini."

"Zuuucchiiiiiniiii."

"ZUCCHINI ZUCCHINI ZUCCHINI !!!"
 
1) Bereits erfüllt.
2) Bereits erfüllt.
3) Hypnose gewirkt. :)