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Wo kommt mein Nachname her?

Dieses Thema im Forum "Café" wurde erstellt von jonni4000, 31.07.08.

  1. jonni4000

    jonni4000 Kaiserapfel

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    Huhu :)

    Kennt jemand ne Seite bei der man schauen kann von woher sein Nachname kommt?
    Nicht so Abzocker-Seiten sondern etwas kostenloses :)

    Gruß jonni
     
  2. RedCloud

    RedCloud deaktivierter Benutzer

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    OT:
    Nennt sich Stammbuch - haben Deine Eltern. ;)
     
  3. jonni4000

    jonni4000 Kaiserapfel

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    Und da steht von welchem Land der Name stammt? oO
     
  4. DesignerGay

    DesignerGay Danziger Kant

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    4000?? Denke deiner kommt aus dem mathematischen. ;)
     
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  5. Jack Renegade

    Jack Renegade Macoun

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    Hab da eine Seite, die vielleicht nicht hundertprozentig das sein mag was du suchst, aber interessant ist es alle mal.

    Klick
     
  6. Kwoth

    Kwoth Jakob Fischer

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    Ich hab viel über meine Facebook Gruppe erfahren ;)
     
  7. Applefreund

    Applefreund Westfälische Tiefblüte

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    Deine vielleicht... aber das hat halt nicht jeder?!;)
     
  8. jonni4000

    jonni4000 Kaiserapfel

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    Kenn ich schon :)
     
  9. RedCloud

    RedCloud deaktivierter Benutzer

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    Habe mal ein paar Namen ausprobiert.
    Sieht aus als ob die Daten aus dem aktuellem Telefonbuch sind. o_O
     
  10. DesignerGay

    DesignerGay Danziger Kant

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    Ich würde dir mal ne Bibliothek empfehlen, da unter Wappenkunde (oder wie das heißt) schauen, dort sind sehr viele Namen und deren Herkunft erklärt.
     
  11. RedCloud

    RedCloud deaktivierter Benutzer

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    Heraldik ...
     
  12. RedCloud

    RedCloud deaktivierter Benutzer

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  13. floonparty

    floonparty Kaiser Wilhelm

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  14. thrillseeker

    thrillseeker Lord Grosvenor

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    Es gibt hier einen User im Forum, der hat sowas studiert und kann sogar professionelle Namengutachten erstellen. Ich werde ihn mal mit der Nase auf diesen Thread stoßen ;)
     
  15. offtopic

    offtopic Weisser Rosenapfel

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  16. jonni4000

    jonni4000 Kaiserapfel

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    Danke :)
    Da hab ich was gefunden ;)
     
  17. Zille

    Zille Wohlschmecker aus Vierlanden

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    Der Herr Thrillseeker hats mich ja schon angekündigt …
    Also Leute: zunächst mal, vermischt bitte nicht Genealoge (die Lehre von den Verwandtaschaftsverhältnissen innerhalb der Familie, also soz. Abstammungslehre) mit Onomastik (= Namenkunde; eigenständige Wissenschaft, die nach der Etymologie des Namens sucht). Damit ist schon mal viel gewonnen, wenn euch klar ist, was ihr eigentlich sucht.

    Der "gewisse Prof. Udolph" der weiter oben zitiert wurde ist Deutschlands einziger Prof. für Onomastik und darf ruhig als Namenpapst bezeichnet werden. Denn er hat gerade insgesamt vier oder fünf Radiosendungen, die wöchentlich ausgestrahlt werden. Im Fernsehen war er auch schon oft zu Gast, u.a. bei Kerner und recht oft beim MDR.

    Wenn ihr ein professionelles Namengutachten haben wollt, dann schaut euch mal hier um: http://www.gfn.name/namenberatung.html. Das kostet zwar was, ist aber äußerst zuverlässig und seriös.

    Wer sich im Allgemeinen für Onomastik interessiert, dem sei http://www.onomastik.com empfohlen.

