- Registriert
- 11.01.11
- Beiträge
- 654
Mit einer Verwechslung fing alles an: Weil er mal wieder seine allesamt weißen Aufladekabel für iPad und iPhone vertauschte, gründete der Wahl-Hawaiianer Laurens Laudowicz mit einem deutschen Freund via Skype Juicies. Ein Bremer Startup, das endlich Farbe und Style in die triste Welt der Kabel bringen will. Im exklusiven Interview erzählt Mitbegründer Hannes Reichelt, wie aus einem Kickstarter-Projekt ein inzwischen zertifizierter Partner des Apple "Made for iPhone"-Programms wurde – und welche Hürden es dafür zu überwinden galt.[PRBREAK][/PRBREAK]

Hallo Hannes, kannst Du bitte kurz etwas über Dich erzählen?
Gerne! Ich bin Hannes Reichelt, 31 Jahre alt und studierter Wirtschaftsarabist aus Bremen. Nach meinem Studium habe ich mehrere Jahre als Unternehmensberater für ein deutsches Großunternehmen in Dubai und im Nahen Osten gearbeitet. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland hat mich mein langjähriger Kumpel Laurens Laudowicz aus Hawaii angerufen und mit mir Juicies gegründet.
Gemeinsam bietet Ihr mit "Juicies" farbige Aufladekabel für Smartphones und Apple-Produkte an. Wie ist die Idee entstanden?
Entstanden ist die Idee ursprünglich durch Laurens selbst, der eine passionierte Vorliebe für Technik und Gadgets aller Art besitzt. Eines hat ihn allerdings immer genervt: Weil Aufladekabel für Apple-Geräte standardmäßig weiß sind, hat er sie häufig mit den unterschiedlichen USB-Adaptern für iPhone und iPad vertauscht. Die Geräte luden daraufhin nicht auf und er musste die Kabel umstecken. So kam ihm die Idee mit farbigen Kabeln zur besseren Unterscheidung. Die Handysocke gibt es schließlich auch in allen erdenklichen Farben. Warum also nicht auch bunte Kabel fürs iPhone?
Finanziert habt Ihr Euer Projekt über die Crowdfunding-Plattform "Kickstarter.com". Insgesamt 22.000 US-Dollar steuerten findige Fans binnen weniger Tage Eurem Vorhaben bei. Mehr als das dreifache der ursprünglich kalkulierten Summe. Ist das so einfach?
Crowdfunding via Kickstarter ist zunächst einmal eine tolle Sache. Man ist nicht auf Banken und kommerzielle Investoren angewiesen, die man am eigenen Projekt beteiligen muss. Das ist ein großes Plus. Wer sich schon einmal bei einer Bank um einen Kredit für das eigene Unternehmen bemüht hat, weiß, was für eine Arbeit dahinter steckt. Businesspläne vorlegen, Präsentationen halten und sich Risikoprüfungen unterziehen – alles Dinge, die man auf Kickstarter nicht braucht. So kann man seine Idee mit Ruhe und Konzentration angehen. Der entscheidende Vorteil einer Kickstarter-Kampagne ist aber die Chance, sein Produkt unter halbwegs nahbaren Marktbedingungen zu testen. Auf einfachem und schnellen Wege lässt sich herausfinden, welcher Bedarf für das eigene Produkt vorhanden ist. Natürlich ist das kein 100-prozentiger realer Markt. Für einen ersten Akzeptanztest reicht diese Methode jedoch allemal aus.
Zum Crowdfunding gehört allerdings mehr, als das eigene Projekt auf eine Internetseite zu stellen und auf Spendengelder zu warten. Man muss sehr viel PR-Arbeit leisten, mit Blogs und Medien kommunizieren und soziale Netzwerke nutzen, um das Vorhaben im Gespräch zu halten. Andernfalls gerät das Projekt schnell in Vergessenheit und die Spenden bleiben aus.
Gab es Probleme während der Kampagne, insbesondere nach der erfolgreichen Finanzierung des Projekts?
