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Time Maschine -> "Löschen von alten Backups"?

clausw

Gala
Registriert
28.05.11
Beiträge
53
Hallo Apfel-Gemeinde,

nach dem ich mir jetzt endlich ne neue externe HD gekauft hab wollte ich mal kurz TimeMaschine anwerfen.
Um die Datenmenge im Griff zu halten, hab ich "System" ausgeklammert - neuinstallieren kann man immer,
nur um die Daten, Email, Bilder, ... wäre es eben schade.
Jetzt lese ich in TimeMaschine, dass alte Backups gelöscht werden, wenn der Platz ausgeht.
Wie ist das zu verstehen? Werden wirklich Dateien gelöscht oder Dateiversionen?
Bei ersterem hätte ich nach X Backups kein vollständiges Backup, zweiteres wäre das richtige.

Evtl. denke ich auch als IT-ler mal wieder viel zu komplex um so einen einfachen Satz korrket zu interpretieren.

Danke & Grüße
Claus
 
Es werden die ältesten Sicherungen gelöscht. Dabei gehen natürlich alle Dateien verloren, die auf dem Rechner zu diesem Zeitpunkt vorhanden waren, aber nicht mehr zum Zeitpunkt der ältesten noch nicht gelöschten Sicherungen.
Du hast kein vollständiges Backup, wenn du darunter verstehst, daß alles was jemals auf dem Rechner war, noch greifbar ist.
Du hast ein vollständiges Backup des aktuellen Zustandes und aller früheren, soweit sie eben nicht aus Platzmangel gelöscht wurden.
(Vorausgesetzt natürlich, du schließt nicht selbst bestimmte Verzeichnisse aus.)
 
Es werden die alten Backupsätze gelöscht, davon werden aber die neueren Backupsätze nicht beeinflusst. Nach Deiner Formulierung: Es werden die alten Versionen gelöscht sowie die Dateien, die früher mal auf dem Rechner vorhanden waren, aber seit dem zu löschenden Backup vom Rechner gelöscht wurden und daher in späteren Backups auch nicht mehr vorhanden waren. Aber jeder bestehende Backupsatz ist vollständig (im Sinne, dass jede Datei, die zu dem Sicherungszeitpunkt auf dem Rechner vorhanden und nicht vom Backup ausgeschlossen war, auch im Backup vorhanden ist).

Oder für den IT-ler die technische Version: Seit dem letzten Backup unveränderte Dateien werden beim nächsten Backup einfach hart verlinkt statt neu kopiert, und beim Löschen der alten Backups werden die Hard-Links aus dem alten Backupsatz gelöscht, aber die Dateien bleiben so lange erhalten, wie noch mindestens ein (neuerer) Backusatz diese Datei verlinkt.

(Läuft genauso, wie man es von einem inkrementellen Backup erwartet. Unter Tiger hatte ich so etwas schon per rsync realisiert, aber dort ohne das Thinning nach 24 Stunden bzw. einem Monat.)
 
Wie Time Machine funktioniert, versteht man viel besser, wenn man das, was meine beiden Vorredner implizit sagten, mal ganz explizit erklärt:

Das Geheimnis sind Hard-Links, die ganz anders funktionieren als Soft-Links, Aliase oder Verknüpfungen (was nicht das gleiche ist).

Hard-Links sind Zeiger auf ein und die selbe Datei, die an verschiedenen Stellen *einer* Festplattenpartition (!) abgelegt werden können, aber nicht auf anderen Festplatten oder Partitionen. Wenn mehrere Hard-Links existieren, dann ist es egal, welchen man davon verwendet, es wird z.B. beim Öffnen der Datei stets der gleiche Datenbereich auf der Festplatte angesprochen. Nicht einmal das System kann feststellen, dass sich ein Hard-Link von einer "normalen" Datei unterscheidet.

Wenn ein Hard-Link gelöscht wird, bleiben alle anderen bestehen, und der eigentliche Speicherbereich auf der Festplatte auch.

Man kann es sich also auch so vorstellen, dass eine normale Datei ein Speicherbereich auf einer Festplatte ist, die nur einen Hard-Link hat, und alle weiteren Hard-links sind zwar in anderen Ordnern, aber verhalten sich wie das Original.

Wenn nur noch ein Hard-Link existiert, dann wird mit diesem Zeiger auch die Datei gelöscht. Und das ist der fundamentale Unterschied zu Soft-Links, Aliasen oder Verknüpfungen.

