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Jetzt doch: WhatsApp vor Datenübergabe an Facebook

  • Ersteller Ersteller Mitglied 128076
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Wenn ich mir überlege, was sich in den letzten Jahren alles herausgestellt hat was die Überwachung des Internets betrifft (NSA, Snowden, etc.) - wie kann man dann einfach nur noch ansatzweise behaupten, Facebook oder Whatsapp würden nichts mit den Daten anfangen oder sie zu Geld machen?

Das hat doch nicht mal etwas mit Gottvertrauen zu tun, sondern mit absoluter Dummheit.

Es sollte doch heute einem jeden klar sein, dass ins Internet gestellte Informationen niemals privat bleiben? Wenigstens nicht in der Art und Weise, dass man es selbst kontrollieren könnte, was mit den Inhalten angestellt wird.

Wer hätte vor 5 Jahren gedacht, dass die NSA so gut wie ALLES überwachen kann? Ich hatte das damals aufgrund der schieren Datenmenge fast ausgeschlossen. Und doch ist es so, dass es so war. Das hat mir dann schon ein bisschen die Augen geöffnet.

Aber jeder nach seiner Facon...
 
die NSA interessiert sich für keinen von uns, und keiner von uns wird überwacht.

Außer...ihr wisst schon.
 
Also mir ist es auch schon passiert, dass Facebook mir Kontakte vorschlägt, mit denen ich jedoch digital bisher noch nicht kommuniziert hatte.

Beispiel:
Ein Nachbar von mir (selbe Straße, andere Straßenseite) hat einen Sohn, der bei BMW arbeitet. Irgendwie bin ich mit dem mal wegen meinem Auto ins Gespräch gekommen und hatte mit ihm zu tun. Aber alles ohne Mail, WhatsApp oder Telefon. Und genau dieser Typ wird mir bei Facebook als Kontakt vorgeschlagen. Seltsam? Über die Anschrift? Wie? Habe meine Straße nicht bei FB eingegeben.

Aber ich habe neuerdings meine Mobil-Nr. dort hinterlegt und schwubbs erscheint der Typ. Also muss durch Whatsapp-Datensatz mein Adressbuch (und das aller anderen Nutzer) doch irgendwie ausgelesen und ausgewertet worden sein? In meinem Adresseintrag auf meinem iPhone habe ich natürlich meine Anschrift hinterlegt. Ich denke, dass hier die Verbindung hergestellt wurde... Selbe Straße = potentiell interessanter Kontakt. Ach so: Und es besteht kein gemeinsamer Kontakt.

Nicht jeder Kontaktvorschlag stimmt auch. Wenn ich mich recht an meine Vorschläge erinnere (war schon lange nicht mehr eingelogt), waren die meisten total falsch. Wie kommst du denn zu dem Entschluss, dass Facebook das weiß und nicht nur ratet? Die präsentieren dir eine Liste von Leuten die du vielleicht kennst. Vielleicht tritt hier auch derselbe Effekt ein wie bei Vorurteilen: du basierst deine Annahme auf Anekdoten (i.e. du erkennst die Person und merkst dir das, blendest aber die irrelevanten Vorschläge aus). Man muss davon ausgehen, dass Facebook – wie Google übrigens – durch die schiere Masse an Daten und unzähligen Datenpunkten bereits sehr ausgeklügelte Modelle entwickelt hat um Personen und ihre Interessen und Kontakte zu identifizieren. Selbst triviale Datenpunkte können von Belang sein. Die Analyse von Datenpunkten wird durch die Masse an Daten erst ermöglicht und Verbindungen die Menschen nicht bewusst wahrnehmen werden so erkannt. Das ist das Problem von Big Data.

