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Tim Cook äußert sich in Fernsehinterview zu Datenschutz und der Produktion in China

Martin Wendel

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Am Sonntag Abend hat der US-amerikanische Fernsehsender CBS im Nachrichtenmagazin "60 Minutes" über Apple berichtet. Jony Ive gab dem Fernsehteam einen Einblick in sein sonst für fremde Blicke verschlossenes Designstudio, in einem Interview wurde außerdem Tim Cook zu verschiedenen Themen befragt, darunter auch zum Datenschutz am iPhone. Vor allem in Amerika keimt immer wieder die Frage auf, wie sicher eine Datenverschlüsselung sein darf.

Private Daten

Häufig sieht sich Apple mit dem Argument konfrontiert, dass durch die Datenverschlüsselung bei den Apple-Diensten selbst Behörden der Zugriff verwehrt und damit Ermittlungen erschwert würden. "So sieht die Situation aus: Auf deinem Smartphone, deinem iPhone, hast du heutzutage wahrscheinlich Informationen wie Finanz-Daten, persönliche Konversationen mit deiner Familie oder deinen Mitarbeitern, vermutlich auch Geschäftsgeheimnisse", erklärt Cook.

"Du solltest die Möglichkeit haben, diese zu schützen", so Cook weiter. Der einzige bekannte Weg, dies zu tun, sei eine Verschlüsselung. Abermals betont der Apple-Chef dabei seine ablehnende Haltung zu Backdoors. Denn falls es einen Weg hinein gebe, wird jemand diese Möglichkeit auch ausfindig machen. "Wenn man eine Hintertür einbauen würde, ist diese Hintertür für jeden – für die Guten und die Bösewichte."


Video

Zusammenarbeit mit Behörden

Cook betont jedoch, dass man sehr wohl mit den Behörden zusammenarbeite. Wird eine ordnungsgemäße richterliche Anordnung vorgelegt, wird man die spezifisch darin angeforderten Informationen weitergeben – dazu sei man alleine aufgrund der Gesetzgebung verpflichtet. Bei verschlüsselten Daten wie iMessages habe man aber nichts weiterzugeben, da selbst Apple keinen Zugriff darauf habe.

Die Frage nach einer erhöhten Sicherheit bei Verzicht auf Datenschutz stellt sich für Tim Cook offenbar nicht. Seiner Meinung nach lässt sich der Wert der eigenen Daten nicht gegen die nationale Sicherheit ausspielen. Dies sei eine zu stark vereinfachte Sichtweise. "Wir sind Amerika, wir sollten beides haben", so Cook.

Produktion in China

In einem weiteren Teil des Interviews hat sich Cook außerdem zur Produktion der Apple-Hardware in China geäußert. Der Apple-Chef verrät, dass die geringen Löhne und die massive Zahl an Arbeitnehmern – mehr als eine Million Menschen fertigen in den chinesischen Zulieferbetrieben Apple-Produkte – nicht der Hauptgrund für den Produktionsstandort China seien. "Es geht um die Fähigkeiten", so Cook.

"China hat einen enormen Fokus auf die Produktion gelegt", so Cook. Es gebe dort viel größere Berufskenntnisse im handwerklichen Bereich, in den USA sei das nicht der Fall. "Man könnte vermutlich alle Werkzeugbauer in den USA nehmen und sie hätten in diesem Raum, in dem wir gerade sitzen, Platz. In China bräuchtest du dafür mehrere Football-Felder. Es ist ein Fokus in deren Bildungssystem."

Apple unterziehe seine Zulieferkette dabei einer ständigen Prüfung. Man möchte damit sicherstellen, dass die höchsten Sicherheitsstandards und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. "All jene Dinge, von denen erwartet wird, dass wir sie beobachten und noch darüber hinaus – wir machen es", so Cook.

Via 60 Minutes

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Der Apple-Chef verrät, dass die geringen Löhne und die massive Zahl an Arbeitnehmern – mehr als eine Million Menschen fertigen in den chinesischen Zulieferbetrieben Apple-Produkte – nicht der Hauptgrund für den Produktionsstandort China seien. "Es geht um die Fähigkeiten", so Cook.
Mmh, deshalb schreiben sie voller Stolz "Assembled in the USA" auf ihre veraltete Müllkiste.
Verstehe einer die Marketingfuzzis.
 
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... in Irland hatten die wohl plötzlich ihre Fähigkeiten verloren :D
 
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Die Fähigkeiten...oh Mann, so ein verlogenes Gequatsche!
 
So sehr ich Apple für den ihre Datenschutzstrategie danke, so sehr muss ich über sein China-Argument lachen, nein, doch eher weinen. Mal schauen wie lange es dauert bis ich dieses Argument das erste mal in meinem Umfeld nachgeplappert höre...
 
Er redet unglaubwürdig daher, wie so oft.

