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OSX mit eingebautem Textadventure (Easter Egg)

Michael Reimann

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Ja es gab sie mal, die große Zeit der textbasierten Adventures. In den späten Achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren sie sehr beliebt. Das lag zum einen sicher an der Tatsache, dass die damaligen Computer nicht viel mehr als ein paar Klötzchen übereinander stapeln konnten, zum anderen aber auch an der raffinierten Sprache und den intelligenten Storys. Beliebte Spiele waren damals Zork oder Hitchhiker's Guide To The Galaxy.[PRBREAK][/PRBREAK]

Bildschirmfoto 2013-04-15 um 17.49.53.pngGerade letzteres war sehr beliebt, weil es den geistreichen Humor des Buches sehr gut rüberbrachte. Erst langsam entwickelten sich aus den Textspielen die ersten Grafikadventures, die aber immer noch auf einer Befehlseingabe per Tastatur bestanden. Für einige Fans haben auch heute noch diese Spiele aus der Urzeit der Heim- und Personalcomputer einen großen Reiz. Sicher, wer einmal in einem aktuellen 3D-Ego-Shooter unterwegs war, kann dem simplen Textspiel nichts mehr abgewinnen, aber dennoch gibt es sie noch.

Und zwar ganz aktuell. In fast jedem Unix findet sich das Spiel Dunnet, des Amerikaners Ron Schnell. Der Grund dafür ist ganz einfach. Ronnie (wie er sich selber nennt) arbeitete als Kernel-Entwickler für viele Unix-Hersteller. Sein Spiel ist also Teil vieler Versionen (es versteckt sich im emacs-Editor). Und da OSX ebenfalls auf einem Unix-Derivat (BSD) basiert, ist Dunnet auch Teil von OSX (bis heute in die aktuelle Version 10.8.3).

Um Dunnet zu spielen, muss man zunächst die Terminal-App starten (Programme->Dienstprogramme->Terminal) und dann folgendes eingeben:

emacs -batch -l dunnet

Im Terminal meldet sich dann das Spiel und erwartet die Eingabe eines Befehls. Mittels "help" kann man sich einige der Möglichkeiten anzeigen lassen.

Bildschirmfoto 2013-04-15 um 18.12.33.jpg

Und wo wir gerade bei versteckten textbasierten Spielen sind: es gibt noch mehr davon in OSX (und anderen Unixen). Wie wäre es mit "life". Das Spiel des Lebens versteckt sich ebenfalls im emacs-Editor und kann wie folgt gestartet werden:
emacs (Enter)
ESC x life (Enter)
Schon wandert ein zufällig generiertes Muster über den Editor. Übrigens den emacs kann man durch CTRL-X und dann CTRL-C wieder verlassen.

Bildschirmfoto 2013-04-15 um 18.19.11.jpg

Auch Fans von Tetris kommen nicht zu kurz. Der emacs enthält auch eine Version des Klötzchenstapel-Spiels. Es wird wie folgt gestartet:

emacs (Enter)
ESC x tetris (Enter)

Viel Spaß mit den versteckten Spielen in OSX und vielleicht weiß einer der geneigten Leser ja noch von dem einen oder anderen Easter Egg in OSX. Die Kommentar-Funktion freut sich darüber. :-)

[UPDATE] Kleine Korrekturen gemacht: Die bekannten Spiele sind Teil des emcas und nicht des Kernels. Danke für die Hinweise.

Tipps via: www.cultofmac.com und www.maclife.com
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Michael Reimann schrieb:
Sicher, wer einmal in einem aktuellen 3D-Ego-Shooter unterwegs war, kann dem simplen Textspiel nichts mehr abgewinnen

Aber so was von falsch...
 
Zwar kein easter egg in Mac OS X, dennoch ganz amüsant. Terminal öffnen und dann folgendes eingeben:

Code:
telnet towel.blinkenlights.nl

Kleiner Tipp: Freuen du dich wirst. ;-)
 
Ich finds genial :D
Wurde aber direkt "killed by a ferocious bear" :D
EDIT: Okay, ich komm beim VAX nicht weiter, was sidn die Login Daten? :-!
 
Zuletzt bearbeitet:
Also wenn sich das Spiel im Kernel befindet, dann fresse ich einen Besen. Ein Spiel im Kernelspace, anstatt im Userspace? Das wäre ja eine sicherheitstechnische Katastrophe ;)
 
Also wenn sich das Spiel im Kernel befindet, dann fresse ich einen Besen. Ein Spiel im Kernelspace, anstatt im Userspace? Das wäre ja eine sicherheitstechnische Katastrophe ;)

Da hast du Glück das du keinen Besen fressen musst (da muss man bei AT ja immer aufpassen:-D) Das ist nur ein EasterEgg in einer ganz normalen Software (soweit mir bekannt ist macht Apple selbst bei emacs nur wenig bis gar nichts) somit ist das eigentlich kein Easter Egg in OSX sondern eben in emacs....
 
Das Spiel befindet sich doch im Emacs, das ist ein eigenständiges Programm (Editor) und hat nichts mit dem Kernel zu tun. Das das Spiel auf so vielen Systemen vorhanden ist liegt wohl eher daran das diese standardmäßig den Emacs-Editor installieren.
 
Der hier darf ja auch nicht fehlen (OK, ist auch nicht von OS X, aber trotzdem):

Code:
[COLOR=#000000]telnet miku.acm.uiuc.edu[/COLOR]
 
/System/Library/Frameworks/ScreenSaver.framework/Resources/ScreenSaverEngine.app/Contents/MacOS/ScreenSaverEngine -background

auch ein wunderschönes stück text :)
 
Okay, ich gebe zu, dass das mit dem Kernel eine falsche Einschätzung meinerseits war. Das Spiel (und auch die anderen in meinem Artikel) sind Bestandteil des emacs, den viele Hersteller einfach mitinstallieren.
Die Verwechslung kam wohl daher, dass der Erfinder von dunnet eben Kernel-Entwickler war. Sorry.

Aber schön ist es doch, dass das Spiel durch die ganzen Versionen und die vielen Jahre "überlebt" hat.
 
Kein Ding. :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
In emacs ist auch ein "Psychotherapeuth" integriert. Probierts aus, ist auf jeden Fall lustig:

1. Terminal öffnen
2. emacs eintippen
3. ESC, dann X drücken (nacheinander)
4. "doctor" eingeben und mit Enter bestätigen
5. Dem Text folgen...

Viel Spass! :-)
 
Emacs wurde ja schon vor Urzeiten für seine Vielseitigkeit und seinen Umfang gelobt. Das wäre supertoll und für beinahe alles zu gebrauchen, meinten Insider und Gurus, nur ein guter Texteditor würde noch fehlen…