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Im Test: Adobe Acrobat 9

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von Felix Rieseberg, 09.07.08.

  1. Felix Rieseberg

    Felix Rieseberg Seestermüher Zitronenapfel

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    Adobe hat Acrobat 9 lautstark angekündigt: So soll die neue Version „umfassend den Prozess der Erzeugung und des Austauschs von elektronischen Dokumenten verändern‟. Wir haben uns mit Adobe Acrobat 9 ein wenig näher beschäftigt und uns Acrobat.com, die neuen PDF-Portfolios sowie die Flash-Intergration angesehen.

    Alles beim Alten
    Nach dem ersten Programmstart fällt eines auf: Rein optisch hat sich eigentlich nichts geändert. Im direkten Vergleichen stechen lediglich einige neue Menüeinträge hervor, eine wirkliche Eingewöhnung in die neue Version ist nicht notwendig. Sämtliche alten Funktionen sind an ihrem gewohnten Platz, auch das gesamte Interface wurde nicht überarbeitet. Man hat zwar das subjektive Gefühl, dass die neue Version ein bisschen schneller startet - von einer echten Geschwindigkeitssteigerung trauen wir uns jedoch nicht zu sprechen, nach wie vor ist der Acrobat zum reinen Betrachten von PDF-Dokumenten deutlich langsamer als die simple Apple-Lösung Vorschau.

    [float="left"][​IMG][/float]PDF-Portfolios
    Die vermutlich bedeutsamste Änderung sind die so genannten PDF-Portfolios, die als digitale Mappen das PDF-Format erweitern sollen. In PDF-Portfolios können zahlreiche Formate, egal ob Dokumente, Video- und Audio-Dateien oder auch 3D-Objekte, in einer komprimierten PDF-Datei gebündelt werden. Die Erstellung eines solchen Portfolios ist in der Tat schnell gemacht: Man wählt kurzerhand die entsprechenden Dateien und ein Layout aus, kann noch Willkommensseite, Kopfzeile und Farbschema festlegen und das Portfolio anschließend direkt veröffentlichen. So können wahlweise ganze Ordner oder nur einzelne Dateien in das Portfolio importiert werden, je nach Dateiart rechnet Acrobat das entsprechende Element noch in ein passendes Format um, was insbesondere bei längeren Videos einige Zeit in Anspruch nimmt. Es stehen vier Layouts zur Verfügung: Neben einem einfachen Raster kann eine CoverFlow-ähnliche, dreidimensionale Anzeige oder die freie Anordnung auf einem Hintergrundbild gewählt werden. Bei der Erstellung einer optionalen Willkommensseite oder Kopfzeile ist der Anwender leider enorm eingeschränkt, als Schriftart stehen lediglich drei Typen zur Auswahl: Serif, Sans und Schreibmaschine - da hätte man von der Design-Firma Adobe deutlich mehr erwartet. Immerhin: Es bleibt noch der Ausweg, anstatt reinem Text einfach ein Bild in die Kopfzeile einzufügen. Als Farbschema gibt es einige vordefinierte Zusammenstellungen, die jedoch nach Belieben angepasst werden können. Wer die Erstellung gemeistert hat, kann sein Portfolio anschließend abspeichern, direkt per eMail verschicken oder - was später noch behandelt wird - bei Acrobat.com veröffentlichen.

    [float="right"][​IMG][/float]Acrobat.com
    Mit einem momentan noch in der Beta-Phase befindlichen Onlineportal möchte Adobe sämtliche Onlinedienste bündeln und Anwendern einen Strauss an kostenfreien Diensten anbieten. Nach einer kostenfreien Registrierung kann der Anwender Dokumente online in das PDF-Format konvertieren, seine Dokumente online speichern, kollaborativ arbeiten und sogar neue PDFs erstellen. Kernelement ist die Onlineapplikation Adobe Buzzword, welche neben einem Onlinespeicherplatz für PDF-Dokumente vor allem durch die Möglichkeit der gemeinsamen Bearbeitung glänzt: Nach Freigabe können Dritte ebenfalls online auf das Dokument zugreifen und es dort auch direkt bearbeiten. Buzzword arbeitet und fühlt sich wie ein klassisches Textverarbeitungsprogramm an, vermisst jedoch Funktionen wie Diagramme - verfügt dafür über eine Bearbeitungshistorie und lässt, wie erwähnt, mehrere Nutzer gleichzeitig an einem Dokument arbeiten. Gespeichert werden können die erstellen Dokumente nicht nur im PDF-Format, der Export in TXT, RTF, HTML oder Word ist ebenfalls kein Problem. Insgesamt ist das Angebot umfassend, noch nicht erwähnt wurde hier auch die Meeting-Lösung Adobe ConnectNow.

