ATEP284 Apples uralte Macs - Die vergessene Hardware

Dieses Thema im Forum "Editor's Podcast" wurde erstellt von Michael Reimann, 19.06.18.

  1. Michael Reimann

    Michael Reimann Chefredakteur
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    Noch im Oktober 2017 hatte Tim Cook vollmundig verkündet, dass man den Mac mini immer noch als einen wichtigen Teil der Zukunft ansieht. Inzwischen ist fast wieder ein Jahr ins Land gezogen und nichts hat sich an der desolaten Lage der Hardware verbessert. Eine Erinnerung an die vergessene Hardware.

    Inzwischen sind auch das MacBook Air und das MacBook veraltet. Für Einsteiger gibt es derzeit bei Apple keine aktuelle Hardware zu kaufen. Auch die Pro-User sitzen trotz Bekenntnis weiter auf dem Trockenen. Man bekommt den Eindruck, es ist etwas sehr im Argen beim kalifornischen Konzern.

    Wer einigermaßen aktuelle Hardware von Apple kaufen will, kann entweder den iMac pro oder ein MacBook pro kaufen. Aber auch hier ist inzwischen fast ein Jahr seit der letzten Aktualisierung ins Land gezogen.

    Was ist bei Apple los. Früher hat man sich mit aktueller Hardware nicht so schwer getan. Liegt der Fokus - und damit die Ressourcen - auf der mobilen Plattform, weil damit deutlich mehr Geld verdient werden kann, als mit langweiligen Desktop-Rechnern? Frist der fürs kommende Jahr angekündigte Mac pro doch so viel Personal, dass man nichts anderes machen kann? Gibt es keine aktuellen CPUs in ausreichender Stückzahl?

    Viele Fragen und wie immer keine Antworten von Apple. Auch auf der WWDC in diesem Jahr keine einzige Silbe oder ein Nebensatz zu neuer Hardware. Das ist nicht nur peinlich, das ist inzwischen lächerlich. Wenn man kein Interesse mehr an einem Mac mini hat, dann kann man ihn endlich beerdigen.

    Die User mit einem iMac pro abzuspeisen, dessen Nutzwert für die meisten nicht zu erkennen ist und der auch preislich in einer Region liegt, die Einsteiger nie bezahlen würden, ist eine Unverschämtheit. Alte Hardware immer noch zum gleichen Preis (bzw. dank Kursschwankungen sogar teurer) zu verkaufen ebenso. Tim Cook sollte weniger ankündigen, sondern mehr liefern.

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  2. MichaNbg

    MichaNbg Ingol

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    Sollte Apple auf absehbare Zeit den Mac wirklich sterben lassen oder nur noch auf sündhaft überteuerte iMac Pros beschränken, wird man ja faktisch wieder zu Windows Desktops gezwungen.
    Egal wie sehr Apple auch die Werbetrommel rührt: iPads sind bestenfalls Medienkonsumgeräte. Second Screens. Browserknechte. Für Arbeit taugen sie schon allein aufgrund der starken Einschränkungen von iOS und der unflexiblen, unfunktionalen UI nicht.

    Und sollte der Mac fallen, fällt zumindest für uns auch iPhone und iPad aus der Kaufliste. Apple ergibt nur im gesamten Ökosystem Sinn. Fällt die wichtigste Arbeitsmaschine aus der Kette raus, braucht man auch den ganzen Anhang nicht mehr.
     
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  3. doc_holleday

    doc_holleday Geflammter Kardinal

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    Für mein Empfinden verliert sich Apple hier in einer besonders innovativ, besonders erneuert, besonders großartig Spirale.

    Wie gesagt, vom Gefühl her, muss jedes neu vorgestellte Produkt ganz toll anders sein, als die ordinären Vorgänger... egal, ob sie das in Realiter sind oder nicht. Sie müssen sich zumindest so bewerben lassen.

    Zugegebenermaßen kann ich den tatsächlichen Aufwand nicht - und damit schon gar nicht die Rentabilität - abschätzen, aber ich glaube viele Bestandskunden wäre schon zufrieden, wenn es einfach stille Produkt-Updates gäbe, um die vorhandenen Bauformen auf halbwegs aktuellem Stand zu halten. So ganz ohne Wow-Effekt, einfach ein Gerät, um wie vorher weiter machen zu können, das aber halt nicht schon 3-5 Jahre auf dem Buckel hat.
     
