RSS Reader: Apple verschärft App-Store-Regeln

Jan Gruber

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Jan Gruber
Von Zeit zu Zeit schärft Apple die Regeln im App Store für gewisse Anwendungsgruppen nach, aktuell gibt es neue Regeln für RSS Reader. Fix eingebundene RSS-Feeds müssen jetzt bewilligt werden.

Die neue Vorgehensweise wurde von dem Anbieter des Newsreaders NetNewsWire berichtet, ihm wurde ein Update seiner Anwendung seitens Apple abgelehnt. Brent Simmons berichtet, dass Apple jeden vordefinierten Newsfeed genehmigen möchte.
Regelung für RSS Reader nicht neu


Offenbar setzt Apple damit die bestehenden Regeln durch. Apple verwies bei der Ablehnung auf die Klausel 5.2.2 der Zulassungsrichtlinien. Apps dürfen nur auf Inhalte Dritter verweisen, wenn diese auch zugestimmt haben. Dementsprechend müssen entsprechende Autorisierungen vorgelegt werden.
5.2.2 Standorte/Dienste von Dritten: Wenn Ihre App Inhalte eines Drittanbieterdienstes nutzt, darauf zugreift, den Zugriff darauf monetarisiert oder Inhalte von einem Drittanbieterdienst anzeigt, stellen Sie sicher, dass Sie gemäß den Nutzungsbedingungen des Dienstes ausdrücklich dazu berechtigt sind. Die Genehmigung muss auf Anfrage erteilt werden.
Über die App NetNewsWire haben wir auch schon in unserem App-Podcast gesprochen.

Via Brent Simmons

Den Artikel im Magazin lesen.
 

MichaNbg

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Aha. Als nächstes fliegen dann vermutlich auch Podcast Apps aus dem Appstore?
 

iDesign

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Ich bin ein Laie. Für mich klingt die Regelung danach, als wolle Apple verhindern, dass sich die Anbieter einer Applikation bei Inhalten Dritter bedienen, indem sie ihr Angebot via RSS Feed einbinden. Eine solche Einbindung ist auch weiterhin möglich, wenn hierfür die Erlaubnis des Dritten vorliegt. Erscheint mir sinnvoll zu sein.

Doch abgesehen davon, scheint der qualitative Mindeststandard im App Store nicht (mehr) sonderlich hoch zu sein. Ich würde es begrüßen, wenn sich der App Store durch Qualität und nicht durch Quantität auszeichnen würde. Aber das ist eine andere Baustelle.
 
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johnnytravels

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Mir erscheint das grundsätzlich auch sinnvoll, wenn Apps mit universellen Funktionen sich nicht durch interne Platzierung von bevorzugten Quellen hervorstechen (dazu zählen übrigens auch auch Apple Music, TV und Arcade). Und gerade wenn die Legitimität des Quellenbezugs dann auch noch bezweifelt werden darf (bei den Apple-Diensten natürlich nicht der Fall), und Nutzern ungefragt an irgendwelchen Monetarisierungsmodellen beteiligt werden, finde ich auch, dass das unterbunden werden sollte.
Andererseits ist die Stärkung dieser Regelung natürlich auch ein Weg für Apple, im Vergleich zum eigenen News-Dienst bessere Angebote zu unterbinden. Apps können frei verfügbare Quellen natürlich standardmäßig einbinden, diese Einbindung an eine explizite Erlaubnis zu knüpfen scheint mir dann doch eher versuchte Wettbewerbsbehinderung zu sein, da solche Erlaubnis de facto nie erteilt würde, weil es für die Anbieter von Inhalten keinen Sinn macht – Quellen sind eh frei – und im schlimmsten Fall nur Nachteile für die Anbieter bringt und erst aufwändig juristisch abgesichert werden muss (z.B. für den Fall der Einstellung des Angebots von Seiten des Anbieters).
 

_macminimal

Königsapfel
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Was hat AppleMusic etc damit zu tun?

Hier geht es ganz ausdrücklich darum, das (Dritte) Inhalteanbieter ihre ausdrückliche Zustimmung zum Einbinden ihrer Quelle(n) geben müssen und Apple dafür einen Nachweis sehen will.

