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Feature Jonathan Ive spricht im Interview über Design, Steve Jobs und Nachahmer

Philipp Schwinn

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Die britische Zeitung The Sunday Times hat ein Interview mit Apple-Vorstandsmitglied und Designchef Jonathan Ive geführt. In dem sehr umfangreichen Gespräch ging es neben seinem Anspruch an das Design von Produkten, um seine jetzigen und vergangenen Arbeiten aber auch um das Verhältnis von ihm zu Steve Jobs sowie um Nachahmer seiner Arbeiten. Ive ist seit dem Rauswurf von Scott Forstall gegen Ende des Jahres 2012 auch für das Software-Design verantwortlich und sein erster großes Werk war der Design-Umschwung in iOS 7 im Herbst vergangenen Jahres. Bereits seit 20 Jahren im Unternehmen entwarf er davor in erster Linie die Mac-Computer, entscheidet aber auch über das Aussehen von iPhone, iPad und iPod. Seit Ive bei Apple beschäftigt ist gab es kein einzigen ausführliches Interview, da der mittlerweile verstorbene CEO des Unternehmens Steve Jobs der Meinung war, dass Vorstandsmitglieder des Konzerns keinem Journalisten Rede und Antwort stehen sollten. Bis zum jetzigen Zeitpunkt, an dem Ive dem Reporter John Arlidge der Sunday Times für ein Gespräch bereitstand und diesen hierzu ins Apple-Hauptquartier nach Cupertino in Kalifornien eingeladen hat.[prbreak][/prbreak]

Nicht zu übersehen ist bei aktuellen Apple-Produkten die liebe zum Detail. Jedes Teil der Produkte wird entsprechend entworfen und sieht so auch unter der Aluminum-Hülle gut aus – aufgeräumt und wohl durchdacht. Ive hätte mit Jobs oft monatelang am Aussehen mancher Teile getüftelt die oftmals niemand zu Gesicht bekommen würde. Dieser Aufwand hätte an der reinen Funktion der Geräte nichts geändert, so Ive, man habe es einfach gemacht weil man es wollte, weil man das Gefühl hatte zu scheitern wenn man gesehen hätte, dass es doch irgendwie besser gegangen wäre.

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Dabei fließt auch der Fertigungsprozess in die Ideenfindung ein. Ive ist der Meinung, dass ein Objekt und seine Fertigung unzertrennlich seinen. Um ein Produkt zu verstehen muss man wissen wie es gemacht wird. Bevor er sich Gedanken über das fertige Aussehen eines neues Gerätes macht, will er wissen wofür es gedacht sein soll, wie es funktionieren soll und welche Möglichkeiten es gibt, die Ideen in der Produktion umzusetzen. Die Abteilung unter Jony Ives Führung ist dabei deutlich kleiner als man annehmen mag. Er spricht nur von ungefähr 15 Menschen die dabei aus allen Ecken der Welt kommen und größtenteils schon seit 15 bis 20 Jahren zusammenarbeiten. Für Ive ist dies kein Nachteil, denn diese Vertrautheit ermöglicht einen offenen Umgang mit Kritik innerhalb des Teams. Jonathan Ive gilt generell als sehr bescheiden und zurückhaltend – offenen Auftritte auf Keynotes meidet er, im Interview spricht er nur selten von sich selbst alleine. Er benutzt weitestgehend ‘Wir’ und meint dabei neben sich selbst entweder noch Steve Jobs oder seine Abteilung. Er möge es nicht, alleine im Mittelpunkt zu stehen, denn all die Arbeit um die Produkte zu kreieren bedarf eines großen Teams, ohne dies wäre es wohl nicht möglich.

Seinen ersten Kontakt mit der Firma Apple hatte er während seines Studiums, als er richtig Probleme mit seinem Computer hatte und das Maus-Konzept von Apple Alles auf einmal so einfach erscheinen lies. Das Unternehmen selbst bot ihm gar einen Arbeitsplatz an, doch anfänglich zögerte er. Als es dem Konzern schlecht ging entschied er sich im Jahre 1992 dann doch dazu, bei Apple anzufangen. Die ersten Jahre waren schwierig, Apple rutschte immer weiter ab. Als der zwischenzeitig gefeuerte Jobs zurück kam und das Talent des Designers erkannte begann deren erfolgreiche Zusammenarbeit und Freundschaft, die unter anderem für den wiederkehrenden Erfolg des Unternehmens verantwortlich war. Der erste Durchbruch gelang mit dem Design der All-In-One iMacs im bunten Kunststoffgehäuse.

Auf die Frage ob Jobs wirklich so unumgänglich war, wie manch Einer behaupten würde antwortete Ive mit anderen Erfahrungen die er selbst gemacht hat. Es wäre so viel über Steve geschrieben worden und in Nichts davon würde er seinen Freund wiedererkennen. Zustimmend merkte er aber an, dass Jobs natürlich so seine Macken hatte und Leuten seine eigene Meinung auf schmerzende Art und Weise übermitteln konnte. Nichtsdestotrotz war Jobs clever, seine Idee wären mächtig gewesen. Er hätte das Talent gehabt, einen ganzen Raum in seinen Bann zu ziehen – eine persönliche Charakter-Eigenschaft die dem jetzigen CEO Tim Cook offensichtlich fehlt und bei jeder Keynote Anlass zur Kritik ist.

Der Journalist fragte auch nach Ives Meinung wenn er ein Produkt sehe, dass sich ganz offensichtlich von seinen Arbeiten hat inspirieren lassen. Mit durchaus ernster und etwas gereizter Miene bezeichnete er dies schlicht und ergreifend als Diebstahl. Es wäre nicht einfach nur ein Design das kopiert würde, sondern Abertausende von Stunden des Kämpfens, des Quälens. In diesem Zeitraum hätte man viel Geld und Zeit investieren müssen um an den fertigen Punkt zu gelangen.

Das Interview wurde auch von der Time veröffentlicht und kann dort in englischer Sprache abgerufen werden.

via The Sunday Times | 9to5mac
 
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