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Interaktion OS X mit Kawai MP 5

Dieses Thema im Forum "Musikproduktion" wurde erstellt von Bissy, 12.08.08.

  1. Bissy

    Bissy Johannes Böttner

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    Hi,

    ich will mir in geraumer Zeit ein Stage Piano kaufen, da in meine (Studenten-)Wohnung beim besten Willen mein großes Klavier nicht reinpasst.
    In der ganz engen Wahl ist das Kawai MP 5. Ich möchte gerne auf jeden Fall die Layering-Funktion nutzen können und bin allgemein von dem Piano sehr positiv überrascht (als klassischer Klavierspieler ist man natürlich von den digitalen Geräten nicht begeistert). Die Tasten sind super gewichtet und der Klang ist auch gut.
    Das ist schon ein Punkt: Das Piano hat keine Boxen, da ich hier aber keine Monitore habe muss mein 2.1 System herhalten. Das dürfte übergangsweise sogar funktionieren. Werde evtl. bald aus meiner Heimat meine Yamaha holen, bei der dürfte der Klang dann natürlich besser sein.

    Wie läuft nun die Interaktion zu OS X? Es liegt ja dann nicht fern, auch mal Stücke aufzunehmen, zu bearbeiten, also eine schöne Postproduktion zu erzeugen. Gibt es irgendwelche Funktionen in Logic Studio, die ich dafür unbedingt brauche? Überlege nämlich dieses zu kaufen, ansonsten wird es erstmal das Express.

    Kann man in Logic eigene (professionelle) Sounds den Tasten zuordnen? Ich meine damit: Wie wird der eigentliche Sound ausgegeben? Kommt dieser vom Piano einfach über einen Line-In oder wird es per USB mit dem Mac verbunden und Logic interpretiert die Tastenanschläge selbstständig? Ich meine, so etwas nämlich mal gesehen zu haben. So konnte ein Bekannter von mir über ein Programm (also nicht am Stage Piano selber) tausende Instrumente einstellen, nicht nur die vom Hersteller integrierten.

    So, ich hoffe ihr versteht überhaupt, was meine Fragen so sind ;) Vielleicht gibt es ja hier den ein oder anderen Toningenieur oder so der sich damit auskennt.

    Viele Grüße und Danke im Voraus.
     
  2. philr3x

    philr3x Antonowka

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    Hallo Bissy,

    Die Interaktion von Key-Instrumenten mit dem Computer generell läuft in den meisten Fällen über MIDI (siehe evtl. Wikipedia).
    Das Kawai scheint das alles in wunderbarem Umfang zu beherrschen (was eigentlich auch nicht verwunderlich ist).


    Zu den Aufnahmemöglichkeiten von denen es 2 gibt:

    1) Du nimmst dein Line-Out-Signal vom Kawai als Audiosignal in einem Recording-Prgramm Deiner Wahl (z.B. Logic) auf. Das geschieht per Audio-Interface (das ist ein Klinke-zu-FireWire/USB-Adapter).

    2) Du schließt dein Kawai (oder was-auch-immer) per MIDI-to-FireWire/USB-Interface an den Rechner an und spielst dann deine Stücke als MIDI in ein Sequencer-Programm (Logic ist soetwas) ein. Hierbei wird kein Audiosignal verwertet, sondern lediglich die Befehle zum Musikmachen (z.B. wann welche Note wie lange und wie laut angeschlagen wird). Dann kannst du von sogenannten Softwaresynthesizern (ich empfehle Native Instruments) diese Befehle ausführen lassen. Nimmst du z.B. einen Hammond-Orgel-Synth, dann klingt dein Stück, wie von einer Hammond eingespielt. Nimmst du einen Steinway-Synth, dann klingt es wie ein Steinway. Nimmst du ein Techno-Synth... Ich denke du verstehst. Das ist höchstwahrscheinlich das, was Dein Bekannter gemacht hat.
    Zu bemerken wären da noch folgende Punkte: Bei dem MIDI-Set-Up, wie ich es oben beschrieben habe, gibt dein Computer die fertigen Sounds aus - nicht das Piano.
    Man kann die Softwaresynthesizer auch live benutzen. Also auf dem Piano spielen und den schicken Steinway-Klang aus den Computerboxen hören. Je komplizierter der zu erstellende (synthetisierende) Klang aber ist, desto mehr Latenz entsteht. Für einen klassischen Musiker (wie unter anderem auch mich) ist soetwas scheußlich, weil der Sound verzögert entsteht.

