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"Moin. Bad aufreißen." - oder: Momente, an die man sich erinnert

Dieses Thema im Forum "Café" wurde erstellt von Mac.Switcher, 31.08.09.

  1. Mac.Switcher

    Mac.Switcher Fießers Erstling

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    Hallo,
    ihr kennt das doch bestimmt auch. Ab und an hat man im Leben einfach so Momente, die findet man schon während sie passieren unwirklich. Solche Momente würde ich hier gerne lesen! Da gibt es doch bestimmt ein paar unheimlich tolle (und vielleicht lustige) Geschichten. Ich fang mal mit meiner an:

    Heute morgen, es ist ca. halb 11. Da ich Semesterferien hab, habe ich mal ausnahmsweise bis um 10 geschlafen und bin dementsprechend noch nicht ganz da zu dieser Zeit. Es klingelt. Ich höre es das erste Mal nicht. Es klingelt ein zweites Mal. Ich gehe zur Tür, mache auf und vor mir steht ein Handwerker.

    «Moin. Bad aufreißen.»
    «Ja, Morgen. Ist das so?»

    Daraufhin erklärte der Herr mir, dass mein Vermieter mich doch bestimmt informiert hätte, dass ich jetzt 3 Tage lang keine Toilette und keine Dusche hätte und die hier jetzt die Fliesen im Bad neu machen würden. Hat er natürlich nicht. So gesehen ja noch nix unheimlich besonderes, ist mir bestimmt als Erstem passiert. Nach einer halben Stunde freudiger Arbeit jedoch, sind die Herren Handwerker (mittlerweile zu viert) recht unruhig geworden und ich höre einen mit seinem Chef telefonieren. Als ich zum Bad gehe und fragen will, was los ist, sehe ich den Boden. Schwärzer als der weite Weltraum strahlte mir der Schimmel aus allen Ecken und Enden entgegen.

    Ende vom Lied: Ich habe jetzt 7 Tage lang weder Dusche noch Toilette in meiner Wohnung, einen Berg schimmliger Fliesen in meinem Flur, muss jetzt 7 Tage lang zwischen 10 und 15 Uhr in meiner Wohnung sitzen und ich höre gerade wieder einen der Handwerker mit seinem Chef telefonieren. Awww, fuck it.
     
    knacky und wellknownasmax gefällt das.
  2. Gokoana

    Gokoana Bittenfelder Apfel

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    Ot

    Sollte nach einem solchen Satz nicht der hier sitzen: ;)
     
  3. TaTonka

    TaTonka Neuer Berner Rosenapfel

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    Ja, da hatte ich auch was. Ich war an einem Samstag Abend auf einem Geburtstag im ödesten Kaffland. Der nächste Bahnhof war ne Stunde zu Fuß weg. Da ich aber gerne noch am selben Abend nach Hause kommen wollte, hab ich mir irgendwann gedacht, jo, den letzten Zug nimmste. Der wär auch nur eine Station gefahren, dann wär ich wieder in der Heimat gewesen. Îch, also eine Stunde vor Zugabfahrt mich auf die Socken gemacht, nicht mehr ganz nüchtern, da geht das ja, und zum Bahnhof gepilgert. Über die Landstraße. Am "Bahnhof" (es war eher ein Bahnsteig mit Fahrkartenautomat und Wartehütte) angekommen, hatte ich noch 10 Minuten. Es gesellten sich 2 weitere Personen zu mir.

    Es kam wie es kommen musste: "5 Minuten später" "Viertelstunde später" "20 Minuten später" "Auf unbestimmte Zeit verschoben" "Zug fällt aus".

    BÄM. Der letzte Zug, der uns drei aus dem Kaffland zurück in die Zivilisation bringen sollte, fällt aus. Der nächste Zug wäre dann in 6 Stunden gekommen. Zurücklaufen wollte ich auch nicht mehr, weil betrunken und müde.

    Naja, ich habe dann erstmal mit den beiden anderen, die auch von ner anderen Party kamen, eine geraucht, und die haben dann nen Kollegen angerufen, der sie, und freundlicherweise auch mich, in die Stadt mitgenommen hat. Für ihn waren es 30km Fahrt, für mich eine Viertelstunde mit grausliger R&B-Musik, und für uns alle ein Erlebnis, was man nur irgendwie zynisch nehmen konnte.

    Aber was meint ihr, wie ich mich gefühlt habe, als die Durchsage kam, dass der Zug ausfällt, und wie *** ich gewesen wäre, wenn die beiden anderen mit ihrem Kollegen nicht da gewesen wären?
     
