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Jetzt doch: WhatsApp vor Datenübergabe an Facebook

  • Ersteller Ersteller Mitglied 128076
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Streng genommen dürften überhaupt keine Daten in der Cloud landen. Oder hat hier irgendjemand die Kontakte gefragt, ob man deren Daten in eine Cloud laden darf?

Das hängt davon ab, wo die Cloud steht und welchen Sitz das betreibende Unternehmen hat. D oder EU: Kein Problem.

Abgesehen davon hängt es noch davon ab, um welche Daten es sich handelt. Deine Adresse ist praktisch öffentlich zugänglich. Dein Geburtsdatum dagegen ist ne ganz andere Hausnummer. Häng mal eine Liste mit den Geburtsdaten deiner Kollegen im Betrieb auf und stoppe die Zeit, bis du deswegen Ärger bekommst ;)

Datenschutz gilt für personenbezogene Daten. Dass ich keine Kundendaten in die Cloud hänge, hat aber nichts mit dem BDSG zu tun, sondern mit der NDA, die ich unterschrieben habe.


LOL Genau. Verbiete mir doch mal, Nachrichten im Internet zu speichern, die du mir selbst über das Internet schickst.
 
In sensiblen Bereichen werden nicht einmal E-Mails über das Internet verschickt, sondern über eigene Netze die an keiner Stelle Verbindung zum Internet haben.

Und wenns ganz kritisch wird geht so etwas überhaupt nicht elektronisch. Da werden Unterlagen und Datenträger per Kurier direkt übergeben
 
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Reaktionen: quiddjes
Du verwendest kein IMAP/Exchange?
 
Du verwendest kein IMAP/Exchange?

Hä? Ich habe ein Zertifikat meines Kunden auf dem iPhone. Das hat einen Mailaccount (und anderes) auf meinem iPhone zur Folge. Dort landen die Mails vom Server des Kunden.

Sync oder Backup in die Cloud ist mir seitdem erstens verboten und zweitens per Restriktion abgeschaltet. Ich kann nur noch Backups lokal und verschlüsselt im iTunes machen.

Für mein eigenen beruflichen und privaten Accounts nehme ich IMAP, aber das hat damit ja nichts zu tun.
 
Du verwendest kein IMAP/Exchange?
Im beruflichen Umfeld gibt es Bereiche da geht das nicht und wäre ein Grund zur fristlosen Kündigung samt saftigen juristischen Konsequenzen.

Für weniger sensible Dinge natürlich. Aber das steht ja auch nicht zur Debatte.
 
Im beruflichen Umfeld gibt es Bereiche da geht das nicht und wäre ein Grund zur fristlosen Kündigung samt saftigen juristischen Konsequenzen.

Jepp. Meine Frau ist Fachanwältin für IT-Recht. Die hat schon mehrere solcher Verfahren geführt.
 
Die Antwort ist zu einfach, zu simpel und zu kurz gesprungen.
Manchmal können auch kurze Sprünge jemanden zum Ziel verhelfen. (siehe Eddy the Eagle) ;)

WhatsApp hat angeblich mit Stand Februar annähernd 1 Milliarde aktive Nutzer monatlich.
Wieviel davon haben wohl zeitgleich einen Facebook Account, wenn Facebook ca 1,5 Milliarden aktive Nutzer monatlich verzeichnet?
Die Schnittmenge wird ziemlich hoch sein, denn WhatsApp und Facebook werden bei den Smartphone Nutzern nur selten nicht zusammen genannt. Entweder hat man beides, oder man hat beides nicht.

Von daher darf man davon ausgehen, dass Facebook bereits vor dem Kauf über eine hohe Zahl an Daten von WhatsApp Nutzern verfügen konnte. Wenn man bei allem Brass, den man gegen Facebook hebt mal außen vor lässt, dass sie nicht primär an den Nutzerdaten interessiert waren, da sie diese eh schon besitzen und allerhöchstens noch eine Kreuzbeziehung daraus ableiten könnten, welche Facebook-Freunde auch tatsächlich in "privatem" Kontakt stehen (WhatsApp ist eher ein SMS und Telefonersatz, als eine Socialmedia Plattform), dann bleibt der Kauf eines Produktes, welches aus eigenen Mitteln die Kaufsumme eigentlich nie amortisieren kann, nur eine strategische Angelegenheit. Und zwar um u. a. mit den eigenen Diensten keine große Vorsicht mehr walten zu lassen, da man keine wirkliche Konkurrenz mehr hat. Threema wäre für Facebook keine Option gewesen. Allerdings nicht wegen der wenigen Nutzer, sondern weil WhatsApp gefährlich groß ist und man sich mit Threema keinen Konkurrenten einverleibt hätte.
Und bevor WhatsApp auf Ideen kommt, die man selbst schon lange in der Schublade für die eigene Plattform und den eigenen Messenger hat und dann so richtig, richtig groß und ertragreich wird, übernimmt man ihn.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Facebook durch den Kauf von WhatsApp ein sehr hohes eigenes Potential zur Wertsteigerung frei gemacht hat, welches nicht primär im Besitz von den paar unterschiedlichen Nutzerdaten liegt.
Wenn man sich hier ein paar Szenarien zurecht spinnt (und darin bin ich ganz gut ;) ), dann sehe ich viel mehr auf uns zukommen, als nur den Datenaustausch.
WhatsApp kann zwar aktuell nur mit einer gültigen SIM und nur auf einem Telefon aktiviert werden, jedoch hat man nun alle Tore und Türen offen, dies vielleicht zu ändern. In der Zukunft könnte WhatsApp auf einem iPad oder auf einem iPod touch oder ähnlichen Android Geräten laufen. Mit WhatsApp kann man telefonieren, man kann Nachrichten schreiben, man kann Bilder und Videos versenden. Für all das brauche ich lediglich einen Datentarif für unterwegs oder ein WLAN Zuhause.

