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Man stelle sich, vor es ist Keynote, und keiner kann es sehen. Wochenlang haben geleakte Fotos und Berichte die Spannung auf die Vorstellung der neuen iPhones angeheizt. Nun endlich sollten Zuschauer auf der ganzen Welt Apples Präsentation via Livestream mitverfolgen können. Doch daraus wurde erstmal nichts. Während Tim Cook das neuste iPhone vorstellte, sahen die Zuschauer vor den Bildschirmen größtenteils nur ein Testbild. Das muss man sich verdeutlichen: Apple hatte extra eine eigene Website für die Keynote eingerichtet. Die Übertragung wurde öffentlich angekündigt. Ein Countdown zählte die Zeit bis zur Keynote herunter. Als es dann zur Präsentation von Apples größtem Umsatzbringer kommen sollte, konnte das kaum jemand sehen. Blamabel. Der Blackout ist nichts weniger als ein PR-GAU. Shitstorm und Häme blieben wohl nur deshalb aus, weil die Internet-Welt dann doch zu sehr mit Apples neuen Geräten als mit der Keynote selbst beschäftigt war. Doch was war der Grund für den Livestream-Ausfall? Technisches Versagen, Überlastung oder Inkompetenz?[prbreak][/prbreak] Cult of Mac hat hierzu den Media-Blogger Dan Rayburn zitiert. Dieser beschreibt in seinem Blog ausführlich, wie es wohl zum Stream-Desaster kam. Stimmen Rayburns Annahmen, wäre das wenig schmeichelhaft für das kalifornische Unternehmen, welches für seine gute Vorbereitung bekannt ist.

Apple hatte nicht zum ersten Mal eine Keynote übertragen. Der Livestream erfreut sich seit Längerem großer Beliebtheit bei den Fans. Dieses Mal wurde nun jedoch ein zusätzlicher Ticker mit Twitter-Beiträgen auf der Seite integriert. Im Prinzip eine gute Idee. Das Twitter-Element hatte Apple mittels eines JavaScript Object Notation Scripts eingebunden. Um die Tweets aktuell zu halten, war die Abfrage neuer Infos erforderlich. Das tat das JavaScript erfolgreich, allerdings im Abstand von Millisekunden. Damit nahm das Übel seinen Lauf. Zur Verbreitung von Inhalten nutzt Apple seit einiger Zeit ein Content Delivery Network (CDN). Dieses sorgt für eine beschleunigte Internetübertragung. Grob gesagt werden die in das Netzwerk eingespeiste Inhalte auf viele Server verteilt. Damit steht für Abfragen eine größere Basis zur Verfügung. Das funktioniert bei einen Stream aber nur, wenn die Server die Möglichkeit haben das eingespeiste Signal im Cache zwischenzuspeichern. Wie Rayburn schreibt, war das durch die ständigen Aktualisierungsanfragen nicht mehr möglich. Statt die unzähligen Anfragen nun auf viele Server zu verteilen, wurde alles an eine zentrale Adresse geleitet. Damit war das CDN ausgehebelt. Das Ergebnis konnten unzählige Zuschauer sehen. Statt mehr Leistung gab es nun weniger. Im Prinzip wären die Aktualisierungsanfragen für das Video unerheblich geblieben. Allerdings wirkte sich die gemeinsame Einbindung von Tweets und Videostream in die Apple-Seite eben direkt auf den Stream aus. Es gab noch eine weitere Folge. Der Videoplayer versuchte, den vielen Serveranfragen Herr zu werden. Also wurde die Bildqualität verringert. Wenn es überhaupt ein Bild gab. War man sonst HD gewohnt, gab es nun aufgrund der geringen Bitrate Bilder wie von vor zehn Jahren. Modern ist anders. Bedauerlicherweise konnten wir daher auch nur weniger ansehnliche Bilder in unserem Live-Ticker präsentieren. Bei Apple blieb dieses Desaster sicherlich nicht unbemerkt. Der einen oder anderen Informatiker dürfte ordentlich ins Schwitzen gekommen sein. Der Stream funktionierte wieder, nachdem die Tweets und damit das JavaScript von der Keynote-Seite genommen wurden.
Keynote auf Chinesisch
Das war jedoch noch nicht alles. Auch hinsichtlich Videoübertragung präsentierte Apple „One more thing“ - auf Chinesisch. Bereits vor Eröffnung der Keynote fiel auf, dass die Musik, welche vor Beginn jeder Keynote eingespielt wird, ebenfalls nicht problemlos lief. Statt einem Song waren plötzlich zwei Musikstücke gleichzeitig zu hören. Die Tonprobleme setzten sich später fort. In den ersten 27 Minuten der Keynote war zusätzlich eine chinesische Tonspur hörbar - zumindest in den kurzen Momenten, in denen das Video lief. Ursache hierfür, so Rayburn, lag offenbar in einem falschen Encoder-Setup. Die versetzte Musikwiedergabe lässt auf Schwierigkeiten bei der Synchronisation von Haupt- und Backup-Stream schließen. Auch hieran wurde fieberhaft von den Technikern gearbeitet. Offenbar wurde Apples Encoder neu gestartet. Darauf liesen mehrfach erscheinende „Access Denied“-Meldungen schließen. Zumindest nach der ersten halben Stunde konnte man vor den Bildschirmen der Keynote wieder folgen. Da war die Präsentation des iPhone 6 jedoch schon fast zu Ende. Zum Glück gab es noch mehr zu sehen.