Ja, durchaus. Wegen der unerwartet hohen Mindestbestellmenge durch die Fertigungspartner unserer Kabel und der für uns völlig überraschenden Einführung des neuen Lightning-Anschlusses kam es zu Verzögerungen im Auslieferungsprozess. Die Unterstützer auf Kickstarter waren angesichts dieser Umstände sauer und warteten – zurecht – auf die Lieferung ihrer Kabel. In dieser Zeit haben wir einen großen Fehler gemacht: Wir haben das Problem mit dem Herstellungsprozess nicht offen genug kommuniziert. Man sollte stattdessen sofort reagieren und die Unterstützer über Probleme informieren. So ist letztlich ein Shitstorm über uns hereingebrochen. Anschließend haben wir unsere Kommunikationspolitik jedoch angepasst und konnten die wartenden Nutzer schnell beruhigen und schon bald mit Kabeln versorgen.
Ihr bewerbt Eure Kabel auch mit dem Hinweis, lizenzierter Apple-Partner zu sein. "Made for iPhone" ist auf Euren Produkten zu lesen. Was hat es damit auf sich?
Mit Juicies sind wir Partner im sogenannten "MFI"-Programm, eine Art Qualitätssiegel von Apple. Es berechtigt dazu, mithilfe von Apple autorisierten Vertragspartnern und Zulieferern in den offiziellen Reseller- und Zubehörmarkt für Produkte um iPhone, iPad und iPod zu gelangen. Grundsätzlich hätten wir unsere Kabel auch ohne dieses Programm herstellen können, wären dadurch jedoch eher in die "Billig"-Richtung gegangen. Das war aber nicht unser Ziel. Wir wollten dieses Siegel erhalten und damit auch die Qualität unserer Produkte gewährleisten. Heute ist das ein großes Plus für uns als Unternehmen.
Was muss man tun, um Teil des Programms "Made for iPhone" zu werden?
Zunächst muss man sein Vorhaben bzw. das Produkt mitsamt Verpackungen und Produktplänen bei Apple einreichen. Sofern zugestimmt, schreibt Apple anschließend vor, mit welchen Herstellern man im Rahmen des Programms zusammen zu arbeiten hat. Mithilfe einer Liste von ausgewählten Zulieferern kann man mit Lohnfertigern in Kontakt treten und über die Bedingungen zur Herstellung des Produkts verhandeln.
Das hat grundsätzlich einen großen Vorteil: Apple gewährleistet dadurch die Qualität der Produkte von Drittherstellern und sorgt dafür, dass die geforderten Produktionsstandards eingehalten werden. Der Nachteil: Autorisierte Vertragspartner haben eine enorm hohe MOQ (Minimum Order Quantity), also Mindestbestellmenge zur Abnahme des Fertigungsauftrags. Zu Beginn sind wir von einer Menge ausgegangen, die letztlich weit unter den Forderungen der Hersteller lag. Je höher die Mindestabnahmemenge, desto teurer sind die Kosten für die Erstproduktion. Am Ende mussten wir ein Vielfaches mehr der von uns ursprünglich angesetzten Menge bestellen. So schließt sich der Kreis mit dem Risiken einer Crowdfunding-Kampagne für diese Art von Projekt. Mit 22.000 US-Dollar hat man bis auf reichlich Vorschusslorbeeren noch nichts erreicht.

[PAGE][/PAGE]Als Duo, das jeweils auf der US-Ferieninsel Hawaii und in der Hansestadt Bremen lebt, pflegt Ihr eine ungewöhnliche Form der Arbeit in einem Startup. Wie kann man sich Euren Arbeitsalltag vorstellen?
Ein großes Problem in unserer Arbeit ist natürlich die Zeitverschiebung. Allerdings haben wir immer zwei bis drei Stunden pro Tag, die sich überschneiden. In dieser Zeit tauschen wir uns gemeinsam über Skype und E-Mail aus. Damit sind kurzfristige Arbeitsaufträge des Partners logischerweise nicht unbedingt schnell zu erledigen. Dafür kann ich meinem Partner vor dem Schlafen gehen noch schnell einen Arbeitsauftrag übermitteln – sobald ich dann morgens aufstehe, ist der schon erledigt. Das hat also alles seine Vor- und Nachteile.