Übrigens, auch wenn du die Ortungsfunktion ausgeschaltet hast, dein Internetanschluss gibt so einiges über dich preis: deine IP-Adresse und den Hostnamen deines Providers. Gehe mal auf maps.google.com in deinem Browser und sehe wie genau die Ortung stattfindet auch ganz ohne GPS. Bei mir ist das erschreckend genau, obwohl ich keine Google-Dienste verwende. Dein Browser überträgt außerdem auch einen User-Agent der dein Gerät, deinen Browser und ggf. dein Betriebssystem preisgibt, und über JavaScript ist es möglich um auch andere Daten zu erfassen, wie zum Beispiel die Fenstergröße. Hast du die Facebook-App installiert ist das sogar noch einfacher, da Facebook noch genauere Daten zu deinem Gerät bekommt. Wenn ihr beide Facebook nutzt und zufällig ähnliche IP-Adressen/Hostnamen habt, vielleicht zur selben Schule wart, ähnliche Interessen habt usw. usf. könnte das Facebooks Algorithmen dazu veranlassen um euch als Kontakte vorzuschlagen.
 
Ob sich die NSA für uns interessiert oder nicht, ist irrelevant.

Die Daten sind da und haben deinen Kontrollbereich verlassen. Es kann der Tag kommen, an dem sie gegen dich verwendet werden. Vielleicht von der NSA, weil ein Missverständnis vorliegt. Vielleicht klaut sie jemand bei der NSA. Vielleicht geben sie sie an die Deutschen Dienste weiter. Heute mag das egal sein. Aber wer weiß, wer uns in 10 Jahren regiert? Oder wer in 10 Jaren in den USA regiert? Oder wo die Daten durch einen Fehler sonst noch landen...?

Ich z.B. nutze für viele Seiten unterschiedliche, wiedererkennbare E-Mail-Adressen, z.B. [email protected]. So weiß ich immer, wenn ich SPAM oder sonst was erhalte, wo die Daten ursprünglich herkommen.
Ich bekomme erstaunlich viel Müll auf Adressen, die niemals die Versicherung, die Stadtverwaltung, den Geschäftspartner, ... hätten verlassen dürfen. Niemand da draußen ist Herr über die Daten. Schon heute. Sie werden geklaut, kopiert, verkauft, was weiß ich. Vielleicht sind es Trojaner auf den Rechnern im Marketing, wer weiß das schon. Das Internet ist löchrig wie ein Sieb, weil immer irgendein Depp einen Fehler macht oder die Daten vertickt. Legal oder illegal ist doch völlig uninteressant, aber es passiert, und zwar nachweislich. Oder was meint ihr, warum ihr so viel Spam bekommt (oder nicht bekommt weil gmx und Co den Dreck vorher wegfiltern)?

Aber eines sollte jedem klar sein: Das Internet ist eine Einbahnstraße. Daten gehen nur hinein - weg bekommst du sie nie wieder. Ein Fehltritt, ein Daten-Skandal, einmal die Meinung geändert - egal - aus der Nummer, die du heute fährst, kommst du NIE wieder raus. Das, was du heute verbreitest, klebt an dir bis an dein Lebensende. Egal, wie du da morgen darüber denkst. Und du weißt NIE, wo die Daten in den nächsten Jahrzehnten noch landen. NSA, Facebook, WA, es ist scheißegal. Sie sind da und werden sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verbreiten.

Alleine diese Überlegung sollte jeden zu mehr Datenschutz bewegen. Aber macht, was ihr wollt. Lasst aber bitte meine Daten aus dem Spiel. Und beschwert euch nachher nicht.

Ich kann nur staunen, dass man nach all dem Mist, der in den letzten Jahren durch die Medien ging, immer noch überhaupt darüber diskutieren muss.

EDIT: Typos entfernt
 
Zuletzt bearbeitet:
@KALLT Und Du glaubst ernsthaft, Facebook programmiert diese hochkomplexen Algorithmen nur, damit es Dir möglichst gute Vorschläge machen kann? Es geht bei einem kostenlosen Angebot rein darum, irgendwie Geld rauszuschlagen. Auch ein Herr Zuckerberg hat nix zu verschenken. Jeder, der Facebook nutzt, ist automatisch und direkt das Produkt! Das ist zum Hauptteil eben die Werbung, die gezielt geschaltet wird.

Natürlich kann Facebook im Regelfall nur das auch verwerten, was die User hochladen. Aber wenn ich mir anschaue, was die Leute heutzutage alles posten, dann fehlen mir einfach die Worte. Ich kann es hier nicht sagen, welche Worte ich dafür hätte, man würde mich hier sperren [emoji23]

@ottomane Ich habe selten einen so guten Beitrag gelesen. Du bringst es mit jedem Wort auf den Punkt. Genial! Danke dafür!
 