In den USA fehlt es also an handwerklichen Können in großer Dimension.
Habt ihr euch mal mit deren extrem fortschrittlichen Militärtechnik befasst?
Da geht es offenbar. Geld regelt alles.

Davon mal abgesehen ist der Produktionsprozess weitgehend automatisiert. Den Rest könnte man auch noch die Maschinen übernehmen lassen. Allerdings müssten die dann alle 1-2 Jahre modifiziert werden. Das kostet offenbar zu viel?
 
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Ich arbeite seit Jahren im Umfeld vom mittleren und vom Top Management unseres Konzern. Solche Menschen lügen quasi durchgehend und wenn sie nicht lügen verdrehen sie die Wahrheit und wenn sie das nicht machen verschweigen sie die Hälfte. Warum sollte es bei Apple anders sein?
 
Er lügt halt einfach kackendreist. Natürlich könnte man zumindest Teile der Produktion auch in den USA abwickeln, eventuell könnte man da mit den hochentwickelten Chinesen zusammen arbeiten oO?

Es ist ganz einfach bequemer und deutlich günstiger, Massenprodukte in China zu fertigen. Das kann man doch offen zugeben.

Oder werden die Klamotten auch in Fernost produziert weil die handwerklichen Fähigkeiten dort die hiesigen um ein Vielfaches übersteigen?

Beim Datenschutz Thema stimme ich ihm sicher zu, der Rest...
 
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Man könnte vermutlich alle Werkzeugbauer in den USA nehmen und sie hätten in diesem Raum, in dem wir gerade sitzen, Platz. In China bräuchtest du dafür mehrere Football-Felder. Es ist ein Fokus in deren Bildungssystem."

Das liegt aber nicht am guten Bildungssystem der Chinesen, sondern am schlechten Bildungssystem der Amerikaner.

Im übrigen könnte Apple dann auch in Deutschland produzieren lassen. Hier in Deutschland findet Apple alles was man an Know-how braucht, um Apple weiter zu helfen. Wenn es doch nicht auf Löhne,Arbeitsbedingungen etc. ankommt, dann wäre Deutschland eine sehr gute Wahl.
 
Eigentlich fand ich Tim Cook mal relativ sympathisch.

Aber das ganze Marketinggeblubber, die hanebüchenen Rechtfertigungen für Produkte und Preise sowie hier blöde Erklärungen für die Chinaproduktion,machen ihn in meinen Augen immer widerwärtiger.

Klar, es wirkt nicht sonderlich attraktiv für ein Unternehmen, wenn man sich hinstellt und die Wahrheit sagt. Wenn man erzählt, dass sich die Margen nur so dermaßen ausreizen lassen, wenn man billigst produziert und im Gegenzug immer mehr für die Produkte verlangt.
Dreist ist es aber eben, wenn eigentlich jeder weiß, wie es wirklich ist und ich den Menschen das Blaue vom Himmel lüge.

Tja, Tim...si tacuisses, philosophus mansisses...
 
Er ist nicht nur arrogant, sondern halt auch dämlich.
 
Wenn man natürlich nach Werkzeugmachern sucht, die 12 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche für einen Monatslohn von 100 USD arbeiten, bekommt man den Raum sicher nicht voll. Vielleicht wollte er das eigentlich damit sagen. Das käme der Wahrheit schon recht nahe.
Eigentlich ist seine Aussage ein Schlag ins Gesicht der amerikanischen Arbeiter. Sympathien gewinnt er damit in den USA sicher nicht.
 
Nur wenn sie mal was geiles zusammenschrauben dürfen/können, dann ist es "German Engineering". Siehe Harley Davidson [emoji6]
 
Fakt ist aber nun mal, es existiert in Europa praktisch keine Infrastruktur mehr für Massenproduktion in solchen Dimensionen und auch keine Erfahrung. Es existieren auch keine Firmen die das ändern könnten, in den USA sieht das wohl kaum anders aus.
Wenn Apple also die Produktion in westliche Länder verlegen wollte, müssten sie zuvor selber die Fabriken bauen, offenbar wollen sie aber nicht selber produziert. Und man kann wohl davon ausgehen das es nicht so banal ist Computerchips oder andere Komponenten des iPhones in großen Mengen zu bauen, sonst gäbe es ja hierzulande Firmen die das täten, Konkurrenzfähig!
Auch nicht vergessen sollte man was solch ein Schritt für Auswirkungen für die chinesische Arbeitnehmerschaft hätte, die haben nur die Massenproduktion.
 
Fakt ist aber nun mal, es existiert in Europa praktisch keine Infrastruktur mehr für Massenproduktion in solchen Dimensionen und auch keine Erfahrung. Es existieren auch keine Firmen die das ändern könnten, in den USA sieht das wohl kaum anders aus.