Rayburns Analyse der Ereignisse wirkt gut begründet und plausibel. Die oft vermutete zu geringe Serverkapazität war offensichtlich nicht ursächlich. Bleibt noch die Frage, wie man intern in Cupertino mit der Stream-Blamage umgeht. Steve Jobs wäre sicherlich ausgerastet. Tim Cook ist zum Glück für die Verantwortlichen ein deutlich ruhigerer Charakter. Ob es Ihnen helfen wird? Betrachtet man die von Apple oft erwähnten hohen Ansprüche, wird man keinesfalls zufrieden mit diesem Online-Auftritt sein. Das Gute ist, dass man zum nächsten Special Event eine Wiederholung unter allen Umständen verhindern wird. Den Zuschauer wird es freuen, außer Apple verzichtet zukünftig komplett auf einen Livestream. Das wäre schade.
via Cult of Mac & StreamingMediaBlog

Apple hatte nicht zum ersten Mal eine Keynote übertragen. Der Livestream erfreut sich seit Längerem großer Beliebtheit bei den Fans. Dieses Mal wurde nun jedoch ein zusätzlicher Ticker mit Twitter-Beiträgen auf der Seite integriert. Im Prinzip eine gute Idee. Das Twitter-Element hatte Apple mittels eines JavaScript Object Notation Scripts eingebunden. Um die Tweets aktuell zu halten, war die Abfrage neuer Infos erforderlich. Das tat das JavaScript erfolgreich, allerdings im Abstand von Millisekunden. Damit nahm das Übel seinen Lauf. Zur Verbreitung von Inhalten nutzt Apple seit einiger Zeit ein Content Delivery Network (CDN). Dieses sorgt für eine beschleunigte Internetübertragung. Grob gesagt werden die in das Netzwerk eingespeiste Inhalte auf viele Server verteilt. Damit steht für Abfragen eine größere Basis zur Verfügung. Das funktioniert bei einen Stream aber nur, wenn die Server die Möglichkeit haben das eingespeiste Signal im Cache zwischenzuspeichern. Wie Rayburn schreibt, war das durch die ständigen Aktualisierungsanfragen nicht mehr möglich. Statt die unzähligen Anfragen nun auf viele Server zu verteilen, wurde alles an eine zentrale Adresse geleitet. Damit war das CDN ausgehebelt. Das Ergebnis konnten unzählige Zuschauer sehen. Statt mehr Leistung gab es nun weniger. Im Prinzip wären die Aktualisierungsanfragen für das Video unerheblich geblieben. Allerdings wirkte sich die gemeinsame Einbindung von Tweets und Videostream in die Apple-Seite eben direkt auf den Stream aus. Es gab noch eine weitere Folge. Der Videoplayer versuchte, den vielen Serveranfragen Herr zu werden. Also wurde die Bildqualität verringert. Wenn es überhaupt ein Bild gab. War man sonst HD gewohnt, gab es nun aufgrund der geringen Bitrate Bilder wie von vor zehn Jahren. Modern ist anders. Bedauerlicherweise konnten wir daher auch nur weniger ansehnliche Bilder in unserem Live-Ticker präsentieren. Bei Apple blieb dieses Desaster sicherlich nicht unbemerkt. Der einen oder anderen Informatiker dürfte ordentlich ins Schwitzen gekommen sein. Der Stream funktionierte wieder, nachdem die Tweets und damit das JavaScript von der Keynote-Seite genommen wurden.
Keynote auf Chinesisch
Das war jedoch noch nicht alles. Auch hinsichtlich Videoübertragung präsentierte Apple „One more thing“ - auf Chinesisch. Bereits vor Eröffnung der Keynote fiel auf, dass die Musik, welche vor Beginn jeder Keynote eingespielt wird, ebenfalls nicht problemlos lief. Statt einem Song waren plötzlich zwei Musikstücke gleichzeitig zu hören. Die Tonprobleme setzten sich später fort. In den ersten 27 Minuten der Keynote war zusätzlich eine chinesische Tonspur hörbar - zumindest in den kurzen Momenten, in denen das Video lief. Ursache hierfür, so Rayburn, lag offenbar in einem falschen Encoder-Setup. Die versetzte Musikwiedergabe lässt auf Schwierigkeiten bei der Synchronisation von Haupt- und Backup-Stream schließen. Auch hieran wurde fieberhaft von den Technikern gearbeitet. Offenbar wurde Apples Encoder neu gestartet. Darauf liesen mehrfach erscheinende „Access Denied“-Meldungen schließen. Zumindest nach der ersten halben Stunde konnte man vor den Bildschirmen der Keynote wieder folgen. Da war die Präsentation des iPhone 6 jedoch schon fast zu Ende. Zum Glück gab es noch mehr zu sehen.

Rayburns Analyse der Ereignisse wirkt gut begründet und plausibel. Die oft vermutete zu geringe Serverkapazität war offensichtlich nicht ursächlich. Bleibt noch die Frage, wie man intern in Cupertino mit der Stream-Blamage umgeht. Steve Jobs wäre sicherlich ausgerastet. Tim Cook ist zum Glück für die Verantwortlichen ein deutlich ruhigerer Charakter. Ob es Ihnen helfen wird? Betrachtet man die von Apple oft erwähnten hohen Ansprüche, wird man keinesfalls zufrieden mit diesem Online-Auftritt sein. Das Gute ist, dass man zum nächsten Special Event eine Wiederholung unter allen Umständen verhindern wird. Den Zuschauer wird es freuen, außer Apple verzichtet zukünftig komplett auf einen Livestream. Das wäre schade.
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