Seit wir das Startup vor zwei Jahren gegründet haben, haben wir uns aber nicht mehr persönlich gesehen. Das fehlt mir. Mal eben gemeinsam ein Bier zu trinken, wäre schon cool. So arbeite ich derzeit jedoch alllein und habe nur virtuell einen richtigen Arbeitskollegen. Obwohl ich mir in Bremen ein Büro mit anderen Kreativen teile.
Über Euren Online-Shop können inzwischen nicht nur lizenzierte Kabel für Apple-Produkte, sondern auch für Smartphones anderer Hersteller erworben werden. Darunter auch Micro-USB-Kabel und Extensions. Nach wie vor fehlt es allerdings an bunten Lightning-Kabeln. Woran liegt's?
Wegen dem Lizenzgebaren von Apple gestaltet sich das Anbieten von farbigen Lightning-Kabeln derzeit schwierig. Erst jetzt, einige Monate nach Einführung des neuen Anschlusses, erreichen erste lizenzierte Kabel von Drittherstellern den Markt. Wir werden aber noch in diesem Jahr farbige Lightning-Kabel ins Sortiment aufnehmen – vorerst in den Farben Blau und Rosa. Wann genau es soweit sein wird, können wir nicht sagen.
Ich persönlich stehe dem neuen Anschluss aber ohnehin sehr kritisch gegenüber. Aus meiner Sicht sind die Vorteile des neuen Anschlusses eher gering. Qualitativ oder gemessen an der Leistungsfähigkeit sind sie nicht unbedingt besser als der Vorgänger. Für Fremdhersteller ist es im Moment ziemlich schwer, an entsprechende Fertigungslizenzen heranzukommen. Erschwerend kommt hinzu, dass das für Drittanbieter eine enorm teure Angelegenheit ist. Wirklich verdienen tut daran wohl nur Apple, was auch der Grund gewesen sein dürfte, die Dinger auf den Markt geschmissen zu haben.
Ein abschließender Blick in die Zukunft. Welche Ziele strebt Ihr mit Juicies künftig an?
Wir haben mehrere Pläne in der Schublade. Ein zweites Kickstarter-Projekt zu starten und mit Juicies ein Unternehmen aufzubauen, das für Farbe und Style in der Kabelwelt steht, ist einer davon. Wo sich andere Leute vornehmlich auf Apps konzentrieren, wollen wir Kabel einfach cool machen. Absoluten Vorrang hat für den Moment jedoch die andauernde Problematik um die Herstellung von farbigen Lightning-Kabeln. Die wollen wir unseren Kunden schnellstmöglich anbieten.
Das Interview führte Daniel Hüfner.


Hallo Hannes, kannst Du bitte kurz etwas über Dich erzählen?
Gerne! Ich bin Hannes Reichelt, 31 Jahre alt und studierter Wirtschaftsarabist aus Bremen. Nach meinem Studium habe ich mehrere Jahre als Unternehmensberater für ein deutsches Großunternehmen in Dubai und im Nahen Osten gearbeitet. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland hat mich mein langjähriger Kumpel Laurens Laudowicz aus Hawaii angerufen und mit mir Juicies gegründet.
Gemeinsam bietet Ihr mit "Juicies" farbige Aufladekabel für Smartphones und Apple-Produkte an. Wie ist die Idee entstanden?
Entstanden ist die Idee ursprünglich durch Laurens selbst, der eine passionierte Vorliebe für Technik und Gadgets aller Art besitzt. Eines hat ihn allerdings immer genervt: Weil Aufladekabel für Apple-Geräte standardmäßig weiß sind, hat er sie häufig mit den unterschiedlichen USB-Adaptern für iPhone und iPad vertauscht. Die Geräte luden daraufhin nicht auf und er musste die Kabel umstecken. So kam ihm die Idee mit farbigen Kabeln zur besseren Unterscheidung. Die Handysocke gibt es schließlich auch in allen erdenklichen Farben. Warum also nicht auch bunte Kabel fürs iPhone?
Finanziert habt Ihr Euer Projekt über die Crowdfunding-Plattform "Kickstarter.com". Insgesamt 22.000 US-Dollar steuerten findige Fans binnen weniger Tage Eurem Vorhaben bei. Mehr als das dreifache der ursprünglich kalkulierten Summe. Ist das so einfach?