Time Machine prüft schlicht und einfach, ob sich eine Datei auf der Quell-Festplatte seit dem letzten Backup verändert hat oder neu dazu kam. Wenn ja, wird sie in den neuen Backup-Ordner auf der Backup-Festplatte *kopiert*. Wenn nein, dann wird an gleicher Stelle ein Hard-Link der gleichen Datei aus dem vorigen Backup (auf der Backup-Festplatte) erzeugt. Der Vorteil ist klar: Jede Datei-Version ist nur einmal vorhanden, und so kann man dennoch sehr lange sehr viele unterschiedliche Versionen auf minimalem Speicherplatz unterbringen.

Seit dem letzten Backup unveränderte Dateien werden beim nächsten Backup einfach hart verlinkt statt neu kopiert, und beim Löschen der alten Backups werden die Hard-Links aus dem alten Backupsatz gelöscht, aber die Dateien bleiben so lange erhalten, wie noch mindestens ein (neuerer) Backusatz diese Datei verlinkt.

Das würde ich gerne etwas verfeinern.

Seit dem letzten Backup unveränderte (Backup-) Dateien werden beim nächsten Backup einfach hart verlinkt statt neu kopiert, wobei jeder Backup-Satz in einem eigenen (normalen) Ordner liegt, der die oberste Ebene des jeweiligen Backup-Satzes ist.

Wenn der Platz auf der Festplatte nicht mehr ausreicht, werden die ältesten Backup-Sätze (Ordner) gelöscht.

Beim Löschen der alten Backups werden alle enthaltenen Daten (= Hard-Links) gelöscht, d.h. wenn dabei ein letzter Hard-Link gelöscht wird (= eine einzelne Datei), dann ist diese Version der Datei unwiderruflich aus allen Backup-Sätzen gelöscht.

Aber die neueren Versionen aller Backup-Daten bleiben so lange erhalten, solange mindestens ein weiterer Hard-Link in einem (neueren) Backup-Satz vorhanden ist.

Es gibt natürlich auch den Fall, dass man irgendwann eine Original-Datei löscht, und diese dann in den Backup-Sätzen immer weiter nach hinten wandert, und irgendwann auch die letzte Version eines Backups gelöscht wird.

Time Machine macht eben nicht das perfekte Backup, sondern ein leicht anwendbares, praktisches Backup, dass ältere Versionen nur eine gewisse Zeit vorrätig hält, aber dann schließlich automatisch löscht.
 
Hmmm ... erstmal VIELEN Dank für eure Hilfe!
TimeMaschine scheint schön und praktisch zu sein, aber wohl nicht DAS Backup-Tool schlecht hin.

Könnt ihr mir ein Tool empfehlen um Backups zu erstellen?
Eigentlich muss nur das User-Home gesichert werden, da der Rest von der Installations-DVD neu installiert werden kann und ich keine Kauf-Software installiert hab (FF, LibreOffice,....).
Klar ist, sollte ich mir Kauf-Software zulegen oder ein Update auf 10.7 machen, muss ich dieses Zeugs seperat sichern.
Unter Windows hab ich PersonalBackup im Einsatz - etwas wirre Oberfläche aber ziemlich gut, wenn man mal alles konfuguriert hat.

Grüße
Claus
 
TimeMaschine scheint schön und praktisch zu sein, aber wohl nicht DAS Backup-Tool schlecht hin.
Mal abgesehen davon, dass es oft vorteilhaft ist, mehr als ein Backup zu haben und dafür verschiedene Tools zu verwenden, ist TimeMachine für mich erste Wahl. Außer für Backups, die man unbedingt jahrelang aufheben will und von denen man sich sicher sein will, dass sie nicht irgendwann bei voller Platte automatisch wieder gelöscht werden. Aber die sollten dann ohnehin auf eine Platte kopiert werden, die anschließend nie wieder angeschlossen/eingeschaltet wird, sondern irgendwo sicher verwahrt wird, und dann könnte man sogar diese Backups mit TimeMachine erstellen.
Ansonsten könnte Dich z.B. SuperDuper! oder Carbon Copy Cloner interessieren. Oder Rsync.

Eigentlich muss nur das User-Home gesichert werden, da der Rest von der Installations-DVD neu installiert werden kann und ich keine Kauf-Software installiert hab (FF, LibreOffice,....).

Aber falls der Rechner ein Arbeitstier ist, das nach einer Plattenpanne so schnell wie möglich wieder im Einsatz sein soll (und ohne RAID 1, 5 o.ä.) betrieben wird, dann ist ein vollständiges TimeMachine-Backup unbedingt anzuraten: Im Fehlerfall nur neue Platte einsetzen, von DVD oder USB-Stick booten, Wiederherstellung des Backups anstoßen, weiterarbeiten. Ohne den ganzen manuellen Aufwand der Neuinstallation verschiedener Software und vor allem der Neukonfiguration.

