Der Kernel ist nun aber keine 12GB groß, oder?
Natürlich nicht.
(Naja, in der Vorab-Beta-PeekSneak-MidnightBuild Version von Windows 11 vielleicht...).
Ich schrobte ja auch was von "Kernel-Init", das ist der Vorgang wenn der bereits fertig geladene (!) Kernel angeworfen wird.
Alles was *danach* an Dateien kommt oder geht, füllt diesen Puffer.
Und dennoch hat die Festplatte nur ihre langsame Geschwindigkeit, von der letztendlich auch das System geladen wird.
Hast du eine vage Vorstellung davon, wie viele relativ unwichtig erscheinende Dateien im System gar nicht unwichtig sind, weil sie eben für ein funktionsbereites "GUI" genauso unentbehrlich sind wie der Salztopf in der Küche? Auch die wollen alle geladen sein - und eine erhebliche Menge dieses "Kokolores" wird immer wieder und wieder und wieder und wieder eingelesen. (Und nochmal... und schon wieder...) Wohl dem Benutzer, der all das Zeug schon im Cache hat.
Obwohl (bleib mal auf dem Teppich): So gigantisch ist der Benefiz nun auch wieder nicht, auch "nur" 4 GB sind schon ein Haufen Holz. Um nur zügig das System auf die Beine zu bringen (ohne dabei deine Benutzerprogramme auch noch aufzustarten), dafür ist das allemal schon mehr als genug. Bis ein installationsfrisches, also noch gänzlich "nacktes" SL-System am einsatzbereiten Desktop angekommen ist und die im Hintergrund noch weiterlaufenden Plattenzugriffe "sich gesetzt" haben, liest es so etwa 500-600 MB, schreibt so um die 20-50 MB wieder zurück, bei insgesamt ca. 35000 (bereits effizient zusammengeführten) Blockoperationen. (Die Zahl der logischen Einzelzugriffe auf Dateiebene ist nochmals um etwa den Faktor 20-30 höher). Für den flotten Start einer solchen "Nacktschnecke" würde also ein halbes GB voll und ganz genügen.
Jetzt kommst aber du daher und installierst noch dazu eine verhältnismässig vielfache Menge an Anwendungsprogrammen, zusätzlichen Systemmoduln, Schriften, Screensavern, Frameworks für Hinz und Kunz, den ganzen Mumpitz den ein gewisser Mensch irgendwann mal für nützlich gehalten hat. Und schwupps, haben all die oben genannten Zahlen sich mal eben über Nacht verzehnfacht (oder schlimmer)...
Nur mal zur Verdeutlichung: Allein das Aufstarten des (noch "jungfräulich" konfigurierten) Programms Xcode.app belastet das zu absolvierende Pensum mit etwa 100 MB zu lesenden Dateien bei etwa 8000 Zugriffen. Der Start des QuickTime Players schlägt (ohne dabei auch nur ein Dokument zu öffnen) mit rund 10 MB und 1000 Leseoperationen ein. Für TextEdit nochmal das gleiche. Dann noch fünf ganz unscheinbare Dashboard-Widgets, die dummerweise das nahezu komplette Laden der Trachtengruppe "WebKit und die Java Family" erfordern. 200-250 MB, 25000 Zugriffe. (Wummsda! So "klein" und doch in Wahrheit so ein fetter Brocken.)
Dann noch das Software-Monstrum Safari.app ...halt Moment mal, den hatten wir doch gerade eben erst schon mal geladen...
Wie bitte? Du verwendest gleichzeitig 32- und 64-bittige Software? Dann lädst du vieles davon auch noch doppelt. PPC-Programme sogar auch noch? Vierfach. Irgendwas unter X11 noch dazu? Ach du dicke Olga...
"Cache-Hits, seid fruchtbar und vermehret euch!"
Und so geht die Litanei bei dir weiter, dein Cache wird wertvoller und wertvoller mit jedem Stück Software das zum Einsatz kommt.
Da du zu den Leuten gehörst die selbst bei 4 GB noch "spürbare" Vorteile erleben, ist (zumindest mir) eines klar: Du gehörst zum Volk der "Power User". Oder auch zur Community der Checkbox-Sammler. Vermutlich bist du Ehrenmitglied bei den Rittern der virtualisierenden Tafelrunde. Oder alles das zusammen. Leugnen ist da zwecklos, dein Benutzerprofil ist einfach ... viel zu normal.