Crowdfunding via Kickstarter ist zunächst einmal eine tolle Sache. Man ist nicht auf Banken und kommerzielle Investoren angewiesen, die man am eigenen Projekt beteiligen muss. Das ist ein großes Plus. Wer sich schon einmal bei einer Bank um einen Kredit für das eigene Unternehmen bemüht hat, weiß, was für eine Arbeit dahinter steckt. Businesspläne vorlegen, Präsentationen halten und sich Risikoprüfungen unterziehen – alles Dinge, die man auf Kickstarter nicht braucht. So kann man seine Idee mit Ruhe und Konzentration angehen. Der entscheidende Vorteil einer Kickstarter-Kampagne ist aber die Chance, sein Produkt unter halbwegs nahbaren Marktbedingungen zu testen. Auf einfachem und schnellen Wege lässt sich herausfinden, welcher Bedarf für das eigene Produkt vorhanden ist. Natürlich ist das kein 100-prozentiger realer Markt. Für einen ersten Akzeptanztest reicht diese Methode jedoch allemal aus.
Zum Crowdfunding gehört allerdings mehr, als das eigene Projekt auf eine Internetseite zu stellen und auf Spendengelder zu warten. Man muss sehr viel PR-Arbeit leisten, mit Blogs und Medien kommunizieren und soziale Netzwerke nutzen, um das Vorhaben im Gespräch zu halten. Andernfalls gerät das Projekt schnell in Vergessenheit und die Spenden bleiben aus.
Gab es Probleme während der Kampagne, insbesondere nach der erfolgreichen Finanzierung des Projekts?
Ja, durchaus. Wegen der unerwartet hohen Mindestbestellmenge durch die Fertigungspartner unserer Kabel und der für uns völlig überraschenden Einführung des neuen Lightning-Anschlusses kam es zu Verzögerungen im Auslieferungsprozess. Die Unterstützer auf Kickstarter waren angesichts dieser Umstände sauer und warteten – zurecht – auf die Lieferung ihrer Kabel. In dieser Zeit haben wir einen großen Fehler gemacht: Wir haben das Problem mit dem Herstellungsprozess nicht offen genug kommuniziert. Man sollte stattdessen sofort reagieren und die Unterstützer über Probleme informieren. So ist letztlich ein Shitstorm über uns hereingebrochen. Anschließend haben wir unsere Kommunikationspolitik jedoch angepasst und konnten die wartenden Nutzer schnell beruhigen und schon bald mit Kabeln versorgen.
Ihr bewerbt Eure Kabel auch mit dem Hinweis, lizenzierter Apple-Partner zu sein. "Made for iPhone" ist auf Euren Produkten zu lesen. Was hat es damit auf sich?
Mit Juicies sind wir Partner im sogenannten "MFI"-Programm, eine Art Qualitätssiegel von Apple. Es berechtigt dazu, mithilfe von Apple autorisierten Vertragspartnern und Zulieferern in den offiziellen Reseller- und Zubehörmarkt für Produkte um iPhone, iPad und iPod zu gelangen. Grundsätzlich hätten wir unsere Kabel auch ohne dieses Programm herstellen können, wären dadurch jedoch eher in die "Billig"-Richtung gegangen. Das war aber nicht unser Ziel. Wir wollten dieses Siegel erhalten und damit auch die Qualität unserer Produkte gewährleisten. Heute ist das ein großes Plus für uns als Unternehmen.
Was muss man tun, um Teil des Programms "Made for iPhone" zu werden?
Zunächst muss man sein Vorhaben bzw. das Produkt mitsamt Verpackungen und Produktplänen bei Apple einreichen. Sofern zugestimmt, schreibt Apple anschließend vor, mit welchen Herstellern man im Rahmen des Programms zusammen zu arbeiten hat. Mithilfe einer Liste von ausgewählten Zulieferern kann man mit Lohnfertigern in Kontakt treten und über die Bedingungen zur Herstellung des Produkts verhandeln.