    Ich hoffe, ich konnte helfen. Bei Fragen, frag halt einfach. :)

    Liebe Grüße
    philr3x

    P.S.: Ein Toningenieur ist für Audio zuständig. Nicht für MIDI (das sollte der bandeigene Keyboarder machen). Aber viele können beides, weil es sich heutzutage bei Musikproduktionen nicht lohnt, die Sachen zu trennen.

    P.P.S.: Ich bin kein beruflicher Toningenieur. Nur ein privater. :)
     
  3. Bissy

    Bissy Johannes Böttner

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    Hey, danke schonmal, ist echt super.
    Es wird wohl dann darauf hinaus laufen, dass ich mir entweder ein Audio- oder ein MIDI-Interface kaufen muss falls ich das richtig verstehe?!
    Was ist deiner Meinung nach die bessere Alternative?
    Kann Logic dass nicht einfach über Klinke-Chinch aufnehmen oder ist zwingend das Audiointerface nötig?
    Was kostet so etwas und welches kauft man da?
     
  4. philr3x

    philr3x Antonowka

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    Wenn Du die Klänge von Deinem Kawai vergötterst, dann wird es wohl ein Audio-Interface.
    Wenn nicht, oder Du unendlich viele Klänge mit dem Kawai bedienen willst, dann eher das MIDI-Interface. (Garageband hat schonmal ziemlich viele schöne solche Klänge. Ansonsten mussst Du Dir noch einen Softwaresynth kaufen.)

    Du sprichst wahrscheinlich von dem Audio-In- (Mikro-) Anschluss des Computers. Mach das lieber nicht. Audiointerfaces bieten eine viel höhere Qualität bei der Übertragung von Audio-Signalen. Wenn du "nur mal eben so" etwas aufnehmen willst, dann reicht der Mikro-Eingang aber schon. Da Du aber die Aufnahme noch aufpolieren und anscheinend weiterverwenden willst, ist ein Audiointerface wirklich zu empfehlen. Zumal man damit wesentlich flexibler ist.

    Schau Dich doch mal bei diversen Musikhändlern in Deiner Nähe oder im Netz (Thomann, JustMusic) um.
    Meine erste Wahl für ein gutes und einfaches Audiointerface ist das hier.
    Und Thomann hat das ganze noch mal ein wenig billiger: http://www.thomann.de/de/alesis_io2.htm
    Ein ganz einfaches und billiges MIDI-Interface gibt es bei MIDITech namens MIDIFACE 1x1 II THRU

    Liebe Grüße
    philr3x
     
  5. Bissy

    Bissy Johannes Böttner

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    Also das mit dem Audiointerface wurde mir jetzt schon mehrfach empfohlen... Dann wird das wohl auch angeschafft. Aber ein Midi-Interface hat ja das Kawai schon eingebaut...... Muss man dann trotzdem noch eins kaufen? Ich bin verwirrt....
     
  6. philr3x

    philr3x Antonowka

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    Das Kawai hat einen MIDI-Ausgang, das stimmt. Aber Dein Computer hat höchstwahrscheinlich keinen MIDI-Eingang, oder? Dafür gibt es diese MIDI-Interfaces, bei denen auf der einen Seite MIDI-Kabel reingehen und auf der anderen Seite ein USB-Kabel rauskommt.
     
