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Kürzestrezension: Jakob Augstein – Die Tage des Gärtners

Jenso

Safran Pepping
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– vom Glück, im Freien zu sein
illustriert von Nils Hoff (Hanser, München, 2012)


Nicht nur Garten-Liebhabern möchte ich dieses schmale Büchlein (nur wenig über 200 Seiten) wärmstens anempfehlen: hier schreibt jemand sozusagen mit vollem Herzen und mit erheblicher Sprachgewalt.
Eigentlich handelt es um Betrachtungen zu vielen Lebens- und Denkentwürfen, die anhand eines idealisierten Jahresablaufs der Pflichten und Freuden des gärtnernden Menschen zwanglos aneinandergereiht dargestellt werden.


Augstein gelingt das Kunststück, diese sehr unterschiedlichen Themen in flockig-leichter Sprache daherkommen zu lassen – selbstredend aber ist diese scheinbare Leichtigkeit fast das Schwerste und damit sehr bewunderswert!
Alles Mitgeteilte fließt anregend dahin, immer wieder durchbrochen von fast mündlich anmutenden Einsprengseln, die ein höchst amüsantes Timeing offenbaren: kurz, knapp und prägnant werden längere Perioden unerwartet aufgebrochen, stets darf man sich neuer Überraschungen erfreuen. Ein geborener Causeur, hätte man früher gedacht…


Vom gärtnerischen Blickpunkt aus kann man durchaus über Inhalte streiten, aber das ist ja auch nur gut und anregend: nichts wäre langweiliger (und überflüssiger), als ein Buch, in welchem man ausschließlich Bestätigung für eigene Ideen oder Anschauungen fände.


Augstein selbst kannte ich schriftlich bisher nur als Kolumnist bei SpiegelOnline und über seine Wochenzeitung („Der Freitag“); in beiden Bereichen beeindruckte er mich nicht sonderlich – ganz anders als in den wöchentlichen 15 Minuten (Augstein & Blome), freitags auf Phoenix: dort bin ich zwar selten einer Meinung mit ihm, aber stets (!) freue ich mich seiner Verve, mit der er sich in Diskussionen stürzt.
Das mag ich, daß jemand eintritt und keine Sorge um etwaige Fehler ihn in seinem Schwung hemmen.
Mit Leidenschaft für die Sache!
…und genau dies zeichnet auch dieses Büchlein besonders aus. Pointiert und präzise, nonchalant und humorvoll. Ernsthaft und voller Selbstironie (letztere ist das Höchste - nicht nur für Theodor Fontane) – das nenne ich mir eine gute Unterhaltung!


Schon wieder eine Empfehlung: für – aber nicht nur! – an Gärten und ihren Menschen interessierte Sprachfreunde.
 
Zuletzt bearbeitet:

Irreversibel

Holländischer Prinz
Mitglied seit
16.03.07
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1.843
Das hört sich nach einem idealen Geschenk an! Danke dafür!
 

Jenso

Safran Pepping
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02.12.07
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4.365
Für alle Menschen mit grünem Daumen (oder Interesse daran): Ja, gutes Geschenk! – Sehr kurzweilig: hoffentlich kommt die Gabe gut an…
 

Yasmin10

Jonagold
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14.06.16
Beiträge
23
Wirklich eine schöne Idee ... leider habe ich im Moment keinen Gartenzwerg zu beschenken, aber ich werde es mir mal für meine Schwiegermutter vormerken ;)