    #3 TaTonka, 31.08.09
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 01.09.09
  4. Tazjin

    Tazjin Hildesheimer Goldrenette

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    @TaTonka Das ist mir mal (allein!) abends zwischen Manchester und dem Kaff in dem meine Oma wohnt so ähnlich passiert.

    Im Zug hieß es dann plötzlich "Ladies and Gentlemen, the first carriage is on fire. We'll have to stop off at <kleines Kaff, ka wie das hieß>."
    Nach ein paar Minuten trudeln wir da ein und mussten alle aus dem Zug raus. Bahnhof war ein- oder zweigleisig und .. eigentlich war das nicht den Begriff "Bahnhof" wert, aber das ist ja in Deutschland auch mittlerweile recht häufig.

    Ende vom Lied: 30€ zusätzliche Handykosten (war natürlich mit deutscher SIM Karte unterwegs, ahnt ja keiner?), ~20 weitere Stunden ohne Internet, eine Nacht in irgendeinem "Hotel" (hey, immerhin bekamen alle Passagiere die keine andere Wahl hatten das bezahlt und es gab Frühstück!) und Steigerung der allgemein Genervtheit.

    Ist jetzt vielleicht nicht unbedingt schlimm, aber es war äußerst unerwartet und so eine "Das passiert doch jetzt grade nicht wirklich?" Situation.
     
  5. Gokoana

    Gokoana Bittenfelder Apfel

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    1. Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief (Hauptregel).
    2. Wenn etwas auf verschiedene Arten schiefgehen kann, dann geht es immer auf die Art schief, die am meisten Schaden anrichtet.
    3. Hat man alle Möglichkeiten ausgeschlossen, bei denen etwas schiefgehen kann, eröffnet sich sofort eine neue Möglichkeit.
    4. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist umgekehrt proportional zu seiner Erwünschtheit.
    5. Früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten.
    6. Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.

    Wer errät, was diese Aufzählung darstellt, darf sich einen Keks nehmen.
     
  6. Tazjin

    Tazjin Hildesheimer Goldrenette

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    Äh, Murphy's laws?
    Zumindest das 1.
    Ich kenn die anderen nicht :p
     
  7. muffin_man

    muffin_man Reinette Coulon

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    Welch ein Zufall, das heute der Thread aufgemacht hat, also erzähle ich mal.

    Ich wollte heute Pflaumen Marmelade einkochen, und weil ich nicht viel Zeit hatte, weil ich noch wo hin musste, hab ich es halt im Sicomatik Schnellkochtopf gemacht, da der neue Kochtopf mit Reis besetzt war, halt den alten 20 Jahre alten Topf rausgeholt, der normal immer funktioniert hat. Also Zwetschgenmus rein, und angemacht, und volle Pulle Druck aufgebaut, war noch nicht mal ganz oben der Anzeigestift. Und plötzlich druckts den Dichtungsgummi durch so ein Sicherheitsloch durch den Rand. Also passierte was passieren musste, das Zwetschgenmus was ja so schon immer schäumt, schäumt ja unter druckverlust noch mehr, und der Druck druckte dann die ganze Brühe durch das Loch, und weil das ja noch nicht genug Bestrafung ist, war da natürlich keine Wand, nein die Küche ist eine offene Küche also geht ins Wohnzimmer weiter, also spratzt die Kacke durch das halbe Haus. Bis an die andere Wand vom Wohnzimmer, die locker 10 Meter vom Topf entfernt ist, also 2 Stunden meines Lebens mit putzen verbracht.
     
  8. darkCarpet

    darkCarpet Halberstädter Jungfernapfel

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    Regel 7: Es gibt keine Regeln. (?)
     
  9. Gokoana

    Gokoana Bittenfelder Apfel

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    Um Gottes Willen – Du Ärmster!
     
  10. wellknownasmax

    wellknownasmax Friedberger Bohnapfel

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    Ich wohne seit 7 Tagen ohne Wohnzimmer.

    Zur Vorgeschichte.
    Ausm Urlaub gekommen und ein bisschen Schimmel festgestellt. Naja. Der Maler kam und hat es gleich ausgebessert. Tapete ab. Trocknen lassen.

    Dann gings los:
    Plötzlich Krach im ganzen Haus. Handwerker schleppen Rigipsplatten, Fußbodendielen und Holzbalken.
    Baukran. Gerüst.
    In meiner Wohnung alles beim alten, Schimmel war beseitigt, es hat sich auch keiner neuer gebildet.