Theoretisch (!) könnte es auch sein dass ihr gemeinsame Freunde habt, was Du nicht unbedingt sehen kannst wenn einer von denen seine Freundesliste für andere eingeschränkt hat.
Stimmt... Meine Freundin ist mal wem ins Auto gefahren, später stellte sich durch Facebook heraus das er ein Bekannter einer alten Schulfreundin war.
Oder ein Kumpel von mir, der mit dem Bekanntenkreis meiner Freundin eigentlich nix am Hut hat, tauchte plötzlich auf Bildern einer Bekannten meiner Freundin auf, solche Verbindungen können natürlich auch passieren ohne das man selbst etwas mitbekommt und plötzlich bekommt man durch so etwas Freundschaftsvorschläge ohne zu wissen wie das sein kann...
 
Hm ich habe Dich da glaub ich falsch verstanden, sorry [emoji4] Du scheinst ja eh meiner Meinung zu sein.

Ich formuliere es ein bisschen um: Kein Mensch auf der Welt programmiert jahrelang an hochkomplexen Algorithmen rum, ohne damit Geld verdienen zu wollen.
 
Wie gesagt, es gibt Leute die wollen immer Beweise/Quellen aber liefern selbst keine.

Facebook wird sicherlich mit unseren Datenarbeiten aber anders als Google. Also du bist dran, wie verwendet Facebook nun genau meine Daten um Geld zuverdienen?

Oh, dieser nebulöse "Leute" scheint dir ja ziemlich zuzusestzen. Aber es sind ja "immer" die anderen.

Ohne die Daten der Nutzer verdienen sie kein Geld. Ein einfacher kausaler Zusammenhang. Wie Facebook genau mit meinen Daten Geld verdient weiß ich nicht und ist für die Beweisführung ja auch unerheblich.
 
@rootie
Vielleicht, wenn man erstmal so viele Milliarden verdient hat das sie für mehrere Leben reichen, schon... Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen das es tatsächlich Mark Zuckerbergs Ziel sein kann noch mehr zu verdienen, ab einer gewissen Summe an Geld die man selbst verdient hat, kann es nicht mehr darum gehen diese noch weiter zu vermehren, da muss der Antrieb wo anders her kommen...
 
Oh, dieser nebulöse "Leute" scheint dir ja ziemlich zuzusestzen. Aber es sind ja "immer" die anderen.
Ja den es ist einfach Lächerlich, ich habe hier generell genügend Diskussionen schon gesehen.

Man diskutiert, der eine will ständig Quellen und Beweise, liefert bei den eigen Argumenten aber selbst keine...


In diesen Fall Facebook warum sollten wir nun irgendwas versuchen zu Beweisen mit Quellen, wenn diverse Gesprächspartner selbst keine Quellen liefern? Und nur Sachen raushauen wie "Wie denkst du das Facebook Geld verdient"...

Es dürfte uns wohl allen Klar sein das Facebook unsere Daten nutz, die Frage ist aber wie. Nutzen sie diese an sich selber damit sie die Werbung der diversen Werbenden besser platzieren können oder verkaufen sie diese, damit die Werbenden gezielter Werbung machen können?
 
Das war mir nach dem Kauf von Anfang an klar: Die Dienste wurden nicht gleich zusammengeführt, damit die Herde nicht zu aufgeschreckt wird und in Panik reagiert. ... Ich sollte CEO werden ;)
 
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@rootie
Vielleicht, wenn man erstmal so viele Milliarden verdient hat das sie für mehrere Leben reichen, schon... Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen das es tatsächlich Mark Zuckerbergs Ziel sein kann noch mehr zu verdienen, ab einer gewissen Summe an Geld die man selbst verdient hat, kann es nicht mehr darum gehen diese noch weiter zu vermehren, da muss der Antrieb wo anders her kommen...

Oh mein lieber @Schupunkt [emoji4] Das ist reichlich naiv, was Du da schreibst. Der Mensch will IMMER mehr!
 
die Frage ist aber wie. Nutzen sie diese an sich selber damit sie die Werbung der diversen Werbenden besser platzieren können oder verkaufen sie diese, damit die Werbenden gezielter Werbung machen können?