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  4. Joh1

    Joh1 Gravensteiner

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    Genau das verstehe ich auch nicht.
    Es kann doch für Apple nicht so schwer sein z. B. den Mac mini optisch einfach genau so lassen wie er ist und einfach neue Hardware Komponenten einbauen.
    Das doch doch ein kleines Team übernehmen. Sowas würden die doch in den Kapazitäten die dafür notwenig wären gar nicht merken.
     
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  5. u0679

    u0679 Moderator Apple-Services + Software
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    Schwer wird das in der Tat nicht sein, einzig es wird der Wille seitens des Managements fehlen das umzusetzen. Aus welchen Gründen auch immer.
    Ich bin inhaltlich bei @MichaNbg, sollte der Mac irgendwann ganz verschwinden, muss der Wechsel entweder zu Windows oder zu Linux erfolgen und iPhone und iPad sind dann auch uninteressant, denn nur im Ökosystem von Apoke integriert macht es Sinn, diese zu nutzen.
     
  6. Martin Wendel

    Martin Wendel stellv. Chefredakteur & Moderator
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    Ich kann die Kritik nur teilweise nachvollziehen.

    Das MacBook ist die wichtigste Mac-Sparte für Apple. Das MacBook Pro und das Retina-MacBook erhalten seit mehreren Jahren einmal im Jahr ein Update. Dass das MacBook Air am Abstellgleis steht und wohl auch bald mal eingestellt wird, ist schon seit mehreren Jahren abzusehen. Zur Erinnerung: Auch das MacBook Pro aus 2012 lief noch einige Jahre unverändert im Angebot mit, weil es offenbar noch Käufer gefunden hat.

    Im stationären Bereich ist der iMac der wichtigste Mac für Apple, dieser erhält - mit Ausnahme von 2016 (wo es, wenn ich mich recht erinnere, auch zu Verzögerungen seitens Intel mit den neuen Prozessoren gekommen ist) - jährlich sein Update. Der Mac mini ist schon alleine aufgrund der Verkaufszahlen weit weniger wichtig für Apple. Zudem handelt es sich um kein Prestige-Projekt wie ein iMac Pro. Apple hat sich zum Mac mini allerdings bekannt, also wird wohl irgendwann ein neues Modell kommen. Dass es nicht schneller geht, ist freilich ärgerlich.

    Auch ist die lange Entwicklungszeit beim Mac Pro natürlich aus Kundensicht ärgerlich. Irgendwo kann ich Apple da Produktpolitisch aber schon auch nachvollziehen: Sie werden sich den Start des iMac Pro nicht durch einen anderen Pro-Mac völlig zerstören.

    Befürchtungen, dass Apple den Mac einstellt, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Apple ist einer der größten Computerhersteller weltweit. Die Mac-Verkäufe entwickeln sich im Durchschnitt immer noch besser als der Gesamtmarkt. Apple bringt jährlich ein Major-Update seines Betriebssystems heraus. Mit Ausnahme des Mac Pro und mini werden die Produkte regelmäßig aktualisiert. Und nicht zuletzt zählen sie was Verarbeitung, Akkulaufzeit und Design angeht zu den Taktgebern der Industrie.
     
  7. u0679

    u0679 Moderator Apple-Services + Software
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    Man könnte aber argumentieren, dass Verarbeitung z.b. In den letzten Jahren stark nachgelassen haben. Siehe hier die ganzen Fehler mit Grafikkarten, Tastatur etc.

    Auch das jährliche Major Update könnte man umgekehrt negativ auslegen, da die Taktzahl zu Lasten der Stabilität und Fehlerbeseitigung gegangen ist.

    Dass der MacMini kein Prestige Objekt ist, ist ok, aber als Büro Rechner oder Arbeitsgruppen Server wie damals war und ist er auch aufgrund des Preises aktraktiv für Unternehmenskunden.

    Insgesamt ist deutlich und nicht zu leugnen, dass Apple leider seinen Fokus auf die iDevices
    gelegt hat.
     