    Dann ein Anruf von der HV:
    In meinem Wohnzimmer muss ein Teil der Decke raus.

    Okay. Möbel beiseite geräumt, Bilder von der Wand und alles mit Plane abgedeckt.
    Arbeiten beginnen, Rigips bricht, Mauerwerk fällt auf den Boden.
    Naja denke ich - alles abgedeckt - was soll passieren.
    Fehlanzeige - Trotzdem alles voller Rigipsstaub. Alles.
    Wohnzimmer trotz Folie, Küche, Schlafzimmer und Bad.

    Grund war folgender:
    Seit einem geschätzten Jahr dringt Wasser über einen innenliegenden Balkon in die Zwischendecke ein, sodass dort die kompletten Balken, bei einem Nachbarn die komplette Decke, bei dem anderen der Fußboden und bei mir ein Teil der Decke erneuert werden mussten.

    Nachdem die groben Arbeiten beendet waren alles geputzt - alles!
    Regale, Bilder, CD's und Mac :eek: überall worauf Staub fallen kann.
    Dauer mit Zigarettenpause etwa 7 Stunden.

    Klasse Sache sage ich euch. Morgen finden die letzen Malerarbeiten statt.

    Viele Grüße aus der Küche!
    (Trotz der ganzen sch***** besser als ohne Bad!)
     
  11. muffin_man

    muffin_man Reinette Coulon

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    Die nicht sein müssten, und die Wand ist jetzt braun orange, ach ich könnte mich aufregen, pappen tut es auch noch überall.
     
  12. jarod

    jarod Spartan

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    Tja, da kann ich auch noch ne Story aus der Klamottenkiste kramen :

    Es war im Jahr des Herren 2006.
    Ganz Germanien hatte sich zwecks gemeinsamen Fussball guckens auf den Straßen getroffen.
    Ganz Germanien? NEIN!

    Denn meine Wenigkeit musste sich mit einem herben Wasserschaden herumplagen.
    Was war geschehen?
    Nun, wie alle Jubeljahre hatte der Vermieter veranlasst, dass die Wasserzähler ausgetauscht und erneuert werden sollten. Soweit, so gut.
    Dazu wurde die selbe Firma beauftragt, die auch die Heizungen wartet und den Verbrauch misst.
    An besagtem Tag kam dann auch der Herr, der die Aktion durchführen sollte. Ein Männchen, von winziger Gestalt, dürr wie ein Strohalm mit Alt-Herrenhut auf dem Kopf.
    nachdem ich ihm erklärte, wo sich die Wasserzähler meiner Wohnung befanden machte er sich auch gleich ans Werk. Also gut dachte ich, da ja dein Schatz über alles wacht, kannst du beruhigt raus und noch einige Dinge erledigen. Ich also los, besuchte unter anderem noch Kollegen in der Agentur.

    Szenenwechsel : Derweil bei mir zuhause hat das Männchen die Wasseruhr im Keller an der Waschmaschine gewechselt und wollte dann in der Wohnung die nächsten austauschen. Dazu musste er in die Toilette.
    Zunächst setzte er seine Maschine an um die Uhr zu lockern (Bohrmaschine mit Schraubaufsatz). Nichts tat sich. Daraufhin versuchte er es wieder. Und wieder und wieder.
    Als der kleine Mann schon fix auf fertig wahr, wollte er es noch einmal "per Hand" versuchen und grif zu einem Stemmeisen. Er setzte es an, pardon, er hing sich dran und dann : Mit einem "plopp" *ZOOOOSCHHHH*
    flog die Wasseruhr, beschleunigt durch den Druck eines Wasserstrahls von 6 Bar atü, im hohen Bogen aus der Wand.
    Binnen von Sekunden wurden große Teile der Wohnung knöcheltief geflutet. Der Kollege hatte vergessen die Hauptleitung abzudrehen!
    Meine Liebste schrie sooo laut, dass es die Nachbarin aus dem Tiefschlaf riss und sie sofort herbei eilte, um nach dem Rechten zu sehen. Derweil rannte das Männchen in den Keller und suchte verzweifelt den Hahn um die Hauptleitung abzudrehen. Aber wenn ihr dachtet, das wäre alles....

