Und deshalb ist Kritik daran nicht zulässig?
Diese "Kritik" ist irgendwie unsinnig. Und das aus mehreren Gründen:
1. Weil sie die Komplexität der Situation unterschlägt. Würde man dieser angemessen Rechnung tragen, wäre es schon deutlich schwieriger eine Kritk zu benenen.
2. Das schließt direkt an 1. an: Sie ist in keiner Form konstruktiv, da sie überhaupt keine ernsthafte Option/Alternative aufzeigt. Sich pauschal in Maximalstandpunkten zu ergehen, ist nicht konstruktiv.
3. Wieder einmal findet dabei ein Outsourcing der eigenen Verantwortung statt, über das dann aber ungern gesprochen wird, weil das ja unangenehm wäre. Oder anders gesagt: Da wird dann in Foren und Kommentaren drüber geketzt, dass das ja "schlimm", gar "unmoralisch" oder was auch immer wäre, was Apple da macht - und die daraus folgende Konsequenz ist, dass man auf die nächste Keynote hinlechzt, um sich das nächste Apple-Gadget zu kaufen. Nur ist es eben viel leichter, andere zu kritisieren, als bei sich selbst anzusetzen.
Aber es ist nicht ausgemacht das es bald vorbei ist und mit Vance wird ja schon ein Nachfolger in‘s Spiel gebracht der noch kantiger für Qualität steht.
Wobei man hier ja, trotz aller auch berechtigten Kritik, die Frage stellen kann: Und? Ich meine, auch wenn mir Trump/Vance nicht zusagen und ich ein deutliches Problem z.B. auch mit verschiedenen Parteien und deren Ergebnissen in der EU bzw. auch konkret in DE habe: Es ist der Ausfluss demokratischer Prozesse.
Man kann sich lang und breit drüber streiten, was zu solchen Ergebnissen geführt hat, aber irgendwie muss man eben auch anerkennen, dass es offenkundig einen nicht geringen Teil oder sogar eine Mehrheit gibt, die sowas unterstützen. Eine pauschale, vielleicht sogar populistische, Kritik, vielleicht sogar mittlerweile aus einer Minderheit heraus, erwecke dann schnell einen faden Geschmack - nämlich das eigene Weltbild über das der anderen stellen zu wollen. Was die Frage aufwirft: Mit welchem Recht eigentlich?
Aber der Eindruck das hier eine Schleimspur gezogen wird darf auch geäußert werden.
Kann man machen. Aber wo ist da Mehrgewinn? Wir werden uns wahrscheinlich mit gewisser Mehrheit darauf einigen können, dass Trump doof ist und das "uns" das Verhalten einiger Unternehmen im Umgang mit der Trump-Adminstration (oder China, oder Indien, oder...) nicht passt. Das ist aber in der tausendsten Wiederholung nichts nichts neues. Was mich eher interessieren würde: Was wäre denn - konstruktiv betrachtet - der bessere Weg. Und zwar realistisch gangbar und nicht im Sinne von "voll dagegen". Die Auswirkungen aus sowas habe ich oben schon skizziert.
Es ist schon verwunderlich wenn ein Konzern, der weltweit selbstbewusst auftritt und selbst Regierungen gegenüber seine Vorstellungen durchaus durchsetzen kann hier solche Gesten zeigt.
Ich glaube, da bist du eher dem Marketing und der PR aufgesessen. Apple hüpft, wie jedes andere Unternehmen auch, wenn Xi es in China sagt und sie reichen Trump das Taschentuch, wenn der niest. Und ebenso reagieren sie in der EU, wenn sie müssen.
Natürlich nehmen sie Einfluss und haben Gewicht - aber trotz nach außen gezeigter Stärke haben sie letztlich nur zwei Optionen: Sich den Regeln zu unterwerfen oder eben den Markt am Ende zu verlieren.
So wie du es schreibst erinnert es mich stark an Deutschland vor ein paar Jahrzehnten.
Ja und das ist eine Entwicklung, die wir als Gesellschaft in der Hand haben - durch Wahlen und Kaufentscheidungen. Es kann aber nicht sein, dass wir unsere ureigenste persönliche und gesellschaftliche Verantwortung auf Dritte übertragen, weil das für uns bequemer ist.
Alternativ bin ich ja auch immer noch für eine differenziertere Darstellung und Lösungsoption zu haben. Bisher war die aber in den vorigen Beiträgen, sagen wir, eher eindimensional - und damit: sinnfrei und leer.