  8. Martin Wendel

    Martin Wendel stellv. Chefredakteur & Moderator
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    Hm, also mein erstes MacBook Pro aus 2008 ist einen Grafikkarten-Tod gestorben – ein Serienfehler. Und da kann man kaum unterstellen, dass Apple den Fokus bereits auf das iPhone gelegt hatte. Denn damals ist noch nicht einmal das iPhone 3G am Markt gewesen.

    Ich bezweifle nicht, dass der Mac mini seine Kunden hat. Aber er hat eine deutlich geringere Relevanz als iMac und MacBook, da stimmst du mir ja sicherlich zu. Und das liegt nicht nur daran, dass er schon lange nicht aktualisiert wurde.

    Dass Apple das iPhone im Moment wichtiger ist als der Mac wird denke ich kaum wer leugnen. Aber das bedeutet ja nicht im Umkehrschluss, dass der Mac unwichtig ist und eingestellt wird.
     
  9. Jan Gruber

    Jan Gruber Redakteur
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    Achtung Phrasenschwein aber: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Es stimmt - es gibt einmal im Jahr Updates - diese sind aber nicht adequat. Zu den Zeitpunkten wo Apple ein Update bringt ist das, was sie verbauen, meistens schon alt oder mit Ansage in wenigen Wochen wieder alt. Die Zeiten werden schneller, Apple darf seinen Rechnern auch gerne zweimal im Jahr und mehr ein Update spendieren.

    Sehen wir mal von der Liebe zu AMD (über die ich glaub ich mal nen laaaaangen Artikel schreiben muss) ab - Mittlerweile baut die Konkurrenz Geräte mit Sechs-Kernern. 15,6 Zöller mit unter einem Kilo. Thunderbolt 3 auch in kleinen Modellen - und da reden wir nur von den Notebooks. Das sind Geräte die real kaufbar sind, für weniger Geld als die aktuelle Apple Hardware.

    Ich bin mir sicher wir werden demnächst Hardwareupdates sehen. Aber die müssen diesmal wirklich sehr groß und nachhaltig sein. Auch wenn ich hier jetzt ne Aussage treffe die mir vielleicht noch leid tut: Sind sie das nicht ist die Chance sehr groß dass ich zu Asus und/oder Acer gehe.
     
  10. Martin Wendel

    Martin Wendel stellv. Chefredakteur & Moderator
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    Ich sehe eher das Gegenteil. Die Leistungsentwicklung von Desktop- aber auch Laptop-Prozessoren ist arg abgeflacht. Inzwischen geht es mehr um Stromverbrauch und Effizienz als um die Steigerung der Performance. Auch die Entwicklungszeiten der Prozessoren und die damit verbundenen Innovationen dauern inzwischen länger als vor ein paar Jahren (siehe u. a. aufgegebenes Tick-Tock-Prinzip bei Intel). Früher hattest du von Generation zu Generation Leistungssprünge, die man heute nur noch von mobilen SoCs kennt. Inzwischen kommt ja auch so gut wie jeder Otto-Normal-User (und ich klammere Gamer mal aus, die Apple ja nicht bedient) mit jedem Mac der vergangenen fünf Jahre locker aus was die Leistung betrifft.

    Nur mal die aktuelle Hardware betrachtet:
    • Die Prozessoren im aktuellen MacBook Pro sind im 1. Quartal 2017 erschienen, das Gerät im 2. Quartal.
    • Die Prozessoren im aktuellen MacBook 12" ist im 2. Quartal 2017 erschienen, das Gerät ebenfalls im 2. Quartal.
    • Die Prozessoren im aktuellen iMac sind im 1. Quartal 2017 erschienen, das Gerät im 2. Quartal.
    • Die Prozessoren im iMac Pro sind im 4. Quartal 2017 erschienen, das Gerät ebenfalls im 4. Quartal.
    Bei der Akkulaufzeit zählen die MacBooks zu den Spitzengeräten. Die SSD-Performance ist State of the Art. Bei der Grafikleistung gäb's glaub ich noch Luft nach oben (ohne es jetzt aber überprüft zu haben).
     
