Editor's Podcast

ATEP344 Apple und die Dongles



Welche Produkte von Apple verkaufen sich eurer Meinung nach am besten? Der Mac, die Apple Watch, das iPad? Natürlich nicht. Viele von euch werden jetzt auf das iPhone tippen, bei der Berichterstattung rund um die letzten Quartalszahlen nicht ganz zu unrecht – doch ihr irrt euch. Es sind Dongles für andere Geräte.

Das möchte zumindest eine neue Statistik erfahren haben bzw. gibt Best Buy das für die USA so an. Dabei handelt es sich keinesfalls um einen kurzen Peak, weil neue Geräte vorgestellt wurden – vielmehr sind Adapter bereits seit zwei Jahren das meist verkaufte Produkt.

Dongles und die Statistik im Detail

Wer jetzt denkt, dass es sich hier um eine rein reißerische Überschrift handelt, irrt. Es geht nicht nur um Stückzahlen, die Statistiken sprechen von Revenue – also den Einnahmen. Insofern generierten Adapter in den letzten zwei Jahren den meisten Umsatz, das belegt auch eine Studie von Ceros. Im ersten Quartal 2016 führte das klassische Lightning Kabel das Feld an, es hielt diese Positition über fünf Quartale. Danach übernahm der Lightning zu 3,5 mm Klinke Adapter das Rennen für ein Jahr. Mittlerweile haben zwar die AirPods den Spitzenplatz übernommen, in Summe überwiegen dennoch die Adapter.

Dongles – früher Anfang und später Höhepunkt

Apples Dongles und eigenen Kabel haben eine lange Tradition. Nach dem iPod wurde das iPhone zum neuen Wachstumspfad des Konzerns, es setzte anfangs auf den eigenen 30 Pin Connector. Danach folgte der Lightning Anschluss, unter viel Aufschrei mussten viele Kunden neue Adapter, Kabel und anderes Zubehör kaufen. Doch die Spitze des Eisbergs war lange nicht erreicht. Mit dem iPhone 7 strich Apple den Klinke-Anschluss, der große Aufschrei blieb aber aus. Eigentlich war das wahre Highlight etwas anderes: die Einführung von USB-C, respektive Thunderbolt 3 später, in allen MacBooks. Mit dem MacBook Air wurde diese jetzt abgeschlossen. Hier werden unzählige, durchaus teure, Adapter fällig. Apple hat diese anfangs reduziert angeboten – mittlerweile sind sie wieder auf Normalpreis. Den Sinn der Aktion verstehe ich bis heute nicht.

Dongles – wie geht es weiter?

Hier gibt es zwei mögliche Szenarien. Ich denke, die Wahrheit wird in der Mitte liegen. Einerseits lässt der Schritt in Richtung USB-C bei iOS auf das Ende des Wachstumsmarkts hoffen. USB-C bietet nämlich einen Vorteil: Es können auch Adapter von Drittherstellern genutzt werden, sogar Multi-Adapter in allen Arten sind erhältlich. Auf der andere Seite muss ich aber zugeben, dass Apple überall für Qualität steht, auch bei den eigenen Adapterkabeln. Ich habe mit meinem MacBook schon viele Dongles von Drittherstellern gesehen, einige davon sind wieder kaputt. Die Lösungen von Apple überstehen seit Jahren. Eine Qualität, die auch der Kunde im Gefühl hat – und damit am Ende vielleicht doch wieder zu den Lösungen von Apple greift. Am Ende soll es nächstes Jahr sogar eigene, neue, USB-C zu Lightning Kabel mit MFi geben. Machen Adapter die Trillion-Dollar-Company aus? Eine steile These, die wir in den letzten Wochen oft lesen durften. Aus meiner Sicht: ja, bedingt schon. Apples Schritt, immer mehr Leistungen auf Zubehör auszulagern, sorgt für zusätzlichen Bedarf. Am Ende ist es aber doch nur eines: Zubehör. Und immerhin öffnet sich Apple in Richtung offener Standards, siehe Qi und USB-C.

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