    [float="left"][​IMG][/float]Flash
    Man muss ehrlich sein: Der durchschnittliche Anwender von Adobe Acrobat wird keine sonderliche Notwendigkeit verspüren, interaktive Inhalte in seine Dokuemente einzubinden. Die grundsätzliche Möglichkeit ist jedoch sinnvoll und dürfte in der Zukunft insbesondere bei wichtigen Dokumenten Anwendungen finden: So lassen sich neben Videos und Tondokumenten nun halt auch interaktive Elemente einbinden, die zum Beispiel bei individuellen Diagrammen Anwendung finden könnten. Denkbare wäre hier zum Beispiel, dass eine Versicherung neben dem Text aus der Bröschüre und dem Werbespot aus dem Fernsehen zusätzlich auch noch einen individuellen Beitragsrechner auf Flashbasis einbindet. Sollte sich Flash in PDF-Dokumenten durchsetzen, handelt es sich definitiv um eine revolutionäre Änderung, die von der reinen Bedienung in Acrobat 9 auch adäquat umgesetzt wurde - bislang tun sich jedoch die schon länger verfügbaren Medieninhalte wie Audio oder Video schwer, eine feste Heimat in PDF-Dokumenten zu finden.

    Fazit
    Insgesamt ist es mehr als zweifelhaft, ob Anwender, die momentan Adobe Acrobat 8 nutzen, wirklich auf die neue Version umsteigen müssen. Die PDF-Portfolios sind eine nette und sinnvolle Erweiterung, wer jedoch größtenteils mit normalen Dokumenten arbeitet, zieht daraus keine Vorteile. Noch kleiner dürfte die Zielgruppe für die Flash-Funktionalität sein. Als Fazit kann man festhalten, dass die beiden großen Neuerungen hervorragend umgesetzt wurden und trotz kleinerer Mängel voll funktionstüchtig sind - wer jedoch beides nicht benötigt, wird in Acrobat 9 keinen Grund zum Upgrade finden. Die deutschsprachigen Versionen von Acrobat 9 Pro Extended, Acrobat 9 Pro und Acrobat 9 Standard für Microsoft Windows und Acrobat 9 Pro für Mac OS X sind ab sofort erhältlich. Der Preis für Acrobat 9 Pro Extended beträgt rund 980 Euro, Besitzer früherer Versionen von Acrobat (ab Acrobat 6 Professional sowie Acrobat 3D) können ein Upgrade auf Acrobat 9 Pro Extended für etwa 320 Euro erweben. Acrobat 9 Pro ist für rund 670 Euro erhältlich, das Upgrade von früheren Versionen (ab Acrobat 6 Standard) kostet rund 225 Euro. Acrobat 9 Standard kann für rund 420 Euro erworben werden, das Upgrade von früheren Versionen (ab Acrobat 6 Elements) für rund 140 Euro.
     

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  2. qwert

    qwert Himbeerapfel von Holowaus

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    Danke für den Bericht! :)
     
  3. Thaddäus

    Thaddäus Golden Noble

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    Danke für den guten Bericht... Ich frage mich nur, ob man als CS3-Nutzer gleich die ganze CS3.3 kaufen muss, um an die Version 9 zu kommen, oder ob man das dann einzeln zukaufen kann bzw. ob die Preise wirklich so gesalzen sind...

    Die Portfolios find ich schon recht interessant...
     
  4. dadd

    dadd Kaiser Wilhelm

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    Ich werde es wohl müssen umsteigen müssen Acrobat Reader 8 funktioniert auf Vista nicht.
     