Bei den heutigen Plattenpreisen sehe ich keinerlei Veranlassung, auf das Sichern irgendwelcher Dateien (auch des Systems und der Programme) mutwillig zu verzichten.
 
TimeMaschine scheint schön und praktisch zu sein, aber wohl nicht DAS Backup-Tool schlecht hin.
Verstehe ich nicht. Was erwartest du von einem Backup? Langzeitarchivierung von Daten, die man längst nicht mehr benutzt, ist sicher nicht Aufgabe eines Backups, wie man es üblicherweise versteht. Auf deutsch heißt es ja auch "Sicherung" und nicht "Lager".
 
Von einem Backup erwarte ich aber, dass Dokumente die ich im Juli 2011 mache auch noch im Juli 2015 im Backup enthalten sind,
auch wenn ich die Dokumente nicht mehr angeschaut/geändert hab.
Verherend wäre wenn die Dokumente von 2011 im letzten Backup 2015 nicht mehr vorhanden sind, den wenn dann die HD über den Jordan geht, fehlt eben der ganze Stuff von 2011.

Ein Arbeitstier ist der Mac nur bedingt - ich darf den Apfel nur administrieren ;-)
Meine Freundin arbeitet damit, erstellt Arbeitsblätter für die Schule, Email, Internet, ...
Mehr als MAIL, iCal, OpenOffice, Skype, FF, XnView und ein VirtualBox ist da nicht drauf - aber eben unmengen an persönlichen Daten (Bilder, Videos, Arbeitsblätter, ...)

cu
Claus
 
Moment, wir reden von einem Backup oder von einem Archiv? Oder du hast nen Punkt nicht ganz verstanden.

Alles was auf deiner Platte ist und zu sichern ist ist auch im Backup. Selbst wenn du Dokumente 4 Jahre nicht mit angefasst hast sind sie dann ja immer noch auf Platte und damit im Time Machine Backup. Wenn du sie löscht verschwinden sie auch im Backup irgendwann. Time Machine gibt dir die Möglichkeit den kompletten letzten Stand deiner Platte zurückzubekommen. Wenn du etwas löscht verschwindet es damit automatisch aus dem Backup irgendwann, denn wenn du es löscht ist es nicht wichtig und muss auch nicht gesichert werden.
 
alles, was auf dem Mac vorhanden ist, ist auch im TM-Backup vorhanden.
Und alles, was vom Mac gelöscht wurde, wird irgendwann aus dem TM-Backup rausfallen.
Und so soll es auch sein: Wer etwas vom Mac löscht und es behalten will, muss ein Archivierungsprogramm nutzen, kein Backup-Programm.

Wer TM dazu missbraucht, Dinge zu archivieren, macht grundsätzlich etwas so falsch wie möglich
 
ack
und wenn die platte groß genug ist, braucht TM auch nichts löschen.
 
und was soll ein "archivierungsprogramm" können ?

ich meine, wo ist der unterschied....wenn ich mir eine platte kauf und einfach die dinge raufkopiere ?
wozu "programm" ?

oder nach dem motto...."es gibt für alles eine app ?"
 
grins ...

an sich ist das richtig: "Archivieren" ist eigentlich nichts anderes, als "Daten auf ein Medium schubsen, dass nicht die "Arbeitsplatte ist". So weit, so gut - aber dann jammern die Leute wieder, weil spotlight die Daten auf den DVDs, den Bändern und Lochkarten nicht findet. Und auf den Archiv-Platten im Schrank auch nicht.
Deswegen nutzen ja so viele TM als Archiv - und daraus ergibt sich, was ein Archivierungsprogramm leisten sollte: Nach dem Entfernen der Daten von der Arbeitsplatte und sichern auf ein anderes Medium diesen Vorgang dokumentieren und die Information zur Verfügung stellen, wo zum Teufel der ganz Mist hin ist.
Nicht, weil das irgendeinen Sinn hätte, sondern weil "Beschriften von Datenträgern" sowas von 19tes Jahrhundert ist ...
 
Jetzt kommen wir der Sache schon näher, hatte mich wohl irgendwie falsch ausgedrückt beim öffnen des Threads.

Meine zentrale Frage war: Was löscht TM, wenn der Platz ausgeht, da in der Doku steht, dass alte Backups gelöscht werden, wenn der Platz weniger wird.
Wenn TM aber immer ein 100% Abbild ist, dann bin ich beruhigt.
Klar ist, wenn ich was lösche, fällt es irgendwann aus dem Backup raus - alles andere wäre als Backup-Stategie wohl nicht wirklich sinnvoll, da Dateileichen im Backup entstehen würden, die kein Mensch mehr braucht.
Auch klar ist, dass man "alte Daten" auch mal archivieren sollte.

cu
Claus