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Fünf Gründe für USB-C am MacBook



Jedes Gerät forderte früher sein eigenes Anschlusskabel. Mal wurde es über den Game-Port angeschlossen, mal über den 9-Poligen Anschluss, über eigene Adapter und so weiter, bis 1996 der USB-Anschluss in der Version 1.0 seinen Weg in die Computer-Welt schaffte und den Seriellen Port “universal” revolutionierte.

Dieser neue Port verband die Peripherie mit dem Computer über einen schnabelförmigen Stecker und bestach mit einer Übertragungsrate von 12 Mbit/s. Es war die Geburtsstunde eines Standard-Anschlusses, der die Kompatibilität zwischen den einzelnen Geräten rapide voran trieb. Es dauerte nur vier Jahre, bis der 2.0-Standard im Jahr 2000 beschlossen wurde. Mit diesem wurden bereits 480 Mbit/s erreicht. Bis heute ist USB 2.0 die meistverbreitete Version. Nach 2008 und der Einführung des USB-3.0-Standards mit 5 Gbit/s wurde in 2014 dann USB 3.1 Gen. 2 als neuer Standard verabschiedet. Hier beträgt die maximale Brutto-Geschwindigkeit schon 10 Gbit/s.

Auch Apple hat sich diesen neuen Standard angeeignet und wird das MacBook Pro, wie das MacBook 12 Retina nur noch mit diesem Anschluss ausstatten. Ich habe Euch in unserer Reihe “Fünf Gründe” einmal die für mich positivsten Punkte für die Verwendung des USB-C- Anschlusses am MacBook zusammen gefasst.

1. Zukunftsweisender Standard

USB der Typen A und B kommen in die Jahre. Mit USB-C können alle Vorteile der bisher bestehenden Anschlüsse zusammen gefasst werden, denn alles, was USB A und B können beziehungsweise konnten, wird der USB-C-Anschluss ebenfalls können. Mit entsprechenden Adaptern ist der USB-C-Anschluss kompatibel zu den bisherigen Standards und kann diese dadurch zukünftig komplett ersetzen.

2. “Starkstrom” per USB und die Geschwindigkeit

Der 3.1-Standard mit bis zu 10 Gbit/s bei einer gleichzeitigen Leistung von bis zu 100 Watt bei 20 Volt Spannung (das entspricht einer 5 Ampere Ladeleistung!) hängt den bisherigen USB 3.0-Standard technisch locker ab. Somit kann ein Laptop, der in der Regel 60W fordert, per USB-C aufgeladen werden, während gleichzeitig zum Ladevorgang zum Beispiel ein 4K-Video mit 60 Bildern pro Sekunde gestreamt wird.

3. Auf die Größe kommt es an

Nicht nur die technischen Spezifikationen, sondern auch die Abmessungen des USB-C-Steckers sind ausschlaggebend dafür, ob sich dieser als neuer allgegenwärtiger Standard durchsetzen kann. Mit den Maßen 8,4 x 2,6 Millimetern reiht sich dieser Stecker mit den Status “der kommt überall unter” ein. Gerade in Hinblick auf die immer dünner werdenden Smartphones und auch Laptops ist die geringe Größe – ungeachtet der Wertung, ob hier “noch dünner” überhaupt nötig ist – ein wichtiger Aspekt bei der Planung der Gehäuse.

4. Ein Stecker für alles

Durch die Bauweise des USB-C-Steckers ist ein falsches Anschliessen nicht möglich, da dieser, wie der Lightning-Anschluss, in jeder Ausrichtung eingesteckt werden kann. Auch wird es bei den Verbindungskabeln zukünftig keine Verwechslung mehr geben, mit welchem Ende welches Gerät angeschlossen wird, da auf beiden Seiten nur noch ein USB-C-Stecker vorhanden sein wird. Dies kann die ewige Suche nach dem richtigen Ladekabel zukünftig obsolet machen.

5. Wegfall des Lade-Anschlusses

Auch wenn dieser Grund bei vielen auf Ablehnung stossen wird: Die Möglichkeit, einen weiteren Anschluss zu entfernen, ist von Vorteil: Dadurch kann innerhalb des Gerätes auf weitere Anschluss-Elektronik verzichtet werden. Der Platz kann somit anderweitig genutzt werden. Auch kann der Wegfall eines oder mehrerer Anschlüsse für eine Verbesserung der Gehäusestabilität beitragen, da nun weniger Bohrungen für die entsprechenden Öffnungen bei der Herstellung nötig sind.

Fazit:

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Alles, was bisher gut war, muss genau so bleiben. Diese Art der Diskussion haben wir beim Wegfall des Klinkensteckers zur Einführung des iPhone 7 beobachten können. Nun ist also der USB-Anschluss dran, revolutioniert zu werden. Frei nach dem Motto “friss oder stirb”. Und mit dieser Revolution fällt nun sogar noch ein Anschluss weg, der sich bisher bewährt hat. Für die Benutzer, die mit ihren Geräten in solche Situationen kamen, in denen sie froh waren, dass das Stromkabel beim Hinterhaken nur per Magnet befestigt ist, mag der Wegfall eine Katastrophe sein. Bei mir zum Beispiel hat sich der Stecker noch nie ohne Absicht vom MacBook  gelöst. Und auch mein iPhone lädt bisher ohne Unfall. Daher kann ich die Trauer der Leute zwar verstehen (der Anschluss ist vom Prinzip her ja auch genial aufgebaut) aber leider nicht nachvollziehen. USB-C wird zukünftig universal eingesetzt werden. Die kompakte Bauform und die Eigenschaften des Anschlusses eignen sich für sämtliche Geräte. Die Medien sind sich darüber hinaus ebenso einig: USB-C wird der weltumspannende Standard und Prophezeiungen zufolge sollen sogar die zukünftigen iPhone-Generationen mit diesem Anschluss ausgestattet werden.

Vielleicht hat die Industrie mit USB-C auch endlich den Standard gefunden, der von der EU schon lange in Punkto “einheitliche Ladekabel” gefordert wird, so dass zukünftig dank USB-C etliche Millionen Tonnen an Elektroschrott vermieden werden könnten.

via Wikipedia, Curved, PC-welt |Titelbild von Maurizio Pesce (flickr), bestimmte Rechte vorbehalten
Über unsere Serie Fünf Gründe:

In dieser neuen Serie schreiben unsere Redakteure aus ihrer persönlichen Sicht jeweils fünf Gründe auf, die sie zu einem bestimmten Thema bewegen. Der Artikel spiegelt die jeweilige Sicht des Autoren wieder. “Fünf Gründe” erscheint in loser Reihe.




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