    #10 Martin Wendel, 20.06.18
    Zuletzt bearbeitet: 20.06.18
  11. Jan Gruber

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    Ich geb dir schon recht - es geht nicht mehr um den reinen Leistungszuwachs. Der Dual-Core im MacBook Pro 13 hat über die Zeit nicht soviel Leistung gewonnen. Es geht eher darum was in Sachen Ingeneurskunst möglich wäre - und das liefert Apple momentan nicht ab. Denn Fakt ist: Wir könnten da drinnen Sechskerner haben. Das Gerät könnte leichter sein. Und es könnte dabei eigentlich sogar 15 Zollen haben. Und dann sehen die Apple Produkte sehr sehr alt aus.

    https://www.heise.de/newsticker/mel...Swift-5-wiegt-weniger-als-1-Kilo-4056100.html

    Klar reicht die Leistung für viele Anwender für viele Jahre - bei der Konkurrenz sind es ggf. aber ein paar Jahre mehr (vorraus gesetzt das die Hardware von der Zuverlässigkeit her so lange hält) und sind in dieser Zeit mit kleineren und leichteren Geräten untwegs - und günstigeren auch noch so nebenher ,... Sich aktuell nen Mac zu kaufen (Neu, bei Apple), abgesehen vom Mac Pro, ist mMn ne Loose-Loose Situation.
     
  12. u0679

    u0679 Moderator Apple-Services + Software
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    32 GB RAM z.b. fehlt mir bei den MacBooks immer noch. Andere Hersteller können dass schon seit Jahren. Und gerade für pro Books im Rahmen von Virtualisierung z.b. Sind 16 GB schon eng.
     
  13. MichaNbg

    MichaNbg Ingol

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    Da gebe ich dir recht. Doch was musste man in der Schönwettercommunity lesen, wenn man nach 32Gb gefragt hat? „Niemand braucht 32Gb! Und wenn doch, sollte man seine Prozesse überdenken“.

    Fast wortwörtlich.
     
  14. Jan Gruber

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    Na gut, der Arbeitsspeicher ist jetzt so ziemlich das Einzige wo ich nicht auf Apple zeigen würden. Das gibts für den Formfaktor und mit vernünftigen Stromverbrauch eben noch wirklich nicht. In der jetzigen MacBook Pro Reihe ist das mMn, nach der Schuld von Intel, nicht abbildbar. Ändert aber natürlich nichts daran, dass nicht alle Notebooks so dünn und leicht sein müssen. Es dürfte gerne auch ein dickes MacBook Pro geben mit richtig RAM und Grafik - eine "tragbare Workstation". Nicht das ich mir die dann kaufen würde - obwohl ich 32 GB auch brauchen würde und meine Prozesse nicht überdenken kann weiter - aber möglich / nötig wärs. Gab ja mal so olle 17 Zöller von Apple, ne? ;)
     
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  15. MichaNbg

    MichaNbg Ingol

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    Richtig. Und grad die 17er werden von echten Pros eben doch vermisst.
     
  16. Jan Gruber

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    War auch nur ein Spaß - weil ich so oft von Leuten ein Augenrollen bekomme wenn ich mir ein 17 Zöller zurück wünsche.
    Ich hab die geliebt - und irgendwo in der Schublade gammelt sogar noch eines rum ^^
     
  17. marcozingel

    marcozingel Hadelner Sommerprinz

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    Ist schon ein HardwareTrauerspiel was sich da Apple erlaubt...

    Ich habe immer gern mit dem Apple Newton gearbeitet und mir notgedrungen einen altenneuen Mac mini zulegen müssende der 7 Jahre alte Mac mini das Zeitliche gesegnet hat.

    Aber dennoch brauche ich nicht mehr Mac.
     
  18. Jan Gruber

    Jan Gruber Redakteur
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    Mir ist vor zwei Monaten mein Produktions-Mac-Mini eingegangen. Wollt mir nen "neuen" Mac Mini klicken und habs echt nicht übers Herz gebracht. Hab dann wirklich lange Suchen müssen um noch nen alten Mac Mini Server zu kriegen - für den mittlerweile Goldpreise genommen werden
     
  19. u0679

    u0679 Moderator Apple-Services + Software
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    Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht kommt ja Ende des Jahres endlich was neues. So wie von Tim versprochen.