    Kurz nachdem man zu dritt das meiste Wasser aufgenommen hatte traf ich wieder ein.
    Da dreht der Kollege Wasserschaden grad die neue Uhr in die Wand. Ich höre in der Toilette etwas surren und knistern. Da reckt sich die große Nachbarin nach oben und sagt "Da ist Wasser in der Lampe".
    "Ja das kann doch gar nicht sein" sagt der Wuzzelzwerg und macht anstallten, auf die Toilettenschüssel zu steigen. "Ja also, wenn sie das machen, brechen sie ein" sage ich und der kleine Mann erwiderte noch "Für was halten sie mich? ICH BIN DOCH KEIN BRUCHPILOT!".
    Okay, ihr wisst ja was jetzt folgen musste, oder?
    Es machte krach, der Mann brach ein, drohte zu fallen, hielt sich an der Lampe fest und riss diese samt und sonders aus der Wand. In diesem Moment dachte ich "Gleich kommen Paola und Kurt Felix um die Ecke. Ruhig Blut, RUUUHIG BLUT".

    Naja um die ganze Sache etwas ab zu kürzen :
    Der Kollege musste pitsch nass wie er war einen neuen Klodeckel besorgen und seine Firma für den entstandenen Schaden gegenüber dem Vermieter/ Eigentümer grade stehen. Im einzelnen war das eine komplette Renovierung von drei Räumen. Komplett neuer Parkett, Tapeten und streichen und Einlagerung des haushaltes.
    Achja und ein drei wöchiger Aufenthalt am Gardasee, weil ich in der Zeit der Renovierung die Wohnung nicht bewohnen konnte.

    Slapstik vom Feinsten, aber in dem Moment dachte ich wirklich "Das kann doch gar nicht wahr sein!".
    ;)
     
  13. Gokoana

    Gokoana Bittenfelder Apfel

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    Ich befürchte fast, die Zahl der Stunden Deines Lebens, die Du mit Putzen verbringst, wird sich im Laufe der Jahre noch stark erhöhen.
     
  14. moorhase

    moorhase Meraner

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    Na ganz so schlimm wars bei mir nicht aber mir reichts trotzdem.
    Ich sass gestern Mittag auf Borkum und genoss meinen Geburtstag als mein Handy klingelte. Am anderen Ende war eine Sekretärin aus meinem Büro die mir gratulierte und mich fragte, was ich denn grade so mache. Ich erzählte ihr wo ich bin und das ich gemütlich in der Sonne sitze.
    Leider ahnte ich schon schlimmes. So meinte sie denn als nächstes, dass ich mir ja denken könne das sie nicht nur wegen meinem Geb. Tag anrufe sondern das es noch ein Dienstplan Problem gäbe.
    Sie fragte mich dann allen ernstes ob ich am Abend einen Nachtdienst(12Stunden) in Mönchengladbach machen könnte. Ich hab ihr dann erklärt dass ich frühestens gegen 21:00 zu Hause sei und seit morgens 7:30 auf den Beinen bin.
    Schluss endlich haben wir noch zwei mal telefoniert und ich bin dann gestern Abend um 21:30 in Mönchengladbach zum Dienst erschienen, habe die ganze Nacht gearbeitet und dementsprechend nicht geschlafen und muss morgen früh nach Köln und kann heute über Tag nicht schlafen.
    Dabei bin ich doch jetzt echt müde...
     
  15. klawa

    klawa Weigelts Zinszahler (Rotfranch)

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    Ich hab dort nie ;) Empfang ...
     
  16. moorhase

    moorhase Meraner

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    228
    Werd ich in Zukunft auch nich mehr haben;)
     
  17. AppleWorm²

    AppleWorm² Freiherr von Berlepsch

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    Geile Story, besonders der Geschenkte Urlaub;)
     
  18. Gokoana

    Gokoana Bittenfelder Apfel

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    Bar atü?

    Andererseits:

    Eben! ;)
     
  19. BoogieJones

    BoogieJones Transparent von Croncels

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    (Für die folgende Geschichte sollte man wissen, dass ich Rollstuhlahrer bin, sonst aber ein mehr oder weniger normales Leben führe.)

    Die Geschichte ereignete sich in einem kleinen Süddeutschen Städtchen während der Fußball-WM 2006. Es war der Abend des legendären Spiels Deutschland gegen Polen, und genau an diesem Wochenende fand in genau diesem Süddeutschen Städtchen das so genannte Kinder- und Heimatfest satt, sozusagen das Oktoberfest für Arme.