  7. Bissy

    Bissy Johannes Böttner

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    Richtig. Und So wie ich das sehe, hat das Interface, welches du mir empfohlen hast, einen Line und einen Midi-Eingang. Somit kann dann beides über den USB ausgegeben werden und mein MacBook bekommt schöne Audiodaten auf Arbeitspegel ;)
     
  8. philr3x

    philr3x Antonowka

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    Falls Du das Alesis meinst: das hat keinen MIDI-Eingang. Das ist XLR (Mikrophon-Anschluss). MIDI ist ein 5-poliges System und XLR ein 3-poliges.

    Aber recherchier mal ein bisschen, vielleicht gibt es ja so ein Kombi-Teil.

    EDIT für die Nachwelt:
    Das Alesis-Interface unterstützt MIDI. Ich habe mich eben vertan.
     
    #8 philr3x, 12.08.08
    Zuletzt bearbeitet: 13.08.08
    Bissy gefällt das.
  9. MacAlex24

    MacAlex24 Erdapfel

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    Ergänzung für alle späten Leser dieses Threads

    Zu dem Midi-Problem:

    Welches Audio / Midi Interface auch immer nun von Bissy gekauft wurde, das MP-5 besitzt ebenfalls einen USB-Midi-Ausgang, so dass man das Piano unbekümmert direkt an das Macbook anschließen kann.

    Ich kann das MP-5 allerdings nur bedingt empfehlen als Stage Piano / Masterkeyboard:

    - Die hauseigenen Sounds sind leider nur durchschnittlich gut.

    - Der Kopfhörerausgang übersteuert so penetrant, dass einem sehr schnell die Lust am spielen vergeht

    - Nutzt man es als Masterkeyboard, so ist die dynamische Übersetzung der Tastatur zur dynamischen Reichweite der Samples
    absolut unverhältnismäßig. So kommt bei fortissimo Passagen einfach kein authentisches Spielgefühl zu stande.
    Ich bin da sehr entäuscht, weil sich das besonders im Bandkontext bemerkbar macht, wenn man bei sehr lauten Passagen
    richtig in die Tasten haut und es kommt einfach nicht mehr raus.

    - Das Pedal neigt trotz Softwareupdate immer wieder mal dazu durchzuhängen, was bei einem Auftritt natürlich fatal ist.

    Heute würde ich mir aktuell ein Korg SV 1 kaufen. Es hat derzeit meiner Meinung nach die am besten spielbare Tastatur und ist perfekt abgestimmt für Pianisten, die auch gerne auf einem Vintage Instrument spielen, wie etwa einem Fender Rhodes, einem Wurlitzer oder Clavinet.

    Hier kann man sich alle vorhandenen Sounds einmal anhören >> http://www.korg.de/produkte/pianos/sv1-produktinfo.html

    Beatz & Greatz
    MacAlex
     
  10. Scotch

    Scotch Ananas Reinette

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    Deine Meinung bleibt dir unbenommen, ist aber mit Sicherheit nicht mehrheitsfähig. Also Bissy, nicht kirre machen lassen ;)

    Zum Thema Logic/Logic Express: IMHO reicht für 99% der Hobbyisten LE. Die restlichen 1% fragen nicht nach, welche Version sie brauchen, da sie wahlweise Mainstage benötigen, oder in 5.1 abmischen - das sind nämlich die einzigen Unterschiede (na gut, vielleicht gibt's noch 0.5% die tatsächlich in Logic die Jam-Packs benutzen ;))

    Um einzelnen Tasten dedizierte Sounds zuzuweisen brauchst du einen Sampler - sowohl Logic, als auch LE bringen da mit dem EXS24 bereits einen sehr leistungsfähigen mit (auf dem im übrigen auch die "Naturklänge" in GB beruhen).

    Also: MP5 nehmen, USB-Kabel einstecken, LE kaufen, glücklich werden ;) Falls du dein MP5 aufnehmen willst, kauf' noch ein passendes Klinkenkabel - das interne Interface reicht bei Line-Signalen für den Anfang vollkommen.

    HTH,
    Dirk
     

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