Völlig korrekt, das schützt die Interessen derer die ansonsten weder mit Apple noch dem App-Anbieter was zu tun haben.

Unklar was es hier zu meckern gibt.
 

MichaNbg

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Wenn man für die Einbindung von RSS-Feeds in Zukunft eine "Erlaubnis" für jeden Feed vorlegen muss, was im übrigen der Idee hinter published rss feeds komplett zuwider läuft, dann ist dies der Tod jedes RSS Readers und jedes Podcatchers, sollte das durchgesetzt werden.
 

wir43

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Es geht ja nicht um das Einbinden- bzw Abonnieren der RSS-Feeds durch den User. Nur der App Entwickler muss bei bereits eingebundenen RSS-Feeds einen Nachweis führen.
 
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MichaNbg

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Es geht ja nicht um das Einbinden- bzw Abonnieren der RSS-Feeds durch den User. Nur der App Entwickler muss bei bereits eingebundenen RSS-Feeds einen Nachweis führen.
Ah, danke. Die Einschränkung hatte ich noch nirgends gelesen. Relativiert den Impact natürlich etwas. Die Frage nach Auswirkungen auf Podcasts kam ja auch bei heise.
 

Jan Gruber

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Ah, danke. Die Einschränkung hatte ich noch nirgends gelesen. Relativiert den Impact natürlich etwas.
Fix eingebundene RSS-Feeds müssen jetzt bewilligt werden.
Brent Simmons berichtet, dass Apple jeden vordefinierten Newsfeed genehmigen möchte.
Heißt das die Jungs bei Heise haben den Blog von Simmons der unseren Beitrag auch nicht richtig gelesen? :D
Es geht darum was in der App "voreingestellt" ist wenn man sie runter lädt. Und ich find das auch absolut okay. Ich will auch nicht das mein Podcast, als Podcaster, ohne das ichs weiß einfach irgendwo drinnen ist per Standard. Das kann Probleme verursachen und ich werde ungewollt zur Werbung, obwohl ich es ggf nicht will.

Das Problem hatten Podcasts übrigens schon - so konnte zb jeder Podcast bei Spotify einfach von jedem eingereicht werden. Das ist nicht ganz vergleichbar - aber doch - als Anbieter von kostenlosem Inhalt will ich schon noch wissen wer sich da mit fremden Federn schmückt.
 

_macminimal

Königsapfel
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Wenn man für die Einbindung von RSS-Feeds in Zukunft eine "Erlaubnis" für jeden Feed vorlegen muss, was im übrigen der Idee hinter published rss feeds komplett zuwider läuft, dann ist dies der Tod jedes RSS Readers und jedes Podcatchers, sollte das durchgesetzt werden.
Wenn es komplett freie RSS-Feeds sind, dann gibt es dazu auch eine Lizenz die man einreichen kann.
 

Jan Gruber

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CC0 RSS Feeds? Gibts sowas überhaupt?
 

johnnytravels

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Was hat AppleMusic etc damit zu tun?
Hat insofern damit zu tun, als hier auch ein Dienst mit einer Anwendung besonders verbunden ist. Das betrifft einen Aspekt der hier diskutierten Einschränkungen, nämlich die Möglichkeit für Anwender, eine eigentlich universell funktionale App durch das vorkonfigurierte Einbinden von bestimmten Quellen (mit Monetarisierung durch weitergeleitete Aufrufe) zusätzlich zur Einnahmequelle zu machen (das neben dem bei Nachrichten politischen Aspekt der Steuerung von Informationen durch Schnittstellen).
 

_macminimal

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Ich denke im Beispiel AppleMusic kannst du so eine Argumentation komplett knicken. Schon dein Ausgangspunkt das AppleMusic eine "eigentlich universell funktionale App" ist, erschließt sich nicht.
 

MichaNbg

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Heißt das die Jungs bei Heise haben den Blog von Simmons der unseren Beitrag auch nicht richtig gelesen? :D
Es geht darum was in der App "voreingestellt" ist wenn man sie runter lädt. Und ich find das auch absolut okay. Ich will auch nicht das mein Podcast, als Podcaster, ohne das ichs weiß einfach irgendwo drinnen ist per Standard. Das kann Probleme verursachen und ich werde ungewollt zur Werbung, obwohl ich es ggf nicht will.