Das hat grundsätzlich einen großen Vorteil: Apple gewährleistet dadurch die Qualität der Produkte von Drittherstellern und sorgt dafür, dass die geforderten Produktionsstandards eingehalten werden. Der Nachteil: Autorisierte Vertragspartner haben eine enorm hohe MOQ (Minimum Order Quantity), also Mindestbestellmenge zur Abnahme des Fertigungsauftrags. Zu Beginn sind wir von einer Menge ausgegangen, die letztlich weit unter den Forderungen der Hersteller lag. Je höher die Mindestabnahmemenge, desto teurer sind die Kosten für die Erstproduktion. Am Ende mussten wir ein Vielfaches mehr der von uns ursprünglich angesetzten Menge bestellen. So schließt sich der Kreis mit dem Risiken einer Crowdfunding-Kampagne für diese Art von Projekt. Mit 22.000 US-Dollar hat man bis auf reichlich Vorschusslorbeeren noch nichts erreicht.

[PAGE][/PAGE]Als Duo, das jeweils auf der US-Ferieninsel Hawaii und in der Hansestadt Bremen lebt, pflegt Ihr eine ungewöhnliche Form der Arbeit in einem Startup. Wie kann man sich Euren Arbeitsalltag vorstellen?
Ein großes Problem in unserer Arbeit ist natürlich die Zeitverschiebung. Allerdings haben wir immer zwei bis drei Stunden pro Tag, die sich überschneiden. In dieser Zeit tauschen wir uns gemeinsam über Skype und E-Mail aus. Damit sind kurzfristige Arbeitsaufträge des Partners logischerweise nicht unbedingt schnell zu erledigen. Dafür kann ich meinem Partner vor dem Schlafen gehen noch schnell einen Arbeitsauftrag übermitteln – sobald ich dann morgens aufstehe, ist der schon erledigt. Das hat also alles seine Vor- und Nachteile.
Seit wir das Startup vor zwei Jahren gegründet haben, haben wir uns aber nicht mehr persönlich gesehen. Das fehlt mir. Mal eben gemeinsam ein Bier zu trinken, wäre schon cool. So arbeite ich derzeit jedoch alllein und habe nur virtuell einen richtigen Arbeitskollegen. Obwohl ich mir in Bremen ein Büro mit anderen Kreativen teile.
Über Euren Online-Shop können inzwischen nicht nur lizenzierte Kabel für Apple-Produkte, sondern auch für Smartphones anderer Hersteller erworben werden. Darunter auch Micro-USB-Kabel und Extensions. Nach wie vor fehlt es allerdings an bunten Lightning-Kabeln. Woran liegt's?
Wegen dem Lizenzgebaren von Apple gestaltet sich das Anbieten von farbigen Lightning-Kabeln derzeit schwierig. Erst jetzt, einige Monate nach Einführung des neuen Anschlusses, erreichen erste lizenzierte Kabel von Drittherstellern den Markt. Wir werden aber noch in diesem Jahr farbige Lightning-Kabel ins Sortiment aufnehmen – vorerst in den Farben Blau und Rosa. Wann genau es soweit sein wird, können wir nicht sagen.
Ich persönlich stehe dem neuen Anschluss aber ohnehin sehr kritisch gegenüber. Aus meiner Sicht sind die Vorteile des neuen Anschlusses eher gering. Qualitativ oder gemessen an der Leistungsfähigkeit sind sie nicht unbedingt besser als der Vorgänger. Für Fremdhersteller ist es im Moment ziemlich schwer, an entsprechende Fertigungslizenzen heranzukommen. Erschwerend kommt hinzu, dass das für Drittanbieter eine enorm teure Angelegenheit ist. Wirklich verdienen tut daran wohl nur Apple, was auch der Grund gewesen sein dürfte, die Dinger auf den Markt geschmissen zu haben.
Ein abschließender Blick in die Zukunft. Welche Ziele strebt Ihr mit Juicies künftig an?
Wir haben mehrere Pläne in der Schublade. Ein zweites Kickstarter-Projekt zu starten und mit Juicies ein Unternehmen aufzubauen, das für Farbe und Style in der Kabelwelt steht, ist einer davon. Wo sich andere Leute vornehmlich auf Apps konzentrieren, wollen wir Kabel einfach cool machen. Absoluten Vorrang hat für den Moment jedoch die andauernde Problematik um die Herstellung von farbigen Lightning-Kabeln. Die wollen wir unseren Kunden schnellstmöglich anbieten.
Das Interview führte Daniel Hüfner.

Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

