Fraglich dann, warum China gegenüber der Atomkraft, die Erneuerbaren um den Faktor 15 bis 20 ausbauen will.
Daran ist überhaupt nichts fraglich.
Wie ich oben schon sagte, wird es immer ein Mix bleiben.
China hat prozentual betrachtet um Welten weniger Atomstrom als Europa.
Aber China ist eines der wenigen Länder, in denen Atomstrom im Vergleich zu den Erneuerbaren tatsächlich noch konkurrenzfähig ist:
Man sieht hier den gewaltigen Unterschied im Strompreis von nuklear erzeugtem Strom von China im Vergleich zu den anderen Ländern. (Warum genau es keine Angaben zu Japan gibt, weiß ich nicht, möglicherweise weil das aktuell recht komplex zu berechnen ist: Japan hat zwar viele Atomkraftwerke, von denen nach Fukushima aber nur ein geringer Teil läuft)
In China ist Atomstrom tatsächlich ähnlich teuer wie die Erneuerbaren, während in Amerika die Erneuerbaren wesentlich kostengünstiger sind.
Aber trotzdem: keines dieser Länder wird langfristig nur auf erneuerbare Energie setzen, und sei es schon rein aus politischen Gründen.
Dann bist du für Atomkraft, weil es dich eher weniger betreffen wird, was mit dem Abfall, der übrig bleibt, passiert?
Ich bin überhaupt nicht für Atomkraft, das ist eine riesengroße Drecksauerei.
Ich bin nur nicht so naiv, dass ich denke, dass alle Regierungen der Welt sind darauf einigen können Atomkraft zu beerdigen. Selbst wir Deutschen die wir ja unsere Kraftwerke abgeschaltet haben importieren eben immer noch Atomstrom, wenn er günstig ist. D.h. es ist ein rein kapitalistischer Ansatz und zum Teil eben auch politisch motiviert.
Man müsste global ideologisch langfristig denken und globale Lösungen finden.
Nicht davon passiert auch nur ansatzweise. auch bei uns denkt jede Regierung nur für ihre Legislaturperiode und wie sie wieder gewählt werden kann und wir sehen aktuell an zig Beispielen, wie Globalisierung versagt, wenn schon einige wenige nicht mehr mitspielen. Sei es Trump, der die Märkte umwälzt, sei es Orban, der auf europäische Ebene ständig blockiert, und "wir" schaffen es ja nichtmal unsere Verbündeten in Israel davon abzuhalten zig tausende Zivilisten zu ermorden. Wir leben aktuell in einer Zeit wo uns sehr direkt gespiegelt wird, wie machtlos viele dieser globalen Organisationen sind. Da heißt es dann oft "xyz verurteilt das Vorgehen von blablabla", aber konkrete Folgen oder Maßnahmen bleiben entweder aus oder sind einfach nur nutzlose Gesten.
Die Aussage die ich hier die ganze Zeit treffe ist:
"Es wird realistisch betrachtet auch langfristig Länder geben, die auf Atomstrom setzen".
Das ist deutlich anders als:
"Ich finde Atomstrom super".
Man kann natürlich auch die Augen verschließen und sagen "Guck mal, China baut viel mehr Erneuerbare als Atomstrom, voll toll".
Ändert aber nichts an der Tatsache, dass China eben AUCH neue Atomkraftwerke baut und damit vermutlich auch nicht so schnell aufhört. Eben WEIL Atomkraft im Vergleich zu fossilen Brennstoffen kein CO2 ausstößt, eben WEIL Atomstrom in China konkurrenzfähig ist, eben WEIL Diversifizierung von Energie langfristig Unabhängigkeiten schafft, etc.
Und ich wollte auch einfach einen kleinen Gegenpunkt setzen zu den teils absurden/extrem oberflächlichen Aussagen, die hier im Thread getroffen wurden, dass beispielsweise Atomkraft die teuerste Art wäre Strom zu erzeugen. Ja, das trifft auf Deutschland zu, aber eben nicht global.
Endlagerung, Umweltverschmutzung, Klimawandel.. da sind alles Probleme, die auf einer globalen Ebene gelöst werden müssten, wozu aber offenbar die Regierungen dieser Welt nicht fähig sind.
Insofern ist es relativ realistisch zu sagen, dass es auch weiterhin Länder geben wird, die eben Atomstrom erzeugen und andere Länder, die dies unterstützen, indem sie eben den Atomstrom kaufen, wenn dieser günstig ist und es ist relativ naiv zu denken, dass wir global langfristig nur auf erneuerbare Energie setzen. Und irgendwann sind eben die fossilen Brennstoffe verbrannt und dann bleibt nicht mehr viel übrig.
Werden wir alle nicht mehr mitbekommen, aber so viele Generationen werden das möglicherweise gar nicht sein.
Finde ich das gut?
Nein. Aber ich würde mir erstmal wünschen, dass wir uns in weiten Teilen von dieser Konsum- und Unterhaltungsmentalität verabschieden, dem ganzen Kapitalismus Grenzen setzen und ganz andere Werte für das gesellschaftliche Miteinander etablieren.
Aber ich bin nicht so naiv zu glauben, dass das passieren wird..