Auch in China mussten und müssen immer noch entsprechende Fertigungsstandorte gebaut werden. Wer sich mal die Fertigungsstandorte diverser europäischer Großunternehmen angeschaut hat, wird deine Aussage kaum als "Fakt" auffassen. Da finden sich diverse Unternehmen die von kleinen Elektonikprodukten über komplexe mechanische Teile (Kunststoff, Metall,...) bis hin zu hochkomplexen Produkten wie Fahrzeugen in Großserie fertigen. Darüber hinaus gibt es keinen Zwang den weltweiten Bedarf komplett aus Asien zu befriedigen, Apple könnte auch jeweils Lokal fertigen lassen (z.B. Europa, Nord Amerika und Asien).

Ursache für die fast ausschließliche Fertigung in Asien mit niedrigen Automatisierungsgrad dürften die nach wie vor relativ niedrigen Stundenlöhne sein (auch wenn diese in China z.B. deutlich höher sind als in Indien) und die gute Verfügbarkeit der elektronischen Bauteile aus diversen asiatischen Ländern (bei letzterem sind jedoch Versandkosten und Zölle fast unerheblich).

Ansonsten könnte Apple morgen verkünden in 2 Jahren in Deutschland iPhones fertigen zu wollen und hätte übermorgen bereits ausreichend Bewerbungen aus allen Fachdisziplinen.
Allerdings wäre der deutsche Abteilungsleiter/Chef nicht mit 2000Euro, der Ingenieur nicht mit 600-800 Euro , der Werkzeugmacher nicht mit 150-200 Euro zufrieden und dem Mindestlöhner am Band müsste man auch mehr als 100-150 Euro bezahlen...

Für mich als Kunden ist es weniger der Niedriglohnproduktionsstandort der mich ärgert. Vielmehr stören mich die zum Teil wohl immer noch schlechten Produktionsbedingungen (gerade bei den Zulieferern).

Bevor das Todschlagargument "bei den anderen ist es nicht besser" kommt. Bei den Margen die Apple macht, wären bessere Bedingungen sicher möglich! Apple sieht sich in vielen Punkten als Vorreiter, warum ist man dann hier kaum besser als der Branchenstandard?
 
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@PhiIR
Du meinst also man könnte einfach so eine Chipfabrik aus dem Boden stampfen und in kürzester Zeit konkurrenzfähig in Massenproduktion gehen? Warum gibt es dann selbst in Asien nur eine Handvoll Firmen die für Apple als Produzenten in frage kommen? Für die restliche Hardware sieht es ganz ähnlich aus. Nicht umsonst wird selbst das Fairphone in China produziert.
 
Fakt ist aber nun mal, es existiert in Europa praktisch keine Infrastruktur mehr für Massenproduktion in solchen Dimensionen und auch keine Erfahrung. Es existieren auch keine Firmen die das ändern könnten, in den USA sieht das wohl kaum anders aus.
Wenn Apple also die Produktion in westliche Länder verlegen wollte, müssten sie zuvor selber die Fabriken bauen, offenbar wollen sie aber nicht selber produziert. Und man kann wohl davon ausgehen das es nicht so banal ist Computerchips oder andere Komponenten des iPhones in großen Mengen zu bauen, sonst gäbe es ja hierzulande Firmen die das täten, Konkurrenzfähig!
Auch nicht vergessen sollte man was solch ein Schritt für Auswirkungen für die chinesische Arbeitnehmerschaft hätte, die haben nur die Massenproduktion.

Das stimmt so nicht Apple ist der Auftraggeber. Zum Beispiel für Foxconn. Die haben zwar gewaltige Investitionskosten, bekommen von Apple aber auch Milliarden gezahlt. Es ist eine langfristige Partnerschaft, von den beide Seiten profitieren, vor allem Apple. Apple ist sogar mit an der Entwicklung von den Fertigungsmaschinen beteiligt, anders würde deren Anspruch an der Qualität gar nicht zu halten sein! Teilweise entwerfen sie diese sogar selbst.

Für Apple und andere Firmen ist es wirtschaftlicher weiterhin Aufträge zu erteilen, anstatt alles finanziell selbst zu tragen, auch wenn sie es locker könnten. Um nicht anderes geht es. Die Amerikaner könnten alles selbst!
Es geht lediglich um die Maximierung des Gewinns. Und darin ist Cook ausgezeichnet, das muss man ihm lassen.

In den USA wird viel komplexeres hergestellt, als iPhones und Macs. Stichwort Rüstung- und Raumfahrtindustrie. Aber auch in der Medizin. Und die Chips werden eh in der USA entworfen.

@PhiIR
Du meinst also man könnte einfach so eine Chipfabrik aus dem Boden stampfen und in kürzester Zeit konkurrenzfähig in Massenproduktion gehen? Warum gibt es dann selbst in Asien nur eine Handvoll Firmen die für Apple als Produzenten in frage kommen? Für die restliche Hardware sieht es ganz ähnlich aus. Nicht umsonst wird selbst das Fairphone in China produziert.

Intel, IBM? Na wo kommen diese Unternehmen her?
 
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