Wenn Facebook also irgendwann in der Zukunft mal bei der Vergabe der Mobilfunklizenzen mitmischen will, fange ich an mir ernsthafte Sorgen zu machen. ;)
 
....allerhöchstens noch eine Kreuzbeziehung daraus ableiten könnten, welche Facebook-Freunde auch tatsächlich in "privatem" Kontakt stehen....
Vollständige Bewegungsprofile, wer trifft wen wann und wo, wann schaltet der Nutzer morgens sein Telefon an und wo schaltet er es ab, wo wohnt er, wo schläft er, wo geht er einkaufen, fährt er ÖPNV oder Individualverkehr ?
Alles so unwichtige Informationen ?

Für Facebook alleine ohne WA weitgehend unentdecktes Land. In Kombination allerdings ein fast schon perverser Einblick in das Leben jedes Users.

Und das alles nur dafür das man kostenlos den ganzen Tag Blödsinn verschicken kann?
 
Für Facebook alleine ohne WA weitgehend unentdecktes Land. In Kombination allerdings ein fast schon perverser Einblick in das Leben jedes Users.
So recht verstehe ich nicht, wie man mittels WhatsApp diese Bewegungsprofile und so weiter ableiten kann.
Ich denke Facebook kann über seine Plattform viel genauere Profile erstellen anhand von Ortsdaten, Fotos, die öffentlich gepostet werden usw.

Was ich allerdings dabei auch erwähnen möchte....mein iPhone, also Apple kann wesentlich mehr über mich in Erfahrung bringen, wenn sie das möchten. Besonders meine Bewegungsprofile, meinen aktuellen Standort, meine gesamtes Adressbuch über einen Abgleich mit iMessage usw. Sämtliche Geodaten meiner Fotos in der Cloud. Kann ich natürlich alles ausschalten, aber dann kann ich auch wieder mein Nokia 6310 nutzen. ;)
Und auch wenn es in den Nutzungsbedingungen steht und öffentlich alles sicher und ohne Zugriffsmöglichkeit dargestellt wird, wer versichert mir denn, dass ein Satz oder ein Abschnitt auf einem Stück digitalen Papier mich gänzlich davor schützen?
Bei Facebook gebe ich bewusst Daten preis oder auch nicht. Bei WhatsApp ebenso. Die meisten Daten von mir mit allen möglichen Sahnehäubchen oben drauf haben allerdings Apple, bzw. meine Apple Geräte und Dienste von mir. Durchaus auch gezielt und bewusst übermittelt, weil angemeldet, aber unwissend, was davon ausschließlich mir gehört und nur für meine Augen bestimmt ist.
 
Vollständige Bewegungsprofile, wer trifft wen wann und wo, wann schaltet der Nutzer morgens sein Telefon an und wo schaltet er es ab, wo wohnt er, wo schläft er, wo geht er einkaufen, fährt er ÖPNV oder Individualverkehr ?
Alles so unwichtige Informationen ?
Also glaubst du den iOS Datenschutzeinstellungen auch nicht oder wie? Den hier kann ich sagen WhatsApp darf auf die Ortung zugreifen oder nicht.

Respekt, du glaubst also eigentlich überhaupt keiner IT. Warum nutz du dann Smartphones und Rechner?

Und das alles nur dafür das man kostenlos den ganzen Tag Blödsinn verschicken kann?
Jeder trifft diese Entscheidung selber, wäre Threema nur annähernd so Verbreitet. So hätte Facebook vielleicht die gekauft.
 
Ich weiß nicht warum man immer Apple im Vergleich zu Zuckerbergs Datenstaubsauger heranziehen will.

Noch einmal: Apple verdient Geld mit Hardware,
Zuckerberg betreibt Datenhandel. In welchem Umfang will er nur leider niemandem sagen.

Aber offenbar scheint man diesem Konzern derart blind zu vertrauen das selbst eine mittlerweile längst kompromittierte Verschlüsselung als Sensation gefeiert wird. Und ebenso macht das Herr Zuckerberg ja alles nur weil er ein so netter Kerl ist.

Man sollte ihn langsam zum Friedensnobelpreis vorschlagen und von der katholischen Kirche heilig sprechen lassen.
 
Na ja. Solche sarkastischen Bemerkungen bringen in so einer Diskussion auch nichts. Fakt ist, dass Apple mehr Daten von uns besitzt als Whatsapp. Und was Apple damit anstellt weiß auch niemand von uns. Von daher ist es absolut berechtigt sich darüber Gedanken zu machen. Apple blind zu vertrauen ist genauso falsch wie Whatsapp blind zu vertrauen.