    An Literatur kann ich nur empfehlen: Kohlheim/Kohlheim, Duden Familiennamen. Gottschald, Deutsche Namenkunde. Kunze, dtv-Atlas Namenkunde (sehr zu empfehlen). Koß, Einführung in die Namenkunge. Bauer, Gerhard, Deutsche Namenkunde. Brendler, Namenarten und ihre Erforschung (auch sehr zu empfehlen).

    So, und hier noch was zur Onomastik und ihrer Arbeitsweise:

    Einleitung und Allgemeines zur Namenentwicklung

    Heute ist es für uns selbstverständlich, dass eine Person mindestens zwei Namen
    trägt, nämlich den Vor- und den Familiennamen.
    Doch das war nicht immer so. Lange Zeit reichte ein Name aus, um eine Person
    zu identifizieren. Dieser Name war ein Rufname. (Von Vornamen kann man erst
    seit der Durchsetzung der Familiennamen sprechen.) Mit dem Wachsen der
    Siedlungen, dem Bevölkerungswachstum und der Siedlungsverdichtung seit
    dem 12. Jahrhundert wurde es notwendig einer Person, will man sie eindeutig
    identifizieren, einen weiteren Namen zu geben. Das geschah nicht durch
    behördliche oder obrigkeitliche Stellen, sondern aus der Notwendigkeit selbst
    heraus. Außerdem kam es gleichzeitig durch das Prinzip der Nachbenennung
    (z.B. nach Vorfahren, Heiligen, Herrschern) zu einem Schrumpfen des
    Namenbestandes, d.h. beliebte Namen wurden sehr häufig.
    Es entstanden die sog. Beinamen, die einer Person zur besseren Unterscheidung
    willkürlich gegeben.wurden. Diese unterscheiden sich von den Familiennamen
    dadurch, dass sie nicht erblich waren und nur einem Namenträger verliehen
    wurden. Zum Beispiel konnte, wenn es in einer Ortschaft mehrere Heinrich gab,
    der eine wegen seiner roten Haare "der Rote", der andere z.B. nach seiner
    Wohnstätte am Bach "vom Bach" und ein dritter vielleicht wegen einer
    charakterlichen Eigenschaft als "der Linke" genannt werden. Mit dem Tod des
    Namenträgers "starb" auch dessen Beiname. Der Übergang von den Bei- zu den
    Familiennamen ist fließend. Kennzeichen für das fest werden des Beinamens
    sind Vererbung des Beinamens über 2-3 Generationen, oder wenn Geschwister
    den gleichen Beinamen tragen. Außerdem konnte mit der Erblichkeit des
    Namens auch Erblichkeit des Besitzes oder eines Amtes verbunden sein.
    Das Aufkommen der Familiennamen in Deutschland verlief von West nach Ost.
    Es begann im Rheinland im 12. Jh. und setzte sich nach Osten fort.
    Abgeschlossen war dieser Prozess im 15./16. Jahrhundert. (Vereinzelt blieb es
    auch weiterhin bei Einnamigkeit, z.B. bei den Friesen, die erst im Jahr 1811 auf
    einen Erlass Napoleons hin sich Familiennamen zulegen mussten.) Doch waren
    wir damit keineswegs Vorreiter, sondern Nachzügler, denn bereits im 8.
    Jahrhundert kamen in Oberitalien Familiennamen auf. Von hier ging die
    Entwicklung aus und setzte sich Richtung Norden und dann über Frankreich
    fort, bis sie im 12. Jahrhundert im Rheinland ankam.