    Das genannte Spiel wurde auf Leinwand übertragen, der süße Duft von Bier und Schnaps lag in der Luft, die Stimmung war großartig. Als das erlösende 1:0 fiel und das Spiel zu Ende war, gab es kein Halten mehr. Die Menge tobte, Krüge schwappten über, Biertische drohten unter der Last der hüpfenden Menge durchzubrechen. Unser Plan: Ab zur Schnapsbar, anstoßen auf diesen großartigen Triumph.

    Drei Bacardi-Cola später: Ein pickliger Alleinunterhalter hat mittlerweile die Bühne erklommen und ist komplett überfordert mit der Situation. Wahrscheinlich ist es das erste Mal für ihn, nicht mit Pappbechern beworfen zu werden. Verbissen spielt er Cover-Songs von DJ Ötzi und Kollegen, nur ab und zu wirft er einen schüchternen Blick in die Menge. Von hinten stülpt mir jemand eine Perücke mit den Deutschland-Farben über den Kopf, und so wir bahnen uns einen Weg durch ein Meer aus Schwarz-Rot-Gold, feiern, haben Spaß.

    Und da steht er plötzlich:

    Er hat einen Hut mit einem „Jesus saved me“-Pin auf und wirkt erschreckend nüchtern. „Find ich gut dass du trotz Rollstuhl Spaß hast“, sagt er. Im Inneren verdrehe ich die Augen und will schon mein bereits dutzende Male vorgetragenes „Daheim-einschließen-macht-ja-auch-kein-Sinn“-Programm abspulen, aber so weit kommt es nicht. Unbeeindruckt von der Perücke auf meinem Kopf und den mittlerweile 6 Bacardi-Cola in meinem Kopf beginnt er seine Predikt: „Ich bin auch mal im Rollstuhl gesessen, aber Gott hat mich geheilt.“ Verzweifelt suche ich nach Ironie in seinem Gesichtsausdruck, bin aber ziemlich erfolglos. „Wenn du willst können wir zusammen beten.“ Er meinte das komplett ernst.

    „Ähm ...“, fange ich an. „Achso ... also ... ich hab’s eigentlich nicht so mit der Kirche!“, versuche ich mich aus der Affäre zu ziehen. Vergeblich, er erzählt mir irgendwas was von „Gott ist auch ohne Kirche stark“ und fängt an sich zu verdoppeln. Ob das allerdings an diesem Gott lag oder am Alkohol, in dem ja bekanntlich der Teufel steckt, ist mir bis heute noch nicht klar ...

    Er jedenfalls gab nicht auf, und ich suchte weiter nach einer Möglichkeit, mich aus den Klauen seiner Christlichkeit zu befreien. Ich blickte an ihm hinunter und entdeckte meine potentielle Chance: „Schöne Schuhe hast du da“, lallte ich (Er trug ein Paar dieser Vans-Slipper, die damals jeder trug). „Danke, du auch“, sagt er.

    Euphorisiert von meinem erfolgreichen Themenwechsel schob ich gleich noch einen hinterher: „Du ich muss schnell weiter, sonst verliere ich meine Kollegen, man sieht sich“. Ich verschwinde im grölenden Mob und denke „Hoffentlich nicht“.
     
  20. jarod

    jarod Spartan

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    Naja das mit dem geschenkte Urlaub war so eine Sache, da ich auch etwas Verdienstausfall hatte ;).
    Bar natürlich, hast du vollkommen Recht ;).
    Danke noch mal für den sachlichen Hinweis.
    Aber am Ende ist die Story wirklich so passiert. Ich kann auch wohl ruhig verraten, dass es die Firma einen ganzen BAtzen Geld im mehrstelligen Bereich gekostet hat.

    Ich könnte auch noch eine Story nachlegen :
    Vor einigen Jahren sollte in der selben Toilette ein Stück der Steigleitung ausgetauscht werden - aufgrund eines Wasserschadens in der Wohnung über mir.
    Jetzt war der ehmalig zuständige Installateur allerdings so kompetent, dass die ganze Geschichte sich von 3 angesetzten Tagen auf 14 Tage hinauszögerte. Zusätzlich wurden sogar noch Wände im Keller aufgespitzt, weil man den angeblichen Schaden nicht sofort ausmachen konnte. Und zu guter letzt, nachdem eigentlich alles gegessen war, brachten sie das Handwaschbecken in der Toilette so geschickt hinter der Tür wieder an, so dass man sie nur noch einen Spalt weit öffnen konnte ;).

    Glaubt mir, ich habe hier schon so ziemlich alles erlebt, was man diesbezüglich erleben kann*g*.
     

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