Das Problem hatten Podcasts übrigens schon - so konnte zb jeder Podcast bei Spotify einfach von jedem eingereicht werden. Das ist nicht ganz vergleichbar - aber doch - als Anbieter von kostenlosem Inhalt will ich schon noch wissen wer sich da mit fremden Federn schmückt.
Naja, so abwegig ist der Gedanke ja nicht, dass eine solche Regel auch auf vom Anwender angeklickte RSS Links bezogen werden kann. Oder wie es sich bsp. mit Feed Directories verhält. Dürfen die standardmäßig vorgeblendet werden?

Kann schon zu nem Minenfeld werden. Denn dass Apple seine Regeln zum einen individuell auslegt als auch nicht vollständig und transparent publiziert ist ja leider auch keine Ausnahme mehr.

Heise hatte es übrigens so formuliert:
"Ob die Durchsetzung der Regel sich beispielsweise auch auf Podcast-Apps auswirkt, bleibt vorerst unklar."

Und zu Apples Policy Umsetzungen schreiben sie treffend:
"Apple hat bei der Auslegung seines Regelwerkes breiten Spielraum, bestimmte Vorgaben scheinen nur intern zu bestehen. Immer wieder werden auch Fälle bekannt, in denen die Regeln hochgradig inkonsistent angewendet und von unterschiedlichen App-Prüfern zudem unterschiedlich ausgelegt werden."
 

Jan Gruber

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Naja, so abwegig ist der Gedanke ja nicht, dass eine solche Regel auch auf vom Anwender angeklickte RSS Links bezogen werden kann. Oder wie es sich bsp. mit Feed Directories verhält. Dürfen die standardmäßig vorgeblendet werden?
Doch, das ist völlig abwegig - denn RSS Reader sollen RSS Feeds von Seiten darstellen die der Nutzer dort drinnen haben will. Vorinstallierte Quellen finde ich persönlich sowieso extrem nervig - verstehe aber die Anbieter warum sie das tun. Nur wenn sie sich mit fremden Federn schmücken - oder formulieren wirs positiv - anderen Traffic verschaffen - darf man schon mal nett anklopfen 🤷‍♂️ Alles andere ist zu weit gedacht von allen.

Ürigens gibts zb auch schon ganz lange sehr toughe Regeln was Screenshots betrifft. Da muss man schon immer stark aufpassen was da alles drauf ist wenn man mit denen in den App Store will. Mich schockiert eher, dass Apple das bisher nicht enforced hat. Regeln haben immer nen gewissen Spielraum .... Die Konsistenz bei der Prüfung könnte deutlich besser sein, völlig klar.
 

MichaNbg

Westfälischer Gülderling
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Doch, das ist völlig abwegig - denn RSS Reader sollen RSS Feeds von Seiten darstellen die der Nutzer dort drinnen haben will. Vorinstallierte Quellen finde ich persönlich sowieso extrem nervig - verstehe aber die Anbieter warum sie das tun. Nur wenn sie sich mit fremden Federn schmücken - oder formulieren wirs positiv - anderen Traffic verschaffen - darf man schon mal nett anklopfen 🤷‍♂️ Alles andere ist zu weit gedacht von allen.
Kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Wobei es mir dann gereicht hätte, dass man dann - im Zweifel über Apple - die Entfernung hätte verlangen können. Sozusagen standardisiertes Opt-Out über Apple.

Denn letztendlich ist es doch mein Ziel, möglichst viele Menschen (also viel "Traffic") zu erreichen. Wichtig ist, dass klar klar und deutlich sichtbar ist, woher der Content kommt. Nicht in welcher App ich ihn sehe. Und wenn mir das auch wichtig ist, weil ich darüber meine Monetarisierung realisere, sorge ich dafür, dass der Feed nicht öffentlich zugänglich ist.


Die Konsistenz bei der Prüfung könnte deutlich besser sein, völlig klar.
Jupp.
 

Jan Gruber

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Na Entfernung wäre ja One Way - ne simple Zustimmung von den Inhalteanbietern find ich sogar ne sehr "umgängliche" Variante ✌