  5. qwert

    qwert Himbeerapfel von Holowaus

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    Klick mich oder mich, um das Problem zu beseitigen. ;)
     
  6. Blizzart

    Blizzart deaktivierter Benutzer

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    Der Reader ist doch auch schon in v9 raus. Außerdem gehts hier um Acrobat und nicht um (Acrobat) Reader.
     
  7. JOKER

    JOKER Damasonrenette

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    Also Acrobat.com ist ne geniale Sache, wie ich finde !
    Bin jetzt doch am überlegen ob ich mir die CS3 Creative Suite Student hole o_O
     
  8. doeme89

    doeme89 Pomme Miel

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    Konnte man das nicht auch schon früher mit JavaScript realisieren?

    Flash finde ich eigentlich etwas unnötiges, weil man eigentlich alles auch ohne Flash erzeugen kann. Was bislang bei den offenen Standards fehlt, ist einzig ein einheitlicher Videocodec...
     
  9. Felix Rieseberg

    Felix Rieseberg Seestermüher Zitronenapfel

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    Stimmt, das war und ist auch heute noch möglich - aber die Möglichkeiten sind bei Flash natürlich in einem ganz anderen Rahmen als bei JS. Ich persönlich denke, dass die Erweiterung grundsätzlich sehr sinnvoll ist - nur daran scheitern wird, dass sie niemand nutzt. Multimedia hat sich bis jetzt erst so richtig auf Webseiten durchgesetzt, ich glaube für PDF-Dokumente wird die allgemeine Öffentlichkeit noch ein bisschen Zeit benötigen.

    Das könnte sich ändern, wenne es geeignete mobile Geräte gibt, die entsprechend interaktive PDFs auch adäquat wiedergeben können.
     
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  10. doeme89

    doeme89 Pomme Miel

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    Da kann ich dir allerdings nur recht geben. Noch ein Grund mehr, dass das iPhone Flash unterstützt. :)
     
  11. Timbo

    Timbo Meraner

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    Kann man denn abwärts kompatibel diese Portfoliomappen auch mit älteren Readern öffnen, oder hab ich jetzt einfach nen Denkfehler drin?

    Grüße
    Timo
     
  12. JOKER

    JOKER Damasonrenette

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    Die Portfoliomappen können auch mit Acrobat Reader 8 geöffnet werden ! Hier ...


    JOKER
     
    #12 JOKER, 10.07.08
    Zuletzt bearbeitet: 10.07.08
    Timbo gefällt das.
  13. sternenstaub

    sternenstaub Echter Boikenapfel

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    Gestern war ich auf der Acrobat 9 Promo-Tour von Adobe in Köln (Teampoint).

    Nicht nur war dieses Showcase seltsam besetzt für die Kreativbranche (eine Architektin als Referentin) sondern bei mir löste es wieder das bekannte Magenumdrehen aus, das auch
    mit der 9er mal wieder Mac und PC unterschiedliche Versionen erhaltebn, obwohl Adobe ja ach so sehr die plattformübergreifende Philisophie in den Wind hält.

    So ist Acrobat 9 Pro Extended PC ONLY!
    So ist der Formular Designer (immer noch…) PC ONLY!

    Die haben wohl vergessen, WER Adobe erst zu dem Unternehmen gemacht hat, welches
    sie heute sind… und das ganze auch noch bei nem Apple Dealer mit MacBook Pros vorzuführen
    ist schon ne dreiste Nummer.

    Ich kann nur vollkommen die Aussage unterstützen… wer Acrobat 8 oder sogar noch 7 hat
    muss nicht unbedingt auf die 9er wechseln… dafür sind die neuen Features noch zu
    spezifisch und selten im wahren Leben anzutreffen.

    Den Hinweis der Referentin das Acrobat.com mit seinen ach so tollen (und total lahmen!)
    Features ja schon jetzt kostenlos zu nutzen löste bei mir nur einen Lacher aus…
    ganz klar wohin die bei Adobe damit zielen… auf ein BEZAHLSYSTEM zu Allem, was
    rund ums PDF in Geld verwandelt werden kann.
    Sicherlich müssen und sollen Adobe mit PDF Geld verdienen… aber dann offen und ehrlich und
    nicht erst die Leute in den Laden mit kostenlosen Eintritt locken und dann für
    jeden Furz Gebühren verlangen. Keine feine Nummer, die da geplant wird.
     

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