    Vorgehensweise der Onomastik

    Die moderne Onomastik (übrigens mit 50 Jahren ein junges Fach) stützt sich bei
    der Deutung eines Namens auf die Datenbanken der Telefonkonzerne, denn der
    Datenschutz hindert uns daran behördliche Datenbestände zu nutzen.
    Glücklicherweise verfügt heute fast jeder Haushalt über ein Telefon, so dass wir
    uns auf diese Datenbasis stützen können. Im Schnitt ist jeder 2,8te Bürger im
    Telefonbuch verzeichnet. Zunächst wird auf dieser Datenbasis die Häufigkeit
    des Namens ermittelt. Das kann schon erste Anhaltspunkte zur Deutung liefern.
    Dann wird mit einer speziellen Software die Verbreitung des Namens auf Karten
    dargestellt. Dabei gibt die absolute Häufigkeit die heutige Verteilung des
    Namens wieder, die relative (Anzahl der Namenträger im Verhältnis zur
    Gesamtbevölkerung) zeigt den mittelalterlichen Ursprungsraum. Außerdem
    kann anhand von Konzentrationen des Namens in bestimmten Räumen auf
    dialektale Ursprünge des Namens geschlossen werden, auch auf bestimmte
    Schreibertraditionen u. a., was bei der Deutung eines Namens sehr bedeutend
    und hilfreich sein kann, haben doch die Namen auch die allgemeine
    Sprachentwicklung (Lautverschiebung, Sprachgesetze u.a.) genauso mitgemacht
    wie dialektale Entwicklungen.

    Deutungskonkurrenzen

    Dahinter versteckt sich die Tatsache, dass ein Name nicht nur eine einzige
    Erklärung (oder auch keine, denn Namen, die nicht deutbar sind gibt es auch),
    sondern mehrere haben kann. Das hängt zum einen mit der sprachlichen
    Wandlung der Namen zusammen, d.h. dass sich ein Name im Laufe der Zeit so
    verändert hat, dass eine Form entstanden ist, die einer anderen gleicht, aber
    einen anderen Ursprung hat. Oder ein Name ist zeitgleich an verschiedenen,
    voneinander unabhängigen, räumlich und/oder auch sprachlich getrennten Orten
    entstanden. Auch dann können (mindestens zwei) Deutungen vorliegen.
    Auch dialektale Varianten sind zu berücksichtigen, weshalb die geografische
    Einordnung eines Namens wichtig ist, die genau darüber Auskunft gibt, wo (in
    welcher Sprachlandschaft) der Name am häufigsten vorkommt. Auch kann dem
    Namen ein gleich lautendes Substantiv, Adjektiv, Verb etc. zur Seite stehen,
    z.B. kann Hagen ein Rufname, ein Ortsname oder ein Dialektwort für den Stier
    sein.
    Neben all dem kann es auch sein, dass ein gleich lautendes, aber in seiner
    Bedeutung verschiedenes Wort zugrunde liegen, z.B. Mohr kann entweder den
    Mohren oder das Moor meinen. Besonders bei Familiennamen aus germanisch-
    althochdeutschen Rufnamen kann es zu verschiedenen Erklärungen kommen,
    wenn es eine Kurzform eines solchen Namens ist. Denn dann ist ein Teil des
    Namens weggefallen, so dass man die ursprüngliche Form nicht rekonstruieren
    kann. Das Problem ist nämlich, dass es viele Namen mit dem im Familiennamen
    enthaltenen Rest des ursprünglichen Namens gibt. Zum Beispiel ist Dietz aus
    einer Koseform von Rufnamen, die mit Diet- beginnen, entstanden.
     
    philr3x gefällt das.
  18. Swizz

    Swizz Uelzener Rambour

    Dabei seit:
    06.10.05
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    whoops..falscher Thread sry :eek:
     
  19. klausimausi

    klausimausi deaktivierter Benutzer

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    Hi Zille,

    ganz vielen und lieben Dank für Deine Ausführungen!
    Das ist außerordentlich interessant und lehrreich.


    Gruß

    Klaus


    P.S.
    Ich hoffe, ich habe keinen Vorfahren, der "Hans, der hängen musste" oder so hiess :-D
     

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