Schade, wir scheinen unterschiedliche Definitionen eines Forums zu haben. Für mich dient das hier dem Meinungsaustausch - meine Dissertation schreibe ich nicht in der Öffentlichkeit.

Für mich war die Fragestellung nicht wie Facebook unsere Daten nutzt um Geld zu verdienen sondern ob sie das tun.

Der Autor behauptet
wenn auch bisher unbewiesen, seinen Profit aus den Daten seiner Mitglieder schlagen könnte.
und das ist es meiner Meinung nach nunmal ganz und gar nicht.
 
Oh mein lieber @Schupunkt [emoji4] Das ist reichlich naiv, was Du da schreibst. Der Mensch will IMMER mehr!
Das glaube ich nicht, ab einem gewissen Reichtum (gerade wenn der durch die eigene Leistung erzielt wurde) denke ich, verändert sich die Sicht darauf. Klar, am Ende ist Geld, wenn man so will, immer das Maß, in dem Erfolg gemessen wird. Wenn man etwas Neues entwickelt hat, egal wie reich man schon ist, möchte man natürlich das die eigene Idee anderen so viel bringt das sie auch bereit wären Geld dafür zu bezahlen, das Anhäufen weiteren Reichtums ist dann aber nicht mehr ausschlaggebend, sondern nur noch das Ergebnis aus dem Erfolg des Produktes...
Ich denke da verändert sich erst wenn das Geld nicht mehr selbst verdient wurde sondern vererbt,
 
Wie erklärst Du Dir dann, dass die ganzen Reichen ihr Geld trotzdem schwarz und illegal in der Schweiz auf Nummernkonten haben obwohl sie sich die Steuern doch locker leisten können?

Glaub mir: Wer viel Geld hat, will noch mehr. Da zählt halt dann der neue Maybach als Statussymbol unter den Reichen und nicht mehr ein billiges iPhone.
 
Das glaube ich nicht, ab einem gewissen Reichtum (gerade wenn der durch die eigene Leistung erzielt wurde) denke ich, verändert sich die Sicht darauf.

Erstens bin ich überzeugt davon, dass es so nicht stimmt. Dafür gibt es genügend Beispiele. Und ehrlich gesagt, glaube ich, dass ich selbst auch nicht aufhören könnte. Man braucht doch seine Aufgaben.

Zweitens ist FB eine AG und dabei geht es nicht um den persönlichen Reichtum Zuckerbergs sondern um die Bilanzen respektive den Kurs der Aktie und ggf. irgendwann Dividenden. Das Gewinnstreben endet nicht. Siehe Apple.
 
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Wie erklärst Du Dir dann, dass die ganzen Reichen ihr Geld trotzdem schwarz und illegal in der Schweiz auf Nummernkonten haben obwohl sie sich die Steuern doch locker leisten können?

Glaub mir: Wer viel Geld hat, will noch mehr. Da zählt halt dann der neue Maybach als Statussymbol unter den Reichen und nicht mehr ein billiges iPhone.
Dabei hatte ich aber auch nicht den "normalen Multimillionär" [emoji12]im Kopf, denn klar für die gibt es immer noch nen größeren Fisch im Teich, an dem die sich orientieren können. Aber wenn dann irgendwann der X-te Supersportwagen und die zehnte Luxusvilla im eigenen Besitz ist, vermute ich hört man irgendwann auf nach der nächsten Villa zu schauen. Außer natürlich man weis mit dem eigenen Leben dann irgendwann nichts mehr anzufangen, kann man bei manchen Öl-Milliardären beobachten, denen es scheinbar nur noch darum geht die größte Jacht zu besitzen.
Wenn man aber den inneren Antrieb behält, bietet so viel Geld auch den Vorteil der Unabhängigkeit...
 
@Schupunkt Deine Gedanken in allen Ehren, aber so läuft es in der Welt halt mal nicht. @ottomane hat es schön erklärt. Ich verstehe echt nicht, wieso hier oftmals vehement von manchen Leuten versucht wird, Mark Zuckerberg als den Messias darzustellen. Den interessiert nicht das Wohl des einzelnen sondern nur, dass sein FB Kohle abwirft. Egal wie!